Sicherheit, die man nicht sieht, aber auf die sich alle verlassen

Klinikum Lippe erhält Zertifikat nach DIN EN ISO/IEC 27001:2024 für Informationssicherheit

13.07.2026. Wenn Informationssicherheit im Krankenhaus funktioniert, merkt niemand, wie viel Arbeit dahintersteckt: Patientendaten sind sekundenschnell verfügbar, medizinische Geräte kommunizieren zuverlässig miteinander und sensible Informationen bleiben dennoch geschützt.
Damit das so bleibt, hat das Klinikum Lippe sein Managementsystem für Informationssicherheit jetzt nach der internationalen Norm DIN EN ISO/IEC 27001:2024 zertifizieren lassen. Laut einer repräsentativen Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO und des Deutschen Krankenhausinstitutes waren im Jahr 2025 weniger als sechs Prozent der Häuser nach dieser Norm zertifiziert. Somit gehört das Klinikum Lippe beim Thema Informationssicherheit zur Spitzengruppe der deutschen Krankenhäuser.

v.l.: Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse und Informationssicherheitsbeauftragter Stefan Rehme freuen sich über die Zertifizierung.

„Informationssicherheit ist längst keine reine IT-Aufgabe mehr. Wir sehen sie als Teil unserer Verantwortung gegenüber unseren Patientinnen und Patienten, denn sie ist in der heutigen Zeit ebenso wichtig wie eine gute medizinische und pflegerische Versorgung nach den neuesten Leitlinien und Standards oder die menschliche Zuwendung“, sagt Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe. „Mit der Zertifizierung machen wir sichtbar, was täglich im Hintergrund in Punkto Informationssicherheit geleistet wird. Unser Krankenhaus wird durch eine solche Zertifizierung besser – in der betrieblichen Kontinuität, im Datenschutz und letztlich in der Versorgungssicherheit für die Menschen in Lippe.“

Informationssicherheit im Krankenhaus ruht auf mehreren Säulen. Das Klinikum Lippe zählt bereits seit 2017 zur Kritischen Infrastruktur (KRITIS). Damals aufgrund seiner Größe, heute sind alle Krankenhäuser als kritische Infrastruktur eingestuft. Als KRITIS-Einrichtung muss das Klinikum regelmäßig nachweisen, dass es die gesetzlichen Anforderungen an die Informationssicherheit erfüllt. Das erste dieser Audits fand 2019 statt. Geprüft werden die Vorgaben durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Anhand eines umfangreichen Kataloges wird genau erhoben, ob Krankenhäuser informationssicher arbeiten. Werden gefundene Mängel nicht abgestellt, droht ein Bußgeld.

Ansprechpartner für das BSI ist der Informationssicherheitsbeauftragte des Klinikums, Stefan Rehme, der diese Aufgabe seit 2018 wahrnimmt. Er sagt: “Wir erfüllen die gesetzlichen Vorgaben und haben nun mit der erfolgreichen Zertifizierung nach DIN EN ISO/IEC 27001:2024 auch noch die Kür bewältigt.” Die Zertifizierung ist freiwillig und nimmt gezielt das Managementsystem für Informationssicherheit in den Blick. Das bedeutet: Das Klinikum legt selbst seine Sicherheitsziele fest und verbessert sich in einem fortlaufenden Kreislauf aus Planen, Umsetzen, Überprüfen und Nachsteuern. Stefan Rehmes Grundsatz dabei ist so einfach, wie wirkungsvoll: „Schreiben Sie auf, was Sie tun und tun Sie, was Sie aufgeschrieben haben.“ Die Einhaltung der Standards wird in jährlichen Überwachungsaudits und alle drei Jahre im Rahmen einer Rezertifizierung geprüft.

Dass die Zertifizierung so schnell angestrebt wurde, hat einen ernsten Hintergrund. Ende 2022 war das Klinikum Ziel eines Cyberangriffs, der dem BSI gemeldet wurde. „Eine der Lehren aus diesem Vorfall war die Zertifizierung anzustreben, um systematisch potenzielle Sicherheitslücken zu identifizieren und zu schließen“, erinnert sich Rehme. 2023 fiel die Entscheidung der Geschäftsführung für das Zertifizierungs-verfahren. Nach einer externen Analyse begann im Sommer 2023 die intensive Vorbereitung auf die Zertifizierung.

