| Kinder- und Jugendmedizin

Damit Kinder schnell wieder gesund werden, achten wir besonders auf die Bedürfnisse unserer kleinen Patienten. Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist auf die Behandlung von kleinsten Frühgeborenen bis hin zu Teenagern spezialisiert.

Neben der Versorgung von Früh- und Neugeborenen, der allgemeinen Pädiatrie bis zur spezialisierten Kinderchirurgie, behandeln wir auch psychosomatische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen ohne Altersbeschränkungen. Wir arbeiten mit einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell oder auch ganzheitlichen Ansatz.

Wir bieten folgende Sprechstunden an

  • Adipositas
  • Frühgeborenen-Nachsorge
  • Neuropädiatrie
  • Kinderkardiologie
  • Kinderchirurgie

Bitte vereinbaren Sie einen Termin unter Telefon 05231 72-3171.

Außerdem beraten wir Sie gern zu Fragen der Psychosomatik

  • Epilepsie-Ambulanz, Telefon 05231 72-2070
  • Interdisziplinäres Frühförderzentrum Lippe, Telefon 05231 306-1070

| DIREKTOR

Priv.-Doz. Dr. med.
Marc Mendler

Klinikum Lippe
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Sekretariat: Sabine Schur
Telefon: 05231 72-3171

Dr. med.</br>Beate Ruppert

Dr. med.Beate Ruppert

Leitende Ärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Dr. med. <br />Ulrich Wunderle

Dr. med.
Ulrich Wunderle

Leitung des Perinatalzentrums Lippe
Dr. med.<br />Brigitta Kozma-Juhasz

Dr. med.
Brigitta Kozma-Juhasz

Oberärztin
Dr. med.<br />Ines Mendler

Dr. med.
Ines Mendler

Oberärztin, Leitung Pädiatrische Psychosomatik
Dr. med.<br />Günther Golla

Dr. med.
Günther Golla

Leitender Arzt Neuropädiatrie/IFF

| KINDER- UND JUGENDMEDIZIN

Unsere Schwerpunkte

Pro Jahr behandeln wir 3.000 kleine Patienten stationär und versorgen ca. 11.000 ambulant, mehr als 2.000 Babys werden im Klinikum geboren. Stationäre Behandlungsschwerpunkte liegen in der Versorgung von Früh- und kranken Neugeborenen, Kindern mit angeboren Herzerkrankungen, in der Diabetologie, der Kinderneurologie (Neuropädiatrie) sowie der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit psychosomatischen Erkrankungen.

Der ärztliche Dienst der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin besteht aus Fachärzten für Kinderheilkunde und Jugendmedizin, das Pflegepersonal aus examinierten Kinderkrankenpflegekräften. Darüber hinaus sind Operationsmethoden, Therapien und Behandlungen auf Kinder- und Jugendliche ausgerichtet. So können Sie sich auf langjährige Erfahrungswerte, Know-how und modernste Diagnosemöglichkeiten verlassen. Denn seit mehr als 80 Jahren gibt es in Detmold ein Kinderkrankenhaus.

Die Betreuung gesunder Neugeborener und die Durchführung der üblichen Vorsorgeuntersuchungen (U1 / ggf. U2) im Neugeborenenzimmer Detmold wird kinderärztlich gewährleistet. Bei entsprechenden Risikofaktoren (mütterlicher insulinpflichtiger Gestationsdiabetes, Vakuumextraktion, Hüftfehlbildungen etc. ) wird eine Ultraschalluntersuchung ergänzend durchgeführt.

Den Schwerpunkt der neonatologischen Arbeit bildet die Betreuung des „Frühgeborenen“. Als Frühgeborene werden Kinder bezeichnet, die vor 37 Schwangerschaftswochen auf die Welt kommen. Durch die Weiterentwicklung der Neonatologie hat sich die Grenze der Überlebensfähigkeit auch von extrem früh geborenen Kindern ab 23 – 24 Schwangerschaftswochen und einem Gewicht von 500 Gramm und weniger insgesamt enorm erhöht. Die hierfür notwendigen Voraussetzungen sind in unserer Klinik durch den Umzug in neue Räumlichkeiten mit Tür-an-Tür Nachbarschaft zum Kreissaal, der materiellen Ausstattung und qualifizierten Besetzung ideal.

Die intensive Unterstützung der lebensnotwendigen Körperfunktionen kann daher bei Bedarf ohne Verzögerung begonnen werden. Sie wird fortgesetzt bis Reifung und Wachstum einen stabilen Stand erreicht haben.
Die Einbeziehung der Eltern in dieser Lebensphase ist uns sehr wichtig. Neben der Förderung des Stillens, der Verfütterung von Muttermilch und Kangarooing, gibt es für die Eltern keine festen Besuchszeiten. Vielmehr sind wir bestrebt in allen Kontakten, pflegerischen Maßnahmen und medizinischen Eingriffen auf die individuellen Bedürfnisse unserer kleinen Patienten einzugehen. Je nach Zustand ist auch die Unterbringung in Eltern-Kind-Zimmern möglich. Hochrisiko-Frühgeborene werden zur Sicherheit noch bis zu 2 Jahren von „ihrem“ Neonatologen nachbetreut (Nachsorge).

Sprechstunden: Früh- und Risikoneugeborennachsorge

Auch bei normal verlaufender Schwangerschaft kann es zu seltenen Anpassungsschwierigkeiten des Kindes kommen oder zu anderen, nicht vorhersehbaren Problemen. Auch hier wird ein Neonatologe hinzugezogen.

Durch die Kooperation mit der Kinderchirurgie, Kinderanästhesie, Mund-Kiefer-Gesichtschirugen, Augen- und Hals-Nasen-Ohrenärzten und der Kinderkardiologie sowie Kinderkardiochirurgie im Herzzentrum Bad Oeynhausen, ist eine optimale Versorgung auch in diesen Bereichen gewährleistet. Unter anderem können so Kinder mit diversen angeborenen Fehlbildungen behandelt werden (z.B. angeborenen Herzfehler, Gastrochisis, Ösophagusatresie, Analatresie, Hiaturhernie, Hämangiom, Lippen-Kiefer-Gaumenspalte, Myelomenigozele, Hydrocephalus).

Asthma bei Kindern und Jugendlichen

Asthma bronchiale ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Sie kann bereits im Vorschulalter, aber auch im Jugendlichenalter beginnen. In der Regel ist eine Dauertherapie erforderlich.

Sie kann nur funktionieren, wenn der Patient und seine Eltern über Asthma bronchiale, die Ursachen, die Behandlung und mögliche Komplikationen informiert sind. Daher ist bei Diagnosestellung, eine ausführliche Aufklärung erforderlich. Mit zunehmendem Alter müssen aber nicht nur die Eltern, sondern auch die Kinder gut informiert sein.

Lungenerkrankungen

Erkrankungen der Lunge und der Atemwege sind bei Kindern häufig. In den meisten Fällen sind sie als Infektionserkrankungen zeitlich begrenzt. Wenn Kinder anhaltend über Wochen husten, auffällige Atemgeräusche haben oder nicht mehr belastbar sind, sollte eine kinderpneumologische Diagnostik überdacht werden.

Hierzu stehen uns verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, die abhängig sind von den Beschwerden und dem Alter des Patienten:

  • Bildgebung: konventionelles Röntgen, Computertomographie (Schichtaufnahmen) mit/ohne Kontrastmittel, Sonographie
  • Bronchoskopie (Spiegelung der tiefen Atemwege)
  • Lungenfunktionsmessung (Bodyplethysmographie) in Ruhe und nach Belastung (Laufband, Ergometer)
  • pH-Metrie (Messung des Säuregehaltes in der Speiseröhre)
  • Blutgasanalyse
  • Pricktest (Allergietest auf der Haut)
  • Labordiagnostik

Angeborene Herzfehler sind die häufigsten angeborenen Fehlbildungen überhaupt. Man rechnet auf ca. 100 Geburten mit einem Kind mit einem Herzfehler. Erworbene Herzfehler und andere Störungen des Herzens oder der Herzaktion sind dagegen eher selten. Ob ein Herzgeräusch harmlos ist oder ob tatsächlich eine Fehlbildung ursächlich ist, kann in der Regel mit der Echokardiographie entschieden werden.

