Brustzentrum Lippe erneut von der Ärztekammer Westfalen-Lippe zertifiziert

ÄKZert bescheinigt dem Zentrum an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Klinikums Lippe außerordentlich hohe Qualität, eine beeindruckende Fallzahlsteigerung und universitäres Niveau.

Das Brustzentrum Lippe in Detmold wurde erneut erfolgreich rezertifiziert. Die Zertifizierungsstelle der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKZert) bestätigte im Rahmen einer Auditierung, dass das Zentrum die strengen Kriterien des Anforderungskatalogs für anerkannte Brustzentren des Landes Nordrhein-Westfalen erfüllt. Das Zertifikat ist bis zum 4. Mai 2029 gültig; die Einhaltung der Qualitätsstandards wird während der gesamten Laufzeit fortlaufend überwacht. Bereits seit der Erstzertifizierung im Jahr 2005 stellt sich das Brustzentrum regelmäßig dieser unabhängigen Prüfung.

Brustkrebs ist mit rund 70.000 Neuerkrankungen pro Jahr die häufigste Krebserkrankung der Frau in Deutschland. Als Teil der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und des Onkologischen Zentrums Lippe bündelt das Brustzentrum Lippe die Kompetenzen der beteiligten Fachabteilungen standortübergreifend. Patientinnen erhalten so eine leitliniengerechte, personalisierte Behandlung, die in einer wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenz abgestimmt wird – von der Diagnostik über die operative Therapie bis hin zu Strahlentherapie, medikamentöser Behandlung und genetischer Beratung.

Speziell ausgebildete Breast Care Nurses begleiten die Patientinnen über den gesamten Behandlungsweg. Als Teil des Universitätsklinikums Ostwestfalen-Lippe (UK OWL) verbindet das Brustzentrum Lippe Zentrum die wohnortnahe Versorgung in der Region mit universitärer Medizin und der aktiven Beteiligung an klinischen Studien.

Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven, Direktorin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leiterin des Brustzentrums Lippe, freut sich über das Ergebnis: „Die Auditorinnen haben unserem Zentrum eine außerordentlich hohe Qualität, eine beeindruckende Fallzahlsteigerung sowie ein universitäres Niveau bescheinigt. Ein solcher Erfolg entsteht niemals durch einzelne Personen – er ist das Ergebnis eines gemeinsamen, täglichen Engagements vieler Menschen, die mit Kompetenz, Verantwortungsbewusstsein, Menschlichkeit und großem Einsatz zusammenarbeiten. Die Rückmeldung bestätigt nicht nur unsere fachliche Qualität, sondern auch die Stärke unseres Teams und unsere gemeinsame Haltung gegenüber unseren Patientinnen. Deshalb gilt mein großer Dank dem gesamten Team.“

Auch die Geschäftsführung sieht die erneute Zertifizierung als wichtiges Signal. „Die Rezertifizierung ist eine Auszeichnung für unsere Patientinnen, für die Region und für die Universitätsmedizin in Ostwestfalen-Lippe“, betont Dr. Niklas Cruse, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikum Lippe. „Sie belegt, dass onkologische Spitzenversorgung auf universitärem Niveau bei uns wohnortnah verfügbar ist. Hinter diesem Ergebnis steht die Arbeit eines hoch engagierten Teams, das diese Qualität Tag für Tag sichert. Dafür möchte auch ich allen Beteiligten ausdrücklich danken – und sie zugleich darin bestärken, diesen erfolgreichen Weg gemeinsam weiterzugehen.“

Über die erneute Zertifizierung des Brustzentrums Lippe freuen sich (v.l.n.r.): Die Breast Care Nurses Simone Sasse und Claudia Kaufmann, Qualitätsmanagementbeauftragte Sabine Bornemeier, Zentrumskoordinatorin und leitende Oberärztin Dr. Nina Pauly, Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse und Klinikdirektorin Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven (Foto © Klinikum Lippe I Mandy Lange)

„Ich mache alles – nur keine OP“

Nach der Diagnose Speiseröhrenkrebs entschied sich Wolfgang Benning bewusst gegen eine Operation. An der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum OWL, Campus Klinikum Lippe, fand der 71-Jährige aus Wesel mit der ESORES-Studie einen alternativen Behandlungsweg – und neue Hoffnung.

v.l.n.r.: Dr. Fabian Nimczewski, Patient Wolfgang Benning und Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner (©Klinikum Lippe / Mandy Lange)

Als Wolfgang Benning im August 2025 einen Untersuchungstermin bei seinem Hausarzt vereinbart, fühlt er sich eigentlich gesund. Keine Schmerzen, keine Schluckbeschwerden, kein Gewichtsverlust. Und doch drängt ihn die Angst zum Termin. Zuvor war in seiner Familie Speiseröhrenkrebs diagnostiziert worden – eine Erfahrung, die ihn schließlich selbst zur Untersuchung bewegte. „Ich wollte einfach Gewissheit“, erinnert sich der 71-Jährige aus Wesel.

