GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz: Krankenhäuser in OWL diskutieren mit der Politik

Gemeinsame Presseinformation des Klinikums Bielefeld, des Evangelischen Klinikums Bethel, des Klinikums Lippe, der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen und des Klinikums Gütersloh
In einem Hintergrundgespräch zu geplanten Kürzungen im Krankenhausbereich haben sich die Geschäftsführungen der großen Krankenhausträger in Ostwestfalen-Lippe intensiv mit Vertretern der Politik über die gravierenden Auswirkungen der aktuellen Sparvorschläge für die Krankenhauslandschaft der Region ausgetauscht.

Vertreterinnen und Vertreter der großen Krankenhausträger in Ostwestfalen-Lippe haben mit rund 30 Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region, Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus der Kommunalpolitik über die Auswirkungen des geplanten GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetzes auf die Krankenhausversorgung gesprochen. Das Gespräch fand im Betheler Krankenhaus Mara in Bielefeld statt. Im Mittelpunkt standen die wirtschaftlichen Folgen der vorgesehenen Einsparungen und die gravierenden Risiken für die qualitativ hochwertige wohnortnahe Gesundheitsversorgung der Bevölkerung, die daraus resultieren könnten.

An dem Austausch beteiligten sich die Geschäftsführungen des Klinikums Bielefeld, des Evangelischen Klinikums Bethel, des Klinikums Gütersloh, der Katholischen Hospitalvereinigung Ostwestfalen sowie des Klinikums Lippe. Gemeinsam versorgen die fünf Träger rund fünf Prozent aller Krankenhauspatientinnen und -patienten in Nordrhein-Westfalen.

Die Krankenhäuser haben in dem Gespräch die wirtschaftliche Situation der Kliniken anhand konkreter Zahlen dargestellt. Allein der Wegfall des Rechnungszuschlags wird die beteiligten Häuser ab dem Jahr 2027 mit rund 46 Millionen Euro belasten. Sollte das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz in seiner aktuellen Form umgesetzt werden, kämen weitere Einschnitte von mehr als 61 Millionen Euro hinzu. Insgesamt würden den fünf Trägern somit jährlich mehr als 107 Millionen Euro an Einnahmen bei gleicher Leistungsmenge fehlen.

„Die Krankenhäuser stehen zu notwendigen Reformen und unterstützen das Ziel, die gesetzliche Krankenversicherung langfristig zu stabilisieren. Gleichzeitig müssen Reformen so ausgestaltet werden, dass die medizinische Versorgung der Menschen vor Ort nicht gefährdet wird“, betonten die Krankenhausvertreter im Gespräch.

Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Sicherung einer leistungsfähigen Krankenhauslandschaft eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe von hoher Relevanz ist. Die Krankenhäuser begrüßten die Bereitschaft der anwesenden Bundes- und Landespolitiker und der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, die dargestellten Herausforderungen ernst zu nehmen und in die weiteren politischen Beratungen einzubringen.

Bereits am Freitag haben die Krankenhäuser in einer gemeinsamen Protestaktion symbolisch ihre Krankenhaus-Eingänge geschlossen, um Patientinnen und Patienten auf die erforderlichen Korrekturen der Sparvorhaben aufmerksam zu machen.

Der sehr konstruktive Austausch zwischen den Vertretern der Krankenhäuser und den politischen Gesprächspartnern war dabei von hoher Wertschätzung der in den Krankenhäusern geleisteten Arbeit geprägt. Alle Anwesenden bekräftigten ihren Willen, den Dialog fortzusetzen und gemeinsam tragfähige Lösungen für die aktuellen Herausforderungen zu entwickeln. „Krankenhäuser sind zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge. Wir sichern die Versorgung der Menschen rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr. Deshalb brauchen wir wirtschaftliche Rahmenbedingungen, die eine qualitativ hochwertige Versorgung auch künftig ermöglichen“, lautete die gemeinsame Botschaft der beteiligten Träger.