Krankenhäuser stehen bei allen Sicherheitsthemen vor einer besonderen Herausforderung: Anders als viele Wirtschaftsunternehmen mit strengen Einlasskontrollen sind sie bewusst offen gestaltet. Jeder Patient oder Besucher kann und soll ohne Barrieren hineinkommen. Gleichzeitig müssen hochsensible Patientendaten geschützt werden. „Für die Behandlung müssen Patientendaten jederzeit verfügbar sein, aber parallel muss die Vertraulichkeit gewahrt bleiben. Der Schutz der Daten erfolgt auf mehreren Ebenen, stets nach dem Minimalprinzip. So wird der Zugriff auf Daten nur eingerichtet, wenn das für die Erfüllung der eigenen Aufgaben notwendig ist“, erläutert Dr. Jochen Dresselhaus, IT-Leiter des Klinikums Lippe.

Informationssicherheit umfasst im Krankenhaus aber weit mehr als Computer: Sie betrifft digitale, analoge und verbale Informationen – vom Patientendatensatz über das ausgedruckte Dokument bis zum Gespräch auf dem Flur. Und sie reicht über die IT hinaus in Bereiche wie Personalmanagement, Einkauf, technische Infrastruktur und Versorgungstechnik. Auch Partnerunternehmen werden einbezogen: Bei neuen Verträgen wird Informationssicherheit heute standardmäßig mit abgefragt.

Das Klinikum Lippe setzt auch auf regelmäßige Online-Schulungen zur Informationssicherheit für alle Mitarbeitenden sowie auf einen Kulturwandel, der laut Stefan Rehme bereits spürbar ist: “Wurden Maßnahmen der Informationssicherheit im Jahr 2019 noch kritisch beäugt, gehört das Thema heute selbstverständlich zu jeder Mitarbeiterbegrüßung dazu. Am Ende schützt uns kein System und keine Software so gut wie aufmerksame Kolleginnen und Kollegen. Auch in Zeiten von KI und Digitalisierung sind sensible Mitarbeitende die beste Firewall.“

Brustzentrum Lippe erneut von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zertifiziert

ÄKZert bescheinigt dem Zentrum an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums Lippe außerordentlich hohe Qualität, eine beeindruckende Fallzahlsteigerung und universitäres Niveau.

Das Brustzentrum Lippe in Detmold wurde erneut erfolgreich rezertifiziert. Die Zertifizierungsstelle der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKZert) bestätigte im Rahmen einer Auditierung, dass das Zentrum die strengen Kriterien des Anforderungskatalogs für anerkannte Brustzentren des Landes Nordrhein-Westfalen erfüllt. Das Zertifikat ist bis zum 4. Mai 2029 gültig; die Einhaltung der Qualitätsstandards wird während der gesamten Laufzeit fortlaufend überwacht. Bereits seit der Erstzertifizierung im Jahr 2005 stellt sich das Brustzentrum regelmäßig dieser unabhängigen Prüfung.

Brustkrebs ist mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung der Frau in Deutschland. Als Teil der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und des Onkologischen Zentrums Lippe bündelt das Brustzentrum Lippe die Kompetenzen der beteiligten Fachabteilungen standortübergreifend. Patientinnen erhalten so eine leitliniengerechte, personalisierte Behandlung, die in einer wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz abgestimmt wird – von der Diagnostik über die operative Therapie bis hin zu Strahlentherapie, medikamentöser Behandlung und genetischer Beratung.

Speziell ausgebildete Breast Care Nurses begleiten die Patientinnen über den gesamten Behandlungsweg. Als Teil des Universitätsklinikums Ostwestfalen-Lippe (UK OWL) verbindet das Brustzentrum Lippe Zentrum die wohnortnahe Versorgung in der Region mit universitärer Medizin und der aktiven Beteiligung an klinischen Studien.

Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven, Direktorin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leiterin des Brustzentrums Lippe, freut sich über das Ergebnis: „Die Auditorinnen haben unserem Zentrum eine außerordentlich hohe Qualität, eine beeindruckende Fallzahlsteigerung sowie ein universitäres Niveau bescheinigt. Ein solcher Erfolg entsteht niemals durch einzelne Personen – er ist das Ergebnis eines gemeinsamen, täglichen Engagements vieler Menschen, die mit Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Menschlichkeit und großem Einsatz zusammenarbeiten. Die Rückmeldung bestätigt nicht nur unsere fachliche Qualität, sondern auch die Stärke unseres Teams und unsere gemeinsame Haltung gegenüber unseren Patientinnen. Deshalb gilt mein großer Dank dem gesamten Team.“