Die Untersuchung bringt genau die Diagnose, die er befürchtet hatte: Auch bei ihm wird ein Ösophaguskarzinom festgestellt – Speiseröhrenkrebs. Eine Erkrankung, die häufig erst spät erkannt wird, weil Symptome wie Schluckstörungen oder Gewichtsverlust oft erst in fortgeschrittenen Stadien auftreten. Für Wolfgang Benning ist die Diagnose ein Schock. Vor allem, weil er den Krankheitsverlauf seines Bruders hautnah miterlebt hat. Dieser hatte sich für die klassische Behandlung aus Chemotherapie, Operation und anschließender weiterer Therapie entschieden, verstarb aber wenige Wochen nach der OP. Deshalb stand für ihn fest: „Diese Operation möchte ich nicht.“

Die Suche nach einer anderen Behandlungsmöglichkeit führt ihn schließlich ins Internet – und von dort an die Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum OWL, Campus Klinikum Lippe. Hier stößt er auf Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner und auf die sogenannte ESORES-Studie. Diese klinische Studie beschäftigt sich mit einer zentralen Frage moderner Krebsmedizin: Muss jede Patientin und jeder Patient mit Speiseröhrenkrebs nach erfolgreicher Vorbehandlung automatisch operiert werden – oder kann in ausgewählten Fällen auf die große Operation verzichtet werden?

„Die Behandlung von Speiseröhrenkrebs verändert sich derzeit grundlegend“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum OWL, Campus Klinikum Lippe in Detmold. „Durch moderne Chemo-, Immun- und Strahlentherapien sehen wir bei einigen Patientinnen und Patienten eine komplette Rückbildung des Tumors in der Speiseröhre. Die ESORES-Studie untersucht deshalb, ob wir ausgewählten Betroffenen eine große Operation ersparen können, ohne dabei die Sicherheit dieser Patienten zu gefährden.“

Hintergrund der Studie ist die Beobachtung, dass bei manchen Patientinnen und Patienten nach der Vorbehandlung keine lebenden Tumorzellen mehr nachweisbar sind. Bisher gilt die Operation, an deren aktuellen Therapieleitlinien Höppner ebenfalls beteiligt war, dennoch als Standardtherapie. Die ESORES-Studie untersucht deshalb ein sogenanntes „Active-Surveillance-Konzept“ – also eine engmaschige Überwachung statt sofortiger Operation.

Dafür werden die teilnehmenden Patientinnen und Patienten regelmäßig untersucht. Zum Kontrollprogramm gehören unter anderem Computertomographie, Magenspiegelungen, endoskopischer Ultraschall sowie Gewebeproben. Ziel ist es, mögliche Veränderungen frühzeitig zu erkennen und nur dann zu operieren, wenn dies tatsächlich notwendig wird.

Genau dieser Ansatz gibt Wolfgang Benning Hoffnung. „Ich habe Prof. Höppner und Dr. Nimczewski im Internet gefunden und nicht mehr lockergelassen“, erzählt er mit einem Lächeln. „Ich habe gesagt: Ich mache alles – nur keine OP.“ Damit beginnt für ihn ein anderer Weg. Er erhält wohnortnah Chemotherapie und Immuntherapie und wird gleichzeitig in das engmaschige Nachsorgeprogramm der ESORES-Studie am Klinikum Lippe eingebunden. Alle drei Monate fährt er nun rund 200 Kilometer von Wesel nach Detmold. Die regelmäßigen Untersuchungen gehören inzwischen fest zu seinem Alltag.

„Das Entscheidende bei diesem Konzept ist die intensive und engmaschige Überwachung“, erklärt Dr. Fabian Nimczewski, Oberarzt der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. „Wir kontrollieren sehr genau, ob sich erneut Tumorzellen nachweisen lassen. Sollte das der Fall sein, kann gemeinsam mit dem Patienten die Entscheidung für eine Operation immer noch getroffen werden. Dieses Vorgehen bedeutet aber für viele Patientinnen und Patienten eine echte Chance auf mehr Lebensqualität.“

Die Untersuchungen dauern meist ein bis zwei Tage. Nach der Magenspiegelung mit Sedierung darf Wolfgang Benning nicht selbst nach Hause fahren. Seine Partnerin begleitet ihn deshalb häufig nach Detmold. „Ich fühle mich hier wirklich gut aufgehoben“, sagt er. „Das Personal ist unglaublich freundlich und zuvorkommend.“

Heute, rund neun Monate nach Beginn seiner Behandlung, ist vom Krebs nichts mehr nachweisbar. „Der Krebs ist weg“, sagt Benning ruhig. Zweifel an seiner Entscheidung gegen die Operation habe er bis heute keine. Er sagt: „Für mich war das genau der richtige Weg.“

Seine Lebensqualität ist geblieben, aber sein Alltag hat sich verändert. Heute achtet er stärker auf sich selbst. Vor allem seine Ernährung hat er umgestellt. „Früher mochte ich nichts Grünes“, erzählt er lachend. „Heute esse ich deutlich gesünder.“ Die Krankheit hat ihn verändert. Stundenlang habe er recherchiert, medizinische Fachbegriffe gelernt und sich intensiv mit seiner Erkrankung beschäftigt. „Mittlerweile bin ich fast selbst Professor“, sagt er lächelnd. Trotz aller Ernsthaftigkeit blickt er positiv in die Zukunft. Die regelmäßigen Kontrollen geben ihm Sicherheit. Die Angst sei nie ganz verschwunden, aber sie bestimme sein Leben nicht. „Bis jetzt war immer alles unauffällig“, sagt er. „Und ich hoffe natürlich, dass das so bleibt.“

Speiseröhrenkrebs zählt zu den vergleichsweise seltenen, aber besonders aggressiven Tumorerkrankungen. In Deutschland erkranken jährlich rund 8.000 Menschen neu an einem sogenannten Ösophaguskarzinom. Medizinisch werden dabei zwei Hauptformen unterschieden: das Plattenepithelkarzinom, das häufig mit Rauchen und Alkoholkonsum in Verbindung gebracht wird, sowie das Adenokarzinom, das oft durch chronischen Reflux, also dauerhaftes Sodbrennen, und Übergewicht begünstigt wird. Besonders die Zahl der Adenokarzinome ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich angestiegen.