In einem Hintergrundgespräch zu geplanten Kürzungen im Krankenhausbereich haben sich die Geschäftsführungen der großen Krankenhausträger in Ostwestfalen-Lippe intensiv mit Bürgermeistern, Bundes- und Landtagsabgeordneten im Krankenhaus Mara in Bethel ausgetauscht.
Foto: Mario Haase

Den Kindern einen Platz geben

20 Jahre Erinnerungsgottesdienst des Klinikums Lippe

Es sind kleine Namen auf großen Herzen. Manche davon wurden nie ausgesprochen. Manche Kinder bekamen auch nie einen Namen – und doch hatten sie längst einen Platz im Leben ihrer Eltern. Sie waren verbunden mit Hoffnungen, mit Zukunftsplänen, mit ersten vorsichtigen Vorstellungen davon, wie das gemeinsame Leben einmal aussehen könnte.

Dann endet eine Schwangerschaft plötzlich. Ein Herz hört auf zu schlagen, bevor das Leben richtig beginnen konnte. Manche Kinder leben nur wenige Wochen im Mutterleib, andere wenige Stunden oder Tage nach der Geburt. Und dennoch hinterlassen sie Spuren – tief und dauerhaft.

Zurück bleiben Eltern, Geschwister, Großeltern, Freunde. Zurück bleiben Fragen, Erinnerungen und oft auch eine Trauer, für die es lange kaum Worte gab. Denn Fehl- und Totgeburten waren über Jahrzehnte ein Thema, über das geschwiegen wurde. Viele Familien mussten ihren Verlust allein tragen.

Im Klinikum Lippe entstand deshalb schon früh ein anderer Umgang mit diesem Schmerz: offen, zugewandt und menschlich. Daraus entwickelte sich vor 20 Jahren der Erinnerungsgottesdienst für verstorbene Kinder – ein Ort für Trauer, Erinnerung und Begegnung. Ein Ort, an dem Kinder einen Platz bekommen. Mit Namen. Oder einfach mit ihrer Geschichte.

Wenn am Freitag, 12. Juni 2026 um 17.00 Uhr in der Erlöserkirche am Markt in Detmold Kerzen leuchten, Musik erklingt und Eltern schweigend nebeneinandersitzen, dann geht es genau um diese Kinder. Um Sternenkinder. Um Erinnerung, um Trauer und darum, dass niemand mit diesem Verlust allein bleiben soll. In diesem Jahr feiert der Erinnerungsgottesdienst für Eltern, die ihr Kind verloren haben, für Familien, Freunde und Freundinnen und für alle, die die Trauer mittragen, sein 20-jähriges Bestehen.

„Früher wurde darüber geschwiegen“

FrauFür Gerlinde Kriete-Samklu ist das Jubiläum auch eine Reise zurück in eine Zeit, in der Fehl- und Totgeburten kaum öffentlich thematisiert wurden. Seit 1998 arbeitet sie als Krankenhausseelsorgerin im Klinikum Lippe – und erinnert sich noch gut an die ersten Begegnungen mit dem Thema.

Schon kurz nach ihrem Start in Detmold fragte sie nach, wie man im Krankenhaus mit Fehlgeburten umgehe. Die evangelische Krankenhausseelsorge habe das Thema damals verstärkt in die Kliniken getragen. Unterstützt wurde sie dabei von einer leitenden Hebamme, die bereits früh sehr sensibel mit betroffenen Familien umging. Doch auch für die Mitarbeitenden selbst sei der Umgang nicht selbstverständlich gewesen. „Hebammen sind eigentlich für das Leben da“, sagt Gerlinde Kriete-Samklu ernst. „Auch die Professionellen mussten damals erst lernen, wie man mit diesem Verlust umgeht.“

Ein kleiner Sarg beim Tag der offenen Tür

Ein Schlüsselmoment folgte 1999. Beim Tag der offenen Tür gestaltete die Krankenhausseelsorge einen Stand – mit einem kleinen Baumsarg. „Viele Frauen blieben stehen und fühlten sich sofort angesprochen“, erinnert sich die evangelische Krankenhausseelsorgerin. Kurz darauf erschien ein Zeitungsartikel mit der zu dieser Zeit ungewöhnlich klaren Überschrift: „Föten enden nicht mehr im Müll“. Die Resonanz sei überwältigend gewesen.