Auch die Geschäftsführung sieht die erneute Zertifizierung als wichtiges Signal. „Die Rezertifizierung ist eine Auszeichnung für unsere Patientinnen, für die Region und für die Universitätsmedizin in Ostwestfalen-Lippe“, betont Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikum Lippe. „Sie belegt, dass onkologische Spitzenversorgung auf universitärem Niveau bei uns wohnortnah verfügbar ist. Hinter diesem Ergebnis steht die Arbeit eines hoch engagierten Teams, das diese Qualität Tag für Tag sichert. Dafür möchte auch ich allen Beteiligten ausdrücklich danken – und sie zugleich darin bestärken, diesen erfolgreichen Weg gemeinsam weiterzugehen.“

Über die erneute Zertifizierung des Brustzentrums Lippe freuen sich (v.l.n.r.): Die Breast Care Nurses Simone Sasse und Claudia Kaufmann, Qualitätsmanagementbeauftragte Sabine Bornemeier, Zentrumskoordinatorin und leitende Oberärztin Dr. Nina Pauly, Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse und Klinikdirektorin Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven (Foto © Klinikum Lippe I Mandy Lange)

Das Klinikum Lippe ist mit dem Siegel „FABEL-haft familienfreundlich in Lippe“ ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand im Rahmen…

Klinikum Lippe erneut als selbsthilfefreundliches Krankenhaus ausgezeichnet

Das Klinikum Lippe trägt erneut das Qualitätssiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“. Die Auszeichnung würdigt die enge, systematische und verlässliche Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen im Kreis Lippe.

Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe, betont: „Die Auszeichnung als selbsthilfefreundliches Krankenhaus zeigt, wie ernst wir die Beteiligung und Expertise unserer Patientinnen und Patienten nehmen. Selbsthilfegruppen leisten einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitskompetenz und unterstützen Betroffene in einer Phase, in der Austausch auf Augenhöhe besonders wichtig ist. Wir sind stolz auf diese Zusammenarbeit und werden sie weiter stärken.“

Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen und Angehörigen Raum für Information, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Sie ergänzen die professionelle medizinische Behandlung um wertvolle Erfahrungsperspektiven. Das Klinikum Lippe sieht diese Zusammenarbeit seit Jahren als festen Bestandteil einer patientenorientierten Versorgung. Die Grundlage bildet dabei ein gemeinsames Qualitätsverständnis, das kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Sabine Bornemeier, Selbsthilfebeauftragte des Klinikums Lippe, weiß aus der Zusammenarbeit: „Selbsthilfe lebt von Begegnung und Vertrauen. Wir schaffen im Klinikalltag aktiv Räume dafür – von Informationsangeboten über Vermittlung bis hin zu gemeinsamen Projekten. Die kontinuierliche Qualitätssicherung zeigt, wie wertvoll und nachhaltig diese Kooperationen sind.“

Im Kreis Lippe engagieren sich zahlreiche Selbsthilfegruppen zu unterschiedlichen Krankheitsbildern, einige kooperieren mit dem Onkologischen Zentrum Lippe und den Organkrebszentren. Die Selbsthilfekontaktstelle im Kreis Lippe ist dabei zentrale Anlaufstelle und unterstützt sowohl Betroffene als auch die kooperierenden Einrichtungen.

„Das Klinikum Lippe ist ein verlässlicher Partner. Die systematische Umsetzung der Qualitätskriterien erleichtert die Zusammenarbeit enorm und verbessert die Sichtbarkeit der Selbsthilfe für Patientinnen und Patienten im gesamten Kreis Lippe“, ergänzt Silke Stegelmann, Selbsthilfekontaktstelle Kreis Lippe.

Die bundesweit festgelegten Qualitätskriterien der Selbsthilfefreundlichkeit wurden speziell für Krankenhäuser entwickelt und beschreiben zentrale Anforderungen für eine gute und nachhaltige Kooperation. Sie beschreiben unter anderem die Einbindung der Selbsthilfe in Informationsangebote des Krankenhauses, die Förderung des Austauschs zwischen Patientinnen und Patienten und Selbsthilfegruppen, die Bereitstellung verlässlicher Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie transparente Kommunikations- und Kooperationsstrukturen. Sie bieten eine klare Orientierung, wie eine dauerhafte und optimale Zusammenarbeit gestaltet werden kann.

Gruppenfoto

v.l.n.r.: Silke Stegelmann, Selbsthilfekontaktstelle Kreis Lippe, Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer Klinikum Lippe, Sabine Bornemeier, Selbsthilfebeauftragte Klinikum Lippe, Fikrete Schlottmann, Qualitätsmanagement Klinikum Lippe. (© Klinikum Lippe)

Zertifiziertes Kontinenz- und Beckenbodenzentrum der Komplexversorgung

Versorgungsqualität am Klinikum Lippe erneut bestätigt

Es gibt Erkrankungen, über die kaum jemand spricht – obwohl sie das Leben vieler Menschen stark beeinflussen. Harn- und Stuhlinkontinenz gehört dazu. Etwa zehn Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen. Für sie ist der Alltag oft von Scham, Unsicherheit und Rückzug geprägt. Am Klinikum Lippe finden sie einen Ort, an dem man zuhört, versteht und kompetent hilft: das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum. Nun wurde das Zentrum erneut ausgezeichnet – mit der Zertifizierung als „Kontinenz- und Beckenbodenzentrum der Komplexversorgung“.

