Woche der Wiederbelebung: Prüfen. Rufen. Drücken. = Leben retten!

18.09.2026. Was tun Sie, wenn direkt neben Ihnen ein Mensch plötzlich zusammenbricht? Viele Menschen sind in einer solchen Situation zunächst unsicher. Dabei können wenige, einfache Schritte entscheidend sein. Vom 21. bis 27. September 2026 findet bundesweit die Woche der Wiederbelebung statt. Zahlreiche Organisationen und Einrichtungen machen in dieser Zeit darauf aufmerksam, wie wichtig die Laienreanimation ist. Auch das Klinikum Lippe beteiligt sich mit mehreren Aktionen.

Einfach ausprobieren: Reanimation am Klinikum Lippe

Zum Auftakt der Aktionswoche laden wir am Montag, 21. September 2026, von 11 bis 14 Uhr zu einer offenen Mitmachaktion am Klinikstandort Detmold ein.

An verschiedenen Reanimationspuppen können Interessierte im Haupteingang selbst ausprobieren, worauf es bei der Wiederbelebung ankommt. Dabei stehen Puppen eines Neugeborenen, eines Kindes und eines Erwachsenen zur Verfügung. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Im Mittelpunkt steht das praktische Ausprobieren: Berührungsängste abbauen, Wissen auffrischen und Sicherheit für den Ernstfall gewinnen.

Denn wenn ein Mensch nicht reagiert und nicht normal atmet, gilt:

1. Prüfen: Reagiert die Person? Atmet sie normal?
2. Rufen: Notruf 112 wählen.
3. Drücken: Fest und schnell in der Mitte des Brustkorbs drücken und nicht aufhören, bis Hilfe eintrifft.

Reanimation auf dem Detmolder Wochenmarkt

Am Samstag, 26. September 2026, ist das Team unserer Klinik für Kinder- und Jugendmedizin gemeinsam mit dem Bevölkerungsschutz des Kreises Lippe von 9 bis 13 Uhr auf dem Detmolder Wochenmarkt vertreten. Auch dort können Interessierte die Herzdruckmassage an Übungspuppen trainieren und sich informieren. Die Open-Air-Aktion findet nur bei trockenem Wetter statt.

Gemeinsam drücken für den Weltrekord

Darüber hinaus unterstützt das Klinikum Lippe das Franziskus Hospital Bielefeld bei einem besonderen Weltrekordversuch: Vom 21. bis 27. September 2026 soll dort sieben Tage und sieben Nächte lang ohne Unterbrechung an Reanimationspuppen gedrückt werden. Wer die Dauerreanimation unterstützen möchte, kann sich für einen Zeitraum anmelden.

Informationen und Anmeldung zum Weltrekordversuch Dauerreanimation

Unser gemeinsames Ziel: Mehr Menschen die Sicherheit geben, im Notfall zu handeln, denn „Prüfen. Rufen. Drücken.“ kann Leben retten.

Der große Saal im Campus 9 war bis auf den letzten Platz gefüllt: Gemeinsam mit dem Kreis Lippe hatte das Klinikum Lippe erstmals zur Veranstaltung „Klinik meets Rettungsdienst“ eingeladen. Ziel des neuen Formats ist es, die sektorenübergreifende Kommunikation…

Fünf Mitarbeitende starten Weiterbildung in der Notfallmedizin

Fünf Mitarbeitende des Klinikums Lippe haben in dieser Woche ihre Weiterbildung zur Notärztin bzw. zum Notarzt begonnen. Ziel ist es, die Notfallversorgung in der Region weiter zu stärken und langfristig abzusichern. Die Qualifizierung findet an der Johanniter-Akademie Bremen/Niedersachsen in Hannover statt und kombiniert Online-Lerneinheiten mit praxisnahen Trainings vor Ort.

