| Onkologie und Hämatologie

Das Leistungsspektrum der Klinik für Onkologie und Hämatologie umfasst die Gebiete Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin, Infektionserkrankungen sowie die allgemeine Innere Medizin. Schwerpunktmäßig werden bei uns Patienten mit Tumorerkrankungen sowie Erkrankungen des Blutes, des Knochenmarkes und des Immunsystems behandelt. Unser modernes Behandlungskonzept richtet sich nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen, aber vor allem auch nach den individuellen Bedürfnissen und der Lebenssituation des Patienten.

Onkologische Ambulanz
Vereinbarung von Sprechstundenterminen
Telefon 05261 26-4129
Fax 05261 26-4707

Stationäre Aufnahmen
Aufnahmemanagement
Telefon 05261 26-4381
Fax 05261 26-4382

Palliativstation/Palliativkonsil
Telefon 05261 26-4123
Fax 05261 26-4944

| CHEFARZT

Prof. Dr. med.
Frank Hartmann

Klinikum Lippe
Klinik für Onkologie und Hämatologie
Sekretariat: Nicole Laakmann
Telefon 05261 26-4123
Fax 05261 26-4152

Dr. med.<br />Christian Constantin

Dr. med.
Christian Constantin

Leitender Oberarzt
Sarunas Bagdonas

Sarunas Bagdonas

Oberarzt
Dr. med.<br />Philipp Breuch

Dr. med.
Philipp Breuch

Oberarzt
Dr. med.<br />Karin Heinisch

Dr. med.
Karin Heinisch

Oberärztin

| ONKOLOGIE UND HÄMATOLOGIE

Unsere Schwerpunkte

Krebs ist eine Diagnose, die viele Menschen mit Angst, Leiden und Tod verbinden. Eine Krebserkrankung ist ein tiefer Einschnitt in Ihr Leben. Unsere Mitarbeiter stehen Ihnen in dieser schwierigen Zeit mit Rat und Wissen zur Seite. Es gibt viele unterschiedliche Krebsarten und Therapien. Einige Krebsarten sind heilbar, andere nicht, aber man kann sie dank moderner Therapieverfahren so behandeln, dass man viele Jahre damit leben kann – und zwar mit hoher Lebensqualität.

Die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie steht für uns auf drei Säulen: sorgfältige Diagnose, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Mitarbeit des Patienten. Vor der Diagnose einer Krebserkrankung steht die klinische Untersuchung. Je mehr wir über einen Tumor wissen, desto höher sind die Aussichten auf ein bestmögliches Therapieergebnis. Für die Diagnostik mittels modernster Untersuchungsmethoden steht uns am Klinikum Lippe ein breites Spektrum apparativer Ausstattung sowie fachlicher Expertise zur Verfügung. Um eine Tumorerkrankung dann optimal zu behandeln, arbeiten wir interdisziplinär mit allen erforderlichen Fachabteilungen zusammen. Unsere wichtigsten Partner sind dabei Internisten und Chirurgen, Gynäkologen und Urologen, Strahlentherapeuten und Nuklearmediziner, Radiologen und Pathologen. Mit unseren Fachkollegen erstellen wir die Therapiekonzepte für unsere Patienten gemeinsam in den Tumorkonferenzen. Auch die professionelle psycho-onkologische Begleitung sowie speziell geschulte Fach- und Pflegekräfte leisten ihren Beitrag, der Diagnose Krebs nicht hilflos gegenüber zu stehen.

Steht nicht mehr die kausale Therapie des Tumors im Vordergrund sondern eine unterstützende Behandlung, die an den die Patienten hauptsächlich beeinträchtigenden Beschwerden orientiert ist, stellt unsere 2019 neu erbaute Palliativstation mit insgesamt 10 Betten eine wertvolle Ergänzung des Therapieangebotes dar.

Die Hämatologie als Teilgebiet der Inneren Medizin befasst sich mit sämtlichen Erkrankungen des Blutes, der blutbildenden Organe (insbesondere dem Knochenmark) und dem Immunsystem. Blut ist ein „ganz besonderer Saft“ (laut Mephisto in Goethe’s Faust) und zirkuliert jeden Tag mehr als 1500mal vollständig durch jede Region des menschlichen Körpers. Entsprechend vielfältig sind seine Funktionen beim Stofftransport, der Immunabwehr, der Blutgerinnung und dem Zusammenspiel mit anderen Organen. Neben den bösartigen, „onkologischen“ Erkrankungen des Blutes und des lymphatischen Systems (Leukämien, Lymphome, Multiples Myelom) erfordert die Diagnostik von Bildungs- und Funktionsstörungen der zellulären Bestandteile (rote Blutkörperchen = Erythrozyten; weiße Blutkörperchen = Leukozyten; Blutplättchen = Thrombozyten) und der nicht-zellulären Bestandteile (z.B. verschiedene Eiweiße für die Blutgerinnung oder Infektabwehr) die enge Zusammenarbeit von Hämatologen mit Labormedizinern und Pathologen. In der Therapie spielen neben Medikamenten die Substitution von Blutbestandteilen, insbesondere die Transfusion von Erythrozyten und Thrombozyten, eine große Rolle.