Gruppenbild mit Zertifikat

v.l.n.r.: Larissa Jansen, Oberärztin der Universitätsklinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Dr. Britta Eikötter, Leitende Oberärztin der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Anne-Katrin Strasas, Qualitätsmanagement, Univ.-Prof. Dr. Karl-Dietrich Sievert, Direktor der Universitätsklinik für Urologie (© Klinikum Lippe / Christian Ritterbach)

Die erneute Zertifizierung ist kein Selbstläufer. Sie wird nur Einrichtungen verliehen, die strenge fachliche, strukturelle und organisatorische Kriterien erfüllen – und diese auch dauerhaft nachweisen. „Für unsere Patientinnen und Patienten bedeutet das vor allem eines: Sicherheit“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Karl-Dietrich Sievert, Direktor der Universitätsklinik für Urologie und Leiter des Zentrums.

Dr. Britta Eikötter, Leitende Oberärztin der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie und Koordinatorin des Zentrums ergänzt: „Sie können sich darauf verlassen, dass Diagnostik, Therapie und Nachsorge nach klar definierten, überprüften Standards erfolgen – und dass wir als Team eng über Fachgrenzen hinweg zusammenarbeiten.“

Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ist das Herzstück des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am Klinikstandort Detmold: Die drei Universitätskliniken für Urologie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie weitere Fachrichtungen wie Neurologie, Geriatrie oder Kinder- und Jugendmedizin arbeiten hier Hand in Hand. So entsteht für jede Patientin und jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept – von der ersten Untersuchung bis zur Nachsorge.

Ob konservative Therapien wie Beckenbodentraining, Biofeedback oder Elektrostimulation – oder operative Eingriffe mit modernster roboterassistierter Technik: Das Leistungsspektrum des Zentrums ist breit. Mit dem DaVinci-Operationssystem kann beispielsweise bei bestimmten Eingriffen besonders präzise, minimalinvasiv und nervenschonend operiert werden. Das bedeutet für die Patientinnen und Patienten: weniger Schmerzen, kleinere Narben und eine schnellere Genesung.

Doch auch nach der Operation hört die Begleitung durch das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums nicht auf: In der Nachsorge stehen gezielte Trainingsprogramme, Verhaltenstipps und persönliche Gespräche im Mittelpunkt. Denn Kontinenztherapie ist immer auch Vertrauensarbeit. Univ.-Prof. Dr. Sievert weiß: „Viele Patientinnen und Patienten haben einen langen Leidensweg hinter sich, wenn sie erstmals zu uns ins Zentrum kommen. Sie sind dankbar für eine diskrete und professionelle Beratung.

Neben der fachlichen Expertise setzt das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums auf Aufklärung und Offenheit. Denn viele Betroffene wissen zunächst gar nicht, dass ihre Beschwerden behandelbar sind. Hier leistet das Klinikum Lippe wertvolle Aufklärungsarbeit – in Sprechstunden, Informationsveranstaltungen und individuellen Gesprächen. Fortbildungen, Qualitätssicherungsmaßnahmen und wissenschaftliche Weiterentwicklung sind feste Bestandteile der Arbeit. So bleibt das Zentrum am Puls der Zeit – und die Patientinnen und Patienten profitieren von den neuesten Erkenntnissen aus Forschung und Praxis.

Mit der erneuten Zertifizierung bestätigt das Klinikum Lippe: Wer unter Kontinenz- oder Beckenbodenproblemen leidet, findet hier höchste Versorgungsqualität – und Menschen, die sensibel, professionell und mit großem Engagement helfen. Das Kontinenz- und Beckenbodenzentrum Lippe steht für moderne Medizin, interdisziplinäre Zusammenarbeit und einen respektvollen Umgang mit einem Thema, über das viele zu selten sprechen.

Brustzentrum Lippe erneut erfolgreich zertifiziert

Mehr als Operation und Bestrahlung

(v.l.n.r.) Freude im Brustzentrum Lippe über die erfolgreiche Zertifizierung: Breast Care Nurse Claudia Kaufmann, Oberärztin und Zentrumskoordinatorin Dr. Nina Pauly, Breast Care Nurse Simone Sasse und Klinikdirektorin Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven.