Aus der Pneumologie nehmen Mahmut Algerwi und Timo Reisewitz teil. Aus der Anästhesiologie starten Christiane Hildebrandt, Sven von Frantzki und Roy Bryson in die Weiterbildung. Die Teilnehmenden werden umfassend auf ihre zukünftigen Aufgaben im Notarztdienst vorbereitet – von der theoretischen Grundlage über Simulationstrainings bis hin zu realen Einsätzen im Rettungsdienst.
Die Weiterbildung erfolgt im Blended-Learning-Format. Dazu gehören Online-Theorie, praxisorientierte Übungen an der Johanniter-Akademie sowie eine enge Begleitung durch erfahrene Notärztinnen und Notärzte des Klinikums. Nach der Theoriephase folgt die praktische Ausbildung im Notarztdienst. Unter Supervision übernehmen die Teilnehmenden schrittweise die Einsatzführung, bis sie selbstständig arbeiten und später auch zukünftige Kolleginnen und Kollegen ausbilden können.
Mit der Qualifizierung weiterer Notärztinnen und Notärzte investiert das Klinikum Lippe gezielt in Qualität, Versorgungssicherheit und Zukunftsfähigkeit – zum Wohle der Patientinnen und Patienten in Lippe.
Eine Gruppe von Ärzten vor einem Rettungshelikopter.

Aus der Pneumologie sind Mahmut Algerwi (ganz links) und Timo Reisewitz (ganz rechts) dabei.
Aus der Anästhesiologie starten Christiane Hildebrandt, Sven von Frantzki und Roy Bryson (2. von links / 2. von rechts).

Am 16. Februar 2026 hat das Klinikum Lippe seine neue, hochmoderne Intensivstation erfolgreich in Betrieb genommen. Der Umzug der Patientinnen und Patienten…

Digitale Narkosedokumentation erfolgreich eingeführt

PDMS stärkt Patientensicherheit, Qualität und Forschung am Klinikum Lippe

Gruppenfoto

Experten wurden aus beiden Berufsgruppen geschult, von links: Fachkrankenpfleger Marco Duckhorn-Hirche, Weiterbildungsassistent Sven v. Frantzki und Oberarzt Albert Tukhvatullin.

Zum Dezember hat das Klinikum Lippe die digitale Narkosedokumentation über ein Patientendatenmanagementsystem (PDMS) erfolgreich eingeführt. Nach rund sechs Monaten intensiver Vorbereitung ersetzt das System schrittweise die papierbasierte Dokumentation in der Anästhesiologie – ein Projekt, das trotz seiner scheinbaren Selbstverständlichkeit technisch und organisatorisch hochkomplex ist.

In der Narkose kommen zahlreiche medizinische Geräte unterschiedlicher Hersteller zum Einsatz, darunter Beatmungsgeräte, Spritzenpumpen sowie Monitore mit EKG-Überwachung. Über verschiedene Schnittstellen liefern diese Systeme kontinuierlich Gerätedaten, die nun automatisiert, strukturiert und lückenlos im digitalen Narkoseprotokoll zusammengeführt werden.

Ein zentraler Erfolgsfaktor war die sorgfältige Qualifizierung der Mitarbeitenden: Zunächst wurden Expertinnen und Experten aus der Anästhesiologie geschult, die ihr Wissen anschließend an insgesamt 121 Anästhesiologinnen und Anästhesiologen sowie Fachpflegekräfte weitergaben. Begleitet wurde der Prozess eng durch einen externen Dienstleister sowie die hausinterne IT.

Um maximale Handlungssicherheit zu gewährleisten, erfolgte über vier Wochen eine parallele Dokumentation auf Papier und im PDMS. Dieses Vorgehen stellte sicher, dass die Umstellung jederzeit die Patientensicherheit in den Fokus stellte. Dank der interprofessionellen Zusammenarbeit von Medizintechnik, IT, Ärztinnen, Ärzten und Pflegenden konnte das System ohne Einschränkungen der OP-Kapazitäten etabliert werden.

Mit der digitalen Narkosedokumentation ergeben sich zahlreiche Vorteile: Die Anästhesiologie gewinnt Zeit für die unmittelbare Patientenbetreuung, relevante Informationen aus früheren Eingriffen sind bei wiederkehrenden Patientinnen und Patienten übersichtlich abrufbar, und die strukturierten Daten bilden eine wertvolle Grundlage für Qualitätssicherung sowie wissenschaftliche Studien im Rahmen der universitären Abteilungen.

