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Name der Seite: Insektengiftallergie
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Autor: Klinikum Lippe
Stand: 22.09.2019


Pneumologie

Insektengiftallergie

Wenn Sie unter einer Insektengiftallergie leiden, kann Ihnen eine Hyposensibilisierung einen nahezu 100%-igen Schutz vor schweren Reaktionen bieten. Da die Hyposensibilisierung mit Insektengift erfolgt, muß die Erstbehandlung zur Sicherheit im Krankenhaus erfolgen. Sie müssen dafür mit einem 3-tägigen Aufenthalt bei uns rechnen. Danach wird die Behandlung ambulant über 3 bis 5 Jahre fortgeführt. Wichtig ist zudem, weitere Stiche möglichst zu vermeiden. Hier einige Hinweise, die Ihnen dabei helfen können.

  • Empfehlungen zur Vermeidung von Insektenstichen

    • Repellentien (chemische Insektenabwehrmittel) bieten keinen Schutz!
    • Im Freien Verzehr von süßen Speisen, Eis oder Getränken, Obst- oder Blumenpflücken, Aufenthalt in der Nähe von Abfallkörben, Mülleimern, Tiergehegen oder Fallobst sowie Verwendung von Parfüm oder parfümierten Kosmetika vermeiden. Nach dem Essen Hände waschen und Mund abwischen.
    • Nicht aus Flaschen oder Getränkedosen trinken, Trinkgläser abdecken, Trinkhalme verwenden.
    • Insekten nicht von Futterquellen verscheuchen, vor allem nicht mit hektischen Bewegungen.
    • Die Haut durch Kleidung weitgehend bedeckt halten (zumindest bei Gartenarbeiten). Nicht Barfußlaufen, kein offenes Schuhwerk. Beim Motorradfahren Helm, Handschuhe und Motorradkleidung dicht anliegend tragen. Offene Fahrradhelme sind mit einem Netz zu versehen.
    • An Tagen mit schwülheißer Witterung besonders vorsichtig sein, da die Tiere bei solcher Witterung aggressiv sind.
    • Ungünstig sind lose sitzende, leichte Bekleidungsstücke und dunkle Farben, zu bevorzugen sind helle Farben.
    • Wohnungsfenster tagsüber geschlossen halten oder durch Insektennetze sichern. Abends kein Licht bei geöffneten Fenstern, da Hornissen nachtaktiv sind und dann bevorzugt Lichtquellen anfliegen.
    • Auf „versteckte“ Insekten (besonders im Bett oder in Schuhen) achten.
    • Bienen- oder Wespennester und deren Einzugsbereich meiden. Nester in der Nähe eines ständigen Aufenthaltes durch Imker oder Feuerwehr entfernen lassen
    • Bei Annäherung von Insekten oder in Nestnähe keine hastigen oder schlagenden Bewegungen, langsam zurückziehen! Nester dürfen nicht erschüttert werden. Nicht in ein Flugloch hauchen.
    • Bei Angriff durch Bienen oder Wespen den Kopf mit Armen oder Kleidung schützen. Der Rückzug darf nicht hektisch, sondern ganz langsam erfolgen. Im Falle eines Stiches die Stichstelle mit der Hand bedecken. Gegebenenfalls steckengebliebene Stachel möglichst rasch entfernen.

  • Empfehlungen bei erneutem Insektenstich

    • Sollten Sie dennoch von einer Wespe oder Biene gestochen werden, bleiben Sie vor allen Dingen ruhig und gehen Sie gezielt vor!
    • Ruhe bewahren! Menschen in der Umgebung über das Stichereignis und mögliche Folgen informieren.
    • Einen in der Haut verbliebenen Stachel sofort entfernen. Achtung: Den Stachel nicht mit den Fingern herausziehen (Giftsack könnte ausgedrückt werden!), sondern mit den Fingernägeln wegkratzen.
    • Medikamentöse Erstmaßnahmen:

      Sofort bei Stich (außer nach Hyposensibilisierung):
      - Verordnetes Antihistaminikum und
      - Kortison-Präparat und
      - Betamimetikum inhalativ
      entsprechend ärztlicher Anweisung anwenden.

      Nur bei Atemnot, Zungenschwellung oder Kreislaufbeschwerden:
      - Adrenalinpräparat Fertigspritze injizieren

      Nach Hyposensibilisierung werden die Medikamente nur dann angewandt, wenn es wider
      Erwarten doch zu Beschwerden kommt. Das Aufsuchen eines Arztes sollte bei Atemnot, Zungenschwellung und Kreislaufbeschwerden erfolgen.


Für Einweiser:
Informationen zu Insektengiftallergien für Einweiser

Insektengiftallergie

Patienten mit Insektengiftallergien haben bei erneuten Stichen ein hohes Risiko schwerwiegender Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock. Deshalb bieten wir eine Hyposensibilisierung unter stationären Bedingungen. Für die Erstbehandlung ist mit einem 3-tägigen Aufenthalt bei uns zu rechnen, danach erfolgt die Weiterbehandlung ambulant für 3 bis 5 Jahre. Für diese Therapie bitten wir um Voranmeldung in unserem Sekretariat.