Gerade deshalb gewinnt die Forschung zu neuen Behandlungsmöglichkeiten zunehmend an Bedeutung. An der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Universitätsklinikum OWL, Campus Klinikum Lippe, werden moderne Therapiekonzepte und klinische Studien gezielt in die Patientenversorgung eingebunden.

„Die Behandlung von Speiseröhrenkrebs verändert sich derzeit grundlegend“, betont Prof. Dr. Jens Höppner. Moderne Therapieansätze eröffneten heute Möglichkeiten, die noch vor wenigen Jahren kaum denkbar gewesen seien. Er ergänzt: „Klinische Studien sind ein wichtiger Bestandteil moderner Universitätsmedizin. Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten schon heute innovative und zugleich möglichst schonende Therapiekonzepte zugänglich zu machen.“

Für Wolfgang Benning zählt am Ende vor allem eines: Lebensqualität. „Ich kann meinen Alltag ganz normal leben“, sagt er. „Und dafür bin ich einfach dankbar.“

Informationen zur ESORES-Studie am Klinikum Lippe

Weltkrebstag 2026: Telefonaktion des Onkologischen Zentrums Lippe

„Gemeinsam einzigartig“ für eine optimale Versorgung

Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar 2026 beteiligt sich das Onkologische Zentrum Lippe mit einer besonderen Telefonaktion. Unter dem Motto „Gemeinsam einzigartig“ stehen an diesem Tag ausgewiesene Expertinnen und Experten aus den zertifizierten onkologischen Zentren des Klinikums Lippe persönlich für Fragen von Bürgerinnen und Bürgern, Patientinnen und Patienten sowie Angehörigen zur Verfügung.

Krebserkrankungen sind so individuell wie die Menschen, die betroffen sind. Entsprechend vielfältig sind auch die Fragen zu Diagnostik, Therapie, Nebenwirkungen, Vorsorge und Nachsorge. Mit der Telefonaktion möchte das Onkologische Zentrum Lippe niedrigschwellig informieren, Orientierung geben und zeigen, welche spezialisierten Versorgungsstrukturen am Klinikum Lippe für Betroffene bereitstehen.

Telefonaktion am Weltkrebstag – 04.02.2026 von 13:00 bis 16:00 Uhr
Telefonnummer Onkologisches Zentrum Lippe: 05231 72-2222

Folgende Expertinnen und Experten sind am Weltkrebstag telefonisch erreichbar:

  • Prof. Dr. Frank Hartmann
    Ärztlicher Leiter des Onkologischen Zentrums und des Zentrums für Hämatologische Neoplasien: Ansprechpartner für Leukämien, Lymphome und weitere Erkrankungen des blutbildenden Systems
  • Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner
    Ärztlicher Leiter des Viszeralonkologischen Zentrums: Ansprechpartner für Krebserkrankungen von Darm, Magen, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse und weitere Tumore des Magen-Darm-Traktes
  • Dr. Stefan Nestoris
    Ärztlicher Leiter des Hautkrebszentrums: Ansprechpartner für Hautkrebs und andere maligne Erkrankungen der Haut
  • PD Dr. Jan Groetzner
    Ärztlicher Leiter des Lungenkrebszentrums: Ansprechpartner für Lungenkrebs und weitere Tumore des Thorax
  • Univ.-Prof. Dr. Karl-Dietrich Sievert
    Ärztlicher Leiter des Uroonkologischen Zentrums: Ansprechpartner für Prostata-, Blasen-, Nierenkrebs und weitere Tumore des Urogenitaltraktes
  • Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven
    Ärztliche Leiterin des Brustzentrums und des Gynäkologischen Krebszentrums: Ansprechpartnerin für Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs und weitere gynäkologische Tumore
  • Dr. Dr. Friedrich Stefan Lautenschläger
    Leitender Oberarzt der Strahlentherapie: Ansprechpartner für Fragen zur Strahlentherapie bei onkologischen Erkrankungen

Ergänzend steht die Krebsberatungsstelle Lippe für allgemeine Fragen, psychosoziale Unterstützung und weiterführende Beratung zur Verfügung: Telefon Krebsberatungsstelle Lippe 05231 62-7724.

Gute Krebsmedizin beginnt nicht erst mit der Therapie, sondern mit Aufklärung, Orientierung und persönlicher Begleitung. Mit dieser Aktion möchte das Klinikum Lippe gemeinsam mit der Krebsberatungsstelle Lippe medizinische Expertise anbieten und Mut machen, Fragen zu stellen, Unsicherheiten anzusprechen und sich frühzeitig zu informieren.