Die Hämatologie und Onkologie ist im Laufe der Zeit „ambulant geworden“! Diagnostik und vor allem Therapie einschließlich Chemo- und Immuntherapien sowie Transfusionen werden für eine Vielzahl onkologischer Erkrankungen inzwischen überwiegend ambulant durchgeführt. Dies kommt dem Wunsch unserer Patienten nach Unabhängigkeit und Erhalt der Lebensqualität entgegen. Das Klinikum Lippe trägt dem Rechnung durch eine großzügig dimensionierte Ambulanz (13 Therapieplätze barrierefrei; separater Eingang; angegliedertes Studiensekretariat, um Patienten Zugang zu innovativen Therapieformen zu ermöglichen) am Standort Lemgo.

Aufgrund der guten Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Onkologiepraxen des Kreises Lippe im Rahmen der gemeinsamen Tumorkonferenzen und ASV-Teams („ambulante spezialärztliche Versorgung“) ist eine qualitativ hochwertige, ambulante Versorgung von Tumorpatienten in der Region in Ergänzung zu stationär notwendigen Behandlungen flächendeckend sichergestellt.

  • Gutartige und bösartige hämatologische Erkrankungen, insbesondere akute und chronische Leukämien, maligne Lymphome und das Plasmozytom/Multiple Myelom.
  • Sämtliche soliden Tumore, insbesondere Brustkrebs (Mammakarzinom) aber auch andere Tumoren des weiblichen Genitaltraktes, Lungenkrebs (Bronchialkarzinom), sämtliche Tumoren des Verdauungstraktes (insbesondere Darmkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs), urogenitale Tumoren sowie Tumore des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs (häufig in Kooperation mit der Strahlentherapie).
  • Stationäre und ambulante Systemtherapie sämtlicher onkologischer und hämatologischer Erkrankungen (Chemotherapie, Immuntherapie, zielgerichtete Therapien, Hormontherapien)
  • Hochdosis-Chemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation
  • Simultane Radiochemotherapie zusammen mit der Klinik für Strahlentherapien
  • Palliativmedizin
  • Psycho-Onkologie
  • Parenterale Ernährung, Schmerz- und Supportivtherapie in Kooperation mit Hausärzten und ambulanten Pflegediensten
  • Zytologische Befundung von Punktaten des Knochenmarks, Körperhöhlenergüssen, der Lymphknoten u. a.

Die Klinik für Onkologie und Hämatologie ist Teil des Viszeralonkologischen Zentrums Lippe, in dem Chirurgen, Gastroenterologen, internistische Onkologen, Strahlentherapeuten und niedergelassene Ärzte eng zusammenarbeiten. Als eines von wenigen derartigen Zentren in Deutschland ist unser Zentrum von der Deutschen Krebsgesellschaft für Behandlungen von Tumorerkrankungen des Magens, des Darms und des Pankreas (Bauchspeicheldrüse) zertifiziert.

Sie wollen mehr erfahren? Informieren Sie sich gern hier: Viszeralonkologisches Zentrum Lippe

Das Brustzentrum Lippe als erstes in NRW zertifiziertes Brustzentrum überhaupt ist ein Zusammenschluss unterschiedlicher Fachabteilungen des Klinikum Lippe, niedergelassener Ärzte und weiterer Kooperationspartner, die sich mit der Diagnostik und Behandlung von Brustkrebs und anderen Erkrankungen der Brustdrüse befassen. Auch die Klinik für Onkologie und Hämatologie ist ein wichtiger Partner des Brustzentrums.

Sie wollen mehr erfahren? Informieren Sie sich gern unter: Brustzentrum Lippe

Die Heilungschancen eines Prostatakarzinoms hängen neben einer möglichst frühzeitigen Diagnose auch von einem optimal abgestimmten Therapiekonzept ab. Hier liegt der entscheidende Vorteil der interdisziplinären Zusammenarbeit von erfahrenen Spezialisten im Prostatazentrum Lippe. Neben Urologen arbeiten hier Strahlen-und Nuklearmediziner, Onkologen sowie Pathologen fachübergreifend zusammen. Eingebunden sind auch niedergelassene Ärzte, Pflegedienste und Physiotherapeuten.