Uns stehen moderne hochleistungsfähige Farbdoppler-Echokardiographiegeräte ebenso zu Verfügung wie EKG, Belastungs-EKG, Langzeit-EKG, Langzeitblutdruckmessung, Blutgasanalysen und die Möglichkeiten der Kinderradiologie und Pädiatrischen Pneumologie.

Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit dem Herzzentrum NRW Bad Oeynhausen.

Im Rahmen der kindlichen Entwicklung kann es für Eltern und Kind zu belastenden Schwierigkeiten kommen, die z.B. im Bereich von Schluck-, Ernährungs-, Schlaf- und Interaktionsstörungen liegen können. Die Therapie dieser Störungsbilder ist häufig schwierig und bedarf eines multimodalen Ansatzes. Dafür steht im Klinikum Lippe ein interdisziplinäres Team aus Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Oekotrophologen (Ernährungswissenschaftler) zur Verfügung, um eine umfassende Diagnostik und ein entsprechendes Behandlungskonzept zu gewährleisten.

Ziel dieses Therapiekonzeptes ist einerseits, körperliche Probleme diagnostisch aufzuarbeiten und zu therapieren, andererseits, Hilfe zur Selbsthilfe bei Problemen in der Interaktion zu bieten.

Es werden therapiert:

  • Patienten mit dauerhaftem und anhaltendem Schreien und Schlafstörungen
  • Patienten mit Schluckstörungen
  • Patienten mit allen Arten von Ernährungs- und Gedeihstörungen
  • Säuglinge und Kleinkinder mit Bindungsproblemen.

Sondenentwöhnung

Eine Sondenentwöhnung lässt sich in vier Phasen einteilen und kann – in Abhängigkeit von Sondierungsdauer und Grunderkrankung des Kindes – nach folgendem Prinzip ablaufen:

1. Eingewöhnungsphase
Ausschluss organischer Ursache, Beobachtung der Ernährungssituation und Besprechung des weiteren Vorgehens.

2. Phase der Nahrungsreduktion
Langsames Beenden der Zuführung von Sondenkost und damit Beginn der Sondenentwöhnung , Entwicklung des Hungergefühls.

3. Intensivphase
Umsetzung des gemeinsam entwickelten und auf die Bedürfnisse des Kindes angepassten Behandlungsplans unter intensiver therapeutischer Begleitung.

4. Stabilisierungsphase
Ein normales Essverhalten wird etabliert, es kommt wieder zu einer adäquaten Gewichtszunahme auch ohne Sondennahrung.

5. Nach einer häuslichen Belastung folgt die Entlassung.
Nach der Entlassung werden Sie und Ihr Kind noch einige Zeit weiter von unserem Team betreut und begleitet.


Im Rahmen unseres Behandlungsansatzes kommen folgende Techniken zum Einsatz:

  • Verwendung von videogestützten Techniken
  • Gemeinsames Anschauen der Aufzeichnungen mit der Mutter/den Eltern
  • Unterstützung der Bezugspersonen durch Identifizierung von positivem, fürsorglichem Verhalten
  • Beobachtung von problematischen Interaktionssequenzen mit anschließender Unterbreitung alternativer Interpretationsmöglichkeiten für kindliches Verhalten bei etwaiger Fehlwahrnehmung der kindlichen Signale
  • Verstärkung der kindlichen Kompetenzen und Selbstständigkeit Verstärkung von wünschenswerten Interaktionen durch Ermutigung/Lob, Fokussierung auf das »Hier und Jetzt«.
  • Gemeinsames “spielerisches” Essen zur Motivation von Kleinkind und Eltern

Für eine Kontaktaufnahme stehen wir bei Bedarf gerne unter 05231-72-3171 zur Verfügung. Im Rahmen akuter Belastungssituationen besteht selbstverständlich jederzeit die Möglichkeit sich auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten an die Notfallambulanz in der Zentralen Notaufnahme zu wenden.

Bereits im Kindes- und Jugendalter können Erkrankungen auftreten, die mit der Ernährung in direktem Zusammenhang stehen. In diesem Fall ist eine Ernährungsberatung oder -therapie von großer Bedeutung für die weitere gesundheitliche Entwicklung der betroffenen Patientinnen und Patienten.

Das Team der Ernährungsberatung und -therapie berät, schult und betreut Ihr Kind und Sie individuell und alltagstauglich und bemüht sich stets, persönliche Umstände und Vorlieben zu berücksichtigen. Die Beratungen werden auf Grundlange aktueller Leitlinien, produktneutral und- wenn möglich- vor allem bei jüngeren PatientInnen gemeinsam mit den Angehörigen durchgeführt. Längerfristig aufgenommene Patienten werden bei der Umsetzung einer ausgewogenen, bedarfsgerechten und genussvollen Ernährung gefördert und können in regelmäßig stattfindenden Einzel- und Gruppenberatungen lernen, ihr Ernährungsverhalten langfristig zu reflektieren und zu optimieren. Die Zusammenarbeit im interdisziplinären Team hat einen hohen Stellenwert und es findet eine enge Absprache mit Ärzten, Pflegepersonal und gesamten Therapeutenteam statt.


Leistungsspektrum

Ambulante Ernährungsberatung und – therapie

Adipositassprechstunde
Im Rahmen der Adipositassprechstunde wird eine einmalige Ernährungsberatung angeboten, an der die PatientInnen und ihre Eltern bzw. betreuenden Bezugspersonen teilnehmen. Ziel ist die Vermittlung einer altersentsprechenden, gesunden Lebensmittelauswahl unter Berücksichtigung der individuellen Vorlieben und Lebensgewohnheiten.

Sonstige ambulante Ernährungsberatung und – therapie
Bezüglich ambulanter Ernährungsberatungen wenden Sie sich bitte an das Sekretariat der Kinderklinik. Eine Kostenübernahme ihrer Krankenkasse ist notwendig.

Stationäre Ernährungsberatung und -therapie bei somatischen Erkrankungen

In gemeinsamen Beratungsgesprächen mit den kleinen und größeren Patienten und ihren Eltern bzw. betreuenden Bezugspersonen werden ernährungsmitbedingte Ursachen für die jeweilige Erkrankung beleuchtet und die geeignete Lebensmittelauswahl unter Berücksichtigung individueller Vorlieben und Gewohnheiten erarbeitet.

Behandelte Krankheitsbilder:

  • Übergewicht und Adipositas
  • Untergewicht und Mangelernährung
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien (z.B. Lactoseintoleranz, Fructosemalabsorption, Kuhmilcheiweißallergie, Zöliakie, Neurodermitis)
  • Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes mellitus Typ 1, Fettstoffwechselstörung etc)
  • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa, Reizdarmsyndrom)
  • Obstipation
  • Kurzdarmsyndrom
  • Refluxkrankheit
  • Künstlicher Ernährung,Sondennahrung
  • Ketogener Diät, usw

Mitbetreuung der stationären Ernährungstherapie von Früh- und kranken Neugeborenen

Die Allerkleinsten unter den Patienten bedürfen einer besonderen Aufmerksamkeit und sorgfältigen Betreuung hinsichtlich ihrer Ernährung. Ein optimal angepasster Nahrungsaufbau ist lebenswichtig für adäquates Wachstum und Entwicklung. Ein hygienisch äußerst hoher Standard im Umgang mit der Muttermilch und spezieller Frühgeborenennahrung wird von Beginn an gewährleistet durch das Lebensmittelsicherheitssystem HACCP. Die Versorgung mit Muttermilch als optimales Nahrungsmittel hat insbesondere bei sehr kleinen Frühgeborenen oberste Priorität.

