Ein Ort für Glauben, Ruhe und Würde

Klinikum Lippe eröffnet muslimische Gebetsräume

Das Klinikum Lippe hat an seinen Standorten Detmold und Lemgo muslimische Gebetsräume eröffnet. Patientinnen und Patienten, Angehörige und Besucher haben damit künftig die Möglichkeit, ihren Glauben auch während eines Krankenhausaufenthaltes zu leben – in Ruhe, mit Würde und nach ihren religiösen Regeln. Auch den Mitarbeitenden des Klinikums stehen die Räume offen. Sie ergänzen die seit langem bestehenden Gebets- und Andachtsräume für Menschen christlichen Glaubens.

Feierliche Eröffnung der muslimischen Gebetsräume in Detmold am 13.07.2026.

„Diese Räume sind ein sichtbares Zeichen dafür, wie wir im Klinikum Lippe miteinander arbeiten und Menschen empfangen möchten: respektvoll, offen und gemeinsam“, betont Dr. Niklas Cruse, kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe, bei der feierlichen Eröffnung am 13. Juli 2026, zu der Gäste aus den muslimischen Gemeinden der Region, Vertreter der Städte und des Kreises sowie Mitarbeitende des Klinikums gekommen waren. Ihm ist wichtig: „Als kultursensibles Krankenhaus ist es unser Anspruch, für alle Menschen da zu sein, unabhängig von Herkunft, Kultur oder Glauben. Gerade im Krankenhaus wissen wir, um den Wert von Halt und Orientierung, besonders in schwierigen Lebenssituationen.“

Pflegedirektor Andreas Zeisberg ergänzt: „Die Gebetsräume sind in enger Zusammenarbeit mit den muslimischen Gemeinden aus Detmold und Lemgo entstanden. Die Abstimmung war von großer Offenheit und gegenseitiger Wertschätzung geprägt. An beiden Standorten wurden zudem zentrale Bereiche für rituelle Waschungen eingerichtet.“

Feierliche Eröffnung der muslimischen Gebetsräume in Lemgo am 13.07.2026.

Die muslimischen Gebetsräume sind ausgeschildert und befinden sich in Detmold in der ersten Etage des Bettenhauses und in Lemgo im Untergeschoss. Begleitet wurde die Raumgestaltung auch von den Beauftragten für Kultursensibilität am Klinikum Lippe: Coskun Aslan am Standort Detmold und Abdou Mohamad Saleh am Standort Lemgo. Sie stehen als Ansprechpartner zur Verfügung und tragen dazu bei, kulturelle Vielfalt im Klinikalltag bewusst zu gestalten und erlebbar zu machen.

Bundestag beschließt GKV-Spargesetz

Dramatische Auswirkungen auch auf die Krankenhäuser in OWL

Politisch Verantwortliche sollen Finanzierungsstopp für Tariferhöhungen erklären 

14.07.2026. Die Beschäftigten in den nordrhein-westfälischen Krankenhäusern gewährleisten tagtäglich die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Das haben sie nicht zuletzt während der zurückliegenden Hitzewelle eindrucksvoll bewiesen. Nun jedoch hat der Bundestag mit den Stimmen der Abgeordneten aus den Regierungsfraktionen von Union und SPD, auch aus Nordrhein-Westfalen, mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz beschlossen, dass ihre mehr als verdienten Tariferhöhungen schon in diesem Jahr nicht mehr vollständig refinanziert werden sollen. Stattdessen sieht das im Gesundheitswesen allgemein bezeichnete GKV-Spargesetz einen allgemeinen Kostendeckel vor, der die Krankenhäuser von der realen Kostensteigerung abkoppelt und ihre wirtschaftliche Basis weiter schwächt.  Zusammen mit dem Wegfall des befristeten Inflationsausgleichs mutet der Bund den Kliniken im kommenden Jahr acht Prozent Erlösverlust zu.

„Das verschärft das wirtschaftliche Defizit der Krankenhäuser enorm. Neue Deckungslücken durch das GKV-Spargesetz können wir nicht einfach überbrücken. Es ist darum nicht nachvollziehbar, dass die den Mitarbeitenden zustehenden Tariferhöhungen nicht mehr vollständig finanziert werden“, sagen die Geschäftsführungen der Krankenhäuser in OWL, zu denen das Klinikum Bielefeld, das EvKB – Evangelisches Klinikum Bethel, die Katholische Hospitalvereinigung Ostwestfalen, das Klinikum Gütersloh und das Klinikum Lippe zählen. Gemeinsam versorgen die fünf Träger rund fünf Prozent aller Krankenhauspatientinnen und -patienten in Nordrhein-Westfalen.

