| Neurologie und Neurogeriatrie

Die Klinik für Neurologie und Neurogeriatrie bietet eine umfassende Versorgung akuter und chronischer Erkrankungen von Gehirn und Nerven an. Sie bietet moderne Behandlungskonzepte, verschiedene Ermächtigungsambulanzen und ein sehr gut ausgebildetes Team aus Ärzten, Pflegenden und Therapeuten, auf das Sie sich verlassen können. Häufig sind Mobilität, Selbstpflege, Aktivitäten des täglichen Lebens, Kommunikation und Kognition beeinträchtigt. Mit unseren individuellen und vielfältigen Therapiemöglichkeiten stehen wir Ihnen bei neurologischen Erkrankungen zur Seite und setzen alles daran, dauerhaft die bestmögliche Behandlung für Sie zu erreichen.

Wir bieten folgende Sprechstunden an:

  • Privatsprechstunde
    Tel. 05261 26-4176
  • MS-Sprechstunde
    Tel. 05261 26-4177
  • Doppler-, Myasthenie- oder Dystonie-Ambulanz
    Tel. 05261 26-6333

Bitte vereinbaren Sie vorab einen Termin unter der jeweiligen Telefonnummer.

| CHEFARZT

Prof. Dr. med.
Christoph Redecker

Klinikum Lippe
Klinik für Neurologie und Neurogeriatrie
Sekretariat: Bärbel Koch
Telefon 05261 26-4176
Fax 05261 26-4104

Dr. med.<br />Hazem el Sabassy

Dr. med.
Hazem el Sabassy

Leitender Oberarzt
Leiter Dystonie Ambulanz
Dr. med.<br />Christoph Schattenfroh

Dr. med.
Christoph Schattenfroh

Oberarzt
Leiter MS Ambulanz
Dr. med.<br />Kacper Krempa

Dr. med.
Kacper Krempa

Oberarzt
Leiter Neurologische Frührehabilitation
Dr. med.<br />Barbara Reinke

Dr. med.
Barbara Reinke

Oberärztin
Jacint Istvan Orosz

Jacint Istvan Orosz

Oberarzt
Dr. med.<br />Christoph Krompiec-Jebens

Dr. med.
Christoph Krompiec-Jebens

Oberarzt
Laura van der Smissen

Laura van der Smissen

Neuropsychologin

| NEUROLOGIE UND NEUROGERIATRIE

Unsere Schwerpunkte

Bei einem Schlaganfall ist Schnelligkeit alles. Wenn Blutgefäße im Gehirn auf Grund von Blutgerinnseln oder Arterienverkalkung stark verengt oder gar geschlossen wird, werden die betroffenen Regionen im Gehirn nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Dies kann in jedem Alter auftreten und ist die dritthäufigste Todesursache hierzulande. Mit jeder Minute sterben Gehirnzellen ab. Daher ist es wichtig, dass Patienten mit Schlaganfallsymptomen schnellstmöglich die nächste Klinik erreichen.

Symptome, die Sie kennen sollten

  • Lähmung einer Körperseite, eines Armes, Beines oder einer Gesichtshälfte, Taubheitsgefühl oder Kribbeln
  • Sprach- bzw. Sprechstörung mit undeutlicher, verwaschener Sprache bzw. Unvermögen zu Sprechen, Probleme beim Verstehen von Gesprochenem
  • Sehschwäche auf einem Auge, Doppelbilder oder verschwommenes Sehen
  • Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen
  • Gleichgewichtsstörungen und Schwierigkeiten bei der Koordination
  • Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit
  • manchmal abrupt einsetzende stärkste Kopfschmerzen

So erkennen Sie einen Schlaganfall

Der FAST-Test erleichtert Personen ohne Fachkenntnisse Schlaganfall-Symptome schnell zu überprüfen, um so rechtzeitig den Rettungswagen zu verständigen. Die Buchstaben FAST stehen für „Face – Arms – Speech – Time“ (Gesicht – Arme – Sprache – Zeit).

  1. FACE
    Bitten Sie die Person zu lächeln. Wenn das Gesicht halbseitig verzogen ist oder schief wirkt, deutet das auf eine Lähmung der jeweiligen Körperseite hin.
  2. ARMS
    Bitten Sie die Person, ihre Arme nach vorne zu strecken wobei die Handflächen nach oben zu drehen sind. Besteht eine Lähmung ist die Person nicht in der Lage beide Arme gleichzeitig zu heben.
  3. SPEECH
    Bitten Sie die Person, einen einfachen Satz nachzusprechen. Ist dies nicht mehr möglich oder die Sprache klingt undeutlich, liegt wahrscheinlich eine Sprachstörung vor.
  4. TIME
    Wenn der Betroffene mit einer oder allen diesen Aufgaben Probleme hat, sollten Sie unverzüglich einen Notarzt rufen!

