Mehr als Therapie: Wie Boxen Parkinson-Patienten stärkt

9. Netzwerktreffen
PNOWL+ am 18.03.2026
im CIIT Auditorium Lemgo

„Teilnehmer berichten uns: Ich hätte nie gedacht, dass ich mal wieder eine Treppe hochlaufe – einfach so.“ Der Satz fällt leise. Fast nebenbei. Und doch bleibt er im Raum stehen.

Es ist der 18. März, 9. Netzwerktreffen des Parkinsonnetz OstwestfalenLippe+. 84 Menschen sind nach Lemgo gekommen – Physiotherapeuten, Logopäden, Pflegekräfte, Apotheker, Ärztinnen und Ärzte. Einige sind sogar aus Niedersachsen angereist. Sie alle eint ein Thema: Parkinson. Und die Frage, wie Versorgung besser gelingen kann.

Man hört Stühle rücken, leises Murmeln, dann konzentrierte Stille. Univ.-Prof. Dr. Christoph Redecker, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie am Klinikum Lippe, ausgewiesener Parkinson-Experte und Initiator des Netzwerktreffens, sagt zu Veranstaltungsbeginn: „Parkinson ist nicht gleich Parkinson. Der Verlauf dieser Erkrankung hängt stark vom Lebensstil ab.“ Allen Expertinnen und Experten, die aus verschiedenen Berufsgruppen an diesem Abend zusammengekommen sind, ist klar: Es geht hier nicht nur um Krankheit. Es geht um Lebensqualität und Leben mit Parkinson.

Die Fakten sind schnell genannt: Parkinson wird durch Dopaminmangel verursacht. Es gibt medikamentöse Therapien. Wichtig sind vor allem aber therapeutische und aktivierende Ansätze sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Prof. Redecker ist es wichtig, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch die Perspektiven auf Parkinson zu verändern. Er weiß: „Es gibt nicht den einen Ansatz, der allen Parkinson-Patienten hilft. Parkinson verläuft sehr individuell. Ein Couchpotato hat andere Symptome als ein aktiver Mensch.“

Der Perspektivwechsel und der Wissenstransfer ist auch der Ansatz des Parkinsonnetzes OstwestfalenLippe+. Es ist eines von insgesamt 21 Netzwerken in Deutschland, die untereinander gut vernetzt sind. Der Netzwerkatlas wächst. Und mit ihm die Erkenntnis: Gute Versorgung entsteht nur gemeinsam.

Nach dem Vortrag starten drei Workshops. In einem davon erzählen Kai Gutmann und Beke Bas vom „Parkinson-Boxen“. Vor einem halben Jahr hat die Sportschule Tosa Inu in Lemgo dieses neue Angebot organisiert und seitdem an die Bedürfnisse der Teilnehmenden angepasst. Kai Gutmann, Inhaber des Studios, erzählt: „Es ist sehr beeindruckend, wenn die Kursteilnehmer mit unsicheren Schritten zu uns ins Studio kommen und nach dem Training plötzlich selbstständig die Treppenstufen aus dem Studio heraus bewältigen können. Die Teilnehmer berichten uns: Ich hätte nie gedacht, dass ich mal wieder eine Treppe hochlaufe – einfach so.“

v.l.n.r.: Kai Gutmann und
Beke Bas von der Sportschule
Tosa Inu in Lemgo und Univ.-Prof. Dr. Christoph Redecker, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie am Klinikum Lippe

Beke Bas, 32 Jahre alt, Profiboxerin, dreifache Weltmeisterin im Leichtgewicht, Boxtrainerin und gelernte Heilerziehungspflegerin, erinnert sich: „Wir haben schnell festgestellt, dass die Balance das größte Problem für die Parkinson-Patienten ist.“ Die ersten Trainingsstunden beschreibt sie so: „Zögerliche Bewegungen. Unsicherheit. Unterschiedliche Krankheitsverläufe, unterschiedliches Alter von Anfang 30 bis 85 Jahre, Männer und Frauen, alle auf einem anderen Stand. Das war eine Herausforderung. Wir mussten unser Training zu Beginn sehr anpassen. Übungen, die geplant waren, funktionierten nicht. Also wurde neu gedacht.“

