Medizinstudenten & PJ-ler

Wir bilden Sie aus und weiter. Medizinstudium, Praktisches Jahr, Famulatur und Praktikum.

Medizinstudium

Allgemeine Informationen zur praktischen Ausbildung der Studierenden der Medizin am Klinikum Lippe

Die Klinikum Lippe GmbH ist eines der großen kommunalen Krankenhäuser Deutschlands und stellt eine umfassende medizinische Versorgung für die Region Lippe mit ihren rund 350.000 Einwohnern auf höchstem Niveau sicher. Die somatischen Fächer werden an den beiden Hauptstandorten, Detmold und Lemgo, vorgehalten, in Bad Salzuflen befindet sich die Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Durch den Versorgungsauftrag des Klinikums, der sowohl die Regelversorgung der Bevölkerung in der Fläche als auch die Schwerpunkt- und in einigen Bereichen die Maximalversorgung umfaßt, bekommen die angehenden Ärztinnen und Ärzte einen sehr guten Einblick in die Medizin in ihrer Leistungsbreite und Tiefe.

Das Klinikum Lippe ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität Göttingen.

Praktisches Jahr

„Ich schätze am Klinikum Lippe, dass man sich hier mehr verwurzeln kann als an einer Uniklinik. Dort gibt es oft nur befristete Verträge. Hier hat man auch die Aussicht, irgendwann einmal Oberarzt zu werden, wenn man als Assistenzarzt angefangen hat. Die Hierarchien kommen mir flacher vor und die Stimmung unter den Kollegen ist sehr angenehm.“

Sophia Lades, ehemalige PJ-Studentin, jetzt Assistenzärztin in der Neurologie des Klinikum Lippe

„Schon bei der Begrüßung habe ich gemerkt, wieviel Mühe das Klinikum Lippe sich mit PJ-Studenten gibt. Man wird hier direkt vom Chefarzt begrüßt. Ich fühlte mich gut aufgehoben, habe viele Erkrankungsbilder gesehen und wurde auch mit in den OP gerufen. Im Anschluss hat Prof. Klostermann mir noch einmal alles erklärt. Das macht nicht jeder Chef. Ich kann mir durchaus vorstellen, ans Klinikum Lippe zurückzukehren.“

Marc Hüser, ehemaliger Student im Praktischen Jahr

Famulatur

Fast alle Abteilungen bieten interessierten Studentinnen und Studenten an, im Rahmen von Famulaturen Einblicke in ihr Fachgebiet zu geben. Interessierte wenden sich am besten direkt an die Kliniken. Zur Klärung prinzieller organisatorischer Fragen steht auch das Sekretariat des Lehrkrankenhauses zur Verfügung.

Praktikum

Oberstufenschüler, die in Erwägung ziehen, Medizin zu studieren und den ärztlichen Arbeitsplatz im Krankenhaus kennenlernen wollen, bewerben sich bitte schriftlich in den von ihnen gewünschten Abteilungen. Es stehen hierfür begrenzte Kapazitäten zur Verfügung, bevorzugt für Schülerinnen und Schüler, die sich am Ende des 11. bzw. 12. Schuljahres befinden.

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Ansprechpartner

Die Koordination der Ausbildung und die Betreuung der Studierenden erfolgt durch Prof. Dr. med. Torsten Hansen, Chefarzt des Instituts für Pathologie und seit 2016 Lehrbeauftragter des Klinikums. Für alle Fragen zum Praktischen Jahr, zu Famulaturen und Praktika steht das Lehrkrankenhaussekretariat zur Verfügung.

Kontakt
Klinikum Lippe GmbH | Lehrkrankenhaus
Röntgenstraße 18
32756 Detmold

Sekretariat
Elke Güse
Telefon 05231 72-2129

Ausbildungskonzept

Das Praktische Jahr dient dazu, die in den vorangegangenen 5 Jahren des Studiums in Seminaren, Kursen und Vorlesungen erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse im täglichen klinischen Betrieb zu vertiefen.

Im Fokus der Ausbildung stehen vier Bereiche

  • Die Vermittlung diagnostischer, therapeutischer und organisatorischer Abläufe häufiger Krankheits- und Symptomkomplexe
  • Das grundlegende Verständnis für fachübergreifende Konzepte komplexer Erkrankungen
  • Die Vermittlung praktischer Fähigkeiten
  • Das Heranführen an die eigenverantwortliche ärztliche Tätigkeit

Die Ausbildung erfolgt daher integriert in den Arbeitsablauf der jeweiligen Klinik. Entsprechend ihrem Ausbildungsstand übernehmen die Studierenden zunehmend verantwortungsvollere Aufgaben unter der Aufsicht der Fachkollegen.

In den letzten Wochen eines jeden Tertials sind sie dann in der Lage, unter Aufsicht des Stationsoberarztes jüngere Assistenzärzte zu vertreten, sog. „locum residencies“, wie sie in Großbritannien üblich sind. Unser Ziel ist es, die Studierenden während dieser Zeit in die Lage zu versetzen, die Tätigkeit der Assistenzärzte hautnah nachzuerleben und so bereits das nahende verantwortungsvolle Leben als Assistenzarzt zu erproben.