Unsere Schlaganfallstation ist eine optimal ausgestattete Stroke Unit mit 10 modernen Betten, auf der Patienten mit einem frischen Schlaganfall von qualifiziertem Pflegepersonal und Neurologen rund um die Uhr aufgenommen und strukturiert nach internationalen Standards behandelt werden. Während der Akutphase des Schlaganfalls oder einer Blutung ist der Gesundheitszustand des Patienten meist noch instabil und eine intensive Überwachung des Gesundheitszustandes notwendig. Damit sich die Folgeschäden verringern lassen, ist das Zeitfenster für die Therapie relativ kurz. Sobald der Schlaganfall identifiziert wurde, ist es möglich das Blutgerinnsel mittels Medikamenten (Lyse) aufzulösen. Ggf. kann eine operative Entfernung (Thrombektomie) notwendig sein.

Unser Team aus Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten beginnt die notwendige Behandlung ab dem ersten Tag. Nach wenigen Tagen kann meist die Verlegung auf die Normalstation oder eine weiterführende Rehabilitationsklinik in der Region erfolgen. Sozialdienst und Reha-Manager gewährleisten dafür eine qualifizierte Nachsorge und stehen Angehörigen zur Seite. Für einen fließenden Übergang wird gemeinsam mit den Betroffenen und deren Angehörigen entschieden, ob eine Frührehabilitation direkt bei uns im Haus in Frage kommt.

Nach der Rückkehr ins heimische Umfeld fühlen sich viele Betroffene mit noch bestehenden kognitiven, körperlichen und psychischen Einschränkungen oft allein gelassen. Hier bieten unsere Schlaganfall-Lotsen wertvolle Unterstützung durch fundierte Kenntnisse in der Pflege, der Neurologie und der Nachsorge. Durch Hausbesuche und regelmäßige Telefonkontakte stehen Sie Ihnen bei allen aufkommenden Fragen beiseite, optimieren die Versorgung und koordinieren die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Hausärzten. Sie beraten zu allen weiteren Behandlungsschritte und erforderlichen Unterstützungsmaßnahmen. Ziel ist es dabei, die Lebensqualität zu steigern und das Risiko für einen weiteren Schlaganfall zu reduzieren.


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Bewegungsstörungen sind ein großer Teil von neurologischen Erkrankungen. Sie umfassen nicht nur die Parkinson-Krankheit, sondern auch Dystonien, Tremor-Erkrankungen, das Restless-Legs-Syndrom und Tics. Meist liegt die Ursache dafür in Gehirn oder Rückenmark.

Parkinson ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems im höheren Lebensalter. Dabei sterben Nervenzellen im Gehirn ab, welche den Botenstoff Dopamin enthalten. Das geschieht vor allem in Teilen des Gehirns, die für die Kontrolle von Bewegungen und Bewegungsabläufen zuständig sind. Hauptsymptome sind demnach Zittern der Hände und der Arme, Muskelsteifigkeit, Bewegungsverlangsamung und eine instabile Körperhaltung.

Man unterscheidet zwischen dem Parkinson Syndrom mit ungeklärter Ursache (Morbus Parkinson) sowie dem symptomatischen Parkinson Syndrom, das u.a. durch Hirndurchblutungsstörungen, Traumata, stoffwechselbedingte Krankheiten oder auch Medikamente ausgelöst werden kann. Daneben gilt es atypische Parkinsonsyndrome abzugrenzen. Dazu gehören z. B. die Progressive supranukleäre Blickparese (PSP), die Kortikobasale Degeneration (CBD), die Lewy-Body-Demenz (LBD) und die Multisystematrophie (MSA).

Obwohl Parkinson immer noch nicht heilbar ist, wurden in den letzten Jahren zahlreiche neue Medikamente entwickelt, welche die Symptome der Betroffenen lindern und den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können. Insbesondere bei fortgeschrittener Erkrankung kann es Komplikationen und Begleiterscheinungen kommen, wie z. B. Sprech- und Schluckstörungen, Störung des Gangs und des Gleichgewichts, kognitive Störungen, Überbewegungen und Wirkfluktuationen, Störungen von Magen, Blase und Darm sowie Depressionen.