Kai Gutmann ergänzt: „Wir haben dann langsamer, kleinschrittiger, präziser trainiert. Erst Aufwärmen. Dann einfache Bewegungen. Dann erste Schläge. Sechs Schläge kombiniert – und plötzlich entsteht mehr Sicherheit.“ Sechs Basisschläge lernen die Teilnehmenden, darunter gerade Schläge und Haken, aber auch Kombinationen. Was nach hartem Sport klingt, ist in der Realität mehr als Training. Es ist ein Stück weit Therapie: Gleichgewicht, Koordination und Bewegungssicherheit werden trainiert. „Nach diesem halben Jahr können wir sagen, dass die Teilnehmenden heute stabiler stehen und gehen und sich einfach auch mehr trauen“, sagt Kai Gutmann. Das Training findet einmal wöchentlich statt. Eine halbe Stunde Aufwärmen, dann Partnerübungen und Kombinationen. Aus zwölf Teilnehmenden sind sieben geworden. Nicht, weil das Angebot nicht funktioniert – sondern, weil es sich weiterentwickelt. Weil es fordert. Und weil Parkinsonpatienten viele Herausforderungen zu bewältigen haben.

Am Ende des Netzwerktreffens bleibt die Erkenntnis: Parkinson-Therapie funktioniert nur im Zusammenspiel. Medizin, Therapie, Pflege – und eben auch neue Ansätze wie das Boxen.

Das Parkinsonnetz OstwestfalenLippe+ besteht seit drei Jahren und trifft sich vier Mal pro Jahr – drei Mal vor Ort und einmal digital. Das Ziel des Netzwerkes ist es, die Versorgung von Menschen mit Parkinson in OWL zu verbessern. Die Netzwerkmitglieder sind überzeugt: Das geht nur mit vereinten Kräften, wenn Ärzte, Therapeuten, Pflege, Sanitätshäuser und weitere an der Versorgung von Parkinson-Patienten beteiligte Bereiche möglichst gut zusammenarbeiten.

Mehr Informationen auf: www.pnowlp.de

Klinikum Lippe erneut als selbsthilfefreundliches Krankenhaus ausgezeichnet

Das Klinikum Lippe trägt erneut das Qualitätssiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“. Die Auszeichnung würdigt die enge, systematische und verlässliche Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen im Kreis Lippe.

Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe, betont: „Die Auszeichnung als selbsthilfefreundliches Krankenhaus zeigt, wie ernst wir die Beteiligung und Expertise unserer Patientinnen und Patienten nehmen. Selbsthilfegruppen leisten einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitskompetenz und unterstützen Betroffene in einer Phase, in der Austausch auf Augenhöhe besonders wichtig ist. Wir sind stolz auf diese Zusammenarbeit und werden sie weiter stärken.“

Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen und Angehörigen Raum für Information, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Sie ergänzen die professionelle medizinische Behandlung um wertvolle Erfahrungsperspektiven. Das Klinikum Lippe sieht diese Zusammenarbeit seit Jahren als festen Bestandteil einer patientenorientierten Versorgung. Die Grundlage bildet dabei ein gemeinsames Qualitätsverständnis, das kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Sabine Bornemeier, Selbsthilfebeauftragte des Klinikums Lippe, weiß aus der Zusammenarbeit: „Selbsthilfe lebt von Begegnung und Vertrauen. Wir schaffen im Klinikalltag aktiv Räume dafür – von Informationsangeboten über Vermittlung bis hin zu gemeinsamen Projekten. Die kontinuierliche Qualitätssicherung zeigt, wie wertvoll und nachhaltig diese Kooperationen sind.“

Im Kreis Lippe engagieren sich zahlreiche Selbsthilfegruppen zu unterschiedlichen Krankheitsbildern, einige kooperieren mit dem Onkologischen Zentrum Lippe und den Organkrebszentren. Die Selbsthilfekontaktstelle im Kreis Lippe ist dabei zentrale Anlaufstelle und unterstützt sowohl Betroffene als auch die kooperierenden Einrichtungen.