Immer mehr Betroffene meldeten sich. Frauen hätten Gesprächsbedarf gehabt, obwohl ihre Fehlgeburt Jahre zurücklag. Eltern wollten endlich über ihre Kinder sprechen. Aus diesen Begegnungen entstand die Idee eines Erinnerungsgottesdienstes, der im April 2006 erstmals stattfand. „Der alte Andachtsraum platzte mit der Zeit aus allen Nähten“, erzählt Gerlinde Kriete-Samklu. Bald reichte der Platz nicht mehr aus und deshalb wechselte die Veranstaltung später in die Diakonis-Kirche.

„Jetzt hat mir das Gespräch gutgetan“

Der Erinnerungsgottesdienst ist eingebettet in ein umfassendes Begleitangebot für betroffene Familien, das bereits unmittelbar nach dem Verlust des Kindes präsent ist. Viele Rituale, die inzwischen selbstverständlich erscheinen, mussten damals erst entwickelt werden. „Bei einem Stationsbesuch traf ich auf eine betroffene Frau, mit der ich in ein langes Gespräch kam“, erzählt Kriete-Samklu. „Es stellte sich heraus, dass sie im Kreißsaal das Gesprächsangebot abgelehnt hatte. Nun meinte sie: Jetzt hat mir das Gespräch doch gutgetan.“ Bis heute ermutigen die Mitarbeitenden Eltern dazu, ihr Kind anzuschauen, es zu berühren, Fotos zu machen oder ihm einen Namen zu geben. Kriete-Samklu weiß: „Das klingt heute selbstverständlich, war es aber lange nicht.“

Besonders wichtig sei ihr der Blick auf die gesamte Familie – auch auf Geschwisterkinder. „Wir Erwachsenen machen oft den Fehler, Kinder nicht einzubeziehen“, sagt sie. „Kinder spüren ohnehin, dass etwas anders ist. Wenn man schweigt, lernen sie: Wenn etwas Schlimmes passiert, darf man nicht darüber sprechen.“ Dabei gehe es nicht darum, den Schmerz zu nehmen. „Es geht nicht weg“, sagt Kriete-Samklu, „aber gemeinsam kann man es anders aushalten.“

Ein Ort für Erinnerung

Zum Abschied gehören oft kleine Rituale: ein Gebet, ein Segenswort, ein Foto, ein Hand- oder Fußabdruck. Auch die Bestattung der Kinder wurde über die Jahre neu gedacht. Auf dem Kupferbergfriedhof in Detmold gibt es heute eine eigene Gräberfläche für Sternenkinder. Eltern können selbst entscheiden, ob und wie sie ihr Kind bestatten lassen möchten, wenn es unter 500 Gramm wiegt. Ab einem Gewicht von 500 Gramm ist eine Einzelbestattung vorgeschrieben. Schon in der Klinik erhalten Eltern Hinweise auf Selbsthilfegruppen und Beratungsangebote.

Eine dieser Gruppen begleitet heute Kathrin Walther. Sie weiß selbst, wie sich der Verlust eines Kindes anfühlt. Ihr Sohn Felix starb 2015 während der Schwangerschaft. Lange suchte sie nach Menschen, die ihre Erfahrung teilen konnten. Schließlich fand sie den Gesprächskreis Sternenkinder in Detmold. Sternenkinder – so werden Babys genannt, die vor, während oder kurz nach der Geburt sterben. Der Austausch mit anderen Betroffenen habe ihr geholfen, mit der eigenen Trauer umzugehen.

Und deshalb engagiert sich Kathrin Walther heute selbst für betroffene Familien. Sie begleitet den Gesprächskreis Sternenkinder Lippe, eine Selbsthilfegruppe für Eltern, die ihr Kind während der Schwangerschaft, bei oder kurz nach der Geburt verloren haben. Dort finden Mütter und Väter Raum für Austausch, Verständnis und gegenseitige Unterstützung – oft mit Menschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Neben persönlichen Treffen informiert die Initiative auch online über Hilfsangebote, Trauerbegleitung und Ansprechpartner. Weitere Informationen finden Betroffene unter sternenkinder-lippe.de.