Das Brustzentrum Lippe hat das Überwachungsaudit der Ärztekammer Westfalen-Lippe erneut erfolgreich bestanden. Damit bestätigt die vom nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerium beauftragte Zertifizierungsstelle zum wiederholten Mal die hohe Qualität in Diagnostik, Therapie und Betreuung von Patientinnen mit Brustkrebs in Detmold. Und es gibt in diesem Jahr einen weiteren Grund zur Freude: Das Zentrum blickt auf 20 Jahre erfolgreiche Arbeit zurück – und richtet zugleich den Blick nach vorn: mit internationaler Studienbeteiligung und einem ganzheitlichen Verständnis von Brustkrebs als komplexer Systemerkrankung.

„Brustkrebs ist mehr als ein Tumor, den man entfernt und bestrahlt. Wir wissen heute, dass es sich um eine systemische Erkrankung handelt, deren Behandlung individuell und personalisiert erfolgen muss. Eine zielgerichtete Therapie ist auf die Patientin und den molekularen Charakter ihres Tumors abgestimmt“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven, Direktorin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie Leiterin des Brustzentrums. Sie ergänzt: „Am Klinikum Lippe setzen wir auf interdisziplinäre Zusammenarbeit, modernste onkologische Diagnostik und Therapieformen sowie neueste wissenschaftliche Erkenntnisse. Seit zwei Jahren bieten wir unseren Patientinnen darüber hinaus die Möglichkeit zur Teilnahme an nationalen und internationalen klinischen Studien.“

Seit 2023 ist das Brustzentrum Lippe Teil der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Bielefeld am Campus Lippe in Detmold. Seither wurde das Angebot modernster Krebsmedizin – insbesondere in der onkologischen Therapie – konsequent weiterentwickelt. Prof. Ataseven betont: „Wir bleiben am Puls der Zeit und ermöglichen unseren Patientinnen direkten Zugang zu neuesten Therapiekonzepten. Gerade bei einer Krebsdiagnose – und insbesondere bei Brustkrebs – zeigen zahlreiche Studien, dass moderne Behandlungsansätze die Überlebensprognose verbessern können. Kurz gesagt: Unsere Patientinnen erhalten nicht nur die beste etablierte Versorgung, sondern oft auch Zugang zu den Therapien von morgen.“

Mit dem erneut bestandenen Überwachungsaudit und dem 20-jährigen Bestehen unterstreicht das Brustzentrum Lippe seine Rolle als überregional anerkannter Partner in der Brustkrebsversorgung. Seit zwei Jahren ergänzt eine genetische Beratung das Angebot des Brustzentrums – eine wertvolle Unterstützung für Patientinnen. In Kooperation mit dem Deutschen Konsortium für familiären Brust- und Eierstockkrebs werden erblich bedingte Risikofaktoren untersucht und in die Therapieplanung einbezogen. Das Ziel des Teams: Für jede Patientin die bestmögliche Therapie – fundiert, individuell und transparent.

Brustzentrum Lippe

Brustkrebs ist mit rund 70.000 Neuerkrankungen jährlich die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in Deutschland. Als zentrale Säule der Frauengesundheit im Klinikum Lippe steht das Brustzentrum für eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, modernste medizinische Verfahren und die Anwendung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Operation, Strahlentherapie und Systemtherapie werden individuell kombiniert – unter Berücksichtigung genetischer Risiken, persönlicher Wünsche und aktueller Studienlage. Zertifizierte Operateurinnen und Operateure (ÄKzert Level I und II), hochmoderne Diagnostik und die enge Abstimmung im interdisziplinären Tumorboard sorgen für optimale Ergebnisse.

FOCUS-Klinikliste 2025 – Klinikum Lippe erhält acht Auszeichnungen

Das Klinikum Lippe gehört erneut zu den führenden Krankenhäusern in Deutschland. Laut der aktuellen FOCUS-Klinikliste 2025 wurde das Klinikum in insgesamt acht Kategorien für seine herausragende medizinische Qualität und exzellente Versorgung ausgezeichnet.

Zu den Fachbereichen, die bundesweit als „TOP Nationale Fachkliniken“ anerkannt wurden, zählen: Darmkrebs, Gallenchirurgie, Kardiologie, Parkinson, Proktologie und Prostata-Syndrom. Neben diesen Fachauszeichnungen konnte sich das Klinikum Lippe auch erneut über die Titel „TOP Nationales Krankenhaus 2025“ sowie „TOP Regionales Krankenhaus Nordrhein-Westfalen 2025“ freuen. Darüber hinaus wurden sieben Medizinerinnen und Mediziner des Klinikums als „FOCUS TOP Mediziner“ geehrt.