„Wir können das unseren Beschäftigten nicht erklären und sehen die politischen Entscheidungsträger in der Pflicht, dass sie es den Betroffenen erläutern. Konkret: Wie erklären Sie den Mitarbeitenden unserer Krankenhäuser, dass Sie ihnen die Tarifsteigerung nicht mehr voll zugestehen, aber zuvor ein Tariftreuegesetz auf den Weg bringen? Wie nehmen Sie den Mitarbeitenden unserer Krankenhäuser die Sorge um ihren Arbeitsplatz, wenn das von Ihnen verabschiedete GKV-Spargesetz einen Erlösausfall von acht Prozent verursacht und harte Einschnitte erzwingt? Und nicht zuletzt: Wie erklären Sie den Patientinnen und Patienten, wenn als Folge Ihres Gesetzbeschlusses Leistungen abgebaut oder Abteilungen geschlossen werden?“

Besonders deutlich wird die angespannte Lage nach Ansicht der Geschäftsführungen bei der Lohnentwicklung: Die Krankenhäuser in OWL setzen sich dafür ein, die Ergebnisse der Tarifrunden in einer Vergütung abzubilden, die der hohen Verantwortung und Leistung ihrer Mitarbeitenden gerecht wird und ihre Attraktivität als Arbeitgeber stärkt.

Gleichzeitig fordert die Politik höhere Löhne im Gesundheitswesen, entzieht mit dem GKV-Spargesetz aber genau diese Tarifsteigerungen der verlässlichen Refinanzierung. Die wachsende Differenz zwischen Personalkosten und Erlösen zwingt die Kliniken zu Einsparungen und verschärft damit den Fachkräftemangel – gerade auch in Ostwestfalen-Lippe.

Niemand dürfe glauben, dass bei einem solchen Spardruck die Gesundheitsversorgung uneingeschränkt erhalten bleibe.

Die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) als trägerübergreifende Interessenvertretung befürchtet, dass der enorme Spardruck dazu führt, dass zuerst defizitäre Abteilungen geschlossen werden. Das könnte auf ganz NRW bezogen insbesondere die Geburtshilfe, die Pädiatrie und die Palliativmedizin treffen. Die deutschen Krankenhäuser verlieren durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz allein 2027 rund 4,6 Milliarden Euro. Hinzu kommt der Verlust von vier Milliarden Euro Inflationsausgleich aus den Vorjahren, der den Kliniken statt dauerhaft nur für ein Jahr gewährt worden ist.

Sicherheit, die man nicht sieht, aber auf die sich alle verlassen

Klinikum Lippe erhält Zertifikat nach DIN EN ISO/IEC 27001:2024 für Informationssicherheit

13.07.2026. Wenn Informationssicherheit im Krankenhaus funktioniert, merkt niemand, wie viel Arbeit dahintersteckt: Patientendaten sind sekundenschnell verfügbar, medizinische Geräte kommunizieren zuverlässig miteinander und sensible Informationen bleiben dennoch geschützt.
Damit das so bleibt, hat das Klinikum Lippe sein Managementsystem für Informationssicherheit jetzt nach der internationalen Norm DIN EN ISO/IEC 27001:2024 zertifizieren lassen. Laut einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und des Deutschen Krankenhausinstitutes waren im Jahr 2025 weniger als sechs Prozent der Häuser nach dieser Norm zertifiziert. Somit gehört das Klinikum Lippe beim Thema Informationssicherheit zur Spitzengruppe der deutschen Krankenhäuser.

v.l.: Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse und Informationssicherheitsbeauftragter Stefan Rehme freuen sich über die Zertifizierung.

„Informationssicherheit ist längst keine reine IT-Aufgabe mehr. Wir sehen sie als Teil unserer Verantwortung gegenüber unseren Patientinnen und Patienten, denn sie ist in der heutigen Zeit ebenso wichtig wie eine gute medizinische und pflegerische Versorgung nach den neuesten Leitlinien und Standards oder die menschliche Zuwendung“, sagt Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe. „Mit der Zertifizierung machen wir sichtbar, was täglich im Hintergrund in Punkto Informationssicherheit geleistet wird. Unser Krankenhaus wird durch eine solche Zertifizierung besser – in der betrieblichen Kontinuität, im Datenschutz und letztlich in der Versorgungssicherheit für die Menschen in Lippe.“

Informationssicherheit im Krankenhaus ruht auf mehreren Säulen. Das Klinikum Lippe zählt bereits seit 2017 zur Kritischen Infrastruktur (KRITIS). Damals aufgrund seiner Größe, heute sind alle Krankenhäuser als kritische Infrastruktur eingestuft. Als KRITIS-Einrichtung muss das Klinikum regelmäßig nachweisen, dass es die gesetzlichen Anforderungen an die Informationssicherheit erfüllt. Das erste dieser Audits fand 2019 statt. Geprüft werden die Vorgaben durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Anhand eines umfangreichen Kataloges wird genau erhoben, ob Krankenhäuser informationssicher arbeiten. Werden gefundene Mängel nicht abgestellt, droht ein Bußgeld.

Ansprechpartner für das BSI ist der Informationssicherheitsbeauftragte des Klinikums, Stefan Rehme, der diese Aufgabe seit 2018 wahrnimmt. Er sagt: “Wir erfüllen die gesetzlichen Vorgaben und haben nun mit der erfolgreichen Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 27001:2024 auch noch die Kür bewältigt.” Die Zertifizierung ist freiwillig und nimmt gezielt das Managementsystem für Informationssicherheit in den Blick. Das bedeutet: Das Klinikum legt selbst seine Sicherheitsziele fest und verbessert sich in einem fortlaufenden Kreislauf aus Planen, Umsetzen, Überprüfen und Nachsteuern. Stefan Rehmes Grundsatz dabei ist so einfach, wie wirkungsvoll: „Schreiben Sie auf, was Sie tun und tun Sie, was Sie aufgeschrieben haben.“ Die Einhaltung der Standards wird in jährlichen Überwachungsaudits und alle drei Jahre im Rahmen einer Rezertifizierung geprüft.