„Das Klinikum Lippe ist ein verlässlicher Partner. Die systematische Umsetzung der Qualitätskriterien erleichtert die Zusammenarbeit enorm und verbessert die Sichtbarkeit der Selbsthilfe für Patientinnen und Patienten im gesamten Kreis Lippe“, ergänzt Silke Stegelmann, Selbsthilfekontaktstelle Kreis Lippe.

Die bundesweit festgelegten Qualitätskriterien der Selbsthilfefreundlichkeit wurden speziell für Krankenhäuser entwickelt und beschreiben zentrale Anforderungen für eine gute und nachhaltige Kooperation. Sie beschreiben unter anderem die Einbindung der Selbsthilfe in Informationsangebote des Krankenhauses, die Förderung des Austauschs zwischen Patientinnen und Patienten und Selbsthilfegruppen, die Bereitstellung verlässlicher Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie transparente Kommunikations- und Kooperationsstrukturen. Sie bieten eine klare Orientierung, wie eine dauerhafte und optimale Zusammenarbeit gestaltet werden kann.

Gruppenfoto

v.l.n.r.: Silke Stegelmann, Selbsthilfekontaktstelle Kreis Lippe, Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer Klinikum Lippe, Sabine Bornemeier, Selbsthilfebeauftragte Klinikum Lippe, Fikrete Schlottmann, Qualitätsmanagement Klinikum Lippe. (© Klinikum Lippe)

Ärztliche Direktoren an den Klinikstandorten Detmold und Lemgo gewählt

Die Chefärztinnen und Chefärzte des Klinikum Lippe haben ihre neuen ärztlichen Direktoren gewählt. Die Wahl stärkt die medizinische Leitung an den Klinikstandorten Detmold und Lemgo und setzt ein wichtiges Signal für die Weiterentwicklung der Patientenversorgung im Kreis Lippe.

Ärztliche Direktoren für den Standort Detmold

Für das Klinikum Lippe am Standort Detmold übernimmt weiterhin Univ.-Prof. Dr. Johannes J. Tebbe die Funktion des Ärztlichen Direktors. Zu seinem Stellvertreter wurde Univ.-Prof. Dr. Dr. Michel Eisenblätter gewählt. Beide bringen langjährige klinische Erfahrung und umfassende wissenschaftliche Expertise mit.

Führungsteam für den Standort Lemgo

Am Standort Lemgo wurde Prof. Dr. Christoph Friedrich zum neuen Ärztlichen Direktor gewählt. Sein Stellvertreter ist Univ.-Prof. Dr. Christoph Redecker. Das neue Leitungsteam steht für kontinuierliche Qualitätsentwicklung, moderne Medizin und eine starke akademische Ausrichtung im Rahmen des Universitätsklinikums OWL.

Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer, freut sich: „Die Wahl der Ärztlichen Direktoren trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung der medizinischen Qualität, zur Stärkung der interdisziplinären Zusammenarbeit und zur Verzahnung von Klinik und Wissenschaft bei. Für Patientinnen und Patienten bedeutet dies eine weiterhin hochwertige, verlässliche und moderne Versorgung an beiden Standorten.“

Auch Prof. Dr. Dorothee Bremerich, Medizinische Geschäftsführerin, gratuliert zur Wahl und betont: „Die ärztlichen Direktoren leisten einen zentralen Beitrag zur strategischen Weiterentwicklung unseres Hauses. Wir danken den Gewählten für ihre Bereitschaft, diese verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen, und freuen uns auf die gemeinsame Gestaltung der zukünftigen Medizin in Lippe.“

 

Gruppenbild

v.l.n.r.: Dr. Niklas Cruse, Univ.-Prof. Dr. Christoph Redecker, Univ.-Prof. Dr. Johannes J. Tebbe, Univ.-Prof. Dr. Dr. Michel Eisenblätter, Prof. Dr. Christoph Friedrich, Prof. Dr. Dorothee Bremerich