In unserer Klinik steht ein umfassendes und hochmodernes Spektrum diagnostischer Methoden zur Verfügung, die durch die Kooperationen mit anderen Fachabteilungen wie Neuroradiologie und Nuklearmedizin ergänzt wird. Im Rahmen der diagnostischen Abklärung profitieren Sie demnach von den umfassenden Möglichkeiten bei uns im Haus. Dazu gehört neben der ausführlichen Krankengeschichte und einer körperlich-neurologischen Untersuchung auch funktionelle Tests wie der L-Dopa Test oder Riechtest. Mit bildgebenden Verfahren wie CT und MRT werden andere Erkrankungen ausgeschlossen. Gern stehen wir auch zur Einholung einer Zweitmeinung zur Verfügung.

Eine frühzeitige Diagnosestellung ist wichtig, um die für Sie passende Therapie zu finden, bei der das Augenmerk auf Ihren aktuellen Bedürfnissen liegt. Das therapeutische Spektrum reicht von einer individualisierten medikamentösen Therapie über die Anlage und Einstellung einer Duodopa- oder Apomorphinpumpe bis hin zur Indikationsstellung und Betreuung der tiefen Hirnstimulation.

Nach der initialen Diagnosestellung können wir bei der Parkinson-Komplexbehandlung die Möglichkeiten der akutstationären Behandlung mit einer intensiven rehabilitativen Therapie – bestehend auf einem multidisziplinären Team mit speziell geschulten Pflegekräften (Parkinson-Nurse), Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten – für Sie kombinieren. Auch die endoskopische Schluckdiagnostik zur Objektivierung von Schluckstörung und die damit einhergehende Ernährungsempfehlung können Teil Ihres Aufenthaltes sein. Ziel der etwa zweiwöchigen Behandlung ist in jedem Fall, das Therapiekonzept Ihren Bedürfnissen anzupassen, Ihre Selbstständigkeit bestmöglich zu erhalten und Sie, wenn nötig mit entsprechenden Hilfsmitteln zu versorgen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Diagnostik, Therapie und Langzeitbetreuung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) und verwandten Erkrankungen. Unsere Ärzte, medizinischen Fachangestellten, Pflegekräfte und Therapeuten kümmern sich stationär und ambulant um Ihr Wohl. Neben der Multiplen Sklerose gibt es auch andere, seltenere autoimmunologisch sowie die durch Erreger bedingte entzündliche Erkrankungen des Gehirnes und Rückenmarkes, die meist so akut auftreten, dass sie in der neurologischen Klinik stationär untersucht und behandelt werden.

Die Klinik ist zertifiziert als „Anerkanntes MS-Schwerpunktzentrum“ durch die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Das DMSG-Zertifikat gibt Ihnen die Sicherheit, eine von Leitlinien gestützte Behandlung durch auf MS spezialisierte Neurologen und andere MS-Fachkräfte zu erhalten.

MS ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, welche mit unterschiedlichsten Symptomen meist im jungen Erwachsenenalter beginnt. Unser Ziel ist zum einen die sichere Diagnostik, zum anderen eine individuell angepasste Therapie und die weiterführende medizinische Begleitung. Als Folge von Entzündungsherden in Gehirn, Sehnerv und Rückenmark bemerken Betroffene als erstes Lähmungen, Sehstörung oder Gefühlsverluste. Diese Anzeichen und der weitere Verlauf sind von Fall zu Fall unterschiedlich, weshalb MS auch als „Erkrankung mit tausend Gesichtern“ gilt.

Die Diagnostik dieser Erkrankung erfolgt bei uns mittels bewährter Methoden: Visuell (VEP), akustisch (AEP), somatosensibel (SSEP) und magnetisch-evozierte (MEP) Potentiale, Untersuchung des Liquors (auch ambulant), MRT- Untersuchungen von Schädel und Rückenmark in Zusammenarbeit mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, und die Erhebung international üblicher Funktions-Scores.

Patienten mit MS betreuen wir stationär und ambulant sowohl bei der Erstdiagnose, als auch bei akuter Verschlechterung (Schub) und ambulant im Langzeitverlauf. Die ambulante Betreuung ist die Aufgabe unserer MS-Ambulanz, in der wir aktuell ca. 500 Patienten unter fachärztlicher Leitung versorgen. Ärztliche Beratung zur Diagnose, Therapie und Einleitung von immunologischen Dauertherapien sowie Überwachung des Krankheitsverlaufes unter diesen Therapien finden hier statt. Eine ausgebildete MS-Nurse kann Ihnen zusätzlich zu vielfältigen anderen Problemen der Erkrankung Rat und Hilfestellung geben. Leider kann MS bisher noch nicht geheilt werden, allerdings können wir viel tun, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.