„Heute ist der wichtigste Tag.“ – Wie Daniela Beverung den Krebs besiegte

Exzellente Zusammenarbeit im Lungenkrebszentrum Lippe-Weserbergland

„Ich wurde mitten aus dem Leben gerissen“, so beschreibt Daniela Beverung das Jahr 2025. Mit 61 Jahren, 44 Berufsjahren hinter sich und eigentlich voller Pläne für die Zukunft, beginnt für die erfahrene Narkoseschwester im Januar eine Reise, die sie sich nie hätte vorstellen können. Das ist die Geschichte von Daniela Beverung, die sich entschieden hat, nicht den Kopf in den Sand zu stecken – sondern jeden neuen Tag als Geschenk zu sehen und in die Medizin zu vertrauen. Eine Geschichte über eine starke Frau, moderne Spitzenmedizin und interdisziplinäre Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg.

Gruppenbild

v.l.n.r.: Dr. med. Oleg Rubanov (Hämatologische und Onkologische Praxis in Hameln und Bad Pyrmont), Patientin Daniela Beverung, Priv.-Doz. Dr. med. Jan Groetzner (Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie am Klinikum Lippe und Leiter des Lungenkrebszentrums Lippe), Daniel Gehrig (Facharztpraxis für Lungenheilkunde in Hameln).
(©Klinikum Lippe / Mandy Lange)

Alles beginnt harmlos. Daniela Beverung nimmt rapide ab, denkt zunächst an die positiven Effekte des Intervallfastens, das sie seit einiger Zeit praktiziert. Doch der massive Gewichtsverlust bleibt. Anfang Januar 2025 geht sie deshalb zu ihrer Hausärztin. Damals hat sie auch Schmerzen in den Oberarmen und Oberschenkeln, aber die Blutwerte sind unauffällig. Vorsorglich ordnet die Ärztin eine Aufnahme der Lunge an und weitere Untersuchungen folgen. Mitte Januar steht die Diagnose fest: Lungenkrebs.

„Mit dem Satz „Es besteht bei Ihnen der Verdacht auf Lungenkrebs“ habe ich meine letzte Zigarette ausgemacht“, sagt Daniela Beverung heute. Rund 40 Jahre hat sie geraucht, aber ihr Wille zu leben ist stärker als die Nikotinsucht: „Es ging nicht mehr anders. Aufgeben war keine Option.“ Was folgt, ist ein medizinischer Marathon – koordiniert über Fachärztinnen und Fachärzte verschiedener Kliniken und Praxen hinweg, eng vernetzt und abgestimmt.

Durch die Lungenpraxis Hameln wird eine Lungenpunktion empfohlen. Auch in der Hämatologischen und Onkologischen Praxis von Dr. Oleg Rubanov in Hameln stellt Daniela Beverung sich vor. Es folgen PET-CT, CT von Lunge und Abdomen, Stanzbiopsien. Die Patientengeschichte der 61-Jährigen wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz besprochen.

Doch schon kommt der nächste Schock: Zwei Metastasen im Gehirn von Daniela Beverung werden im Rahmen der weiteren Untersuchungen entdeckt. Die Symptome dieser Geschwüre hatte Daniela Beverung bereits gespürt – Druck im Kopf, Benommenheit, Unsicherheit beim Gehen. Mitte Februar 2025 werden die Metastasen im Agaplesion Ev. Bathildiskrankenhaus Bad Pyrmont operativ entfernt. Eine Reha ist zunächst nicht möglich, denn direkt an den Krankenhausaufenthalt schließen sich Bestrahlung, Chemotherapie und Immuntherapie an, weil klar ist, dass auch der Lungenkrebs schnellstmöglich operiert werden soll.

„Es ging alles so schnell – und trotzdem Hand in Hand“, sagt Daniela Beverung rückblickend. Sie strickt gegen die Unruhe, versucht die Gedanken zu ordnen. Ihr Mann fährt sie zu jedem Termin. „Allein schafft man das nicht. Das Karussell im Kopf fährt immer weiter.“ Im August, im Urlaub auf Lanzarote, erleidet Daniela Beverung einen Krampfanfall. Wieder Krankenhaus. Wieder warten. Doch die onkologische Therapie wirkt. Der Lungentumor schrumpft.

Ende August stellt sie sich im Lungenkrebszentrum Lippe beim Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie, Priv.-Doz. Dr. Jan Groetzner, in Lemgo vor. Groetzner erinnert sich: „Frau Beverung kam nach der erfolgreichen Entfernung einer Hirnmetastase und nach vorausgegangener System- und Immuntherapie zu uns nach Lemgo zur Operation des Lungentumors. Anfang September konnten wir den betroffenen Lungenlappen sowie Teile des Rippenfells minimalinvasiv und thorakoskopisch entfernen. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen, und bereits vier Tage nach der Operation konnte Frau Beverung auf eigenen Beinen nach Hause gehen.“

Mitte Oktober folgt die Reha: Ergometertraining, Atemtherapie, Gespräche mit anderen Betroffenen. Parallel läuft die Immuntherapie weiter. Alle drei Monate stehen nun Kontrolluntersuchungen an – MRT vom Kopf, CT von Lunge und Abdomen. Die Abstände werden bei unauffälligen Befunden mit der Zeit immer größer. Daniela Beverung blickt mit Sorge auf den Kontrolltermin Anfang Dezember und auch wenn sie zuversichtlich ist und alle operativen Eingriffe optimal verliefen, beginnt wieder eine Zeit des Wartens und Hoffens.