Dass die Zertifizierung so schnell angestrebt wurde, hat einen ernsten Hintergrund. Ende 2022 war das Klinikum Ziel eines Cyberangriffs, der dem BSI gemeldet wurde. „Eine der Lehren aus diesem Vorfall war die Zertifizierung anzustreben, um systematisch potenzielle Sicherheitslücken zu identifizieren und zu schließen“, erinnert sich Rehme. 2023 fiel die Entscheidung der Geschäftsführung für das Zertifizierungs-verfahren. Nach einer externen Analyse begann im Sommer 2023 die intensive Vorbereitung auf die Zertifizierung.

Krankenhäuser stehen bei allen Sicherheitsthemen vor einer besonderen Herausforderung: Anders als viele Wirtschaftsunternehmen mit strengen Einlasskontrollen sind sie bewusst offen gestaltet. Jeder Patient oder Besucher kann und soll ohne Barrieren hineinkommen. Gleichzeitig müssen hochsensible Patientendaten geschützt werden. „Für die Behandlung müssen Patientendaten jederzeit verfügbar sein, aber parallel muss die Vertraulichkeit gewahrt bleiben. Der Schutz der Daten erfolgt auf mehreren Ebenen, stets nach dem Minimalprinzip. So wird der Zugriff auf Daten nur eingerichtet, wenn das für die Erfüllung der eigenen Aufgaben notwendig ist“, erläutert Dr. Jochen Dresselhaus, IT-Leiter des Klinikums Lippe.

Informationssicherheit umfasst im Krankenhaus aber weit mehr als Computer: Sie betrifft digitale, analoge und verbale Informationen – vom Patientendatensatz über das ausgedruckte Dokument bis zum Gespräch auf dem Flur. Und sie reicht über die IT hinaus in Bereiche wie Personalmanagement, Einkauf, technische Infrastruktur und Versorgungstechnik. Auch Partnerunternehmen werden einbezogen: Bei neuen Verträgen wird Informationssicherheit heute standardmäßig mit abgefragt.

Das Klinikum Lippe setzt auch auf regelmäßige Online-Schulungen zur Informationssicherheit für alle Mitarbeitenden sowie auf einen Kulturwandel, der laut Stefan Rehme bereits spürbar ist: “Wurden Maßnahmen der Informationssicherheit im Jahr 2019 noch kritisch beäugt, gehört das Thema heute selbstverständlich zu jeder Mitarbeiterbegrüßung dazu. Am Ende schützt uns kein System und keine Software so gut wie aufmerksame Kolleginnen und Kollegen. Auch in Zeiten von KI und Digitalisierung sind sensible Mitarbeitende die beste Firewall.“

Fachlicher Austausch in Detmold auf hohem Niveau

Zweites Onkologisches Pflegesymposium des UK OWL gut besucht

Das Onkologische Pflegesymposium ist eine Initiative der drei Krankenhäuser des Universitätsklinikums OWL der Universität Bielefeld: des Klinikums Lippe, des Klinikums Bielefeld und des Evangelischen Klinikums Bielefeld Bethel. Nach dem erfolgreichen Auftakt im November 2025 in Bielefeld wurde die Reihe nun am 3. Juli 2026 in Detmold fortgesetzt. Ziel ist es, den fachlichen Austausch onkologischer Pflegekräfte zu fördern und die Vernetzung über die einzelnen Standorte hinaus zu stärken.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe, und Univ.-Prof. Dr. Christine Dierks, Direktorin der Universitätsklinik für Hämatologie und Onkologie am Klinikum Lippe.

Wie hoch spezialisiert die onkologische Pflege heute ist, machte das darauffolgende Programm eindrucksvoll deutlich: Von der Stomatherapie über das Management chemotherapie-induzierter Neuropathien, die Wundversorgung von Tumoren im palliativen Setting und die Ernährung in der Sterbephase bis hin zu den Grundlagen der Zytostatikatherapie, der Hautpflege in der Strahlentherapie und der Pflege im Umfeld robotischer Chirurgie reichte das Themenspektrum. Die Vorträge wurden von onkologischen Fachpflegekräften, Wundexpertinnen und -experten sowie Fachtherapeutinnen aller drei Häuser gestaltet. Alles gemäß dem Motto: Pflegende berichten für Pflegende aus ihrer täglichen Praxis. Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, welche die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einmal zum Austausch nutzten.

„Ich freue mich, dass wir heute über 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort und weitere online erreichen konnten. Die onkologische Pflege ist längst ein hochspezialisiertes Berufsfeld mit eigener Expertise. Genau dieses Fachwissen sichtbar zu machen und den kollegialen Austausch zu fördern, ist das Anliegen dieser Veranstaltungsreihe“, betonte Sascha Hetmeier, Pflegedienstleitung am Klinikum Lippe. Er organisierte und moderierte den Fachtag gemeinsam mit Dorothea Baus (EvKB) und Nele Schwier (Klinikum Bielefeld).