Erinnerungsgottesdienst

Der Erinnerungsgottesdienst wird einmal jährlich gemeinsam von Hebammen, Kinderkrankenschwestern, Kinderärzten, Gynäkologen und der Krankenhausseelsorge gestaltet. Viele ehemalige Betroffene kommen jedes Jahr wieder.

Jeder Gottesdienst steht unter einem eigenen Thema. Noch nie habe sich eines wiederholt, sagt Kriete-Samklu. In diesem Jahr lautet es: „Herz“. Musik spielt dabei eine besondere Rolle, denn sie kann Trost spenden, wenn Worte es nicht vermögen. Es gibt auch eigens geschriebene Lieder und Trostgeschichten für Familien. Seit vielen Jahren verfasst die niedergelassene Kinderärztin Dr. Natalie Hellermann Geschichten für den Gottesdienst.

Und vielleicht beschreibt genau das den Kern dieser besonderen Veranstaltung: Erinnerung sichtbar machen. Den Kindern einen Platz geben. Und den Eltern und Familien die Gewissheit, dass ihre Trauer bleiben darf.

Abschied mit Dankbarkeit

Langjähriger Chefarzt der Gefäßchirurgie geht in den Ruhestand – Priv.-Doz. Dr. René Rusch übernimmt die Klinikleitung

Das Klinikum Lippe hat in dieser Woche Abschied genommen von Prof. Dr. Masoud Mirzaie, der nach rund 20 Jahren als Chefarzt der Klinik für Gefäßchirurgie in den wohlverdienten Ruhestand getreten ist. In einer Feierstunde würdigten Geschäftsführung, Kolleginnen und Kollegen sowie langjährige Wegbegleiter das außerordentliche Wirken eines Arztes, der die Gefäßchirurgie am Klinikum Lippe über zwei Jahrzehnte hinweg maßgeblich geprägt hat.

Prof. Dr. Mirzaie, geboren in Teheran, brach als junger Mann auf, um Medizin zu studieren und seinen Lebensweg als Arzt zu gehen. Diese frühe Erfahrung des Neuanfangs und der Verantwortung hat seinen Blick auf den Beruf dauerhaft geprägt: Medizin war für ihn nie nur Technik, sondern immer auch Haltung. Der Mensch hinter der Diagnose stand für ihn stets im Mittelpunkt.

Am Klinikum Lippe baute er die Klinik für Gefäßchirurgie mit fachlicher Expertise, Weitblick und Kontinuität auf und aus. Dabei legte er besonderen Wert darauf, dass medizinische Entscheidungen im Team getroffen werden – auf Basis von Wissen, Erfahrung und offenem Austausch. Eine Operation, so seine Überzeugung, sollte immer das letzte Mittel sein, nie der erste Gedanke.

Neben seiner fachlichen Exzellenz war es vor allem seine menschliche Art, die viele im Klinikum Lippe beeindruckt hat: seine Ruhe in schwierigen Situationen, seine Zugewandtheit gegenüber Patientinnen und Patienten wie Mitarbeitenden gleichermaßen, und seine Fähigkeit zuzuhören. Er hinterlässt nicht nur eine gut aufgestellte Klinik – er hinterlässt eine Haltung und bleibt so Teil der Geschichte des Klinikums Lippe. Das gesamte Haus dankt ihm für zwei Jahrzehnte Engagement, Loyalität und Menschlichkeit – und wünscht ihm für den neuen Lebensabschnitt alles Gute.

Die Leitung der Klinik für Gefäßchirurgie hat Priv.-Doz. Dr. René Rusch übernommen. Der 46-Jährige bringt umfassende klinische Expertise und wissenschaftliche Erfahrung mit und steht für eine moderne, evidenzbasierte Gefäßmedizin. Er übernimmt eine Klinik, die auf einem starken Fundament steht – und die Herausforderungen wie Möglichkeiten der Zukunft mit einem erfahrenen Team angehen wird.