Erfolgreicher Abschluss des Lehrgangs „Leitung einer Station / eines Bereiches“

Am 23. Februar 2026 haben sieben Mitarbeitende des Klinikum Lippe den Lehrgang „Leitung einer Station / eines Bereiches“ erfolgreich abgeschlossen. Über einen Zeitraum von 15 Monaten vertieften sie ihre Kenntnisse in den Bereichen Führung, Organisation und Kommunikation und bereiteten sich intensiv auf zukünftige Leitungsaufgaben vor.
Zu den Absolventinnen und Absolventen gehören: Alexander Bär, Alina Baroke, Steffi Lilie, Arthur Nering, Tim Röwekamp, Melanie Schmuck und Lena Wattenberg.
Der Lehrgang vermittelt umfassende Inhalte zu Personalführung, Teammoderation, Qualitätsmanagement sowie rechtlichen Grundlagen im Gesundheitswesen. Ziel ist es, angehende Führungskräfte für die vielfältigen Anforderungen im klinischen Alltag zu qualifizieren.
Wir freuen uns, dass unsere Mitarbeitenden diese anspruchsvolle Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Gut ausgebildete Führungskräfte sind entscheidend für eine hochwertige Versorgung unserer Patientinnen und Patienten und stärken das gesamte Team.
Das Klinikum Lippe gratuliert allen Teilnehmenden herzlich zum Abschluss und wünscht ihnen für ihre zukünftigen Aufgaben viel Erfolg. Mit ihrem neuen Wissen und den erweiterten Kompetenzen tragen sie maßgeblich zur Weiterentwicklung der Bereiche bei, die sie künftig führen werden.
Eine Gruppe von Menschen

Die erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen des Lehrgangs „Leitung einer Station / eines Bereiches“ am Klinikum Lippe.

Fünf Mitarbeitende starten Weiterbildung in der Notfallmedizin

Fünf Mitarbeitende des Klinikums Lippe haben in dieser Woche ihre Weiterbildung zur Notärztin bzw. zum Notarzt begonnen. Ziel ist es, die Notfallversorgung in der Region weiter zu stärken und langfristig abzusichern. Die Qualifizierung findet an der Johanniter-Akademie Bremen/Niedersachsen in Hannover statt und kombiniert Online-Lerneinheiten mit praxisnahen Trainings vor Ort.

Aus der Pneumologie nehmen Mahmut Algerwi und Timo Reisewitz teil. Aus der Anästhesiologie starten Christiane Hildebrandt, Sven von Frantzki und Roy Bryson in die Weiterbildung. Die Teilnehmenden werden umfassend auf ihre zukünftigen Aufgaben im Notarztdienst vorbereitet – von der theoretischen Grundlage über Simulationstrainings bis hin zu realen Einsätzen im Rettungsdienst.
Die Weiterbildung erfolgt im Blended-Learning-Format. Dazu gehören Online-Theorie, praxisorientierte Übungen an der Johanniter-Akademie sowie eine enge Begleitung durch erfahrene Notärztinnen und Notärzte des Klinikums. Nach der Theoriephase folgt die praktische Ausbildung im Notarztdienst. Unter Supervision übernehmen die Teilnehmenden schrittweise die Einsatzführung, bis sie selbstständig arbeiten und später auch zukünftige Kolleginnen und Kollegen ausbilden können.
Mit der Qualifizierung weiterer Notärztinnen und Notärzte investiert das Klinikum Lippe gezielt in Qualität, Versorgungssicherheit und Zukunftsfähigkeit – zum Wohle der Patientinnen und Patienten in Lippe.
Eine Gruppe von Ärzten vor einem Rettungshelikopter.

Aus der Pneumologie sind Mahmut Algerwi (ganz links) und Timo Reisewitz (ganz rechts) dabei.
Aus der Anästhesiologie starten Christiane Hildebrandt, Sven von Frantzki und Roy Bryson (2. von links / 2. von rechts).

Am 16. Februar 2026 hat das Klinikum Lippe seine neue, hochmoderne Intensivstation erfolgreich in Betrieb genommen. Der Umzug der Patientinnen und Patienten…

Klinikum Lippe spendet über 100 Betten an Kinder in Not Lippe e.V.