Sie wollen mehr erfahren? Informieren Sie sich gern hier: Prostatazentrum Lippe

| ONKOLOGIE UND HÄMATOLOGIE

Palliativstation

Die Palliativstation am Klinikum Lippe funktioniert anders als andere Stationen: Hier geht es ungewohnt ruhig zu und gleichzeitig sehr farbenfroh. Die Wände sind in einem warmen Gelb gestrichen und dank der Wandbilder wirkt schon der Flur sehr wohnlich und einladend. Eine großzügige Wohnküche steht allen Patienten und ihren Angehörigen zur Verfügung. Diese Atmosphäre ist den Menschen, die hier arbeiten, sehr wichtig, denn sie möchten schwer- und unheilbar kranken Menschen und ihren Angehörigen ermöglichen, die verbleibende Zeit möglichst schmerzfrei und lebensfroh zu gestalten – und dazu gehört nicht zuletzt ein Umfeld, das dem eigenen Zuhause möglichst nahe kommt. So sucht man hier vergeblich nach weißer Krankenhausbettwäsche, denn die Patienten dürfen hier alle individuellen Dinge mit in ihr Einzelzimmer bringen.

Die Wünsche der Patienten stehen im Mittelpunkt der Arbeit eines multiprofessionellen Teams aus Palliativärzten, Psychoonkologen, Palliativ Care-Pflegekräften, Physiotherapeuten, Seelsorgern und Sozialarbeitern. Stationsschwester Ursula Block und ihr Team setzen alles daran, die Wünsche zu erfüllen. Häufig geht es zunächst darum, Schmerzen zu lindern und den Patienten medikamentös richtig einzustellen. Bei allen Entscheidungen zur Medikation und zur Gestaltung des Alltags werden die Patienten mit einbezogen und es wird offen und ehrlich mit ihnen darüber gesprochen. Die Bedürfnisse der Patienten sind unterschiedlich und manchmal kann das Team mit Kleinigkeiten ganz viel erreichen. Auch für die Angehörigen haben Ärzte und Pflegekräfte ein offenes Ohr.

In Lippe gibt es ein sehr gut etabliertes palliatives Netzwerk und die Palliativstation in Lemgo ist ein wichtiger Pfeiler hiervon. Die meisten Patienten bleiben etwa zwei Wochen hier. Anschließend helfen die Sozialarbeiter dabei, den weiteren Weg zu gestalten, sei es im Hospiz oder zu Hause mit ambulanter Palliativpflege.

„Man muss nur hellhörig sein und kreativ, dann können selbstgebackene Waffeln ein Lächeln auf die Lippen eines schwerkranken Menschen zaubern und ein Gespräch mit den Angehörigen hilft dabei, die letzten Tage gut zu gestalten.

Wir sind für die Angehörigen genau so da wie für die Patienten. Sie dürfen auf Wunsch mit im Patientenzimmer übernachten und werden auch seelsorgerisch betreut. Das hilft ihnen, einen geliebten Menschen auf dem letzten Weg zu begleiten. Wie gut das gelingt, zeigen viele Dankesschreiben. Diese Zeilen motivieren das Team der Palliativstation auch weiterhin – damit niemand auf seinem letzten Weg allein gelassen wird.“

Ursula Block, Pflegerische Leitung der Palliativstation

„Sogar eine Hochzeit hat es hier schon gegeben. Eine Patientin hatte den Wunsch, zu heiraten. Und so hatten wir hier auf der Station rund 30 Gäste, einen Priester und eine strahlende Braut im weißen Kleid – trotz ihrer schweren Erkrankung. Ein anderer Patient wünschte sich, ein letztes Mal Urlaub mit seinem Wohnwagen an der Weser machen zu können. Obwohl es ihm schon sehr schlecht ging, konnten wir ihn so weit stabilisieren, dass der Wunsch erfüllt werden konnte. Das ist natürlich nicht immer möglich. Man kann nicht jedem Patienten ein schmerzfreies Lebensende ermöglichen, aber man kann versuchen, die Zeit so gut wie möglich zu gestalten Wichtig ist, dass es ein gutes Netzwerk gibt, das Patienten und Angehörige auffängt. Niemand muss alleine zu Hause sterben, und niemand wird im Stich gelassen.“

Prof. Dr. Frank Hartmann, Chefarzt und Ärztliche Leitung der Palliativstation

Seit 14.03.2001

wöchentliche Tumorkonferenz

25

autologe Stammzelltransplantationen pro Jahr

11497

Infusionstherapien bei 723 Patienten in 2019

1343

Transfusionen von Erythrozytenkonzentraten und 542 Thrombozytenhochkonzentraten in 2019