Leistungen:

  • Regelmäßigen interdisziplinäre Ernährungsvisiten
  • Bereitstellung von Muttermilch/ Spezialnahrungen durch die Milchküche
  • Bereitstellung von Spenderinnenmilch durch die Frauenmilchbank
  • Überwachung nach HACCP

Stationäre Ernährungsberatung und -therapie von Säuglingen und Kleinkindern

Bei Fütterungs- und Gedeihstörungen arbeitet die Ernährungsberatung im multimodalen Team. Häufig betroffen sind ehemalige extrem kleine Frühgeborene, die auf der neonatologischen Intensivstation behandelt und über einen langen Zeitraum per Sonde ernährt wurden sowie Kinder mit therapierten Grunderkrankungen (z.B. Ösophagusstenose). Zur Diagnose und Therapie können dabei Videoaufnahmen von Fütterungs- und Esssituationen erstellt und ausgewertet werden. Im Rahmen der Sondenentwöhnung werden gemeinsame Spieleessen („Babypicknick“) durchgeführt.

Behandelte Krankheitsbilder:

  • Gedeihstörungen und Mangelernährung
  • Fütterungsstörungen
  • Sondenentwöhnung

Stationäre Ernährungsberatung und -therapie bei psychosomatischen Erkrankungen

Im Rahmen der Gruppenberatungen wird regelmäßig gemeinsam gekocht und gegessen.

Behandelte Krankheitsbilder:

  • Essstörungen (z.B. Anorexia nervosa, Binge Eating Disorder, Bulimie, Adipositas)
  • Noncompliance bei ernährungsassoziierten Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus Typ 1)

Im Rahmen der Ernährungsberatung und- therapie der Psychosomatik finden regelmäßige Gruppenschulungen und ein wöchentliches therapeutisches Kochen statt. Dabei werden die Patienten in den gesamten Prozess von der Planung incl. Rezeptauswahl, über den Einkauf der Lebensmittel, bis zur praktischen Umsetzung in unserer Therapieküche mit einbezogen. Die Angebote sollen dazu dienen, die Patienten bei der praktischen Umsetzung einer ausgewogenen, bedarfsgerechten Ernährung im Alltag zu unterstützen. Ebenso sollen die Patienten Handlungskompetenzen erlernen, um ihr Ernährungsverhalten langfristig zu reflektieren und zu optimieren.

Apparative Ausstattung:

  • Bioelektische Impedanz Analyse (BIA) zur Ermittlung der Körperzusammensetzung, des Grundumsatzes und des Ernährungszustandes
  • PC mit Nährwertberechnungsprogramm zur Berechnung von Nährstoffbedarf und -aufnahme sowie der Erstellung von individuellen Tagesplänen

Ansprechpartnerinnen

Ärztliche Leitung

Dr. med. Beate Ruppert
Fachärztin für Kinder- und Jugenmedizin, Ernährungsmedizinerin

Leitung der Ernährungsberatung und der Küchen in der Kinderklinik

Dr. rer.nat. Bettina Schlößer
Oecotrophologin (Dipl. oec. troph.) Ernährungsberaterin DGE

Stellvertretung

Stina Götmann
Oecotrophologin (Bc. oec. troph.) Ernährungsberaterin VDOE (in Arbeit)

Die Klinik für Kinderchirurgie ist ein Teil der Familienklinik. In enger Zusammenarbeit mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin wird das gesamte Spektrum der kinderchirurgischen Grundversorgung bis hin zur spezialisierten Versorgung von Früh- und Neugeborenen, Säuglingen sowie Kindern und Jugendlichen angeboten.

Sie wollen mehr erfahren? Informieren Sie sich gern hier: Kinderchirurgie

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie unterscheiden sich von uns Erwachsenen durch ihren Körperbau, ihre Größe und ihr Gewicht, aber auch in Hinblick auf ihre Stoffwechselfunktionen. Und Kind ist nicht gleich Kind. Deshalb gibt es in der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin die Spezialisten für Kinderanästhesie.

Sie wollen mehr erfahren? Informieren Sie sich gern hier: Kinderanästhesie

In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin behandeln wir auch psychosomatische Erkrankungen von Kindern und Jugendlichen ohne Altersbeschränkungen. Wir arbeiten mit einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell oder auch ganzheitlichen Ansatz.

Sie wollen mehr erfahren? Informieren Sie sich gern hier: Pädiatrische Psychosomatik

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist Teil des Perinatalzentrums Lippe..

Sie wollen mehr erfahren? Informieren Sie sich gern hier: Perinatalzentrum Lippe

Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin ist Teil der Familienklinik.

Sie wollen mehr erfahren? Informieren Sie sich gern hier: Familienklinik

| KINDER- UND JUGENDMEDIZIN

Stationen

Die Neontaologie und die pädiatrischen Intensivstation sind in unserer Kinik nicht integriert sondern räumlich getrennt. Auf der Neonatologie werden aus Gründen des Infektionsschutzes ausschließlich Kinder, die im eigenen Haus entbunden wurden, versorgt. Kinder, die von außen zu uns verlegt werden, werden auf der pädiatrischen Intensivstation (Päd-ITS) behandelt. Beide Stationen sind durch eine Schleuse getrennt.

Die beiden Stationen verfügen über die personellen und technischen Voraussetzungen zur Behandlung aller intensivmedizinischer Krankheitsbilder (außer extrakorporaler Verfahren) bei Kindern, Kleinkindern sowie Früh- und Neugeborenen. Dafür steht ein Team von 30 Fach-Krankenschwerstern und -Pflegern bereit. Die ärztliche Versorgung erfolgt durch 2 Oberärzte und insgesamt 7 Stationsärzte, die im Schichtsystem eingesetzt werden. Die Patienten werden bei entsprechenden Erkrankungen interdisziplinär durch unsere Kinderchirurgen, Anästhesisten, Kardiologen und Kinderkardiologen sowie Radiologen betreut. Bis auf angeborene Herzfehler und spezielle neurochirurgische Erkrankungen werden alle angeborenen Fehlbildlungen direkt im Klinikum operativ versorgt. In der Versorgung angeborenener Herzfehler besteht eine enge Kooperation mit dem Herzzentrum Bad Oynhausen. Neugeborene mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte werden in Kooperation mit einem Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie behandelt. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie ist auch die regelmäßige Durchführung physiotherapeutischer Maßnahmen durch speziell geschultes Personal der krankengymnastischen Abteilung.

Neonatologie

Die neonatologische Station bietet Platz für maximal 16 Kinder. Sie wurde im Januar 2012 bezogen und ist optimal auf die Bedürfnisse der kleinen Patienten ausgelegt. Die Station verfügt darüber hinaus über eine eigenes Eltern-Kind-Zimmer mit separater Nasszelle, in dem die Mutter auch bei Ihrem beatmeten Kind übernachten kann. Der Kreißsaal einschließlich des Sectio-OPs befindet sich in unmittelbarer Nähe zu der neontologischen Station (Wand-an-Wand-Versorgung). So können Früh- und Neugeborene unmittelbar nach Geburt möglichst schonend versorgt werden. Langwierige Transportwege und unnötige Umlagerungen werden somit verhindert.