Lieferung im Sommer in die Ukraine und nach Litauen

Verladung von Krankenhausbetten in einen LKW

Verladung eines Teils der Krankenhausbetten am Klinikstandort Lemgo (©Klinikum Lippe)

Das Klinikum Lippe hat mehr als 100 ausgemusterte, aber voll funktionsfähige Krankenhausbetten an den Verein Kinder in Not Lippe gespendet. Die Betten werden im Sommer an medizinische Einrichtungen in der Ukraine und in Litauen überführt.

Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse betont: „Mit dieser Spende leisten wir einen konkreten Beitrag für Kinder und medizinische Einrichtungen, die dringend Unterstützung benötigen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, funktionsfähige Ausstattung sinnvoll weiterzugeben an Einrichtungen, in denen sie einen großen Unterschied macht.“

60 der Betten werden nach Charkiw (Ukraine) transportiert. Weitere Betten gehen nach Litauen, um dort Einrichtungen zu unterstützen, die besonders auf Spenden angewiesen sind. Die Abholung und der Weitertransport erfolgen durch Jürgen Wattenberg und Georg Nowak sowie das ehrenamtliche Team des Vereins Kinder in Not Lippe. Der eingetragene Verein kooperiert bereits seit über 30 Jahren eng mit dem Klinikum Lippe und organisiert regelmäßig Hilfstransporte in besonders belastete Regionen Europas.

Weltkrebstag 2026: Telefonaktion des Onkologischen Zentrums Lippe

„Gemeinsam einzigartig“ für eine optimale Versorgung

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2026 beteiligt sich das Onkologische Zentrum Lippe mit einer besonderen Telefonaktion. Unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig“ stehen an diesem Tag ausgewiesene Expertinnen und Experten aus den zertifizierten onkologischen Zentren des Klinikums Lippe persönlich für Fragen von Bürgerinnen und Bürgern, Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen zur Verfügung.

Krebserkrankungen sind so individuell wie die Menschen, die betroffen sind. Entsprechend vielfältig sind auch die Fragen zu Diagnostik, Therapie, Nebenwirkungen, Vorsorge und Nachsorge. Mit der Telefonaktion möchte das Onkologische Zentrum Lippe niedrigschwellig informieren, Orientierung geben und zeigen, welche spezialisierten Versorgungsstrukturen am Klinikum Lippe für Betroffene bereitstehen.

Telefonaktion am Weltkrebstag – 04.02.2026 von 13:00 bis 16:00 Uhr
Telefonnummer Onkologisches Zentrum Lippe: 05231 72-2222

Folgende Expertinnen und Experten sind am Weltkrebstag telefonisch erreichbar:

  • Prof. Dr. Frank Hartmann
    Ärztlicher Leiter des Onkologischen Zentrums und des Zentrums für Hämatologische Neoplasien: Ansprechpartner für Leukämien, Lymphome und weitere Erkrankungen des blutbildenden Systems
  • Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner
    Ärztlicher Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums: Ansprechpartner für Krebserkrankungen von Darm, Magen, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse und weitere Tumore des Magen-Darm-Traktes
  • Dr. Stefan Nestoris
    Ärztlicher Leiter des Hautkrebszentrums: Ansprechpartner für Hautkrebs und andere maligne Erkrankungen der Haut
  • PD Dr. Jan Groetzner
    Ärztlicher Leiter des Lungenkrebszentrums: Ansprechpartner für Lungenkrebs und weitere Tumore des Thorax
  • Univ.-Prof. Dr. Karl-Dietrich Sievert
    Ärztlicher Leiter des Uroonkologischen Zentrums: Ansprechpartner für Prostata-, Blasen-, Nierenkrebs und weitere Tumore des Urogenitaltraktes
  • Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven
    Ärztliche Leiterin des Brustzentrums und des Gynäkologischen Krebszentrums: Ansprechpartnerin für Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs und weitere gynäkologische Tumore
  • Dr. Dr. Friedrich Stefan Lautenschläger
    Leitender Oberarzt der Strahlentherapie: Ansprechpartner für Fragen zur Strahlentherapie bei onkologischen Erkrankungen

Ergänzend steht die Krebsberatungsstelle Lippe für allgemeine Fragen, psychosoziale Unterstützung und weiterführende Beratung zur Verfügung: Telefon Krebsberatungsstelle Lippe 05231 62-7724.