Der Erfolg des Praktischen Jahres hängt maßgeblich von der Motivation von Lehrenden und Lernenden ab. In Zeiten, in denen sich immer weniger Medizinstudenten entscheiden, eine Tätigkeit in der Praktischen Medizin aufzunehmen, möchten wir Ihnen vermitteln, dass die Arbeit mit und am Patienten nach wie vor den beruflich befriedigendsten Aspekt der Medizin darstellt. Insofern hoffen wir auf motovierte angehende Kolleginnen und Kollegen, die die Weiterbildungsangebote nutzen und uns darüber hinaus täglich fordern, damit sie und somit ihre künftgen Patienten von der Ausbildung den größtmöglichen Nutzen ziehen.

Es wird dafür Sorge getragen, dass im Tages- und Tertialablauf genügend Zeit zur theoretischen Aufarbeitung des aktuellen Ausbildungsstoffes zur Verfügung steht. Ergänzend kann hierzu der freie Studiennachmittag genutzt werden, üblicherweise mittwochs, in Absprache mit den Abteilungen aber individuell planbar. Für alle Studierenden steht eine Bibliothek mit Ausleihmöglichkeit gängiger Lehrbücher zur Verfügung.

Pflicht- und Wahlfächer

Das chirurgische Tertial teilt sich auf in 7 Wochen Allgemein- und Viszeralchirurgie und 7 Wochen Unfallchirurgie. Hinzu kommt eine 2-wöchige Ausbildungszeit in der Anästhesie für alle diejenigen, die Anästhesie nicht als Wahlfach genommen haben. Interessenten steht es frei, nach Absprache einen Teil des chirurgischen Tertials in der Gefäßchirurgie bzw. der Plastischen , Hand- und Wiederherstellungchirurgie zu absolvieren (max. die Hälfte der Zeit).

In allen chirurgischen Abteilungen sind die Studierenden im Praktischen Jahr in den Tagesablauf integriert, so daß sämtliche Arbeitsbereiche (Station, OP, Ambulanzen, Notaufnahme) kennengelernt werden können. Das Training reicht so von der täglichen OP – Indikationsbesprechung und Röntgendemonstration mit Abwägung verschiedener Therapieoptionen über die Patientenbetreuung und Einübung von Untersuchungstechniken wie auch der Patientenführung bis zum Operationssaal, wo im Rahmen der Eingriffe anatomische und pathophysiologische Grundlagen aufgefrischt werden. Natürlich gehört hierzu auch das Erlernen manueller Fähigkeiten wie Wundversorgung, das Erlernen von Naht- und Knotentechniken und – bei entsprechendem Interesse – das Heranführen an kleinere operative Eingriffe. Ziele der Ausbildung sind dabei stets die Vermittlung von Wissen und die Fertigkeiten, auf die ein jeder Arzt als Basis seiner weiteren Laufbahn unabhängig vom Fachgebiet aufbauen können sollte.

Folgende Abteilungen sind an der Ausbildung beteiligt

  • Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Detmold: Prof. Dr. med. Wolfgang Hiller
  • Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, Detmold und Lemgo: Prof. Dr. med. Cyrus K.-Klostermann
  • Klinik für Gefäßchirurgie, Lemgo: Prof. Dr. med. Masoud Mirzaie
  • Klinik für Plastische- und Handchirurgie, Detmold: Dr. med. Asmir Basagic

Das Tertial Innere Medizin wird hauptsächlich in der Klinik für Gastroenterologie und in der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin im Klinikum Detmold absolviert mit den Schwerpunkten Allgemeine Innere Medizin, Kardiologie/Pulmologie und Gastroenterologie.

Wahlweise können Abschnitte in der Klinik für Nephrologie und in der Klinik für Hämatologie und Onkologie im Klinikum Lemgo abgeleistet werden. In diesem Zusammenhang werden Kurse für EKG und Sonographie angeboten.

Folgende Abteilungen sind an der Ausbildung beteiligt

  • Klinik für Gastroenterologie, Detmold: PD Dr. med. Johannes Tebbe
  • Klink für Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin, Detmold: Prof. Dr. med. Stephan Gielen
  • Klinik für Nephrologie, Detmold: Dr. med. Rainer Högel
  • Klinik für Pneumologie, Lemgo: Dr. med. Maik Brandes
  • Klinik für Hämatologie und Onkologie, Lemgo: Prof. Dr. med. Frank Hartmann
  • Klinik für Geriatrie, Lemgo: Dr. med. Christoph Friedrich
  • Klinik für Notfallmedizin, Detmold und Lemgo: Daniel Fischer

Wahlfächer

Das Klinikum Lippe bietet Platz für insgesamt 20 Studierende im Praktischen Jahr:
4 Innere Medizin, 4 Chirurgie, 12 in den Wahlfächern.