Da unsere MS-Ambulanz als Schwerpunktzentrum von der DMSG anerkannt ist, können wir Ihnen mit diesem Ziel alle gängigen Behandlungsmöglichkeiten anbieten, z.B.:

  • Bei akutem Schub mit Tabletten oder Infusionen (mit Kortison), bei Notwendigkeit auch die Plasmapherese in Zusammenarbeit mit der nephrologischen Klinik in Detmold.
  • Zur verlaufsmodifizierenden Therapie alle zugelassenen Medikamente, dazu gehören z.B.: Infusionstherapien mit monoklonalen Antikörpern, Therapie mit Interferonen, Copaxone und alle auf Tabletten gestützten Immuntherapien.

Wichtig sind uns auch die symptomatischen Therapien, z.B. der Spastik (auch mit ambulanter intrathekaler Kortisongabe), von Blasenfunktionsstörungen und die Verordnung nicht-medi-kamentöser Heilmittel wie z.B. Physiotherapie, Ergotherapie, REHA-Sport. Rehabilitationsbehandlungen können von uns eingeleitet werden.

Wir arbeiten mit anderen Klinikabteilungen, den ambulanten Versorgungsstrukturen, aber auch mit den Universitätskliniken in NRW zusammen. Sozialmedizinische Beratung von Menschen mit dieser chronischen Erkrankung machen wir uns auch zur Aufgabe.

Sprechen Sie uns an!


Anmeldung

Susanne Niewohner, Sekretariat MS-Ambulanz
Telefon 05261 26-4177
Fax 05261 26-4184

Sprechzeiten

Ärztliche Sprechzeiten
Montag bis Donnerstag 7:30 bis 12:30 Uhr
Montag und Donnerstag 13:30 bis 15:30 Uhr

Pflege und MS-Nurse sind auch Dienstag und Mittwoch bis 15:30 Uhr erreichbar

Je früher ein Patient nach einer Schädigung des zentralen Nervensystems behandelt wird, desto geringer sind die gesundheitlichen Schäden und nachfolgende Behinderung. Dazu gehören nicht nur Schlaganfälle und Schädelhirntraumata, sondern auch entzündliche, metabolische und neuromuskuläre Erkrankungen. In unserer neurologischen Frührehabilitation konzentrieren wir uns darauf, Komplikationen vorzubeugen, verloren gegangene Fähigkeiten wiederzuerlangen und Sie an zentralen Elementen Ihrer Lebensqualität wieder teilhaben zu lassen.

Das Merkmal der Frührehabilitation beseht aus verschiedenen Komponenten: ärztliche Therapien, aktivierender Pflege und aktivierender Therapie unseres interdisziplinären, multiprofessionellen Teams der verschiedenen Fachbereiche (Physio-, Ergo-, Sprachtherapie und Neuropsychologie). Sie arbeiten stets gemeinsam in enger Absprache und entwerfen für die Betroffenen ein intensives und individuelles Therapieprogramm, das sich entlang der ICF-Vorgaben ressourcenorientiert verhält. Ihre Ziele stehen im Mittelpunkt des Rehabilitationsplanes.

Pflege

Umfassende Betreuung um grundlegende Fähigkeiten wieder zu erlernen und im Verlauf die Anleitung der Angehörigen für die häusliche Pflege. Ziele sind dabei u.a. die Förderung der Körperwahrnehmung, die Anbahnung von Bewegung, Mobilisation, Trachaelkanülenmanagement, Wasch- und Anziehtraining, Ess- und Kontinenztraining.

Ärzte

Engmaschige Betreuung und Anpassung der nicht-/medikamentösen Behandlung und Einleitung ergänzender diagnostischer Schritte u.a. durch tägliche Visitationen, Behandlung von Grunderkrankungen, Liquorpunktion, EEG, elektrophysiologische Diagnostik, Duplexsonographie, FEES, Indikation zu radiologischer Diagnostik

Physiotherapie

Förderung der motorischen Funktionen beginnend vom Erlangen von Mobilität, Kraft, Gleichgewicht und Ausdauer, über das Erlernen von Bewegungsabläufen und Koordination, bis hin zu Vermeidung von Spastik und Kontrakturen.

Ergotherapie

Fokus auf alltagsbezogene Handlungen durch sensomotorisch-perzeptive und motorisch-funktionelle Konzepte mit dem Ziel der Förderung der Körperwahrnehmung, Erlangung einer Interaktionsfähigkeit, allgemeinen Mobilitätstraining, Behandlung von grob- und feinmotorischen Problemen, kognitiven Training und der Versorgung mit Hilfsmitteln.