Nach der Erstversorgung werden die Frühgeborenen und kritisch kranken Neugeborenen in speziellen Wärmebetten (Inkubatoren) versorgt. Aus hygienischen Gründen hat die Neonatologie eine eigene Besucherschleuse, die über den Zugang zum Kreissaal erreichbar ist. Der gesamte Intensivbereich besitzt eine zentrale Be- und Entlüftung mit modernster Luftfilterung.

Neben dem freundlichen Ambiente ist die Ausstattung mit hochmodernen Intensivgeräten zu erwähnen. Die Kreislaufüberwachung erfolgt mit einer leistungsstarken zentralen Monitoranlage. Bei Atemstörungen werden alle etablierten Beatmungsverfahren (einschließlich Hochfrequenzoszillation und NO (Stickstoffmonoxid) Beatmung) angewendet. Es stehen bis zu 9 Beatmungsplätze zur Verfügung. Eine ausreichende Anzahl gut ausgebildeter Pflegekräfte ist der Schlüssel für die individuelle und schonende Pflege gerade der Früh- und Neugeborenen (minimal-handling). Die Station erfüllt sämtliche personellen und räumlichen Anforderungen zur Versorgung extrem unreifer Frühgeborener und ist zusammen mit der Geburtshilflichen Abteilung des Klinikum Lippe als Perinatalzentrum der höchsten Stufe (Level 1) zertifiziert.

Die Anwesenheit der Eltern ist gerade bei schwer erkrankten Kindern unverzichtbar. Daher gibt es keine festen Besuchszeiten. Die Eltern können ihre Kinder jederzeit besuchen. Um eine ruhige Atmosphäre herzustellen haben wir allerdings die Besucherzahl pro Kind auf maximal zwei Personen beschränkt. Bei Besuch von Verwandten/Bekannten muss immer ein sorgeberechtigter Angehöriger anwesend sein. Bei Besuch von Kindern bitten wir, das Pflegepersonal zu informieren. Aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr der Intensivpatienten sollten alle Besucher frei von Infekten sein. Beim ersten Besuch werden alle Besucher in die durchzuführenden Hygienemaßnahmen eingewiesen und über das Verhalten auf den Intensivstationen aufgeklärt. Abgepumpte Muttermilch kann direkt beim Pflegepersonal abgegeben werden. Diese wird in einer eigenen Milchküche dann sofort gekühlt bzw. eingefroren und steht dann den Säuglingen jederzeit zur Verfügung. Früh- und Neugeborenen, die ausreichend trinken, können direkt auf der Station gestillt werden. Bei extrem frühgeborenen Säuglingen erfolgt vor Verfütterung der Nahrung eine mikrobiologische Testung der Muttermilch. Zur Förderung der Eltern-Kind-Beziehung und zur Stabilisierung des Gesundheitszustandes wird bei Früh- und Neugeborenen die Känguru-Methode (Herstellung eines intensiven Hautkontaktes zwischen Kind und Eltern) praktiziert. Stabile Neugeborene werden so schnell wie möglich entweder in das Neugeborenenzimmer oder auf unsere Säuglings-Kleinkinderstation (Eltern-Kindstation 3 D) verlegt.

Pädiatrische Intensivstation

Die Pädiatrische Intensivstation (Päd-ITS) befindet sich in unmittelbarem Anschluss an die Neo-ITS. Der Zugang erfolgt hier über die Besucherschleuse der Erwachsenen-Intensivstation. Die Station verfügt über zwei Patientenzimmer mit insgesamt 4 Beatmungsplätzen. Wie auf der Neonatologie wird zur Kreislaufüberwachung ein zentrales Monitoring durchgeführt und es stehen alle etablierten Beatmungsverfahren (einschließlich Hochfrequenzoszillation und NO (Stickstoffmonoxid)-Beatmung) angewendet. Neben anderen intensivpflichtigen Kindern und Jugendlichen werden auf dieser Station auch die kinderchirurgischen Patienten nach größeren Eingriffen nachbeatmet.

Die Station bietet Platz für bis zu 21 Säuglinge und Kleinkinder und eines Elternteils. Die Einbindung der Eltern in die Pflege und Behandlung von Säuglingen und Kleinkindern ist ein wichtiger Baustein unseres Therapiekonzeptes in der Behandlung dieser kleinen Patienten. Daher ist diese Station als Eltern-Kind-Station konzipiert. Sie besteht sowohl aus Einzelzimmern (jeweils 1 Mutter-Kind-Einheit) mit medizin-technischer Überwachungsmöglichkeiten (Monitoring), Zweibettzimmer (jeweils zwei Mutter-Kind-Einheiten) sowie Dreibettzimmer. Die Auswahl eines geeigneten Zimmers erfolgt nach Krankheitsbild Ihres Kindes und der Belegungssituation der Station. Jedes Zimmer verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche und Toilette. Examinierte Erzieherinnen entlasten tagsüber die Eltern.

Typische Krankheitsbilder, die auf dieser Station behandelt werden sind: Entwicklungsstörungen von Neugeborenen, Neugeborenenikterus (Gelbsucht), Infektionen der oberen und unteren Atemwege, Magen-Darm- Erkrankungen und Harnwegsinfektionen bis zur Nierenbeckenentzündung Zudem werden andere angeborene Erkrankungen, wie z. B. Stoffwechselstörungen oder Fehlbildungen, diagnostiziert und behandelt.

Hier werden Patienten mit allen chirurgischen Erkrankungen, z.B. hypertrophe Pylorusstenose, vesikoureteraler Reflux, Ureterabgangsstenose, Hypospadie, Leistenbruch, Hodenhochstand etc., dieser Altersgruppe betreut. (zur Kinderchirurgie)

Die Risiko-Neu-und Frühgeborenen werden nach der ersten Intensivphase, zusammen mit Ihren Müttern, auf der Mutter-Kind-Station, betreut. Die Einbeziehung und Unterstützung der Eltern (Stillberatung / KG-Handling / FG-Nachsorge / ggf. Frühe-Hilfen) ist für uns selbstverständlich.

In Zusammenarbeit mit dem Kinderneurologen (Neuropädiater) und der Kinderpsychologin führen wir Abklärungen und Behandlungen bei Entwicklungsverzögerungen und Krampfanfällen durch.

Die Station bietet Platz für 26 Patienten. Unsere Stationen besteht sowohl aus Einzelzimmern mit medizin-technischer Überwachungsmöglichkeiten (Monitoring), Zweibettzimmer, sowie Dreibettzimmer. Die Auswahl eines geeigneten Zimmers erfolgt nach Krankheitsbild Ihres Kindes und der Belegungssituation der jeweiligen Station. Jedes Zimmer verfügt über ein eigenes Bad mit Dusche und Toilette.

Schwerpunkte der Station sind neben den allgemeinpädiatrischen Erkrankungen die Blut- und Krebserkrankungen, endokrinologische Krankheitsbilder einschließlich Diabetes mellitus sowie neuropädiatrische Erkrankungen (Entwicklungsstörungen, Krampfanfälle etc.) sowie auch psychosomatischen Erkrankungen. Einen Schwerpunkt bilden die Atemwegserkrankungen, besonders das Asthma bronchiale.

Die kinderchirurgischen Patienten dieser Altersstufe werden integrativ auf dieser Station prä- und postoperativ versorgt.