Gute Krebsmedizin beginnt nicht erst mit der Therapie, sondern mit Aufklärung, Orientierung und persönlicher Begleitung. Mit dieser Aktion möchte das Klinikum Lippe gemeinsam mit der Krebsberatungsstelle Lippe medizinische Expertise anbieten und Mut machen, Fragen zu stellen, Unsicherheiten anzusprechen und sich frühzeitig zu informieren.

Univ.-Prof. Dr. René Staritzbichler übernimmt Professur für Physikalische und Digitale Labordiagnostik am Klinikum Lippe

Gruppenfoto

v.l.n.r.: Univ.-Prof. Dr. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL, Univ.-Prof. Dr. phil. nat. habil. René Staritzbichler, Universitäts-institut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und klinische Pathobiochemie am Universitäts-klinikum OWL Campus Klinikum Lippe, Prof. Dr. Angelika Epple, Rektorin der Universität Bielefeld, Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer Klinikum Lippe (©Universität Bielefeld / Norma Langohr)

Dr. phil. nat. habil. René Staritzbichler hat den Ruf der Universität Bielefeld auf die Professur für Physikalische und Digitale Labordiagnostik angenommen. Im November 2025 erhielt er die Berufungsurkunde aus den Händen der Rektorin der Universität Bielefeld, Prof. Dr. Angelika Epple.

Als W2-Professor wird Univ.-Prof. Staritzbichler künftig die Entwicklung innovativer Analyse- und Diagnostikverfahren zur Verbesserung der Patientenversorgung maßgeblich vorantreiben. Die modernen Verfahren der Labordiagnostik liefern heute unverzichtbare Informationen für Diagnosen, Therapieentscheidungen und Verlaufskontrollen. Gleichzeitig sind viele dieser Verfahren ressourcenintensiv und auf die gezielte Anforderung durch die behandelnden Ärztinnen und Ärzte angewiesen. Fehlende oder verzögerte Labordiagnostik kann jedoch den Behandlungserfolg gefährden.

Gemeinsam mit dem Direktor des Universitätsinstituts für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Klinische Pathobiochemie, Prof. Dr. Thorsten Kaiser, verfolgt Univ.-Prof. Staritzbichler das Ziel, durch die Kombination spektroskopischer Verfahren mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz künftig kostengünstig zahlreiche Biomarker gleichzeitig in einer einzigen Probe nachzuweisen. Damit soll eine noch schnellere, präzisere und zielgerichtete Diagnostik ermöglicht werden. Für diese innovative Methode wurde den beiden Wissenschaftlern bereits ein Patent erteilt; zudem erhielten sie den renommierten Jörg-Schwarzbich-Inventor-Award.

Nach seinem Physikstudium an der Universität Hamburg und der Promotion an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main arbeitete Univ.-Prof. Staritzbichler als Wissenschaftler an verschiedenen international renommierten Einrichtungen, darunter das Max-Planck-Institut für Biophysik, die Vanderbilt University sowie die BioNTech SE. Bevor er im Jahr 2023 an das Universitätsinstitut für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Klinische Pathobiochemie im Universitätsklinikum OWL am Campus Lippe wechselte, war Univ.-Prof. Staritzbichler am Institut für Medizinische Physik und Biophysik der Universität Leipzig tätig.

Mit der Berufung von Univ.-Prof. Staritzbichler stärkt das Klinikum Lippe gezielt den Bereich der digitalen und KI-gestützten Labordiagnostik und setzt einen weiteren wichtigen Impuls für die universitäre Spitzenmedizin in Ostwestfalen-Lippe.