Sprachtherapie

Inhalte sind die Diagnostik und Therapie von erworbenen Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, sowie die apparative Dysphagiediagnostik (FEES) in Zusammenarbeit mit den Ärzten. Dabei wird eine Verbesserung der Sprachproduktion und des -verständnisses, sowie des Schluckaktes, eine Steigerung der Verständlichkeit, eine Entwöhnung von Trachealkanülen und die Anpassung der Kostform angestrebt.

Neuropsychologie

Diagnostik neurokognitiver Fähigkeiten (Orientierung, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Kommunikation und sozialer Interaktion) im Rahmen klinischer Beobachtung und, sobald möglich über standardisierter Tests. Gezieltes Training beeinträchtigter Funktionen. Unterstützung in der Krankheitsverarbeitung, sowie emotionalen Entlastung der Angehörigen.

Sozialdienst

Unterstützung bei allen Fragen der weiteren Versorgung, Einleitung einer geeigneten weiterführenden Rehabilitation ein, Beratung zu stationären und intensivpflegerischen Einrichtungen oder ambulanter Pflege im häuslichen Umfeld und Ansprechpartner für sozialrechtliche Angelegenheiten.

Wenn es zu einer gleichzeitigen Aktivierung vieler Nervenzellgruppen im Gehirn kommt, kann dies zu unterschiedlichen Symptomen führen, zum Beispiel plötzliches Zusammenzucken oder Krämpfe, Sprachschwierigkeiten, unwillkürliche Bewegungen oder kurze Bewusstseinsstörungen. Oft haben Betroffene keine Erinnerung für die Zeit der Anfälle. Dies muss jedoch nicht zwangsläufig zur Diagnose Epilepsie führen, da auch Übermüdung, Gehirnverletzungen, Entzündungen oder Alkohol einen Anfall auslösen können. Krampfanfälle sind daher ein vergleichsweise häufiges Phänomen, bedürfen aber in jedem Fall weitere medizinisch neurologische Abklärung.

Wir behandeln Betroffene direkt nach einem Anfall in der Akutphase und klären die weitere Diagnostik, denn auch strukturelle Veränderungen nach einem Schädelhirntrauma, Schlaganfall oder Tumor sowie Gefäßveränderungen im Hirn kommen als Ursache in Frage. Bei Bedarf leiten wir die medikamentöse Therapie ein bzw. optimieren diese im Verlauf. Dazu gehört auch, den Anfallsverlauf zu kennen und das Wiederholungsrisiko für weitere Anfälle abzuschätzen, denn von einer Epilepsie spricht man erst, wenn mindestens zwei epileptische Anfälle ohne erkennbare Ursache ausgelöst worden sind.

Zu unserem Untersuchungsspektrum gehört eingangs ein ausführliches ärztliches Gespräch, denn die Abgrenzung zu Synkopen, in Form von kurz anhaltender Bewusstlosigkeit oder auch psychogenen Anfällen im Rahmen konflikthafter Belastungssituationen ist wichtig. Dem schließen sich Messungen unserer gut ausgestatteten neurologischen Funktionsabteilung mit EEG, EP, Doppler- sowie Duplexsonographie, ENG/EMG, und Nerven- und Muskelsonographie an. Zusätzlich findet meist ein Schlafentzugs-EEG statt. Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT können die Anfälle als Zeichen einer voranschreitenden Erkrankung ausschließen.

Die Wahl der Medikamente hängt von mehreren Faktoren ab. Neben der Form und Ursache der Epilepsie, spielen auch das Lebensalter, Begleiterkrankungen oder ein möglicher Kinderwunsch eine Rolle. Bis eine verlässliche Wirkung eintritt kann es einige Zeit dauern, da auch die Wirksamkeit dosisabhängig ist. Bei bestätigter Epilepsie ist die regelmäßige Einnahme Ihrer Medikamente daher von großer Bedeutung, auch wenn an nur wenigen Tagen ein Anfall aufgetreten wäre. Gelegentlich werden Notfallmedikamente empfohlen.

Meist können die Betroffenen nach erfolgreicher, medikamentöser Einstellung an ihr altes Leben anknüpfen. In einigen Fällen gelingt es jedoch nicht, auch mit mehreren Medikamenten eine zufriedenstellende Anfallsfreiheit zu erreichen. Dann kann eine Operation oder eine Vagusnerv-Stimulation in Betracht gezogen werden, damit die Berufstätigkeit oder das Autofahren wieder in greifbare Nähe für Sie rücken. Wir beraten Sie stets ausführlich zu allen Behandlungsoptionen, den Auswirkungen auf Arbeit und Fahrtauglichkeit und kooperieren mit den Epilepsiezentren der Region.