Die Klinik für Kinderchirurgie ist ein Teil des Kinderzentrums. Kinder, die stationär aufgenommen werden, werden unter den optimalen Bedingungen der Kinderklinik einschließlich der kindgerechten Pflege versorgt. Bis zu einem Alter von 6 Jahren kann in der Regel ein Elternteil mit aufgenommen werden.

| KINDER- UND JUGENDMEDIZIN

Ambulanzen

In der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin finden Spezialsprechstunden nach Terminvereinbarung statt. Termine erhalten Sie unter: 05231 72-3161. Damit wir uns ein umfassendes Bild von Ihrem Kind machen können, bitten wir Sie, folgende Unterlagen mitzubringen:

  • Gelbes Untersuchungsheft
  • Arztbriefe und Laborergebnisse
  • Sonstige Vorbefunde
  • Aktuelle ambulante Überweisung von einem Arzt, Kinder- und Jugendarzt oder ggf. Kinderhämatoonkologen

Adipositasambulanz

Dr. med. Beate S. Ruppert

Frühgeborenen-Nachsorge

Dr. med. Günther Golla

Agnieszka Wieler

Dr. med. Ulrich Wunderle

Dr. med. Brigitta Kozma-Juhasz

Kinderkardiologie

Dr. med. Ulrich Wunderle

Neuropädiatrie

Dr. med. Günther Golla

Kinderchirurgie

Andreas Loick

| KINDER- UND JUGENDMEDIZIN

Bildergalerie

| KINDER- UND JUGENDMEDIZIN

Rückblick Welt-Frühgeborenen-Tag 2023

| PERINATALZENTRUM LIPPE

Frauenmilchbank

Muttermilch gilt als der Goldstandard, wenn es um die Ernährung von Neugeborenen geht. Dabei zeigen immer mehr Studien, dass insbesondere sehr kleine Frühgeborene von den wertvollen Inhaltsstoffen profitieren, die in ihr enthalten sind. Zahlreiche Enzyme und Abwehrstoffe schützen vor Infektionen sowie anderen Komplikationen und stimulieren die Entwicklung des noch unreifen Immun- und Verdauungssystems. Schon 100 ml Muttermilch am Tag reichen aus, um ein besonders kleines Frühgeborenes zu ernähren und sein Infektionsrisiko deutlich zu senken.

Doch was ist, wenn die Brust der Mutter keine oder nicht ausreichend Milch produziert? Oft steht gerade für die Frühchen in den ersten Tagen nach der Geburt keine oder nicht ausreichend Muttermilch zur Verfügung, da die Milchbildung der eigenen Mutter noch nicht in Gang gekommen ist. Durch die Frauenmilchbank am Klinikum Lippe können auch diese Kleinsten in den ersten Lebenstagen mit gespendeter Frauenmilch versorgt werden, bis ausreichend Milch der eigenen Mutter vorhanden ist.

Warum heißt es Frauenmilchbank?

Den Begriff Muttermilch verwenden wir, wenn es sich um die Milch der Mutter für das eigene Kind handelt. Von Frauenmilch hingegen sprechen Experten, wenn Frauen Muttermilch spenden, die dann für fremde Kinder verwendet wird.

Spenden können ausschließlich gesunde Mütter mit einer ausreichenden Milchbildung, die ihr Kind im Perinatalzentrum geboren haben. Wenn sie sich bereit erklären, einen Teil ihrer im Überschuss vorhandenen Muttermilch zu spenden, können sie so einem weiteren im Perinatalzentrum zu früh geborenen Kind oder sogar Mehrlingen eine wertvolle Starthilfe ins Leben geben. Milchspenden von außerhalb des Klinikums werden nicht angenommen. Jede gespendete Milchprobe wird im Labor sorgfältig untersucht, in der Milchküche pasteurisiert und tiefgefroren gelagert. Dabei gelten höchste hygienische und medizinische Auflagen, die das Klinikum Lippe erfüllt.

Das Klinikum Lippe ist Mitglied im Frauenmilchbank-Initiative e.V..

„Muttermilch für das eigene Kind wird selbstverständlich auch bei uns schon immer in der Milchküche gelagert und bei Bedarf portioniert an das Kind verfüttert. Nun haben wir die zusätzliche Möglichkeit, Spenderinnenmilch, das heißt Muttermilch einer anderen Frau nach ausführlichen Untersuchungen, an ein sehr kleines Frühgeborenes zu verfüttern, wenn dessen eigene Mutter zu dem Zeitpunkt keine Muttermilch produziert. Voraussetzung ist natürlich immer, dass alle Beteiligten einverstanden sind. Wichtig ist auch, dass unsere Milchbank derzeit ausschließlich Spenderinnenmilch von Frauen annimmt, deren Kind im Perinatalzentrum behandelt wird. Wir können keine Milchspenden von außerhalb der Klinik oder von anderen Patientinnen annehmen.“

Dr. rer. nat. Bettina Schlößer
Oecotrophologin
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

| KINDER- UND JUGENDMEDIZIN

Pädiatrische Psychosomatik

Klinikum Lippe
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Sekretariat: Sabine Schur
Telefon: 05231 72-3171

| PÄDIATRISCHE PSYCHOSOMATIK

Die Behandlung

In der Kinderklinik werden oft Kinder und Jugendliche vorgestellt, die von chronischen Kopfschmerzen, wiederkehrenden Bauchschmerzen oder Schwindel berichten. Bei den anschließend durchgeführten medizinischen Untersuchungen zur Abklärung möglicher Ursachen zeigt sich dabei aber häufig keine somatische Begründung.

In der Diagnostik werden daher mehrere Aspekte erfasst, die sich gegenseitig beeinflussen und auf die Symptomatik einen Einfluss haben könnten (körperlicher Befund, chronische Erkrankungen, psychische Situation, allgemeine Belastungen in Familie, Schule und Freundeskreis usw.). Sollten sich hier Ansatzpunkte für eine weitere Therapie ergeben, wird im Anschluss mit den betroffenen Kindern/Jugendlichen und deren Familie die weitere Behandlung geplant und vorbereitet.

Unser Behandlungsspektrum:

  • Essstörungen aller Schweregrade (z.B. Anorexie, Bulimie)
  • Angststörungen (z.B. Schulphobie, Schulabsentismus, Panikstörungen)
  • Somatoforme Störungen (z.B. Bauch- oder Kopfschmerzen, die sich nicht auf organische Ursachen zurückführen lassen)
  • Psychogene/ Dissoziative Störungen (Anfälle, Lähmungserscheinungen)
  • Emotionale Störungen
  • Depressive Erkrankungen
  • Anpassungsstörungen
  • Enuresis (Einnässen), Enkopresis (Einkoten)
  • Psychische Überlagerung vor dem Hintergrund chronischer Erkrankungen (z.B. Diabetes, Morbus Crohn, Asthma, Epilepsie, Multiple Sklerose)
  • Verhaltensauffälligkeiten unklarer Genese

Weitere Behandlungsschwerpunkte:

  • Frühkindliche Regulationsstörungen (u.a. Schrei-, Fütter-, Schlafstörungen)
  • Sondenentwöhnung

Kontraindikationen

Faktoren, die gegen eine stationäre Aufnahme sprechen
Eine Kontraindikation für die Behandlung besteht bei akuter Suizidalität, akutpsychiatrischen Störungsbildern (Schizophrenie, akute Eigen- und Fremdgefährdung) sowie bei bestehenden Suchterkrankungen (Alkohol, illegale Drogen). Es besteht zudem keine Indikation zu einer psychosomatischen Behandlung bei Patienten mit einer rein körperlichen Erkrankung ohne dahinterliegende bzw. mit der Erkrankung assoziierte psychische Faktoren und Verhaltenseinflüsse.


Ihr Weg zu uns

Die Einweisung erfolgt über niedergelassene Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten, Kinder- und Jugendpsychiater, Kinderärzte, sowie die Ambulanz der Kinder- und Jungendpsychiatrie.