Finden statt Suchen

Klinikum Lippe bietet Indoor-Navigations-App an

Orientierung im Krankenhaus kann herausfordernd sein – besonders für Patientinnen und Patienten, Besuchende oder neue Mitarbeitende. Mit der „Klinikum Lippe Navi“-App bietet das Klinikum Lippe ab sofort eine digitale Lösung, die den Weg durch die Gebäude deutlich erleichtert.

Die App ermöglicht eine präzise Navigation innerhalb der Standorte Detmold und Lemgo und führt Nutzerinnen und Nutzer schnell und zuverlässig zu Stationen, Ambulanzen, Untersuchungsbereichen oder Servicepunkten. „Navigation wie bei Google Maps kennen wir alle aus unserem Alltag. Bei uns ist sie nun auch Indoor möglich“, erklärt Dr. Georg Langebartels, Chief Digital Officer und seit 2025 verantwortlich für die Digitalstrategie des Klinikums Lippe.

Die Indoor-Navigations-App richtet sich gezielt an Patientinnen und Patienten, Besuchende, Studierende sowie Gäste und sorgt für eine entspannte Orientierung im komplexen Klinikalltag. Grundlage ist eine intuitive Bedienung: Nach dem Download der App wählen Nutzer ihr Ziel aus und starten direkt die Routenführung. Voraussetzung ist lediglich ein aktiviertes Bluetooth-Signal auf dem Smartphone. Im Fokus der Navigations-App steht ein klarer Mehrwert: „Finden statt suchen“ – die App führt ohne Umwege durch das Gebäude und trägt so dazu bei, Wege effizienter und stressfreier zu gestalten. Die „Klinikum Lippe Navi“ App ist kostenfrei im App Store und bei Google Play verfügbar.

„Der Launch der App ist Teil der fortlaufenden Digitalisierungsstrategie des Klinikums Lippe, die darauf abzielt, Prozesse zu optimieren und die Servicequalität kontinuierlich zu verbessern. Davon profitieren unsere Patientinnen und Patienten, aber letztlich auch unsere Mitarbeitenden. Was andere Branchen schon lange vormachen, soll nun auch an Krankenhäusern in Deutschland etabliert werden. Das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) und damit verbundene Fördermöglichkeiten versetzen uns in die Lage, zielgerichtet digitaler zu werden“ betont Dr. Langebartels.

Neben der „Klinikum Lippe Navi“-App haben er und sein Team gemeinsam mit der Klinik-IT und der Patientenaufnahme in den letzten Monaten weitere wichtige digitale Entwicklungen angestoßen. Über das Patientenportal klinikum-lippe.de/patientenportal können ambulante Termine in verschiedenen Bereichen online gebucht werden. Im Laufe des Jahres kommen immer mehr Fachabteilungen hinzu. Ebenso in Vorbereitung sind Patienten-Check-In-Terminals. An ihnen können Patientinnen und Patienten in Detmold und Lemgo künftig selbst einchecken, wenn sie einen Termin im Klinikum Lippe haben und Wartzeiten vermeiden möchten.

Mehr Informationen: Klinikum Lippe Navi

In einem feierlichen Rahmen ist gestern Prof. Dr. Frank Hartmann nach jahrzehntelangem Wirken als Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie am Klinikum Lippe in den Ruhestand verabschiedet worden…

Das Klinikum Lippe ist mit dem Siegel „FABEL-haft familienfreundlich in Lippe“ ausgezeichnet worden. Die Verleihung fand im Rahmen…

Der große Saal im Campus 9 war bis auf den letzten Platz gefüllt: Gemeinsam mit dem Kreis Lippe hatte das Klinikum Lippe erstmals zur Veranstaltung „Klinik meets Rettungsdienst“ eingeladen. Ziel des neuen Formats ist es, die sektorenübergreifende Kommunikation…

Frischer Wind für die Pflege: 21 Talente, sieben Nationen, ein Ziel

Mit großer Freude begrüßten die Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe GmbH gemeinsam mit den Kreiskliniken Herford-Bünde und dem Klinikum Lippe am 1. April insgesamt 21 Auszubildende, die ihre dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann aufnehmen. Sieben Auszubildende davon fangen ihre Karriere beim Klinikum Lippe an.