Klinikum Lippe wird offizielle Trainingsstätte für internationale Reanimationskurse der American Heart Association

Die Klinik für Anästhesiologie und operative Intensivmedizin am Klinikum Lippe darf ab sofort international anerkannte Reanimationskurse der American Heart Association (AHA) anbieten. Mit der Zertifizierung als Trainingsstätte erweitert das Klinikum sein Fortbildungsangebot um ein weltweit etabliertes Schulungskonzept für professionelle Reanimationsteams. Die Kurse sollen künftig regelmäßig stattfinden und richten sich sowohl an Mitarbeitende des Klinikums als auch an externe medizinische Berufsgruppen.

„Die Anbindung an ein internationales Kurskonzept erleichtert unserer Klinik vieles“, erklären die Initiatoren des Projekts. „Die sehr aufwendige Ausbildung der Trainerinnen und Trainer wird von der American Heart Association übernommen. So stellen wir sicher, dass wir immer auf dem aktuellen Stand trainieren und keine eigenen Ressourcen in die kontinuierliche Überarbeitung von Lerninhalten investieren müssen. Die Reanimationsleitlinien werden regelmäßig aktualisiert – zuletzt im Oktober – und die neuesten Konzepte fließen damit automatisch in die Schulungen ein.“

Enge Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule Hannover

Als sogenannte Training Site im AHA-Konzept ist das Klinikum Lippe einem übergeordneten Schulungszentrum zugeordnet. Diese Kooperation besteht mit der Klinik für Anästhesiologie der Medizinische Hochschule Hannover (MHH). Das Team aus Hannover hat maßgeblich an der Entwicklung der deutschen Lehrunterlagen für die Kurskonzepte mitgewirkt und gilt deutschlandweit als ausgewiesenes Expertenteam in der Reanimationsschulung.

Für die erste Trainerausbildung war Jan-Carlo Del Tedesco von der MHH im Klinikum Lippe zu Gast. Insgesamt sechs Mitarbeitende aus Pflege und Ärzteschaft wurden erfolgreich zu AHA-Trainerinnen und -Trainern ausgebildet.

„Das Trainerteam spiegelt die hervorragende interprofessionelle Zusammenarbeit in der Anästhesiologie wider“, betont Del Tedesco. „Wir sind es gewohnt, Herausforderungen auf Augenhöhe gemeinsam zu meistern. Das gilt besonders für die Situation einer Reanimation, die viele geübte und hoch koordinierte Hände erfordert.“

Mit dem neuen Angebot stärkt das Klinikum Lippe seine Kompetenz in der Notfall- und Reanimationsausbildung und schafft zugleich eine wichtige regionale Weiterbildungsstruktur für alle Professionen, die in der Akut- und Notfallversorgung Verantwortung tragen.

Gruppenfoto

v.l.n.r.: Jan-Carlo Del Tedesco (MHH) mit den neuen Trainerinnen und Trainern Janine Schlosser, Jennifer-Lyn Bolze, Stefanie Pohl, Marco Druckhorn-Hirche, Dr. Judith Birth und Dr. Saskia Diehl.

PROMPT-Training in der Geburtshilfe
Sicher geboren – mit Wissen, Teamgeist und Simulation

Gruppenbild von Ärztinnen und Hebammen

In der Geburtshilfe des Klinikums Lippe wurde jetzt das innovative Weiterbildungskonzept PROMPT (PRactical Obstetric Multi-Professional Training) eingeführt – ein Trainingsprogramm, das typische und seltene Notfälle in der Geburtshilfe realistisch simuliert.

„Vergleichbar mit dem Üben einer Notlandung durch Piloten im Simulator, trainieren wir hier seltene Notfälle“, erklärt Dr. Corinna Bryan, Chefärztin der Geburtshilfe an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Detmold. Dabei kommen sowohl Patientinnensimulatoren als auch Schauspielpatientinnen zum Einsatz. Ziel ist es, die Handlungssicherheit der Teams zu stärken – auch in Ausnahmesituationen fernab der Routine.

Das in England entwickelte Konzept legt besonderen Wert auf Kommunikation und Teamarbeit. Hebammen, Geburtshelfer, Ärztinnen und Ärzte der Geburtshilfe, OP-Teams sowie Kinderärztinnen und -ärzte trainieren gemeinsam, um die Sicherheit von Mutter und Kind weiter zu erhöhen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit stärkt das Vertrauen im Team und sorgt für ein reibungsloses Zusammenspiel im Ernstfall.