Bei Rückfragen rufen Sie uns gerne an oder senden Sie uns eine E-Mail.

| PÄDIATRISCHE PSYCHOSOMATIK

Fallbeispiele

Der 13-jährige F. wurde in der Klinik aufgrund starker Bauchschmerzen und vieler Fehltage in der Schule auf der psychosomatischen Station vorgestellt. In den ersten Gesprächen berichtete er davon, dass er seit dem Umzug seines besten Freundes in eine andere Stadt kaum noch mit Gleichaltrigen treffe und seine Freizeit fast nur noch zu Hause verbringe. In der Schule habe er seit dem Wechsel auf eine weiterführende Schule zudem oft Schwierigkeiten, mit dem Lernstoff mitzukommen. Die schlechten Noten hätten dazu geführt, dass sich F. viele Sorgen um seine Zukunft machte und glaubte, dass er nie einen guten Schulabschluss erreichen werde. In der Familie wollte F. zuletzt oft „in Ruhe gelassen werden“, was immer wieder zu Streit führte. Die Hausärztin, bei der F. vorgestellt wurde, konnte keine körperliche Ursache finden, die die starken Bauchschmerzen erklärten, sodass sie eine psychosomatische Behandlung empfahl.


Die 15-jährige B. ist der Klinik aufgrund eines deutlichen Gewichtsverlustes durch  eine stark eingeschränkte Nahrungsaufnahme sowie gewichtsreduzierende Maßnahmen in der Klinik vorstellig geworden. Die Essproblematik würde seit ca. zwei Jahren bestehen. Bei einem Abnahmeversuch habe B. irgendwann die Kontrolle über ihr Essverhalten verloren. Des Weiteren sei B. oft niedergeschlagen und antriebslos. Sie ziehe sie sich zunehmend zurück, sei mit sich selbst und ihrem Körper nicht zufrieden.

Anmerkung: Die Fälle sind ausgedacht und stellen nur Beispiele  für Schwierigkeiten dar, die zur Aufnahme auf unserer Station führen können.

| PÄDIATRISCHE PSYCHOSOMATIK

Wie wir Ihr Kind behandeln

Diagnostik

Im Vorfeld der Behandlung wird eine umfassende medizinische und psychologische Diagnostik durchgeführt. Die psychologische Diagnostik umfasst, neben einer ausführlichen Eigen- und Fremdanamnese, den Einsatz standardisierter Testverfahren (Fragebögen, Interviews), die sowohl störungsspezifische als auch differentialdiagnostische Aspekte berücksichtigen. Im Rahmen medizinischer Diagnostik kommen unter anderen verschiedene Apparate zum Einsatz.

Testpsychologische Diagnostik je nach Bedarf und Diagnose

  • Angstfragebögen
  • Depressionsskala
  • Schmerzfragebögen
  • Essstörungsfragebögen

Apparative Diagnostik

  • Klinisch-chemisches Labor
  • EKG
  • Blutdruck
  • Bildgebende Verfahren (Ultraschall, MRT, Sonographie)

Therapie

Unsere Therapie erfolgt nach einem multimodalen Behandlungskonzept und setzt sich aus verschiedenen Bausteinen zusammen:

  • Psychologen
  • Ärztliche Visiten, Medizinische Untersuchungen
  • Ergotherapie
  • Physiotherapie
  • Entspannungsverfahren
  • Je nach Indikation Ernährungsberatung bzw. -therapie
  • Sozio-Milieu-Therapie
  • Besuch der Klinikschule

In regelmäßigen Sitzungen unseres multidisziplinären Teams werden aktuelle Behandlungsergebnisse, -ziele und die weitere Behandlungsplanung besprochen. Um den Transfer des Gelernten in den Alltag zu unterstützen, haben unsere Patienten die Möglichkeit, entsprechend ihres Gesundheitszustandes, das Wochenende zu Hause zu verbringen.

| PÄDIATRISCHE PSYCHOSOMATIK

Besuch der Klinikschule

Die Schule im Klinikum ist für die schulische Versorgung der schulpflichtigen Patienten*innen zuständig.

Unser Unterricht

  • findet in jahrgangs- und schulformübergreifenden Kleingruppen (bis zu 5 Schüler*innen) oder bei Bedarf auch als Einzelunterricht statt
  • bietet aber auch die Möglichkeit, sich in größeren Gruppen zu erproben
  • richtet sich tagesaktuell nach den individuellen Voraussetzungen (Lernniveau, körperliche wie psychische Belastbarkeit) der Lernenden
  • umfasst in der Regel zwischen 2 und 4 Stunden täglich
  • beruht auf gemeinsamer Absprache der Unterrichtsinhalte und deren regelmäßiger Reflexion
  • bietet individuelle Rückmeldungen zu Leistung sowie Arbeits- und Sozialverhalten
  • orientiert sich nach Möglichkeit an den Lehrplänen der Stammschule
  • umfasst in der Regel die Fächer Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein, Erdkunde, Geschichte sowie künstlerische Angebote
  • wird bereichert durch vielfältige Projekte und gemeinsame Aktivitäten
  • ist verlässlich und verbindlich, da für jede Station der Klinik ein festes Lehrkräfteteam zuständig ist

Unser Team am Standort Detmold

Frau Hermannsdörfer

Frau Hermannsdörfer

Lehrerin

Deutsch, Englisch, Latein und Kunst

Herr Sommerfeld

Herr Sommerfeld

Lehrer

Mathematik, Erdkunde und Geschichte

| PÄDIATRISCHE PSYCHOSOMATIK

Ein starkes Team für die Gesundheit

Das Team der Ernährungsberatung und -therapie der Psychosomatik besteht akutell aus zwei Oecotrophologinnen. Neben der regulären Ernährungsberatung und- therapie stehen sie stets für alle Fragen zum Thema Ernährung zur Verfügung. Die Angebote sollen dazu dienen, die Patienten bei der praktischen Umsetzung einer ausgewogenen, bedarfsorientierten Ernährung im Alltag zu unterstützen. Ebenso sollen die Patienten Handlungskompetenzen erlernen, um ihr Ernährungsverhalten langfristig zu reflektieren und zu optimieren. Zudem werden bei Bedarf die Eltern bzw. die Bezugspersonen der Patienten durch gemeinsame Gespräche unterstützt.

Regelmäßige Angebote:

Kochgruppe
Im Zuge der Ernährungstherapie wird im Gruppenkontext einmal wöchentlich eine therapeutisch geführte Kochgruppe durchgeführt. Dabei werden die Patienten in den gesamten Prozess von der Rezeptauswahl, über den Einkauf bis zur Zubereitung verschiedenster Gerichte mit einbezogen. Im Anschluss wird das Gekochte bei einem gemeinsamen Abendessen verzehrt.

Einzelberatung
Patienten mit Essstörungen erhalten eine Ernährungsberatung im Einzelgespräch. Dabei werden sie durch individuelle Ernährungspläne bei einer Gewichtszunahme, -stabilisierung oder -abnahme unterstützt. Nährstoffdefizite werden, wenn möglich, über die Ernährung ausgeglichen. Eine altersgerechte Mahlzeitenstruktur, bedarfsgerechte Portionsgrößen und eine gesunde Lebensmittelauswahl sind ebenfalls fester Bestandteil der Einzelgespräche. Durch eine wöchentliche Messung der Körperzusammensetzung mit der bioelektrischen Impedanz-Analyse kann dabei die Entwicklung des Ernährungszustandes beurteilt werden. Patienten mit Erkrankungen, die eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten erfordern (z.B. Diabetes mellitus Typ 1, Zöliakie, Lebensmittelunverträglichkeiten), werden in Einzelberatungen individuell geschult und bei der Umsetzung einer bedarfsgerechten, gesunden Ernährung unterstützt.

Gruppenschulungen
Bei den einmal wöchentlich stattfindenden Gruppenschulungen lernen die Patienten das Basiswissen einer gesunden Ernährung kennen. Theoretische Inhalte werden durch praktische Übungen wie Geschmackstestungen oder Genussübungen ergänzt. Zusätzlich zur Wissensvermittlung dient die Gruppenschulung dazu, den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken und das Arbeiten im Team zu üben.