Heute sagt Daniela Beverung: „Aktuell bin ich offiziell krebsfrei. Meine erste Kontrolluntersuchung zeigte keine Auffälligkeiten. Ich habe auch keine großen Einschränkungen, aber das Jahr steckt mir noch in den Knochen.“ Noch einmal hat sie Gewicht verloren, noch ist sie nicht wieder ganz auf der Höhe. Arbeiten kann sie aktuell nicht. „Meine Kolleginnen und Kollegen fehlen mir unheimlich. Mit vielen habe ich 30 Jahre zusammengearbeitet. Ich besuche sie jetzt ab und zu – das tut mir gut.“

Was ihr Halt gibt, sind vor allem ihre Familie, die Freundinnen und ihre positive Einstellung. Und ein Satz, den sie von der Psychologin aus der Reha mitgenommen hat: „Die zwei unwichtigsten Tage im Jahr sind gestern und morgen. Heute ist der wichtigste Tag.“ Und genau dieses Heute genießt Daniela Beverung bewusster als früher. Sie macht Dinge für sich – an den guten Tagen. Sie träumt vom Urlaub, vom Feiern mit der Familie. „Ich habe 44 Jahre gearbeitet. Jetzt möchte ich leben. Vor ein paar Jahrzehnten hätte ich diese Diagnose wohl nicht überlebt. Heute ist die operative Medizin so weit. Ich habe immer daran geglaubt: Die helfen dir. Die können das.“

Die reibungslosen Abläufe zwischen verschiedenen Kliniken und Praxen, die Daniela Beverung in diesem Jahr erlebt hat, sind Teil des Konzeptes des Lungenkrebszentrums Lippe-Weserbergland. Interdisziplinär, sektorenübergreifend und über die Landesgrenze zwischen Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen hinweg arbeiten das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Lungenkrebszentrum Lippe in Lemgo, die Hämatologische und onkologische Praxis Dr. Rubanov und Prof. Dr. Schmidt in Hameln, die Facharztpraxis für Lungenheilkunde in Hameln und die AGAPLESION Krankenhäuser in Bad Pyrmont und Schaumburg eng zusammen. Zur Kooperation gehören ebenfalls die Gemeinschaftspraxis für Strahlentherapie und Radioonkologie am Sana-Klinikum Hameln-Pyrmont sowie das Radiologiezentrum Hameln. Außerdem auch alle Kooperationspartner des Lungenkrebszentrums Lippe.

Ein fester Bestandteil des Lungenkrebszentrums Lippe ist auch das etablierte Lungenkrebsscreening des Universitätsinstituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie. Mithilfe moderner, schonender CT-Untersuchungen und der Auswertung durch speziell qualifizierte Radiologinnen und Radiologen – unterstützt durch KI-gestützte Analyseverfahren – können Auffälligkeiten frühzeitig erkannt und bei Bedarf zeitnah weiter abgeklärt werden. Das Screening ergänzt die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Lungenkrebszentrum und trägt wesentlich zur frühzeitigen Diagnostik und optimalen Versorgung von Patientinnen und Patienten bei.

Neue Studie am Klinikum Lippe

Schonende Behandlungsmethode bei Prostatakrebs wird geprüft

An der Universitätsklinik für Urologie am Campus Klinikum Lippe startet eine besondere klinische Studie zur Behandlung von Prostatakrebs. In der WATER-IV-Studie wird untersucht, ob eine moderne, schonende Operationsmethode – die sogenannte Aquablation – auch bei ausgewählten Formen von Prostatakrebs sicher und wirksam eingesetzt werden kann. Das Klinikum Lippe ist dabei das einzige Krankenhaus in Deutschland, das an dieser internationalen Studie teilnimmt.

Porträt Chefarzt

Univ.-Prof. Dr. Karl-Dietrich Sievert, Direktor der Universitätsklinik für Urologie am Universitätsklinikum OWL Campus Klinikum Lippe, erklärt: „Die WATER-IV-Studie richtet sich an Männer mit früh erkanntem, lokal begrenztem Prostatakrebs. Ziel ist es herauszufinden, ob die Aquablation eine Alternative zur klassischen vollständigen Entfernung der Prostata sein kann. Bei der Aquablation wird krankhaft verändertes Prostatagewebe mit einem hochpräzisen Wasserstrahl entfernt. Anders als bei vielen anderen Verfahren kommt dabei keine Hitze zum Einsatz. Der Eingriff erfolgt minimalinvasiv über die Harnröhre und wird robotergestützt ausgeführt.“

Vor dem Eingriff wird die Prostata mithilfe von Kamera und Ultraschall genau vermessen und kartiert. So kann der Arzt festlegen, welche Bereiche entfernt werden müssen und welche wichtigen Strukturen – etwa für Kontinenz und Sexualfunktion – unbedingt geschont werden sollen. Der Operateur behält dabei jederzeit die volle Kontrolle und kann den Eingriff steuern oder stoppen. Die Operation dauert in der Regel weniger als eine Stunde, erfolgt unter Narkose und erfordert einen kurzen stationären Aufenthalt.

Die Aquablation wird am Klinikum Lippe bereits erfolgreich bei Männern mit einer gutartigen Prostatavergrößerung eingesetzt, die häufig zu Problemen beim Wasserlassen führt. Studien zeigen, dass diese Methode langfristig wirksam ist und dabei besonders schonend vorgeht. Langzeitdaten belegen auch, dass Patienten nach der Aquablation eine deutliche und anhaltende Besserung ihrer Beschwerden erfahren. Gleichzeitig ist die Rate schwerwiegender Nebenwirkungen sehr gering. Kontinenz und Erektionsfähigkeit bleiben in den bisherigen Studien vollständig erhalten und auch die Ejakulationsfähigkeit bleibt bei den meisten Männern bestehen.