Das PROMPT-Training wird künftig regelmäßig als fester Bestandteil der Weiterbildung in der Geburtshilfe am Klinikum Lippe durchgeführt – ein weiterer Schritt für mehr Patientensicherheit, Kompetenz und gelebtes Teamwork.

Was Spitzensport und Medizin verbindet

Gruppenbild vor einem Notarzteinsatzwagen

Markus Hülsiggensen (Teamleiter Rettunsdienst, Rettungswache NEF-Detmold), Dr. Sebastian Altfeld und Priv.-Doz. Dr. Markus Flentje

Normalerweise betreut Dr. Sebastian Altfeld Spitzensportlerinnen und -sportler sowie Trainerinnen und Trainer in nationalen und internationalen Wettbewerben. In dieser Woche hospitiert der Sport- und Performancepsychologe sowohl im Operationsbereich als auch auf dem Notarzteinsatzmittel am Klinikum Lippe.

Gemeinsam mit Priv.-Doz. Dr. Markus Flentje, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin sowie Notarzt, erarbeitet Dr. Altfeld Ideen, wie Medizin und Sport voneinander lernen können.

Im Spitzensport wie auch in der Notfallmedizin gilt: Leistung muss unter hohem Druck zuverlässig abgerufen werden. Während im Sport die Konsequenzen nicht abgerufener Leistungen häufig karriererelevant und damit auch von großer wirtschaftlicher Bedeutung sind, entscheidet die Arbeit in der Medizin oftmals über das Leben von Patientinnen und Patienten.

Dr. Altfeld und Priv.-Doz. Dr. Flentje analysieren die Arbeitsumfelder und planen gemeinsame Projekte. Ziel ist es, praxisnahe Lösungsansätze zu entwickeln, wie unter Zeitdruck und in komplexen Situationen technisch anspruchsvolle Maßnahmen erfolgreich durchgeführt werden können.

Modernes Lehrmaterial für Mitarbeitende der Anästhesie

Gruppenbild des Filmteams mit einem Anästhesisten

Emily Lorenz, Anästhesist Sven von Frantzki und Arno Scheerhorn nehmen gemeinsam die nächsten Lehrvideos auf.

Die Klinik für Anästhesie und operative Intensivmedizin am Klinikum Lippe setzt bei der Aus- und Weiterbildung auf moderne und praxisnahe Lehrmethoden. Neben Patientensimulationen werden nun auch didaktisch aufbereitete Lehrvideos eingesetzt, um neue Mitarbeitende gezielt auf ihre Aufgaben vorzubereiten.

Ein Beispiel ist die Narkoseeinleitung bei nicht-nüchternen Patientinnen und Patienten. In einem Lehrvideo wird dieser komplexe Prozess Schritt für Schritt erklärt und visuell dargestellt. So können sich die Teilnehmenden bereits vor den praktischen Trainings mit den Abläufen vertraut machen und technische Fertigkeiten im Vorfeld üben.

Die Erstellung der Videos erfolgt in enger Zusammenarbeit des Filmteams mit den Anästhesistinnen und Anästhesisten der Klinik. Über das Lernmanagementsystem des Klinikums werden die Inhalte den Mitarbeitenden jederzeit zugänglich gemacht.

Mit diesem innovativen Ansatz stärkt das Klinikum Lippe die Qualität der Aus- und Weiterbildung und trägt dazu bei, die Patientensicherheit weiter zu erhöhen.

Vom Zuschauen zum Mitmachen: SEL OWL
Wie das Klinikum Lippe mit einem mutigen Lernkonzept den OP neu denkt

Ein OP-Saal, piepsende Monitore, sterile Tücher, konzentrierte Gesichter: In diesem Umfeld sitzen Lernende oft still am Rand – zusehen, mitschreiben und hoffen, irgendwann selbst einmal an den OP-Tisch zu dürfen. Doch was, wenn wir diese Perspektive radikal ändern? Am Klinikum Lippe passiert genau das regelmäßig.

Die Geschichte des SEL OWL beginnt mit einer einfachen Frage: Wie können wir jungen Menschen im OP ermöglichen, wirklich zu lernen – nicht nur durch Beobachtung, sondern durch Erfahrung, Verantwortung und Teamarbeit? Die Antwort darauf entstand direkt am Ort des Geschehens, nämlich im OP-Saal. Mit dem Surgical Education Lab OWL – kurz SEL OWL – hat das Klinikum Lippe einen interprofessionellen Ausbildungs-OP geschaffen, der weit mehr ist als ein Schulungsraum. Es ist ein Ort des echten Miteinanders, des Ausprobierens und Wachsens.