Organisatoren, Referenten und Gastgeber des 2. Onkologischen Pflegesymposiums des UK OWL freuten sich über eine gelungene Veranstaltung. (Foto: © Klinikum Lippe, Mandy Lange)

Lachen als Medizin: Detmolder Lions Clubs unterstützen Clownsvisiten in der Kinderklinik

Gute Nachrichten für die kleinen Patientinnen und Patienten der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Lippe: Eine Spende der Lions Clubs ermöglicht die Besuche der Klinikclowns von Dr. Clown e.V. in der Kinderklinik Detmold.

v.l.n.r.: Dr. Niklas Cruse, Prof. Dr. Christian Klemann, Mickel Biere, Karlotta (Katja Kemnade), Eugen Unruh, Meinolf Haase, Michael Nelges, Christian Ritterbach

Am 1. Juli 2026 übergaben Mickel Biere, Präsident des Lions Club Detmold, und Eugen Unruh, Präsident des Lions Club Detmold-Residenz, einen Spendenscheck in Höhe von 5.000 Euro. Die Spendensumme stammt aus den Erlösen der Benefiz-Veranstaltung „Rhythm ’n‘ Blues Revue“, die im März 2026 in der Stadthalle Detmold stattfand.

Karlotta, die eigentlich Katja Kemnade heißt, freut sich über die Spende und berichtet: „Die Dr. Clown-Visiten finden in der Kinderklinik in Detmold schon seit über 20 Jahren statt. Das Klinikum Lippe war also von Beginn an eine feste Station des Dr. Clown e.V.“, der seit 2002 Lachen und Lebensfreude in Kinderkliniken, Senioren und Pflegeeinrichtungen bringt.

Bei ihren regelmäßigen Besuchen bringen die speziell ausgebildeten Clowns Leichtigkeit ans Krankenbett. Was auf den ersten Blick nach Spaß und Quatsch aussieht, hat einen ernsten Hintergrund: Humor und positive Zuwendung lindern Ängste und lösen Anspannung. Karlotta und das Dr. Clown-Team helfen den Kindern, belastende Situationen besser zu bewältigen.

„Was Klinikclowns leisten, ist weit mehr als Unterhaltung. Sie bauen Beziehung auf, nehmen Angst aus Situationen und schenken Kindern und Eltern Momente, in denen die Erkrankung nicht im Vordergrund steht. Das ist für eine Kinderklinik sehr wertvoll“, sagt Prof. Dr. Christian Klemann, Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Lippe.

Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe, dankte den beiden Lions Clubs für ihr Engagement: „Diese Spende zeigt, wie stark die Menschen in der Region hinter ihrer Kinderklinik stehen. Dafür sagen wir von Herzen Danke.“

Finanziert werden die Clownsvisiten am Klinikum Lippe über die Gesundheitsstiftung Lippe. „Die Clownsbesuche gehören zu den Projekten, die uns besonders am Herzen liegen, weil ihre Wirkung unmittelbar sichtbar ist – in den Gesichtern der Kinder“, sagt Christian Ritterbach, Geschäftsführer der Gesundheitsstiftung Lippe. „Damit die Clowns auch in Zukunft regelmäßig in die Kinderklinik kommen können, sind wir auf Unterstützung angewiesen. Jede Spende, ob groß oder klein, hilft dabei.“

Wer die Clownsvisiten am Klinikum Lippe unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende an die Gesundheitsstiftung Lippe tun.

Zwei zentrale Kliniken am Klinikum Lippe unter neuer Leitung
Prof. Dr. Christian Klemann übernimmt die Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Felix Lorang die Zentrale Notaufnahme

Das Klinikum Lippe verstärkt ab 1. Juli 2026 seine Spitzenmedizin gleich in zwei zentralen Bereichen: Mit Univ.-Prof. Dr. Christian Klemann und Dr. Felix Lorang konnten zwei ausgewiesene Fachärzte für die Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin sowie der Zentralen Notaufnahme gewonnen werden. Beide bringen umfangreiche klinische Erfahrung aus universitären Einrichtungen mit.

v.l.n.r.: Dr. Felix Lorang, Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse und Prof. Dr. Christian Klemann (©Klinikum Lippe, Christian Ritterbach)

Prof. Dr. med. Christian Klemann übernimmt zum 1. Juli 2026 die Leitung der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikstandort Detmold. Er wechselt in Teilzeit vom Universitätsklinikum Leipzig an das Klinikum Lippe und wird beide Aufgaben zunächst parallel wahrnehmen. Am Universitätsklinikum Leipzig ist er Leiter der Pädiatrischen Immunologie, Kinderrheumatologie und Infektiologie sowie Inhaber einer W2-Professur für Pädiatrische Immunologie, Kinderrheumatologie und Infektiologie.

Der 43-Jährige studierte und promovierte an der Medizinischen Hochschule Hannover und habilitierte sich dort 2021. Über seine universitäre immunologische Expertise hinaus verfügt Prof. Klemann über langjährige Erfahrung in der pädiatrischen Akut- und Notfallversorgung und leitete zuletzt die Kindernotaufnahme am Universitätsklinikum Leipzig.