Die FOCUS-Klinikliste, die jährlich in Zusammenarbeit mit dem Recherche-Institut FactField erstellt wird, basiert auf einer umfassenden Analyse mehrerer tausend Kliniken in Deutschland. Bewertet werden dabei unter anderem Fallzahlen, Behandlungsergebnisse, Komplikationsraten sowie Patientenzufriedenheit. Auch die Expertise einweisender Ärztinnen und Ärzte sowie Bewertungen von Fachgesellschaften fließen in das Ranking ein.

Die Platzierungen im Überblick

Klinikliste 2025:

  • TOP Nationales Krankenhaus 2025
  • TOP Regionales Krankenhaus Nordrhein-Westfalen 2025

Empfohlene Fachabteilungen:

  • TOP Nationale Fachklinik Darmkrebs 2025
  • TOP Nationale Fachklinik Gallenchirurgie 2025
  • TOP Nationale Fachklinik Kardiologie 2025
  • TOP Nationale Fachklinik Parkinson 2025
  • TOP Nationale Fachklinik Proktologie 2025
  • TOP Nationale Fachklinik Prostata-Syndrom 2025

Gynäkologisches Krebszentrum Lippe von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert

Das Gynäkologische Krebszentrum Lippe am Standort Detmold wurde erfolgreich von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Innerhalb nur eines Jahres erreichte das Team der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe einen bedeutenden Meilenstein in der gynäkologischen Patientenversorgung. Die erfolgreiche Erstzertifizierung legt den Grundstein für eine exzellente und zukunftsweisende Versorgung in der gynäkologischen Onkologie. Bereits im Jahr der Zertifizierung werden im Gynäkologischen Krebszentrum Lippe mehr Patientinnen behandelt als im bundesweiten Durchschnitt vergleichbarer Krebszentren.

Das Gynäkologische Krebszentrum Lippe bietet spezialisierte und umfassende Versorgung für Frauen mit Krebserkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane oder einem entsprechenden Verdacht. Unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven stehen fünf erfahrene Oberärzte und Oberärztinnen, die sich auf gynäkologische Onkologie spezialisiert haben, den Patientinnen zur Seite. Sie begleiten sie durch den gesamten Behandlungsprozess – von der präzisen Diagnostik und der operativen Therapie über die Abklärung familiärer Risikofaktoren bis hin zur Systemtherapie.

Im Mittelpunkt des Zentrums stehen nicht nur Empathie und innovative Diagnostik, sondern auch modernste, evidenzbasierte Therapien. Dazu zählen fortschrittliche operative Verfahren wie die radikale Multiorganresektion sowie minimalinvasive und roboterassistierte Techniken. Diese Kombination ermöglicht optimale Behandlungsergebnisse und verbessert nachhaltig die Lebensqualität der Patientinnen.

Dr. Manuel Schweiger, Koordinator des Gynäkologischen Krebszentrums Lippe, betont: „Wir wissen, dass niemand auf die Diagnose Krebs vorbereitet ist. Deshalb unterstützen wir unsere Patientinnen in dieser belastenden Situation, indem wir umfassend informieren und sie durch den gesamten Behandlungsprozess begleiten. Dabei legen wir besonderen Wert auf personalisierte, leitliniengerechte Therapiestrategien, um den individuellen Bedürfnissen jeder Patientin bestmöglich gerecht zu werden.“

Dr. Nina Pauly, Leiterin der Sprechstunde für erblichen Brust-, Eierstock- und Gebärmutterkrebs unterstreicht zum Thema: „Die Zentralisierung medizinischer Versorgung steht oft in der Kritik, doch die Fakten sprechen eine klare Sprache: Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen haben in spezialisierten Zentren deutlich bessere Überlebenschancen. Umso mehr freut es uns, dass jetzt auch die Frauen aus Lippe direkt vor Ort von der Expertise, den innovativen Ansätzen und der erstklassigen Versorgung des Gynäkologischen Krebszentrums profitieren können.“

Klinikdirektorin Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven freut sich über die erfolgreiche Zertifizierung: „In Detmold sind wir hervorragend aufgestellt, um unsere Patientinnen bestmöglich zu versorgen. Als Teil des Universitätsklinikums OWL der Universität Bielefeld haben wir in unserem Zentrum direkten Zugang zu wegweisender klinischer Forschung in der gynäkologischen Onkologie. Unsere Patientinnen profitieren unmittelbar davon, da sie durch die Teilnahme an klinischen Studien Zugang zu den neuesten und innovativen Therapieansätzen erhalten.“

Zu den behandelten Krankheitsbildern am Gynäkologischen Krebszentrum Lippe zählen unter anderem Eierstockkrebs und andere bösartige Veränderungen der Eierstöcke, Gebärmutterkörper- und Gebärmutterhalskrebs, Vulva-(Schmalippen-)karzinom sowie erblich bedingter Brust- und Eierstockkrebs. Auch das Lynch-Syndrom, eine genetisch bedingte Krebserkrankung, gehört zum Spektrum des Zentrums.