Folgende Fächer stehen zur Auswahl
Anästhesiologie, Dermatologie, Neurologie, Pädiatrie, Urologie

Lehrveranstaltungen

Lehrveranstaltung für Studierende der Medizin im Praktischen Jahr

Die Klinisch-pharmakologische Konferenz

Im Bereich der Inneren Medizin werden in Detmold und Lemgo regelmäßig Konferenzen unter Mitwirkung eines Pharmazeuten angeboten. In Lemgo findet jeden Mittwoch, um 14:15 Uhr die „Tumorkonferenz“ im Brustzentrum, Raum „Kleiner Konferenzraum der Radiologie“, statt.

Die Apotheke nimmt regelmäßig an der Tumorkonferenz und Internistische Fallbesprechung (Dr. Götz) teil, um die pharmazeutisch pharmakologischen Fragestellungen zu erörtern. Dabei steht die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) im Focus, insbesondere die Analyse von Wechselwirkungen bei einer Multimedikation und die damit einhergehenden Konsequenzen für die weitere Behandlung.

In Detmold finden jeden 1. Freitag im Monat, um 8:20 Uhr im Röntgendemoraum im Haus II die M&M-Konferenzen (Morbiditäts- und Mortalitätskonferenzen) statt. In dieser wird mit den Assistenzärzten ein interessanter histologischer Fall besprochen.

Seminare

Für alle Studierenden im Praktischen Jahr und alle Famuli werden zwei Seminare wöchentlich angeboten, in denen ausgewählte Kapitel aller angebotenen Pflicht- und Wahlfächer unter allgemeinärztlichen Gesichtspunkten besprochen werden. Die Seminare sind teilweise als klinische Visiten konzipiert, teilweise dienen sie als Dialog zur Vorbereitung auf die klinisch-praktische Prüfung am Ende des Studiums.

Fachübergreifende Ausbildungsangebote

Integriert in die Tertiale sind folgende Unterrichtsveranstaltungen und Ausbildungsangebote

Praktikum der Laboratoriumsmedizin zum Erlernen der praktischen Durchführung standartisierter Laboruntersuchungen und der praktischen Kenntnis in der Laboratoriumsmedizin.

Praktikum auf der internistischen Notaufnahmestation (2 – 3 Wochen) während des Tertials Innere Medizin (auf Wunsch).

Praktikum der Anästhesie zum Erlernen der Notfallversorgung (Schockbekämpfung und Reanimation, Intubation); 2 Wochen im Rahmen des chirurgischen Tertials (ausgenommen Studierende mit Anästhesie als Wahlfach).

Teilnahme am Rettungsdienst. Nutzen Sie möglichst dieses Angebot, in den an den beiden Kliniken in Detmold und Lemgo stationierten Notarztwagen mitzufahren.

Klinisch-pathologische Konferenz. Diese Veranstaltung findet 4-wöchentlich dienstags statt.

Pathologisch-anatomische Demonstrationen (Sektionen) werden jeweils durch Aushang bekanntgegeben.

Interdisziplinäre Tumorkonferenz. Wöchentlich treffen sich alle beteiligten Kliniker und niedergelassenen Onkologen, die interdisziplinären Therapiekonzepte der Patienten festzulegen. Eine lehrreiche Veranstaltung nicht nur für Studenten!

Teilnahme am Bereitschaftsdienst. Alle Abteilungen bieten den Studenten an, am Bereitschaftsdienst teilzunehmen. Fragen Sie Ihre Stationsärzte!

Abteilungsbezogene Fortbildungen. Diese werden jeweils abteilungsintern organisiert und den Studierenden bekanntgegeben.

Auf Wunsch und nach Absprache bietet der Lehrbeauftragte allen Jenen eine Berufsberatung an, die sich trotz des umfangreichen Angebots von über 5 Jahren medizinischer Ausbildung noch nicht für eine konkrete Weiterbildung nach dem Studium begeistern konnten, oder die sich bei so vielen interessanten Möglichkeiten noch nicht auf eine festlegen konnten.

Organisatorisches

Unterkunft
Für alle Studierenden besteht die Möglichkeit, in möblierten Appartments unseres Personalwohnheims kostengünstig zu wohnen. Nähere Informationen erhalten Sie über das Sekretariat des Lehrkrankenhauses.

Kinderbetreuung
Das Klinikum Lippe hat in Detmold eine Betriebskindertagesstätte für Kinder von Null Jahren bis zur Einschulung.

Verpflegung
Studierende im Praktischen Jahr erhalten in den Kantinen des Klinikums eine kostengünstige Verpflegung.

Dienstbekleidung
Studierenden im Praktischen Jahr wird für die Dauer des Einsatzes Dienstbekleidung gestellt.

Vergütung
Im Rahmen des Ausbildungskonzeptes erhalten alle Studierenden im Praktischen Jahr pro Monat eine Vergütung von 400 Euro.

Stipendium
Die langfristige Sicherung der medizinischen Versorung hier im ländlichen Raum ist uns wichtig. Zur Förderung des medizinischen Nachwuchses vergeben wir deshalb unter bestimmten Voraussetzungen Stipendien.