Univ.-Prof. Dr. Karl-Dietrich Sievert unterstreicht die Bedeutung dieser Studie: „Mit der Teilnahme an der WATER-IV-Studie festigt das Klinikum Lippe seinen Anspruch, moderne Medizin auf höchstem wissenschaftlichem Niveau anzubieten – und dabei neue, möglichst schonende Behandlungswege für Patienten zu eröffnen. Die bisherigen Daten zur Aquablation zeigen, dass die Methode bei gutartigen Prostatavergrößerungen sehr gut wirkt. Nun gilt es, herauszufinden, ob wir sie auch in der onkologischen Urologie sinnvoll und zum Wohle der Patienten einsetzen können.“

In der WATER-IV-Studie werden die Teilnehmer entweder mit der Aquablation oder mit der klassischen operativen Entfernung der Prostata behandelt. Anschließend werden sie über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren medizinisch begleitet, um Behandlungserfolg, Sicherheit und mögliche Nebenwirkungen sorgfältig zu vergleichen. Die Studie wird international durchgeführt und vom Hersteller des Aquablation-Systems initiiert. Am Klinikum Lippe erfolgt sie unter Leitung der Universitätsklinik für Urologie und in enger Zusammenarbeit mit dem Universitätsinstitut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und dem Institut für Pathologie.

Männer, die sich für eine Teilnahme an der Studie interessieren oder weitere Informationen wünschen, können sich direkt an das Klinikum Lippe wenden. Ansprechpartnerin für die WATER-IV-Studie ist Karin Berger (karin.berger@klinikum-lippe.de).

Klinikum Lippe erhält neuestes robotisches OP-System

Rund 3,5 Millionen Förderung für eines der größten universitären Robotik-Zentren Deutschlands

Das Klinikum Lippe hat eines der modernsten da Vinci-Operationssysteme Europas in Betrieb genommen, ermöglicht durch eine Förderung von rund 3,5 Millionen Euro durch das Land NRW an die Universität Bielefeld und das Universitätsklinikum OWL am Campus Klinikum Lippe. Das Gerät der neuesten Generation (dV5) ist bundesweit das fünfte seiner Art und das vierte daVinci-System am Klinikum Lippe. Damit zählt das Klinikum Lippe zu den größten chirurgischen Robotik-Zentren in Deutschland.

Gruppenfoto

Das Team der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter Leitung von Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner (3. v. l.) freut sich über den daVinci dV5. (©Klinikum Lippe / Mandy Lange)

Das neue daVinci-System wurde nach einer positiven Begutachtung des Förderantrags der „Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG“ im Rahmen des Programms „Großgeräte der Länder“ mit rund 3,5 Millionen Euro gefördert. Univ.-Prof. Dr. Claudia Hornberg, Dekanin der Medizinischen Fakultät OWL der Universität Bielefeld, freut sich über den positiven Förderbescheid: „Wir stärken den universitätsmedizinischen Campus in OWL und schaffen eine leistungsfähige Struktur für Forschung und Lehre.“

Auch Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, hebt hervor: „Mit vier Systemen am Campus Klinikum Lippe und zwei weiteren an den anderen Campusstandorten des Universitätsklinikums OWL in Bielefeld erreichen wir eine einzigartige Verfügbarkeit dieser hochmodernen Technik. Davon profitieren nicht nur Forschung und studentische Lehre, sondern auch die chirurgische Weiterbildung und die Versorgung der Patientinnen und Patienten in der gesamten Region. Robotisch assistiert durchgeführte Operationen bringen durch die minimalinvasive Zugangstechnik und die hohe Präzision der Instrumentenkontrolle entscheidende Vorteile für die Patienten. Für den Campus Klinikum Lippe am Universitätsklinikum OWL bedeutet die Verfügbarkeit von vier daVinci-Systemen außerdem ein kontinuierliches Training an robotischen Systemen. Die Ausbildung der Studierenden und Chirurgen wird durch eine zusätzlich in der Landesförderung zur Verfügung gestellte Simulations- und Ausbildungskonsole weiter deutlich verbessert.“

Zwei Männer schauen einen Operationsroboter an

Auch Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse ließ sich das neue Operationssystem von OP-Leitung Thomas Herden direkt nach der Anlieferung erklären. (©Klinikum Lippe / Mandy Lange)

Klinikgeschäftsführer Dr. Niklas Cruse sagt: „Am Klinikum Lippe nutzen neben der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie auch die Universitätsklinik für Urologie sowie die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe die robotischen Systeme für spezialisierte Operationen. Wir reagieren mit dem zusätzlichen OP-System auch auf die erhöhte Nachfrage von Patientinnen und Patienten nach hochpräziser Spitzenmedizin.“

Dr. Michael Leitz, Leitender Arzt der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, hat die Robotik am Klinikum Lippe von Beginn an mit aufgebaut und ist inzwischen regelmäßig in verschiedenen Kliniken europaweit als ausgewiesener Experte für robotische Chirurgie zu Gast. Er betont die Bedeutung des Ausbaus für die Allgemein- und Viszeralchirurgie: „Mit vier da Vinci-Systemen sind wir das größte viszeralchirurgische Robotik-Zentrum in Deutschland. Das neue System setzt einen starken Impuls für moderne, präzise Hochleistungsmedizin in Lippe. Wir freuen uns darauf, ab 8. Dezember mit allen vier Systemen parallel operieren zu können.“

Mit dem neuen daVinci-System wird das Spektrum robotisch durchgeführter minimalinvasiver Eingriffe weiter ausgebaut. In der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie können künftig nahezu alle gängigen Operationen robotisch erfolgen – darunter Eingriffe an Magen, Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Leber, Gallenblase, Blinddarm sowie die Versorgung von Bauchwandbrüchen. Gerade bei komplexen operativen Eingriffen zum Beispiel nach Voroperationen oder Verwachsungen profitieren Patientinnen und Patienten von der hohen Präzision des Roboters.