Apparative Ausstattung:

  • Bioelektrische Impedanz Analyse (BIA) zur Ermittlung der Körperzusammensetzung und des Ernährungszustandes
  • PC mit Nährwertberechnungsprogramm zur Berechnung von Nährstoffbedarf und -aufnahme sowie der Erstellung von individuellen Tagesplänen

Leitung:

Dr. rer.nat. Bettina Schlößer
Oecotrophologin (Dipl. oec. troph.) Ernährungsberaterin/DGE

Stellvertretung:

Irina Dann
Oecotrophologin (Bc. oec. troph.) Ernährungsberaterin VDOE

Ergotherapie hat das Ziel der größtmöglichen Selbständigkeit, Teilhabe und Lebensqualität. Dazu gehört die Ermittlung, Stabilisierung, Förderung und (Wieder-)Herstellung von z.B. Antrieb, Motivation und Belastbarkeit, emotionalen Kompetenzen wie Gefühlsausdruck und Erlebnisfähigkeit, realitätsbezogener Eigen- und Fremdwahrnehmung oder auch einem positiven Selbstbild und Ich-Stärke. Zudem sollen Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit, Konzentration, Merkfähigkeit, situationsgerechtes Verhalten gefördert werden und Strategien zur Selbstfürsorge, Selbstversorgung und Selbständigkeit entwickelt werden.

Methoden zum Erreichen der Ziele

  • Mit der kompetenzzentrierten Methode sollen verloren gegangene oder nicht vorhandene Kompetenzen erworben werden. Dies kann u.a. durch die Nutzung lebenspraktischer, handwerklicher und/oder arbeitsbezogener Medien zur Übung bestimmter Tätigkeiten gefördert werden. Der Patient soll eine bessere Orientierung und Selbsteinschätzung (Introspektion) erlangen und lernen, einen Bezug zur Realität herzustellen. Die über diesen Behandlungsweg erreichten Erfolge helfen dann, Stabilität und Selbstvertrauen zu stärken.
  • Die interaktionelle Methode ist ein überwiegend prozessorientiertes Gruppenangebot mit soziozentrierten, interaktionellen Übungen. Im Vordergrund steht hier die Förderung von sozialen Kompetenzen und Beziehungsfähigkeiten, Selbst- und Fremdwahrnehmung, Kommunikations- und Interaktionsfähigkeit sowie situationsgerechtem Verhalten.
  • In der ausdruckszentrierten Methode soll der Patient über kreativ-gestalterisches Tun und Handeln eine bessere Wahrnehmung von Erlebnisqualitäten erlernen. Dazu gehört, Wünsche Bedürfnisse und Gefühle verbal und insbesondere nonverbal zum Ausdruck zu bringen. Im Vordergrund steht hier der Gestaltungsprozess als Weg zum besseren Selbstverständnis und Einblick in die darin begründeten persönlichen Reaktions- und Verhaltensweisen.
  • Eine weitere Methode ist das Kognitive Hirnleistungstraining.

(Quelle: DVE)

Sonja Krumwiede
Staatlich anerkannte Ergotherapeutin
B.A. Soziale Arbeit

Wir begleiten die Patienten während ihres Aufenthaltes auf der Station. Dazu gehören das Einnehmen der gemeinsamen Mahlzeiten und die Gestaltung der Freizeit. Wert legen wir auf einen strukturierten Tages – und Wochenablauf, um den Patienten Hilfestellung und Sicherheit im Alltagsgeschehen geben zu können. Zur Bezugspflege ist uns zudem die individuelle Betreuung der einzelnen Patienten wichtig, um ihnen Rückmeldung über ihr Verhalten zu geben; immer verbunden mit dem Ziel einer positiven Verbesserung der persönlichen Situation. In der Soziomilieutherapie versuchen wir, durch zielgerichtete Angebote, die Ressourcen der Patienten zu nutzen um ihnen Möglichkeiten der Umsetzung für den späteren häuslichen Alltag zu geben. Dazu gehören z.B. Aktivnachmittage mit-Ausflügen, Besichtigungen und sportlichen Aktivitäten. Auf der Station bieten wir als praktisches Tun gemeinsames Spiel, kreatives Gestalten und Werken an. Um die sozialen Kompetenzen und das Selbstwertgefühl unserer Patienten zu fördern, bieten wir Soziales Kompetenztraining (SKT), sowie „Darstellendes Spiel“ an. Hierbei lernen die Patienten u.a., mit eigenen Stärken und Schwächen, sowie mit Kritik konstruktiv umzugehen und eigene Interessen zu vertreten. Probleme im Gruppenalltag versuchen wir im gemeinsamen Gespräch, oder in Patientenkonferenzen zu lösen. Hierbei ist es uns wichtig, jedem Patienten zu ermöglichen angstfrei seine Meinung zu sagen. Ein respektvolles Miteinander ist uns sehr wichtig.

Alexandra Schinkel
staatl. anerk. Erzieherin

Dagmara Wagner
Erzieherin

Anne Janings
Erzieherin

Einzelphysiotherapie

Häufig beeinflussen psychosomatische Beschwerden den Bewegungsapparat. In der Einzeltherapie gehen wir individuell, mittels Physikal-, Manual- und Reflextherapie, auf die Beschwerden der Patienten ein. Hierdurch erzielen wir eine Schmerzlinderung und einen energetischen Ausgleich. Ebenfalls bieten wir nach Bedarf Bewegungs- und Entspannungstherapien an.

Bewegungstherapie

Bewegung in der Psychosomatik ist wichtig zur Körperwahrnehmung, zur Stärkung des Selbstbewusstseins und zur Wiederherstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Diverse Studien belegen, dass durch regelmäßiges Ausdauertraining das Wohlbefinden gesteigert wird.

Die Bewegungstherapien finden im Gruppenkontext statt. Zu unseren Angeboten gehören:

Nordic Walking
Einmal wöchentlich gehen wir im zügigen Tempo mit Nordic Walking-Stöcken eine dreiviertelstündige Runde. In unmittelbarer Nähe der Klinik, außerhalb des Stadtverkehrs, haben wir schöne Gehstrecken.
Therapeutisches Boxen
In der Turnhalle des Klinikums findet einmal in der Woche das therapeutische Boxen statt. Vor allem die Patienten, die in sich gekehrt, unsicher und zurückhaltend sind, profitieren hiervon und können ihr Selbstbewusstsein steigern.
Yoga und Gymnastik
Durch Mobilisation, Koordination, Dehnung und leichten Kräftigungsübungen kann der eigene Körper besser erspürt und wahrgenommen werden.

Entspannungstherapie

Die Entspannungstherapie findet ebenfalls einmal wöchentlich im Gruppensetting statt. Hier bieten wir die progressive Muskelrelaxation nach Jacobsen, Autogenes Training sowie Phantasiereisen an.