Für die Terminvereinbarung im Gynäkologischen Krebszentrum Lippe steht eine eigene Hotline unter 05231 72-3013 zur Verfügung.

Lungenkrebszentrum Lippe zertifiziert

v.l.n.r.: Priv.-Doz. Dr. Jan Groetzner, Leiter des Lungenkrebszentrums Lippe und Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie; Dr. Hagen Vorwerk, Leiter des Lungenkrebszentrums Lippe und Chefarzt der Klinik für Pneumologie; Anastasiia Burylova, Koordinatorin des Lungenkrebszentrums Lippe; Dr. Markus Kindermann, Leitender Oberarzt der Klinik für Pneumologie; Chantale Franz, Qualitätsmanagementbeauftragte des Lungenkrebszentrums Lippe

Das Lungenkrebszentrum Lippe am Klinikstandort Lemgo wurde im Sommer von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert. Das Klinikum Lippe gehört somit zu den insgesamt 20 zertifizierten Lungenkrebszentren* in Nordrhein-Westfalen (NRW). Lediglich in 15 anderen Städten in NRW* sind Lungenkrebszentren, welche die hohen Zertifizierungsanforderungen der DKG erfüllen, zu finden. In der gesamten Region Ostwestfalen-Lippe mit 2 Millionen Einwohnern existierte bisher lediglich ein zertifiziertes Zentrum. Für Lungenkrebspatientinnen und -patienten aus dem Kreis Lippe bis hinein ins Weserbergland verbessert sich damit die Versorgung – und das auf einem nachgewiesen, hohen medizinischen Niveau.

Mit dem Slogan „Lunge? Lemgo!“ trat Priv.-Doz. Dr. Jan Groetzner im Jahr 2022 als neuer Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie seinen Dienst an. Die nun erreichte Zertifizierung des Lungenkrebszentrums Lippe war von Beginn an sein erklärtes Ziel. Heute sagt er: „In den vergangenen anderthalb Jahren haben wir die Lungenkrebsmedizin am Standort Lemgo weiter ausgebaut, die Thoraxchirurgie modernisiert und ein Netzwerk von Fachleuten aufgebaut. Ein großer Vorteil dabei war, dass wir auf dem umfassenden Leistungsspektrum des Klinikums Lippe aufbauen konnten. Pneumologie, Thoraxchirurgie, Onkologie, Strahlentherapie und Radiologie an einem Krankenhaus, das war für die Zertifizierung von großem Vorteil. Ich freue mich, dass wir gemeinsam als Team mit vielen Beteiligten aus den unterschiedlichsten Fachbereichen und Berufsgruppen im Zertifizierungsaudit überzeugen konnten. Mein großer Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die uns unterstützt haben.“

Doch auch nach der erfolgreichen Zertifizierung will und muss Groetzner mit seinem Team am Ball bleiben, denn „Ein zertifiziertes Zentrum bringt Vorteile für Patientinnen und Patienten sowie die zuweisenden Ärztinnen und Ärzte, weil die Therapie zwar individuell erfolgt, aber gleichzeitig die Abläufe gemäß der geltenden Leitlinien standardisiert sind. Ein wichtiger Faktor ist dabei eine große Anzahl von Patientinnen und Patienten zu operieren und auch zu überprüfen, wie es ihnen nach der Operation geht. Wir müssen also qualitativ so gut sein, dass wir überregional bekannt sind und sich unser Einzugsbereich erweitert, insbesondere auch bei den Haus- und Fachärzten. Diese haben übrigens immer auch die Möglichkeit, an unseren Tumorkonferenzen teilzunehmen. Sie bleiben also auch nach der Überweisung an die Klinik ein wichtiger Behandlungspartner.“