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Die meisten Menschen sind verunsichert, wenn das Gedächtnis nachlässt. Störungen der Gedächtnisleistung müssen aber nicht zwangsläufig auf eine Demenz hinweisen, sondern auch andere Ursachen haben, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, Schilddrüsenerkrankungen oder chronische Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Morbus Parkinson.

Wird das Gehirn geschädigt, beispielsweise durch einen Schlaganfall, kann sich das ebenfalls direkt auf seine Funktion auswirken. Betroffene sind dann mit Einschränkungen konfrontiert, welche die berufliche Tätigkeit sowie die Alltagsbewältigung beeinträchtigen können. Die Anpassung an diese Veränderungen ist oft nicht leicht, jedoch gibt es therapeutische Möglichkeiten, Betroffene hierbei zu unterstützen.

Mit rund 1,6 Millionen Betroffenen ist die Demenz eine der häufigsten Erkrankungen im höheren Lebensalter. Wir bieten Ihnen eine umfassende Diagnostik der kognitiven Störung, sowie eine Abgrenzung zu anderen, oft behandelbaren Erkrankungen wie der Depression. Erste diagnostische Schritte beinhalten neben einer ausführlichen ärztlichen Untersuchung und einer Kontrolle der Laborparameter auch eine neuropsychologische Untersuchung.

Die Neuropsychologie ist ein Arbeitsbereich der Psychologie, die sich mit den Folgen von Gehirnerkrankungen auf die geistige Leistungsfähigkeit, auf das psychische Erleben und das Sozialverhalten beschäftigt. Dabei geht es nicht nur um das Aufspüren von beeinträchtigten Leistungsbereichen im Vergleich zu Menschen gleichen Alters – u.a. in Gedächtnis, Orientierung, Aufmerksamkeit, visuell-räumliche Wahrnehmungsleistung, Sprache, sozialer Kognition und emotionales Befinden. Gleichzeitig wird versucht, die noch intakten Fähigkeiten als Ansatzpunkt für therapeutische Ansätze zu nutzen.

Dies ermöglicht meist eine zuverlässige Abgrenzung zwischen altersentsprechender Vergesslichkeit und einem übermäßigen Abbau des Gedächtnisses. Gegebenenfalls kann eine Verlaufsdiagnostik in 6 bis 12 Monaten sinnvoll sein. Im Falle einer Demenzerkrankung kann der Einsatz bildgebender Verfahren und eventuell eine Liquordiagnostik weitere Aufschlüsse bieten, und der Einsatz von Medikamenten das rasche Fortschreiten der Erkrankungen verlangsamen.

Eine frühzeitige Abklärung gibt Ihnen Gewissheit und ermöglicht Ihnen eine optimale und gezielte Therapie. Zusätzlich kann der Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung das Alltagsleben Ihnen und Ihren Angehörigen erheblich erleichtern. Wir beraten Sie gern, sodass Sie Ihrer Krankheit aktiv begegnen und gut informiert über Ihr weiteres Leben bestimmen können.


Sie wollen mehr erfahren? Wir empfehlen Ihnen die Internetseite Wegweiser Demenz des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Schmerz ist ein sehr subjektives Gefühl und ist gleichzeitig so wichtig für unser Überleben. Eine Verletzung allein lässt uns noch keinen Schmerz fühlen. Er muss bewusst werden, wofür Hirnareale sorgen, welche für die Aufmerksamkeit, Emotionen und das Einschätzen von Bedeutung zuständig sind. Allerdings kann ihre Aktivität auch ganz ohne Ursache Schmerzempfinden erzeugen. Egal ob dumpf oder drückend, pochend oder stechend, besonders Kopfschmerzen werden oft nicht als Krankheit erkannt und behandelt.

Man unterscheidet zwischen primären Kopf- und Gesichtsschmerzen, an deren Entstehung verschiedene Faktoren beteiligt sind, und sekundären Kopfschmerzen, bei denen die Ursache innerhalb des Gehirns oder im Bereich des Kopfes liegt und damit als Symptom einer anderen Krankheit gesehen wird. Bei letzteren ist es wichtig, die Grunderkrankung richtig zu diagnostizieren und dann gezielt zu behandeln, da sie auch Hinweis auf eine schwerwiegende Ursachen wie z. B. eine Hirnhautentzündung, Gefäßstörungen im Bereich des Kopfes oder Halses, unfallbedingte Verletzungen oder Störung im Hirnnervenwasser hinweisen können.