Außergewöhnlich ist sein breites Spektrum an Zusatzqualifikationen, darunter die Zusatzbezeichnungen Kinderpneumologie, Allergologie, Immunologie und Kinder-Rheumatologie sowie die Zertifizierung als Fachimmunologe der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. Seine fachlichen Schwerpunkte liegen in der Immunologie, der Rheumatologie und der Infektiologie des Kindes- und Jugendalters; Bereiche, in denen er auch wissenschaftlich und in mehreren Fachgesellschaften aktiv ist. Ein besonderes Anliegen ist ihm, gemeinsam mit Dr. Felix Lorang die breite kinder- und jugendmedizinische sowie die Akutversorgung im Kreis Lippe weiter zu modernisieren und auszubauen. Perspektivisch sollen darüber hinaus spezialisierte Versorgungsangebote für Kinder und Jugendliche in der Region etabliert werden.

Die Leitung der Zentralen Notaufnahme mit Standorten in Detmold und Lemgo übernimmt Dr. med. Felix Lorang, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie mit den Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin sowie Klinische Akut- und Notfallmedizin. Er kommt vom SRH Zentralklinikum Suhl, wo er das Notfallzentrum als Ärztlicher Leiter verantwortete, und war zuvor Chefarzt des Notfallzentrums am HELIOS Klinikum Erfurt.

Der 51-Jährige verfügt über langjährige Leitungserfahrung in der Akut- und Notfallversorgung an Universitätskliniken in Jena und Leipzig sowie über umfangreiche Erfahrung als Notarzt und Leitender Notarzt, unter anderem im Luftrettungsdienst. Einen fachlichen Schwerpunkt bildet die Notfallsonographie. Als Kursdirektor der entsprechenden Arbeitsgruppe der Deutschen Gesellschaft Interdisziplinäre Notfall- und Akutmedizin (DGINA) ist er bundesweit in der ärztlichen Fort- und Weiterbildung engagiert. Darüber hinaus wirkt er in den wissenschaftlichen Gremien der European Society of Emergency Medicine mit.

„Mit Prof. Dr. Klemann und Dr. Lorang gewinnen wir zwei hervorragend qualifizierte Mediziner, die unsere Versorgungsangebote nachhaltig stärken“, sagt Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe. „Dass wir Persönlichkeiten mit dieser Vita für unser Haus gewinnen können, zeigt die Attraktivität des Klinikums Lippe als modernes Schwerpunktkrankenhaus und verlässlicher Arbeitgeber in der Region. Sowohl die Kinderklinik als auch die Notaufnahmen in Detmold und Lemgo sind für die wohnortnahe Versorgung der Menschen in Lippe von großer Bedeutung. “

Univ.-Prof. Dr. Johannes Tebbe, Ärztlicher Direktor des Klinikstandortes Detmold, ergänzt: „Die beiden neuen Kollegen verbindet ein gemeinsames Tätigkeitsfeld: Mit der langjährigen Erfahrung von Prof. Dr. Klemann in der Kindernotaufnahme und der ausgewiesenen Expertise von Dr. Lorang in der Akut- und Notfallmedizin stärken wir die Notfallversorgung im Kreis Lippe als Ganzes. Davon profitieren unsere Patientinnen und Patienten ebenso wie die Aus- und Weiterbildung unserer jungen Kolleginnen und Kollegen.“

Brustzentrum Lippe erneut von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zertifiziert

ÄKZert bescheinigt dem Zentrum an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums Lippe außerordentlich hohe Qualität, eine beeindruckende Fallzahlsteigerung und universitäres Niveau.

Das Brustzentrum Lippe in Detmold wurde erneut erfolgreich rezertifiziert. Die Zertifizierungsstelle der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKZert) bestätigte im Rahmen einer Auditierung, dass das Zentrum die strengen Kriterien des Anforderungskatalogs für anerkannte Brustzentren des Landes Nordrhein-Westfalen erfüllt. Das Zertifikat ist bis zum 4. Mai 2029 gültig; die Einhaltung der Qualitätsstandards wird während der gesamten Laufzeit fortlaufend überwacht. Bereits seit der Erstzertifizierung im Jahr 2005 stellt sich das Brustzentrum regelmäßig dieser unabhängigen Prüfung.

Brustkrebs ist mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung der Frau in Deutschland. Als Teil der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und des Onkologischen Zentrums Lippe bündelt das Brustzentrum Lippe die Kompetenzen der beteiligten Fachabteilungen standortübergreifend. Patientinnen erhalten so eine leitliniengerechte, personalisierte Behandlung, die in einer wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz abgestimmt wird – von der Diagnostik über die operative Therapie bis hin zu Strahlentherapie, medikamentöser Behandlung und genetischer Beratung.

Speziell ausgebildete Breast Care Nurses begleiten die Patientinnen über den gesamten Behandlungsweg. Als Teil des Universitätsklinikums Ostwestfalen-Lippe (UK OWL) verbindet das Brustzentrum Lippe Zentrum die wohnortnahe Versorgung in der Region mit universitärer Medizin und der aktiven Beteiligung an klinischen Studien.

Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven, Direktorin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leiterin des Brustzentrums Lippe, freut sich über das Ergebnis: „Die Auditorinnen haben unserem Zentrum eine außerordentlich hohe Qualität, eine beeindruckende Fallzahlsteigerung sowie ein universitäres Niveau bescheinigt. Ein solcher Erfolg entsteht niemals durch einzelne Personen – er ist das Ergebnis eines gemeinsamen, täglichen Engagements vieler Menschen, die mit Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Menschlichkeit und großem Einsatz zusammenarbeiten. Die Rückmeldung bestätigt nicht nur unsere fachliche Qualität, sondern auch die Stärke unseres Teams und unsere gemeinsame Haltung gegenüber unseren Patientinnen. Deshalb gilt mein großer Dank dem gesamten Team.“

Auch die Geschäftsführung sieht die erneute Zertifizierung als wichtiges Signal. „Die Rezertifizierung ist eine Auszeichnung für unsere Patientinnen, für die Region und für die Universitätsmedizin in Ostwestfalen-Lippe“, betont Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikum Lippe. „Sie belegt, dass onkologische Spitzenversorgung auf universitärem Niveau bei uns wohnortnah verfügbar ist. Hinter diesem Ergebnis steht die Arbeit eines hoch engagierten Teams, das diese Qualität Tag für Tag sichert. Dafür möchte auch ich allen Beteiligten ausdrücklich danken – und sie zugleich darin bestärken, diesen erfolgreichen Weg gemeinsam weiterzugehen.“

Über die erneute Zertifizierung des Brustzentrums Lippe freuen sich (v.l.n.r.): Die Breast Care Nurses Simone Sasse und Claudia Kaufmann, Qualitätsmanagementbeauftragte Sabine Bornemeier, Zentrumskoordinatorin und leitende Oberärztin Dr. Nina Pauly, Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse und Klinikdirektorin Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven (Foto © Klinikum Lippe I Mandy Lange)

GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Krankenhäuser in OWL diskutieren mit der Politik

Gemeinsame Presseinformation des Klinikums Bielefeld, des Evangelischen Klinikums Bethel, des Klinikums Lippe, der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen und des Klinikums Gütersloh
In einem Hintergrundgespräch zu geplanten Kürzungen im Krankenhausbereich haben sich die Geschäftsführungen der großen Krankenhausträger in Ostwestfalen-Lippe intensiv mit Vertretern der Politik über die gravierenden Auswirkungen der aktuellen Sparvorschläge für die Krankenhauslandschaft der Region ausgetauscht.

Vertreterinnen und Vertreter der großen Krankenhausträger in Ostwestfalen-Lippe haben mit rund 30 Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus der Kommunalpolitik über die Auswirkungen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf die Krankenhausversorgung gesprochen. Das Gespräch fand im Betheler Krankenhaus Mara in Bielefeld statt. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlichen Folgen der vorgesehenen Einsparungen und die gravierenden Risiken für die qualitativ hochwertige wohnortnahe Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, die daraus resultieren könnten.

An dem Austausch beteiligten sich die Geschäftsführungen des Klinikums Bielefeld, des Evangelischen Klinikums Bethel, des Klinikums Gütersloh, der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen sowie des Klinikums Lippe. Gemeinsam versorgen die fünf Träger rund fünf Prozent aller Krankenhauspatientinnen und -patienten in Nordrhein-Westfalen.

Die Krankenhäuser haben in dem Gespräch die wirtschaftliche Situation der Kliniken anhand konkreter Zahlen dargestellt. Allein der Wegfall des Rechnungszuschlags wird die beteiligten Häuser ab dem Jahr 2027 mit rund 46 Millionen Euro belasten. Sollte das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz in seiner aktuellen Form umgesetzt werden, kämen weitere Einschnitte von mehr als 61 Millionen Euro hinzu. Insgesamt würden den fünf Trägern somit jährlich mehr als 107 Millionen Euro an Einnahmen bei gleicher Leistungsmenge fehlen.

„Die Krankenhäuser stehen zu notwendigen Reformen und unterstützen das Ziel, die gesetzliche Krankenversicherung langfristig zu stabilisieren. Gleichzeitig müssen Reformen so ausgestaltet werden, dass die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort nicht gefährdet wird“, betonten die Krankenhausvertreter im Gespräch.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Sicherung einer leistungsfähigen Krankenhauslandschaft eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von hoher Relevanz ist. Die Krankenhäuser begrüßten die Bereitschaft der anwesenden Bundes- und Landespolitiker und der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die dargestellten Herausforderungen ernst zu nehmen und in die weiteren politischen Beratungen einzubringen.

Bereits am Freitag haben die Krankenhäuser in einer gemeinsamen Protestaktion symbolisch ihre Krankenhaus-Eingänge geschlossen, um Patientinnen und Patienten auf die erforderlichen Korrekturen der Sparvorhaben aufmerksam zu machen.

Der sehr konstruktive Austausch zwischen den Vertretern der Krankenhäuser und den politischen Gesprächspartnern war dabei von hoher Wertschätzung der in den Krankenhäusern geleisteten Arbeit geprägt. Alle Anwesenden bekräftigten ihren Willen, den Dialog fortzusetzen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu entwickeln. „Krankenhäuser sind zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge. Wir sichern die Versorgung der Menschen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Deshalb brauchen wir wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die eine qualitativ hochwertige Versorgung auch künftig ermöglichen“, lautete die gemeinsame Botschaft der beteiligten Träger.

