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Name der Seite: Erfahrungsbericht
URL: https://www.klinikum-lippe.de/index.php?id=3038
Autor: Klinikum Lippe
Stand: 20.09.2019


Viszeralonkologisches Zentrum

Ein Patient aus dem Darmzentrum berichtet von seinen Erfahrungen

„Bei mir war die Diagnose Darmkrebs ein Zufallsbefund. Eigentlich war ich wegen unerträglicher Rückenschmerzen ins Krankenhaus gekommen. Im Zuge der vielen Untersuchungen wurde auch eine Darmspiegelung gemacht, bei der ein größerer und zwei kleinere Polypen entfernt wurden. Das war erstmal nicht besorgniserregend und hatte auch mit den Rückenschmerzen nichts zu tun. Die lagen an einer Borreliose, die antibiotisch behandelt werden konnte. Ich dachte, dass mein Krankenhausaufenthalt damit beendet sei. Aber es kam anders:

Am Morgen meiner geplanten Entlassung sagten die Ärzte: „Wir haben eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Schlechte ist: Sie werden heute nicht entlassen. Die gute Nachricht ist: Wir haben etwas gefunden bei der Darmspiegelung.“ Das fand ich erst mal gar nicht so gut. Es war ein Karzinom in dem entfernten Polyp.

Bei meinem Termin in der Chirurgie wurde gemeinsam mit mir überlegt, was man tun kann. Die Beratung war wirklich gut. Der Oberarzt hat mir sehr gut und verständlich erklärt, welche Möglichkeiten es gibt und auch gesagt, dass das nichts ist, was man jetzt sofort übers Knie brechen muss. Aber er hat auch klargemacht: Es besteht das Risiko, dass in der Darmschleimhaut oder in den Lymphknoten etwas sein könnte. Er sagte, wenn ich auf der sicheren Seite sein wollte, dann sollten wir operieren. Dann müsse das Stück Darm, an dem sich der Polyp befand, rausgenommen werden. Für ihn war das, denke ich, eine Routinegeschichte. Für mich selbstverständlich nicht. Das Wochenende wollte ich als Bedenkzeit nutzen.

Mit dem Befund bin ich zu meinen Nachbarn gegangen, die beide Gastroenterologen sind. Sie rieten mir: „Lass das machen! Das ist eine tickende Zeitbombe.“ Da habe ich beschlossen, mich sofort behandeln zu lassen und bin direkt am Montag danach auf Station gegangen und wurde Mittwoch operiert. Die Atmosphäre auf der Station war sehr ruhig; das habe ich als angenehm empfunden. Ich hatte das Gefühl, in sehr guten Händen zu sein, habe mich aber vorher auch ein bisschen abgesichert. Ich hatte schon überlegt, ob ich das in Detmold machen lasse oder anderswo. Meine Nachbarn – die Gastroenterologen – hatten mir versichert, dass das Darmzentrum in Detmold sehr gute Arbeit leistet und sie es empfehlen können. Und der Mann meiner Kollegin, ein Patient mit chronischer Darmentzündung, empfahl mir Detmold mit den Worten: „Die können das genauso gut wie Unikliniken.“ Da war für mich klar: Ich mach das hier in Detmold. Im Nachhinein kann ich sagen, dass es die richtige Entscheidung war.

Trotzdem: So eine OP birgt natürlich Risiken. Als die Stationsärztin mir sagte, dass unter Umständen ein vorübergehender künstlicher Darmausgang gelegt werden muss, ist mir die Tragweite der OP zum ersten Mal bewusst geworden. Und es war dann auch so: Nach der OP, als ich aufgewacht bin, war mein erster Gedanke: Mussten die das machen? Und tatsächlich mussten sie es. Das hat mich schon umgetrieben. Ich dachte: Was nun? Der Oberarzt hat entschieden, dass der künstliche Darmausgang sehr schnell rückverlegt werden sollte. Das geschah auch innerhalb von acht Tagen. Dafür war ich sehr dankbar. Ich bin jetzt mit der Darmfunktion noch nicht wieder so zufrieden wie ich es vorher war. Das wird auch noch ein Weilchen dauern. Aber trotzdem bin ich sehr dankbar, dass das alles so geklappt hat.

Nach fünfeinhalb Wochen Krankhausaufenthalt bin ich sehr schnell in die Familie und mein Berufsleben zurückgekehrt. Das hat gut geklappt. Trotzdem geht so eine Erkrankung nicht ganz still und klanglos an einem vorbei. Aber mit dem Aufenthalt im Klinikum Lippe bin ich mehr als zufrieden. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt und würde das Darmzentrum weiterempfehlen. Auch die Pflegekräfte waren nett, freundlich, empathisch und gut. Das Qualitätsmanagement scheint wirklich gut zu funktionieren. Die Mitarbeiter sind alle sehr gut geschult im Umgang mit Patienten.“