Spannungskopfschmerzen sind die häufigsten idiopathischen Kopfschmerzen mit meist dumpfen und drückendem Charakter, bei denen sich meist typsicher Auslöser wie psychosozialer Stress, Schlafdefizit oder muskuläre Fehlbelastung ausmachen lassen. Im Gegensatz dazu handelt es bei der Migräne um einen meist einseitigen, pulsierenden Kopfschmerz, der mit Übelkeit, Erbrechen und Licht-/Geräuschempfindlichkeit einher gehen kann. Im Gegensatz zu Patienten mit Spannungskopfschmerz vermeiden diese Patienten körperliche Aktivität, zudem geht oft eine Aura der Migräneattacke voraus. Clusterkopfschmerz und die Trigeminus-Neuralgie sind im Vergleich dazu selten, jedoch leiden Betroffene auf Grund ihrer einseitig lokalisierten, äußerst starken Schmerzen in sehr hohem Maße und bedürfen unbedingt einer neurologischen Abklärung.

Wenn der Kopfschmerz selbst die Erkrankung ist, konzentriert sich die medikamentöse Behandlung auf eine Therapie akuter Schmerzen mit dem Ziel, Schmerzen und deren Begleitsymptome schnell zu beseitigen. Bei häufigem Auftreten kann durch medikamentöse aber auch nichtmedikamentösen Maßnahmen die Intensität und die Frequenz verringert werden. Als chronischer Schmerz wird jeder Schmerz bezeichnet, der länger als 3 bis 6 Monate besteht und den Betroffenen seelisch, körperlich und sozial einschränkt. Die Art und Weise, wie Schmerz sich äußert und das Leben einschränkt unterscheidet sich von Mensch zu Mensch. So haben zum Beispiel Gedanken und Emotionen große Wirkung darauf, wie sehr ein Schmerz uns belastet. Dort können psychologische Verfahren ansetzen.

Oftmals können unsere erfahrenen Neurologen durch eine ausführliche Anamnese und eine gründliche körperliche Untersuchung die richtige Kopfschmerzerkrankung feststellen und entsprechende Therapien einleiten. Technische Zusatzuntersuchungen (CT, MRT, EEG) sind immer dann geboten, wenn starke Kopfschmerzen erstmalig auftreten oder der Verdacht auf eine sekundäre Ursache besteht. Zur Beurteilung ist es hilfreich, wenn Betroffene den Verlauf und das Auftreten ihrer Kopfschmerzerkrankungen z. B. in einem Schmerztagebuch dokumentieren. Es dient nicht nur zur Erleichterung der Diagnostik, sondern auch als Instrument zur Verlaufserfassung.

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Schwindel ist keine Krankheit. Er ist vielmehr ein multisensorisches Symptom, das bei verschiedenen Krankheiten auftreten kann. Oft ist es das Empfinden eines Schwankens oder Drehens und beschreibt häufig eine Gang- oder Standunsicherheit. Aber auch Übelkeit und Erbrechen können Begleiterscheinungen dieser plötzlich auftretenden Attacken sein. Schwindel kann durch eine Störung des Gleichgewichtsorgans im Ohr, der Gefühlswahrnehmung an den Füßen oder im Gehirn ausgelöst werden.

Die häufigste Ursache ist der gutartige Lagerungsschwindel. Dieser tritt in Form von starken Schwindelattacken, zum Beispiel beim Umdrehen im Bett auf. Der Auslöser liegt in frei beweglichen Kristallen, welche in einen Bogengang des Gleichgewichtsorgans gelangt sind und zu einer Reizung führen. Diese Form lässt sich durch spezielle Lagerungsmanöver sehr gut behandeln. Dagegen halten bei Migräne und der Meniere-Erkrankung die Schwindelattacken typischerweise länger an. Sie sind dabei als Teil der Migräne anzusehen und gehen häufig mit Kopfschmerzen, Übelkeit und Licht- bzw. Geräuschempfindlichkeit einher. Bei der Meniere-Erkrankung führen vor allem Ohrendruck und –geräusche zum Schwindel. Beide sprechen meist gut auf medikamentöse Therapie an.