Jessica Janzen
Physiotherapeutin
Manualtherapeutin
Biokybernitsche manuelle Therapie und Reflextherapie bei Kindern
mehrere Fortbildung im Bereich Ess- und Trinktherapie
Atemtherapie bei Kindern
Rehasporttherapeutin
Box Coach

Anna Kunze-Janzen
Physiotherapeutin
Box Coach
mehrere Fortbildungen im Bereich Ess- und Trinktherapie
Therapeutin für Orthopädische Rückenschule

Psychotherapie ist eine Behandlung von psychischen Erkrankungen, die das Erleben, das Verhalten und das allgemeine Wohlbefinden stark beeinträchtigen können. Mithilfe von wissenschaftlich anerkannten Verfahren und Methoden führen wir mit eine umfassende psychologische Diagnostik und Behandlung durch. In der Einzelpsychotherapie, die anhand eines individuell erstellten Behandlungsplanes erfolgt, werden Verfahren aus der kognitiven Verhaltenstherapie und systemischen Familientherapie angewandt. Kognitive Verhaltenstherapie geht davon aus, dass psychische Erkrankungen durch erlernte Verhaltensmuster und Gedanken entstehen, die zu Einschränkungen der Lebensqualität, belastenden Gefühlen, Unsicherheiten und dem Verlust früher vorhandener Kompetenzen und Ressourcen führen. Mittels verhaltenstherapeutischer Techniken wird versucht, problematisches Verhalten und Erleben als solches bewusst zu machen und hilfreiche Verhaltens- und/oder Denkweisen in der Therapie zu erlernen. Die Patienten werden zur aktiven Veränderung ihres Handeln, Denkens und Fühlens motiviert und in ihren Problembewältigungsfertigkeiten gestärkt. Dabei werden die bereits vorhandenen Ressourcen herausgearbeitet, gefördert und für den Veränderungsprozess nutzbar gemacht.

Systemische Therapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Schwerpunkt auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen liegt. Dabei spielt insbesondere die Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familien und deren sozialer Umwelt eine Rolle. Die Systemische Therapie ist an Beziehungsprozessen der Personen interessiert, die an der Entstehung und Aufrechterhaltung eines Problems beteiligt, und daher auch für Veränderungs- und Lösungsprozesse von Bedeutung sind. Ziel der Therapie ist eine Erweiterung der Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten des/der Einzelnen und des Gesamtfamiliensystem. Es wird ressourcenorientiert gearbeitet, dabei wird versucht bisherige Muster und Vorannahmen in Frage zu stellen und alternative Sichtweisen, Interaktionsregeln und Handlungen zu etablieren.

Im Rahmen der Behandlung finden zudem in mind. wöchentlichen Abständen begleitende Eltern- bzw. Bezugspersonengespräche statt. Des Weiteren bieten Gruppentherapie an, die sowohl störungsspezifisch (z.B. für Patienten mit Essstörungen als auch störungsübergreifend (z.B. zur Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen; Ansätze aus der Dialektisch-Behavioralen-Therapie, DBT-A) durchgeführt wird.

Agnieszka Wieler
Psychologin, M. Sc.
Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Sylvia Dzäbel-Ruck
Psychologin

Erik Schmilgus
Psychologe

Zum Behandlungsteam der psychosomatischen Station gehören u.a. Ärzte. Sie klären zu Beginn, ob organische, d.h. körperliche Erkrankungen als wesentliche Ursache der Beschwerden ausgeschlossen sind. Außerdem sind sie für die Behandlung von chronischen Erkrankungen zuständig, die von einer psychosomatischen Störung begleitet sein können. Bereits vor Behandlungsbeginn werden vorhandene medizinische Unterlagen gesichtet und bei Bedarf ergänzende Untersuchungen veranlasst. Bei Aufnahme in der Klinik werden die Kinder ärztlich untersucht, eine eventuelle medikamentöse Therapie überprüft und bei Bedarf angepasst. Bei akuten Beschwerden während des Aufenthalts stehen tagsüber die Stationsärzte und bei Bedarf nachts ein diensthabender Arzt zur Verfügung. Zu festen Zeiten werden die Kinder wöchentlich vom Stationsarzt visitiert. Er nimmt an den täglichen Besprechungen im Team teil. Falls notwendig stehen dem Klinikum alle modernen Untersuchungsmethoden zur Verfügung: Labor, EKG, Langzeit-EKG, EEG, Röntgen, CT (Computertomographie), MRT (Magnetresonanztomographie, “Kernspin”), Magen- und Darmspiegelung. Da bereits vor der stationären Aufnahme eine ausführliche Organdiagnostik durchgeführt wurde und deren Ergebnisse vorliegen, sind in der Regel weitere eingreifende Untersuchungen nicht mehr angezeigt. Bei begleitenden chronischen Erkrankungen, wie zum Beispiel ein juveniler Diabetes mellitus, werden selbstverständlich alle notwendigen Laborwerte regelmäßig überwacht und die medikamentöse Therapie bei Bedarf angepasst.

| KINDER- UND JUGENDMEDIZIN

Medizinischer Kinderschutz am Klinikum Lippe

Eine Aufgabe der Kinderheilkunde ist der Schutz des Kindeswohls und der professionelle Umgang mit Fällen von Kindeswohlgefährdungen. Diese Arbeit gelingt am besten in einem multidisziplinären Team und mit guter Vernetzung zu den Behörden, besonders den Trägern der Jugendhilfe (Jugendämter).

Am Klinikum Lippe gibt es zu diesem Zweck eine klinikinterne Kinderschutzgruppe. Diese besteht aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ärztlichen, psychosozialen und pflegerischen Teams der Kliniken für Kinder- und Jugendmedizin, für Kinderchirurgie und Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Außerdem gibt es am Klinikum Lippe die medizinische Kinderschutzambulanz. Diese betreut Kinder und Jugendliche in misshandlungsverdächtigen Situationen.

Aufgaben der klinikinternen Kinderschutzgruppe

  • Koordinierung und Aufarbeitung der im Klinikum Lippe auffallenden Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdung 
  • Kommunikation nach außen (z.B. mit Jugendämtern) in Fragestellungen, die das Kindeswohl betreffen
  • Fort- und Weiterbildung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums in Sachen Kinderschutz
  • Entwicklung von klinikinternen Standards für den Umgang mit Kinderschutzfällen

Medizinische Kinderschutzambulanz

Die medizinische Betreuung von Kindern und Jugendlichen in misshandlungsverdächtigen Situationen erfordert Zeit und Fingerspitzengefühl. Um diese sensible und wichtige Aufgabe sicherzustellen, bietet die Kinderklinik in Kooperation mit der Kinderchirurgie und der Frauenklinik die medizinische Kinderschutzambulanz an.

Die Vorstellung der Patienten erfolgt zeitnah nach Terminvereinbarung. Sichtbare Verletzungen werden durch Fotos dokumentiert. Eine anzeigeunabhängige Beweissicherung ist möglich. Häufig ist nach einer Misshandlung auch eine unauffällige ärztliche Untersuchung relevant und für die psychische Verarbeitung des Geschehenen wichtig. Akute Fälle mit Blutungen oder andersartigen Verletzungen können selbstverständlich jederzeit über die Notfallambulanz der Kinderklinik vorgestellt werden.

Auch in der psychosozialen Begleitung unserer Patienten engagieren sich die Mitarbeitenden der Kinderschutzambulanz. Einerseits werden traumatisierte Kinder und Jugendliche, die Misshandlungen erlebt haben, im Rahmen der Krisenintervention psychologisch betreut, andererseits besteht auch die Möglichkeit, den Verdacht einer Misshandlung spieltherapeutisch einzuschätzen und abzuklären. Hier sollen sich betroffene Kinder, die traumatisierende Erlebnisse noch nicht selbstständig äußern können, in einer wertschätzenden und kindgerechten Atmosphäre öffnen können.

Die medizinische Kinderschutzambulanz wird gefördert mit Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen (MAGS NRW) und arbeitet eng mit dem Kompetenzzentrum Kinderschutz im Gesundheitswesen des Landes NRW zusammen.

Ihre Ansprechpartner

  • Dr. med. Beate Ruppert, leitende Oberärztin der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
  • Telefon 05231 72-3171
  • E-Mail an die Kinderklinik

Weitere Informationen zum Thema Kinderschutz finden Sie auch auf den Internetseiten vom Kreis Lippe.

Rund 3000

Kinder und Jugendliche behandeln wir jährlich stationär

Seit über 80

Jahren gibt es in Detmold eine Kinderklinik

Rund 11000

ambulante Patienten behandeln wir jährlich