Weltpankreastag am 20. November 2025
Gemeinsam gegen den „stillen“ Krebs

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Patient Serdal Cingöz (Mitte) ist Oberarzt Dr. Fabian Nimczewski (links) und Klinikdirektor Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner (rechts) dankbar für die fachliche Expertise und menschliche Begleitung.
(Foto: Klinikum Lippe / Christian Ritterbach)

Als sich Serdal Cingöz mit einem Tumor der Gallenwege im Klinikum Lippe vorstellte, war zunächst nicht absehbar, welche Folgen die Krebserkrankung bereits hatte. Erst während der Operation brachte die Schnellschnittdiagnostik die entscheidende Erkenntnis: Der Tumor hatte den Kopf der Bauchspeicheldrüse infiltriert.

Für das Team um Prof. Dr. Jens Höppner und Dr. Fabian Nimczewski hieß das: sofort handeln, gemeinsam entscheiden und präzise operieren. Die Chirurgen erweiterten den Eingriff noch während der laufenden Operation und entfernten zusätzlich den Bauchspeicheldrüsenkopf. Am Ende gelang es, den Tumor vollständig zu entfernen.

Serdal Cingöz wird auch nach der Operation in der spezialisierten Pankreassprechstunde betreut. Trotz der belastenden Diagnose zeigt er sich dankbar und erleichtert – vor allem für die Kombination aus fachlicher Expertise, enger interdisziplinärer Abstimmung und der menschlichen Begleitung durch das gesamte Team.

Bauchspeicheldrüsenkrebs, das sogenannte Pankreaskarzinom, gilt als besonders tückisch, da er häufig erst spät Beschwerden verursacht und in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. „Die Erkrankung verläuft lange unauffällig – deshalb ist eine frühe und präzise Diagnostik entscheidend“, erklärt Prof. Dr. Jens Höppner, Direktor der Universitätsklinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie am Klinikum Lippe. „Im Pankreaszentrum Lippe in Detmold setzen wir modernste bildgebende Verfahren und endoskopische Techniken ein, um Tumoren so früh wie möglich zu erkennen und gezielt zu behandeln.“

Das Pankreaszentrum Lippe ist Teil des Onkologischen Zentrums am Klinikum Lippe und zeichnet sich durch eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit aus. Gastroenterologen, Radiologen, Onkologen, Chirurgen und Strahlentherapeuten arbeiten hier Hand in Hand. In wöchentlichen interdisziplinären Tumorkonferenzen („Tumorboard“) werden alle Befunde gemeinsam besprochen und für jede Patientin und jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt.

Ein besonderes Angebot ist die Spezialsprechstunde für Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, die immer mittwochs unter der Leitung von Prof. Dr. Jens Höppner und Oberarzt Dr. Fabian Nimczewski stattfindet. Hier werden Betroffene umfassend beraten – von der Diagnostik über die operative Therapie bis hin zur Nachsorge.

Ein Schwerpunkt des Pankreaszentrums Lippe liegt auf der parenchymsparenden, minimalinvasiven Operationstechnik. Dabei wird der Tumor gezielt entfernt, während gesundes Bauchspeicheldrüsengewebe erhalten bleibt. „Diese Technik ermöglicht es uns, die Funktion der Bauchspeicheldrüse weitgehend zu erhalten und postoperative Komplikationen wie Diabetes zu vermeiden“, erläutert Dr. Nimczewski. „Zudem profitieren unsere Patientinnen und Patienten von einem geringeren Operationstrauma und können das Krankenhaus oft schon nach wenigen Tagen wieder verlassen.“

Neben der klinischen Versorgung engagiert sich das Pankreaszentrum Lippe auch in der wissenschaftlichen Forschung und im regionalen Austausch mit niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen. Regelmäßige Symposien dienen dem Wissenstransfer, der Fortbildung und der Stärkung des medizinischen Netzwerks in der Region Lippe.

Am Weltpankreastag steht jedes Jahr ein Organ im Mittelpunkt, das meist erst dann Aufmerksamkeit erhält, wenn es ernst wird: die Bauchspeicheldrüse. Unter dem Motto „Aufklärung rettet Leben“ machen Ärztinnen und Ärzte am 20. November weltweit auf den Bauchspeicheldrüsenkrebs aufmerksam – eine der aggressivsten Tumorerkrankungen überhaupt. Dem Team um Prof. Höppner ist Aufklärung über dieses Thema deshalb besonders wichtig. „Unser Ziel ist es, Betroffenen die bestmögliche, moderne und zugleich menschliche Medizin zu bieten“, betont er. „Der Weltpankreastag erinnert uns jedes Jahr daran, wie wichtig Aufklärung, Früherkennung und interdisziplinäre Zusammenarbeit sind – damit mehr Menschen mit dieser Erkrankung eine Chance auf Heilung haben.“

Rund 200 Besucherinnen und Besucher kamen am 20. September 2025 im Campus 9 in Detmold zusammen, um sich auszutauschen, Neues zu erfahren und ein starkes Signal der Gemeinschaft zu setzen…

Klinikum Lippe lädt ein zu “Diagnose Hoffnung 2025”
Informationsveranstaltung für Betroffene, Angehörige und Interessierte

Das Onkologische Zentrum Lippe lädt am Samstag, den 20. September 2025, von 10:00 bis 15:15 Uhr Patientinnen und Patienten, Fachleute sowie alle Interessierten zur Veranstaltung „Diagnose Hoffnung 2025“ ein.