Davon abzugrenzen sind neurologische Erkrankungen mit Läsionen im zentralen Nervensystem. Diese können neben Schwindel auch zu Gleichgewichtsstörungen, Augenbewegungsstörung oder Gangunsicherheit führen. Zusammen mit Übelkeit, Drehschwindel oder Erbrechen können sie auch auf einen Schlaganfall hinweisen. Dann muss sofort reagiert werden. Aber auch länger anhaltender Schwindel kann auf entzündliche oder fortschreitende Prozesse wie Parkinson oder Multiple Sklerose hinweisen.

Schwindel wird im Allgemeinen als unangenehm empfunden – als Gefühl von Bewegung, wenn keine Bewegung da ist und kann unter Umständen mit Angstgefühlen und depressiven Episoden einhergehen. Hinzu kommt, dass bei gut einem Drittel der Betroffenen keine organische Störung nachgewiesen werden kann, der Schwindel jedoch massiv die Alltagsaktivitäten beeinträchtigt und sich die Betroffenen immer mehr zurück ziehen. Dann sprechen wir vom phobischen Schwankschwindel, der sich in der Regel durch Aufklärung und, vor allem im Hinblick auf ein hohes Risiko für Chronifizierung, durch psychotherapeutische Maßnahmen (Zusammenhänge mit belastenden Situationen und möglichen Verstärkern) gut therapieren lässt.

Auf die Behandlung Ihres Schwindels besonders im Kontext von Gangstörungen und Sturzneigung sind wir besonders spezialisiert. Unsere erfahrenen Neurologen können andere, nicht-neurologische Ursachen ausschließen, ordnen wenn nötig apparative Zusatzdiagnostik an und erarbeiten eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Behandlung. Meist wird eine Kombination aus physiotherapeutischen Angeboten und Medikamenten zum Einsatz kommen, um Ihnen wieder zu einem Gefühl von Sicherheit beim Gehen zu verhelfen.

Die Neurogeriatrie widmet sich neurologischen Krankheitsbildern, welche im höheren Lebensalter auftreten – häufig vor dem Hintergrund verschiedener Grunderkrankungen. Dabei versuchen wir systematisch die Erkrankungen und ihre Folgen in Beziehung zu Ihrer Lebensumwelt zu setzen. So können u. a. nach einem Schlaganfall verschiedene Körperfunktionen betroffen sein (Gang, Gleichgewicht, Muskelschwäche, Sprache, Schlucken, Denken). Daraus ergeben sich zum einen diverse Einschränkungen in den Aktivitäten (in den Supermarkt gehen, Teilnahme im Sportverein), aber auch Unsicherheiten mit deren Umgang (Angst zu fallen) und die Beteiligung am Leben kann sich erheblich verringern (Wohnung wird kaum noch verlassen).

Daher bieten wir für unsere älteren, mehrfach erkrankten Patienten eine stationäre neurologische Betreuung mit gleichzeitig stattfindenden Rehabilitationsmaßnahmen. Unser interdisziplinäres Team, bestehend aus Ärzten, Pflegekräften, Physio-, Ergo- und Sprachtherapeuten sowie Neuropsychologen und Sozialarbeitern identifiziert die für Sie wichtigen, alltagsrelevanten Ziele und stimmt gemeinsam mit Ihnen einen individuell abgestimmten Therapieplan für den etwa zweiwöchigen Aufenthalt ab. Selbstverständlich greifen wir dabei auf die üblichen neurologischen Untersuchungsmethoden zurück und bieten je nach Bedarf Angehörigengespräche an, sollte eine Veränderung des sozialen und räumlichen Umfelds notwendig werden.

Sie wollen mehr erfahren? Informieren Sie sich gern hier: Zentrum für Altersmedizin Lippe

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Aktuelles aus der Klinik für Neurologie und Neurogeriatrie

FOCUS-Liste: Wir sind ausgezeichnet!

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Vier Mal erhalten Ärzte des Klinikums Lippe auch in diesem Jahr wieder die Auszeichnung Top-Mediziner ...

Forschungsprojekt zum Schlaganfall

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Der Lemgoer Neurologe Prof. Dr. Christoph Redecker, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Lippe ...

Delirprävention auf der Intensivstation

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Klinikum Lippe installiert mit dem Philips VitalSky als drittes Krankenhaus weltweit ein innovatives Delirmanagementsystem auf Intensivstationen in Lemgo und Detmold ...

Schlaganfall-Lotsen im Kreis Lippe

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Landrat Dr. Axel Lehmann übernimmt die Patenschaft für die drei Schlaganfall-Lotsen am Klinikum Lippe. ...
Etwa 100 Milliarden

Nervenzellen sind in unserem Körper

10 Billiarden

Prozesse steuert unser Gehirn pro Sekunde

Auch 2020

wieder top bewertet