Der Ausbildungsstart markiert nicht nur den Beginn eines neuen beruflichen Lebensabschnitts, sondern steht auch für gelebte Vielfalt und internationale Zusammenarbeit: Die neuen Auszubildenden stammen aus sieben verschiedenen Ländern und bringen damit eine beeindruckende Bandbreite an kulturellen Hintergründen, Sprachen und Erfahrungen mit.

„Unsere neuen Auszubildenden spiegeln die Realität der modernen Pflege wider: International, engagiert und voller Motivation“, betont Kursleiter Dirk Zimmermann von der Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe GmbH. „Diese Vielfalt ist ein großer Gewinn für uns alle: die Teams in den Einrichtungen, für die Patientinnen und Patienten und nicht zuletzt für die Auszubildenden selbst, die voneinander lernen und gemeinsam wachsen können.“

Der Startschuss fiel mit einem gemeinsamen Einführungstag, an dem es weniger um harte Lerninhalte als vielmehr um das Ankommen ging. Sich kennenlernen, Orientierung im Schulalltag finden und ein echtes Teamgefühl entwickeln standen ganz oben auf der Agenda. Die generalistische Pflegeausbildung qualifiziert die Auszubildenden für ein breites Spektrum pflegerischer Tätigkeiten in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten. Sie verbindet theoretische Grundlagen mit intensiven Praxiseinsätzen und eröffnet vielfältige berufliche Perspektiven.

Für die Region ist der Kursstart ein wichtiger Schritt, um die Versorgung auch in Zukunft auf sichere Beine zu stellen. Wir wünschen allen Auszubildenden einen guten Start und eine erfolgreiche Ausbildung.

Interesse an einer Karriere in der Pflege? Bewerbungen für den nächsten Starttermine am 1. August und 1. Oktober sind jederzeit willkommen.

Text und Bild: Schulen für Pflegeberufe Herford/Lippe, Yvonne Berthiot

Mehr als Therapie: Wie Boxen Parkinson-Patienten stärkt

9. Netzwerktreffen
PNOWL+ am 18.03.2026
im CIIT Auditorium Lemgo

„Teilnehmer berichten uns: Ich hätte nie gedacht, dass ich mal wieder eine Treppe hochlaufe – einfach so.“ Der Satz fällt leise. Fast nebenbei. Und doch bleibt er im Raum stehen.

Es ist der 18. März, 9. Netzwerktreffen des Parkinsonnetz OstwestfalenLippe+. 84 Menschen sind nach Lemgo gekommen – Physiotherapeuten, Logopäden, Pflegekräfte, Apotheker, Ärztinnen und Ärzte. Einige sind sogar aus Niedersachsen angereist. Sie alle eint ein Thema: Parkinson. Und die Frage, wie Versorgung besser gelingen kann.

Man hört Stühle rücken, leises Murmeln, dann konzentrierte Stille. Univ.-Prof. Dr. Christoph Redecker, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie am Klinikum Lippe, ausgewiesener Parkinson-Experte und Initiator des Netzwerktreffens, sagt zu Veranstaltungsbeginn: „Parkinson ist nicht gleich Parkinson. Der Verlauf dieser Erkrankung hängt stark vom Lebensstil ab.“ Allen Expertinnen und Experten, die aus verschiedenen Berufsgruppen an diesem Abend zusammengekommen sind, ist klar: Es geht hier nicht nur um Krankheit. Es geht um Lebensqualität und Leben mit Parkinson.