Das Programm bietet Vorträge aus verschiedenen Bereichen der onkologischen Versorgung. Außerdem bieten regionale Selbsthilfegruppen an Informationsständen Einblicke in ihre Arbeit. Interessierte haben die Gelegenheit, in direkten Austausch mit Fachleuten aus Medizin, Pflege, Ernährung und Bewegung zu treten – um individuelle Fragen zu klären, Berührungsängste abzubauen und Informationen aus erster Hand zu erhalten.

„Diagnose Hoffnung 2025“ will Mut machen, Perspektiven aufzeigen und informieren – über Therapieoptionen, Qualitätssicherung, Lebensqualität und darüber, wie Betroffene in allen Phasen unterstützt werden können. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Menschen, bei denen eine Krebsdiagnose gestellt wurde, aber auch an Angehörige und Bezugspersonen. Eingeladen sind auch alle, die sich über aktuelle Entwicklungen in der Onkologie informieren möchten.

Veranstaltungsdetails

Termin: 20. September 2025, 10:00 bis 15:15 Uhr
Ort: Campus 9, Robert-Koch-Straße 2, 32756 Detmold
Sonstiges: Der Eintritt ist frei und offen für alle Interessierten.

Zum Programm

Gebärmutterkrebs: Wenn plötzlich alles anders ist


Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe informiert im Instagram Live

„Ich habe es zuerst für eine harmlose Zwischenblutung gehalten“, erinnert sich Susanne K. (Name auf Wunsch der Patientin geändert). Nach den Wechseljahren seien gelegentliche Beschwerden ja „nicht so ungewöhnlich“. Doch als die Blutungen häufiger wurden, suchte die 62-Jährige ihre Frauenärztin auf. Die Diagnose: Gebärmutterkrebs. „Es war ein Schock. Plötzlich war mein Leben ein anderes.“

Heute, zwei Jahre nach der Diagnose, kann Susanne K. aufatmen: Der Krebs wurde früh erkannt, die Therapie erfolgreich abgeschlossen. „Rückblickend bin ich unglaublich dankbar, dass ich damals so schnell gehandelt habe.“ Ihre Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, erste Warnsignale ernst zu nehmen. Doch viele Frauen zögern, Unsicherheit oder Unwissenheit verhindern oft den rechtzeitigen Arztbesuch. Dabei ist Gebärmutterkrebs die häufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane in Deutschland – mit etwa 25.000 Neuerkrankungen pro Jahr.

Wissen schützt: Klinikum Lippe lädt zum Instagram Live ein

Um aufzuklären, Ängste zu nehmen und Fragen zu beantworten, lädt das Klinikum Lippe am Montag, 23. Juni 2025 um 18.15 Uhr zu einem Instagram Live ein. Univ.-Prof. Dr. Beyhan Ataseven, Direktorin der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, spricht über: Warnsignale und Symptome, Möglichkeiten der Früherkennung, moderne Behandlungsverfahren, Nachsorge und Leben nach der Therapie sowie Präventionsmöglichkeiten.

„Information ist der erste Schritt zur Heilung“, betont Prof. Dr. Ataseven. „Deshalb möchten wir möglichst viele Frauen ermutigen, gut auf ihren Körper zu achten und bei Auffälligkeiten nicht zu zögern, medizinischen Rat einzuholen.“

Die Teilnahme am Instagram Live ist kostenlos und ohne Anmeldung möglich. Fragen können live gestellt oder vorab über den Instagram-Kanal @klinikumlippe eingereicht werden. Für die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Campus Klinikum Lippe ist es bereits das zweite Instagram Live in diesem Jahr. An der ersten Veranstaltung zum Thema Eierstockkrebs nahmen 65 Gäste teil.

Gynäkologisches Krebszentrum Lippe: Individuell und professionell

Die Behandlung des Gebärmutterkrebses – medizinisch Endometriumkarzinom – ist heute weit mehr als nur eine Operation. Die Erkrankung hat viele Facetten und kann individuell sehr verschieden verlaufen. Genetische Faktoren, Begleiterkrankungen und die genaue Tumorbiologie spielen dabei eine zentrale Rolle. Deshalb gehört die Therapie in die Hände erfahrener Expertenteams, die diese komplexen Zusammenhänge umfassend einschätzen und aufeinander abstimmen können. In spezialisierten Zentren wie dem zertifizierten Gynäkologischen Krebszentrum Lippe profitieren Patientinnen von der hohen Expertise, der interdisziplinären Zusammenarbeit und modernsten Therapiekonzepten. Mit Ruhe, Präzision und Professionalität gelingt es den Spezialistinnen und Spezialisten, auch in komplexen Situationen den Überblick zu bewahren und die bestmögliche Versorgung sicherzustellen.

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