„Heute ist der wichtigste Tag.“ – Wie Daniela Beverung den Krebs besiegte

Exzellente Zusammenarbeit im Lungenkrebszentrum Lippe-Weserbergland

„Ich wurde mitten aus dem Leben gerissen“, so beschreibt Daniela Beverung das Jahr 2025. Mit 61 Jahren, 44 Berufsjahren hinter sich und eigentlich voller Pläne für die Zukunft, beginnt für die erfahrene Narkoseschwester im Januar eine Reise, die sie sich nie hätte vorstellen können. Das ist die Geschichte von Daniela Beverung, die sich entschieden hat, nicht den Kopf in den Sand zu stecken – sondern jeden neuen Tag als Geschenk zu sehen und in die Medizin zu vertrauen. Eine Geschichte über eine starke Frau, moderne Spitzenmedizin und interdisziplinäre Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.

Gruppenbild

v.l.n.r.: Dr. med. Oleg Rubanov (Hämatologische und Onkologische Praxis in Hameln und Bad Pyrmont), Patientin Daniela Beverung, Priv.-Doz. Dr. med. Jan Groetzner (Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie am Klinikum Lippe und Leiter des Lungenkrebszentrums Lippe), Daniel Gehrig (Facharztpraxis für Lungenheilkunde in Hameln).
(©Klinikum Lippe / Mandy Lange)

Alles beginnt harmlos. Daniela Beverung nimmt rapide ab, denkt zunächst an die positiven Effekte des Intervallfastens, das sie seit einiger Zeit praktiziert. Doch der massive Gewichtsverlust bleibt. Anfang Januar 2025 geht sie deshalb zu ihrer Hausärztin. Damals hat sie auch Schmerzen in den Oberarmen und Oberschenkeln, aber die Blutwerte sind unauffällig. Vorsorglich ordnet die Ärztin eine Aufnahme der Lunge an und weitere Untersuchungen folgen. Mitte Januar steht die Diagnose fest: Lungenkrebs.

„Mit dem Satz „Es besteht bei Ihnen der Verdacht auf Lungenkrebs“ habe ich meine letzte Zigarette ausgemacht“, sagt Daniela Beverung heute. Rund 40 Jahre hat sie geraucht, aber ihr Wille zu leben ist stärker als die Nikotinsucht: „Es ging nicht mehr anders. Aufgeben war keine Option.“ Was folgt, ist ein medizinischer Marathon – koordiniert über Fachärztinnen und Fachärzte verschiedener Kliniken und Praxen hinweg, eng vernetzt und abgestimmt.

Durch die Lungenpraxis Hameln wird eine Lungenpunktion empfohlen. Auch in der Hämatologischen und Onkologischen Praxis von Dr. Oleg Rubanov in Hameln stellt Daniela Beverung sich vor. Es folgen PET-CT, CT von Lunge und Abdomen, Stanzbiopsien. Die Patientengeschichte der 61-Jährigen wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen.

Doch schon kommt der nächste Schock: Zwei Metastasen im Gehirn von Daniela Beverung werden im Rahmen der weiteren Untersuchungen entdeckt. Die Symptome dieser Geschwüre hatte Daniela Beverung bereits gespürt – Druck im Kopf, Benommenheit, Unsicherheit beim Gehen. Mitte Februar 2025 werden die Metastasen im Agaplesion Ev. Bathildiskrankenhaus Bad Pyrmont operativ entfernt. Eine Reha ist zunächst nicht möglich, denn direkt an den Krankenhausaufenthalt schließen sich Bestrahlung, Chemotherapie und Immuntherapie an, weil klar ist, dass auch der Lungenkrebs schnellstmöglich operiert werden soll.

„Es ging alles so schnell – und trotzdem Hand in Hand“, sagt Daniela Beverung rückblickend. Sie strickt gegen die Unruhe, versucht die Gedanken zu ordnen. Ihr Mann fährt sie zu jedem Termin. „Allein schafft man das nicht. Das Karussell im Kopf fährt immer weiter.“ Im August, im Urlaub auf Lanzarote, erleidet Daniela Beverung einen Krampfanfall. Wieder Krankenhaus. Wieder warten. Doch die onkologische Therapie wirkt. Der Lungentumor schrumpft.