Die Fakten sind schnell genannt: Parkinson wird durch Dopaminmangel verursacht. Es gibt medikamentöse Therapien. Wichtig sind vor allem aber therapeutische und aktivierende Ansätze sowie die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Prof. Redecker ist es wichtig, nicht nur Wissen zu vermitteln, sondern auch die Perspektiven auf Parkinson zu verändern. Er weiß: „Es gibt nicht den einen Ansatz, der allen Parkinson-Patienten hilft. Parkinson verläuft sehr individuell. Ein Couchpotato hat andere Symptome als ein aktiver Mensch.“

Der Perspektivwechsel und der Wissenstransfer ist auch der Ansatz des Parkinsonnetzes OstwestfalenLippe+. Es ist eines von insgesamt 21 Netzwerken in Deutschland, die untereinander gut vernetzt sind. Der Netzwerkatlas wächst. Und mit ihm die Erkenntnis: Gute Versorgung entsteht nur gemeinsam.

Nach dem Vortrag starten drei Workshops. In einem davon erzählen Kai Gutmann und Beke Bas vom „Parkinson-Boxen“. Vor einem halben Jahr hat die Sportschule Tosa Inu in Lemgo dieses neue Angebot organisiert und seitdem an die Bedürfnisse der Teilnehmenden angepasst. Kai Gutmann, Inhaber des Studios, erzählt: „Es ist sehr beeindruckend, wenn die Kursteilnehmer mit unsicheren Schritten zu uns ins Studio kommen und nach dem Training plötzlich selbstständig die Treppenstufen aus dem Studio heraus bewältigen können. Die Teilnehmer berichten uns: Ich hätte nie gedacht, dass ich mal wieder eine Treppe hochlaufe – einfach so.“

v.l.n.r.: Kai Gutmann und
Beke Bas von der Sportschule
Tosa Inu in Lemgo und Univ.-Prof. Dr. Christoph Redecker, Direktor der Universitätsklinik für Neurologie und Neurogeriatrie am Klinikum Lippe

Beke Bas, 32 Jahre alt, Profiboxerin, dreifache Weltmeisterin im Leichtgewicht, Boxtrainerin und gelernte Heilerziehungspflegerin, erinnert sich: „Wir haben schnell festgestellt, dass die Balance das größte Problem für die Parkinson-Patienten ist.“ Die ersten Trainingsstunden beschreibt sie so: „Zögerliche Bewegungen. Unsicherheit. Unterschiedliche Krankheitsverläufe, unterschiedliches Alter von Anfang 30 bis 85 Jahre, Männer und Frauen, alle auf einem anderen Stand. Das war eine Herausforderung. Wir mussten unser Training zu Beginn sehr anpassen. Übungen, die geplant waren, funktionierten nicht. Also wurde neu gedacht.“

Kai Gutmann ergänzt: „Wir haben dann langsamer, kleinschrittiger, präziser trainiert. Erst Aufwärmen. Dann einfache Bewegungen. Dann erste Schläge. Sechs Schläge kombiniert – und plötzlich entsteht mehr Sicherheit.“ Sechs Basisschläge lernen die Teilnehmenden, darunter gerade Schläge und Haken, aber auch Kombinationen. Was nach hartem Sport klingt, ist in der Realität mehr als Training. Es ist ein Stück weit Therapie: Gleichgewicht, Koordination und Bewegungssicherheit werden trainiert. „Nach diesem halben Jahr können wir sagen, dass die Teilnehmenden heute stabiler stehen und gehen und sich einfach auch mehr trauen“, sagt Kai Gutmann. Das Training findet einmal wöchentlich statt. Eine halbe Stunde Aufwärmen, dann Partnerübungen und Kombinationen. Aus zwölf Teilnehmenden sind sieben geworden. Nicht, weil das Angebot nicht funktioniert – sondern, weil es sich weiterentwickelt. Weil es fordert. Und weil Parkinsonpatienten viele Herausforderungen zu bewältigen haben.

Am Ende des Netzwerktreffens bleibt die Erkenntnis: Parkinson-Therapie funktioniert nur im Zusammenspiel. Medizin, Therapie, Pflege – und eben auch neue Ansätze wie das Boxen.