Ein OP-Tag, der alles verändert

Einmal im Monat ist es so weit: Dann übernehmen Lernende aus den Bereichen Pflege, Medizin und Technik das Ruder im Ausbildungs-OP. Die auszubildende Operationstechnische Assistentin (OTA) zum Beispiel führt den Saal, als hätte sie ihre Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen. Der Assistenzarzt trifft Entscheidungen, angeleitet von einem erfahrenen Facharzt. Medizinstudierende assistieren bei der Operation. Anästhesietechnische Assistenten (ATA) und Anästhesisten überwachen die Narkose.

Im Hintergrund stehen jederzeit Profis bereit, die für die Sicherheit der Patientinnen und Patienten und den korrekten Ablauf der Operation garantieren. Grundsätzlich ist das auch nicht anders, als wenn Auszubildende zum ersten Mal die OP-Instrumente anreichen oder Chirurginnen und Chirurgen erstmalig ein OP-Skalpell selbst führen dürfen. Der entscheidende Unterschied ist, dass die Verantwortung zunächst bei den Nachwuchskräften liegt, diese jedoch immer eine fachliche Unterstützung an der Seite haben.

„Es fühlt sich an, als würde man zum ersten Mal wirklich gebraucht. Außerdem ist es total spannend, über das eigene Fachgebiet hinaus zu erfahren, was die anderen am OP-Tisch gerade tun und warum“, erzählt ein PJ-Student nach seinem ersten SEL-Tag. Und das ist kein Zufall – sondern genau das Ziel des Konzepts.

Die OP beginnt nicht am Patienten – sondern am Vortag

Bereits am Tag vor der Übungs-OP trifft sich das gesamte Team zur Besprechung. Auf dem Lehrplan stehen dann zum Beispiel anatomische Grundlagen, Rollenverteilung während der OP und OP-Abläufe. Wichtig ist der Austausch zwischen den Berufsgruppen. „Hier schaut niemand nur durch die eigene Fachbrille“, betont Verena Gärtner, Projektkoordinatorin, „Wir wollen, dass alle verstehen, wie wichtig jede einzelne Person im OP ist – und wie wir gemeinsam das Beste für unsere Patientinnen und Patienten erreichen.“

Realität trifft Simulation: Das SIM-Lab als Startrampe

Bevor es in den echten OP geht, können die Teilnehmenden im Simulationslabor ihre Fähigkeiten schärfen. Mit Nahttrainern, Laparoskopie-Einheiten und Lagerungstischen üben sie Szenarien, die später Realität werden. Das schafft Sicherheit und Selbstbewusstsein. Besonders bemerkenswert: Auch hier gilt das Prinzip der interprofessionellen Zusammenarbeit. OTA-Schülerinnen und -Schüler üben mit Medizinstudierenden, Assistenzärztinnen und -ärzte lernen von Pflegekräften – so entsteht ein Geben und Nehmen auf Augenhöhe.

Lehre mit Langzeitwirkung

Was nach einem einzelnen Schulungstag klingt, hat enorme Auswirkungen. Univ.-Prof. Dr. Jens Höppner stellt fest: „Wir sehen, dass die Lernenden durch die Übung mehr Selbstvertrauen für die erste Zeit im OP entwickeln. Die Teams wachsen zusammen und der OP wird zum attraktiven Arbeitsplatz für Nachwuchskräfte. Deshalb ist das Projekt SEL OWL für uns auch ein starkes Recruiting-Instrument für alle Bereiche, die im OP ihren Arbeitsplatz haben. Und letztlich profitiert auch die Patientenversorgung von eingespielten Teams.“

Ein Projekt mit Vorbildcharakter

Gestartet ist das Projekt im September 2024, organisiert von einem engagierten Team aus Fachärztinnen und Fachärzten, Pflegeexpertinnen und Pflegeexperten, OP-Managern und dem Bildungszentrum des Klinikums. SEL OWL steht für moderne Medizin und starke Lehre.

Mehr Informationen zum Projekt: www.klinikum-lippe.de/sel-owl.

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