Auch Kooperationen, die Bestandteil der Vorgaben für das DKG-Zertifikat sind, sind dafür eine gute Gelegenheit. So arbeitet das Lungenkrebszentrum Lippe beispielsweise mit Praxen in Hameln zusammen. Dazu sagt der Chefarzt: „Netzwerke über die Grenzen eines Bundeslandes hinaus sind heute noch selten, aber unbedingt notwendig. Wir müssen auf die Landkarte schauen, wenn wir sinnvolle Kooperationen eingehen wollen. Und da ist dann das Einzugsgebiet und nicht die Grenze eines Bundeslandes entscheidend. Nur so können wir den Menschen eine wohnortnahe Versorgung auf hohem Niveau bieten. Dabei sollte man auch die Auswirkungen der universitären Ausrichtung unseres Krankenhauses nicht unterschätzen. Mit dem Campus Klinikum Lippe des Universitätsklinikum OWL der Universität Bielefeld haben wir die Möglichkeit und auch Verpflichtung klinische Forschung zu betreiben. Unsere Patientinnen und Patienten erhalten so durch die Teilnahme an klinischen Studien die Chance von neuen Therapieformen direkt als Erste zu profitieren.“

 *Quelle: Übersicht aller von der DKG-zertifizierten medizinischen Zentren auf der Internetseite OncoMap, https://www.oncomap.de/ (Zugriff September 2024)

Vorhofflimmer-Zentrum erfolgreich zertifiziert

Von links: Dr. Johannes Brockmeier, Dr. Vanessa Rubesch-Kütemeyer und Univ.-Prof. Dr. Stephan Gielen freuen sich über das DGK-Zertifikat für das Vorhofflimmer-Zentrum.

Für Patienten ist es nicht leicht zu erkennen, an welchem Krankenhaus man sich am besten bei Herzerkrankungen behandeln lassen soll. Eine wichtige Orientierung bieten dabei die durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierten Zentren. Diese müssen in einem Audit nachweisen, dass die Behandlung modernsten Standards entspricht und entlang strukturierter Behandlungspfade erfolgt. Für die Behandlung von möglichen Komplikationen müssen abgestimmte Notfallpläne vorgelegt werden.

Seit Ende Juni ist die Universitätsklinik für Kardiologie, Angiologie und internistische Intensivmedizin unter Leitung von Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. Stephan Gielen am Klinikstandort Detmold offiziell von der DGK als Vorhofflimmer-Zentrum zertifiziert. Damit gehört sie zum kleinen Kreis von bislang 85 zertifizierten Vorhofflimmer-Zentren in Deutschland.

Vorhofflimmern ist die häufigste anhaltende Herzrhythmusstörung. In Deutschland sind circa 1,8 Millionen Menschen davon betroffen – statistisch gesehen, ist das jeder 7. Mensch über 65 Jahren. In Zukunft ist auf Grund der zunehmenden Alterung der Gesellschaft mit einer weiteren Zunahme zu rechnen.

Vorhofflimmern führt zu schnellen und unregelmäßigen elektrischen Signalen in den Vorhöfen des Herzens. Dadurch sinkt die Pumpkraft des Herzens, man fühlt sich schlapp und schlechter belastbar. Oft führt schnelles Vorhofflimmern auch zu Luftnot – vor allem nach körperlicher Belastung. Die Diagnose ist einfach und wird mittels des EKG gestellt. Ziele der medizinischen Behandlung sind einerseits Gerinnselbildungen und Schlaganfälle durch eine Blutverdünnungsbehandlung (Antikoagulation) zu verhindern, andererseits wenn möglich den normalen Sinusrhythmus wiederherzustellen.

Seitdem man weiß, dass die Auslöser des Vorhofflimmerns meist krankhafte elektrische Impulse aus den Lungenvenen (Pulmonalvenen) sind, die in den linken Vorhof münden, gibt es mit der Pulmonalvenenisolation ein effektives und sicheres Therapieverfahren. Durch die Verödung (Ablation) der Lungenvenenmündung mit Hitze oder Kälte wird erreicht, dass elektrische Impulse aus den Lungenvenen nicht mehr den Sinusrhythmus der Vorhöfe stören können. Sowohl die Ablation mit dem Kälteballon (Kryo-Ablation) als auch Ablation mit Hochfrequenzstrom werden von Dr. Johannes Brockmeier und Dr. Vanessa Rubesch-Kütemeyer am Klinikum Lippe in Detmold angeboten. Je nach Verfahren liegen die Eingriffszeiten zwischen 45 und 90 Minuten.

„Die Zertifizierung als Vorhofflimmer-Zentrum bestätigt den hohen Standard unserer Rhythmologie und reiht sich in die bisherigen Zertifizierungen für die Behandlung von Herzinfarktpatienten (Chest Pain Unit) und von Herzschwächepatienten (Heart Failure Unit) nahtlos ein“, so Prof. Dr. Stephan Gielen. „Wir sind stolz darauf, den Patienten im Kreis Lippe und darüber hinaus diese hochspezialisierte Behandlung anbieten zu können“, freut sich Dr. Johannes Brockmeier, Leitender Arzt der Abteilung für Rhythmologie.

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