Das Parkinsonnetz OstwestfalenLippe+ besteht seit drei Jahren und trifft sich vier Mal pro Jahr – drei Mal vor Ort und einmal digital. Das Ziel des Netzwerkes ist es, die Versorgung von Menschen mit Parkinson in OWL zu verbessern. Die Netzwerkmitglieder sind überzeugt: Das geht nur mit vereinten Kräften, wenn Ärzte, Therapeuten, Pflege, Sanitätshäuser und weitere an der Versorgung von Parkinson-Patienten beteiligte Bereiche möglichst gut zusammenarbeiten.

Mehr Informationen auf: www.pnowlp.de

Klinikum Lippe erneut als selbsthilfefreundliches Krankenhaus ausgezeichnet

Das Klinikum Lippe trägt erneut das Qualitätssiegel „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“. Die Auszeichnung würdigt die enge, systematische und verlässliche Zusammenarbeit mit Selbsthilfegruppen im Kreis Lippe.

Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikums Lippe, betont: „Die Auszeichnung als selbsthilfefreundliches Krankenhaus zeigt, wie ernst wir die Beteiligung und Expertise unserer Patientinnen und Patienten nehmen. Selbsthilfegruppen leisten einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheitskompetenz und unterstützen Betroffene in einer Phase, in der Austausch auf Augenhöhe besonders wichtig ist. Wir sind stolz auf diese Zusammenarbeit und werden sie weiter stärken.“

Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen und Angehörigen Raum für Information, Austausch und gegenseitige Unterstützung. Sie ergänzen die professionelle medizinische Behandlung um wertvolle Erfahrungsperspektiven. Das Klinikum Lippe sieht diese Zusammenarbeit seit Jahren als festen Bestandteil einer patientenorientierten Versorgung. Die Grundlage bildet dabei ein gemeinsames Qualitätsverständnis, das kontinuierlich weiterentwickelt wird.

Sabine Bornemeier, Selbsthilfebeauftragte des Klinikums Lippe, weiß aus der Zusammenarbeit: „Selbsthilfe lebt von Begegnung und Vertrauen. Wir schaffen im Klinikalltag aktiv Räume dafür – von Informationsangeboten über Vermittlung bis hin zu gemeinsamen Projekten. Die kontinuierliche Qualitätssicherung zeigt, wie wertvoll und nachhaltig diese Kooperationen sind.“

Im Kreis Lippe engagieren sich zahlreiche Selbsthilfegruppen zu unterschiedlichen Krankheitsbildern, einige kooperieren mit dem Onkologischen Zentrum Lippe und den Organkrebszentren. Die Selbsthilfekontaktstelle im Kreis Lippe ist dabei zentrale Anlaufstelle und unterstützt sowohl Betroffene als auch die kooperierenden Einrichtungen.

„Das Klinikum Lippe ist ein verlässlicher Partner. Die systematische Umsetzung der Qualitätskriterien erleichtert die Zusammenarbeit enorm und verbessert die Sichtbarkeit der Selbsthilfe für Patientinnen und Patienten im gesamten Kreis Lippe“, ergänzt Silke Stegelmann, Selbsthilfekontaktstelle Kreis Lippe.

Die bundesweit festgelegten Qualitätskriterien der Selbsthilfefreundlichkeit wurden speziell für Krankenhäuser entwickelt und beschreiben zentrale Anforderungen für eine gute und nachhaltige Kooperation. Sie beschreiben unter anderem die Einbindung der Selbsthilfe in Informationsangebote des Krankenhauses, die Förderung des Austauschs zwischen Patientinnen und Patienten und Selbsthilfegruppen, die Bereitstellung verlässlicher Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie transparente Kommunikations- und Kooperationsstrukturen. Sie bieten eine klare Orientierung, wie eine dauerhafte und optimale Zusammenarbeit gestaltet werden kann.

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v.l.n.r.: Silke Stegelmann, Selbsthilfekontaktstelle Kreis Lippe, Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer Klinikum Lippe, Sabine Bornemeier, Selbsthilfebeauftragte Klinikum Lippe, Fikrete Schlottmann, Qualitätsmanagement Klinikum Lippe. (© Klinikum Lippe)

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