In einem Hintergrundgespräch zu geplanten Kürzungen im Krankenhausbereich haben sich die Geschäftsführungen der großen Krankenhausträger in Ostwestfalen-Lippe intensiv mit Bürgermeistern, Bundes- und Landtagsabgeordneten im Krankenhaus Mara in Bethel ausgetauscht.
Foto: Mario Haase

„Ich mache alles – nur keine OP“

Nach der Diagnose Speiseröhrenkrebs entschied sich Wolfgang Benning bewusst gegen eine Operation. An der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum OWL, Campus Klinikum Lippe, fand der 71-Jährige aus Wesel mit der ESORES-Studie einen alternativen Behandlungsweg – und neue Hoffnung.

v.l.n.r.: Dr. Fabian Nimczewski, Patient Wolfgang Benning und Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner (©Klinikum Lippe / Mandy Lange)

Als Wolfgang Benning im August 2025 einen Untersuchungstermin bei seinem Hausarzt vereinbart, fühlt er sich eigentlich gesund. Keine Schmerzen, keine Schluckbeschwerden, kein Gewichtsverlust. Und doch drängt ihn die Angst zum Termin. Zuvor war in seiner Familie Speiseröhrenkrebs diagnostiziert worden – eine Erfahrung, die ihn schließlich selbst zur Untersuchung bewegte. „Ich wollte einfach Gewissheit“, erinnert sich der 71-Jährige aus Wesel.

Die Untersuchung bringt genau die Diagnose, die er befürchtet hatte: Auch bei ihm wird ein Ösophaguskarzinom festgestellt – Speiseröhrenkrebs. Eine Erkrankung, die häufig erst spät erkannt wird, weil Symptome wie Schluckstörungen oder Gewichtsverlust oft erst in fortgeschrittenen Stadien auftreten. Für Wolfgang Benning ist die Diagnose ein Schock. Vor allem, weil er den Krankheitsverlauf seines Bruders hautnah miterlebt hat. Dieser hatte sich für die klassische Behandlung aus Chemotherapie, Operation und anschließender weiterer Therapie entschieden, verstarb aber wenige Wochen nach der OP. Deshalb stand für ihn fest: „Diese Operation möchte ich nicht.“

Die Suche nach einer anderen Behandlungsmöglichkeit führt ihn schließlich ins Internet – und von dort an die Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum OWL, Campus Klinikum Lippe. Hier stößt er auf Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner und auf die sogenannte ESORES-Studie. Diese klinische Studie beschäftigt sich mit einer zentralen Frage moderner Krebsmedizin: Muss jede Patientin und jeder Patient mit Speiseröhrenkrebs nach erfolgreicher Vorbehandlung automatisch operiert werden – oder kann in ausgewählten Fällen auf die große Operation verzichtet werden?

„Die Behandlung von Speiseröhrenkrebs verändert sich derzeit grundlegend“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum OWL, Campus Klinikum Lippe in Detmold. „Durch moderne Chemo-, Immun- und Strahlentherapien sehen wir bei einigen Patientinnen und Patienten eine komplette Rückbildung des Tumors in der Speiseröhre. Die ESORES-Studie untersucht deshalb, ob wir ausgewählten Betroffenen eine große Operation ersparen können, ohne dabei die Sicherheit dieser Patienten zu gefährden.“

Hintergrund der Studie ist die Beobachtung, dass bei manchen Patientinnen und Patienten nach der Vorbehandlung keine lebenden Tumorzellen mehr nachweisbar sind. Bisher gilt die Operation, an deren aktuellen Therapieleitlinien Höppner ebenfalls beteiligt war, dennoch als Standardtherapie. Die ESORES-Studie untersucht deshalb ein sogenanntes „Active-Surveillance-Konzept“ – also eine engmaschige Überwachung statt sofortiger Operation.

Dafür werden die teilnehmenden Patientinnen und Patienten regelmäßig untersucht. Zum Kontrollprogramm gehören unter anderem Computertomographie, Magenspiegelungen, endoskopischer Ultraschall sowie Gewebeproben. Ziel ist es, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und nur dann zu operieren, wenn dies tatsächlich notwendig wird.

Genau dieser Ansatz gibt Wolfgang Benning Hoffnung. „Ich habe Prof. Höppner und Dr. Nimczewski im Internet gefunden und nicht mehr lockergelassen“, erzählt er mit einem Lächeln. „Ich habe gesagt: Ich mache alles – nur keine OP.“ Damit beginnt für ihn ein anderer Weg. Er erhält wohnortnah Chemotherapie und Immuntherapie und wird gleichzeitig in das engmaschige Nachsorgeprogramm der ESORES-Studie am Klinikum Lippe eingebunden. Alle drei Monate fährt er nun rund 200 Kilometer von Wesel nach Detmold. Die regelmäßigen Untersuchungen gehören inzwischen fest zu seinem Alltag.