Ende August stellt sie sich im Lungenkrebszentrum Lippe beim Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, Priv.-Doz. Dr. Jan Groetzner, in Lemgo vor. Groetzner erinnert sich: „Frau Beverung kam nach der erfolgreichen Entfernung einer Hirnmetastase und nach vorausgegangener System- und Immuntherapie zu uns nach Lemgo zur Operation des Lungentumors. Anfang September konnten wir den betroffenen Lungenlappen sowie Teile des Rippenfells minimalinvasiv und thorakoskopisch entfernen. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen, und bereits vier Tage nach der Operation konnte Frau Beverung auf eigenen Beinen nach Hause gehen.“

Mitte Oktober folgt die Reha: Ergometertraining, Atemtherapie, Gespräche mit anderen Betroffenen. Parallel läuft die Immuntherapie weiter. Alle drei Monate stehen nun Kontrolluntersuchungen an – MRT vom Kopf, CT von Lunge und Abdomen. Die Abstände werden bei unauffälligen Befunden mit der Zeit immer größer. Daniela Beverung blickt mit Sorge auf den Kontrolltermin Anfang Dezember und auch wenn sie zuversichtlich ist und alle operativen Eingriffe optimal verliefen, beginnt wieder eine Zeit des Wartens und Hoffens.

Heute sagt Daniela Beverung: „Aktuell bin ich offiziell krebsfrei. Meine erste Kontrolluntersuchung zeigte keine Auffälligkeiten. Ich habe auch keine großen Einschränkungen, aber das Jahr steckt mir noch in den Knochen.“ Noch einmal hat sie Gewicht verloren, noch ist sie nicht wieder ganz auf der Höhe. Arbeiten kann sie aktuell nicht. „Meine Kolleginnen und Kollegen fehlen mir unheimlich. Mit vielen habe ich 30 Jahre zusammengearbeitet. Ich besuche sie jetzt ab und zu – das tut mir gut.“

Was ihr Halt gibt, sind vor allem ihre Familie, die Freundinnen und ihre positive Einstellung. Und ein Satz, den sie von der Psychologin aus der Reha mitgenommen hat: „Die zwei unwichtigsten Tage im Jahr sind gestern und morgen. Heute ist der wichtigste Tag.“ Und genau dieses Heute genießt Daniela Beverung bewusster als früher. Sie macht Dinge für sich – an den guten Tagen. Sie träumt vom Urlaub, vom Feiern mit der Familie. „Ich habe 44 Jahre gearbeitet. Jetzt möchte ich leben. Vor ein paar Jahrzehnten hätte ich diese Diagnose wohl nicht überlebt. Heute ist die operative Medizin so weit. Ich habe immer daran geglaubt: Die helfen dir. Die können das.“

Die reibungslosen Abläufe zwischen verschiedenen Kliniken und Praxen, die Daniela Beverung in diesem Jahr erlebt hat, sind Teil des Konzeptes des Lungenkrebszentrums Lippe-Weserbergland. Interdisziplinär, sektorenübergreifend und über die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hinweg arbeiten das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Lungenkrebszentrum Lippe in Lemgo, die Hämatologische und onkologische Praxis Dr. Rubanov und Prof. Dr. Schmidt in Hameln, die Facharztpraxis für Lungenheilkunde in Hameln und die AGAPLESION Krankenhäuser in Bad Pyrmont und Schaumburg eng zusammen. Zur Kooperation gehören ebenfalls die Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie und Radioonkologie am Sana-Klinikum Hameln-Pyrmont sowie das Radiologiezentrum Hameln. Außerdem auch alle Kooperationspartner des Lungenkrebszentrums Lippe.

Ein fester Bestandteil des Lungenkrebszentrums Lippe ist auch das etablierte Lungenkrebsscreening des Universitätsinstituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Mithilfe moderner, schonender CT-Untersuchungen und der Auswertung durch speziell qualifizierte Radiologinnen und Radiologen – unterstützt durch KI-gestützte Analyseverfahren – können Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und bei Bedarf zeitnah weiter abgeklärt werden. Das Screening ergänzt die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Lungenkrebszentrum und trägt wesentlich zur frühzeitigen Diagnostik und optimalen Versorgung von Patientinnen und Patienten bei.

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