„Das Entscheidende bei diesem Konzept ist die intensive und engmaschige Überwachung“, erklärt Dr. Fabian Nimczewski, Oberarzt der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Wir kontrollieren sehr genau, ob sich erneut Tumorzellen nachweisen lassen. Sollte das der Fall sein, kann gemeinsam mit dem Patienten die Entscheidung für eine Operation immer noch getroffen werden. Dieses Vorgehen bedeutet aber für viele Patientinnen und Patienten eine echte Chance auf mehr Lebensqualität.“

Die Untersuchungen dauern meist ein bis zwei Tage. Nach der Magenspiegelung mit Sedierung darf Wolfgang Benning nicht selbst nach Hause fahren. Seine Partnerin begleitet ihn deshalb häufig nach Detmold. „Ich fühle mich hier wirklich gut aufgehoben“, sagt er. „Das Personal ist unglaublich freundlich und zuvorkommend.“

Heute, rund neun Monate nach Beginn seiner Behandlung, ist vom Krebs nichts mehr nachweisbar. „Der Krebs ist weg“, sagt Benning ruhig. Zweifel an seiner Entscheidung gegen die Operation habe er bis heute keine. Er sagt: „Für mich war das genau der richtige Weg.“

Seine Lebensqualität ist geblieben, aber sein Alltag hat sich verändert. Heute achtet er stärker auf sich selbst. Vor allem seine Ernährung hat er umgestellt. „Früher mochte ich nichts Grünes“, erzählt er lachend. „Heute esse ich deutlich gesünder.“ Die Krankheit hat ihn verändert. Stundenlang habe er recherchiert, medizinische Fachbegriffe gelernt und sich intensiv mit seiner Erkrankung beschäftigt. „Mittlerweile bin ich fast selbst Professor“, sagt er lächelnd. Trotz aller Ernsthaftigkeit blickt er positiv in die Zukunft. Die regelmäßigen Kontrollen geben ihm Sicherheit. Die Angst sei nie ganz verschwunden, aber sie bestimme sein Leben nicht. „Bis jetzt war immer alles unauffällig“, sagt er. „Und ich hoffe natürlich, dass das so bleibt.“

Speiseröhrenkrebs zählt zu den vergleichsweise seltenen, aber besonders aggressiven Tumorerkrankungen. In Deutschland erkranken jährlich rund 8.000 Menschen neu an einem sogenannten Ösophaguskarzinom. Medizinisch werden dabei zwei Hauptformen unterschieden: das Plattenepithelkarzinom, das häufig mit Rauchen und Alkoholkonsum in Verbindung gebracht wird, sowie das Adenokarzinom, das oft durch chronischen Reflux, also dauerhaftes Sodbrennen, und Übergewicht begünstigt wird. Besonders die Zahl der Adenokarzinome ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angestiegen.

Gerade deshalb gewinnt die Forschung zu neuen Behandlungsmöglichkeiten zunehmend an Bedeutung. An der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum OWL, Campus Klinikum Lippe, werden moderne Therapiekonzepte und klinische Studien gezielt in die Patientenversorgung eingebunden.

„Die Behandlung von Speiseröhrenkrebs verändert sich derzeit grundlegend“, betont Prof. Dr. Jens Höppner. Moderne Therapieansätze eröffneten heute Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren kaum denkbar gewesen seien. Er ergänzt: „Klinische Studien sind ein wichtiger Bestandteil moderner Universitätsmedizin. Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten schon heute innovative und zugleich möglichst schonende Therapiekonzepte zugänglich zu machen.“

Für Wolfgang Benning zählt am Ende vor allem eines: Lebensqualität. „Ich kann meinen Alltag ganz normal leben“, sagt er. „Und dafür bin ich einfach dankbar.“

Informationen zur ESORES-Studie am Klinikum Lippe

Grundschule Heiden überreicht 1.000 Euro für Dr. Clowns

In dieser Woche waren Schülerinnen und Schüler der Grundschule Heiden aus Lage zu Gast am Klinikum Lippe – und im Gepäck hatten sie eine ganz besondere Überraschung: einen Spendenscheck in Höhe von 1.000 Euro für die Dr. Clowns.

Erlaufen hatten die Kinder die Summe bei ihrem Sponsorenlauf im April. Viele, viele Runden drehte die Schulgemeinschaft dabei um den Sportplatz – mit einem so großartigen Ergebnis, dass ein Teil der Einnahmen gespendet werden konnte. Dass das Geld an „Dr. Clown e.V.“ gehen sollte, stand für die Kinder schnell fest: Ihr Schülerrat hatte sich im Vorfeld bewusst für den Verein entschieden, weil sie kranken Kindern eine Freude bereiten wollten.

Bei ihrem Besuch erkundeten fünf Schülervertreterinnen und Schülervertreter gemeinsam mit Schulleiterin Anja Müller zunächst die Fotoausstellung der Klinikclowns – mit einem kleinen Quiz, das eigens dafür vorbereitet worden war. Anschließend kamen die Clowns direkt aus ihrer Visite hinzu, trafen die Kinder vor den Bildern und nahmen die tolle Spende persönlich entgegen.

Im Anschluss durften die Kinder noch einen Blick hinter die Kulissen werfen: Auf einer Station und im Spielzimmer erklärten die Clowns, wie ein Clownbesuch bei den kleinen Patientinnen und Patienten abläuft und wie viel ein Lachen im Krankenhausalltag bewirken kann.

Das Klinikum Lippe bedankt sich herzlich bei der gesamten Schulgemeinschaft der Grundschule Heiden für dieses wunderbare Engagement – und natürlich bei allen fleißigen Läuferinnen und Läufern!

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