Erste endoskopische Bandscheibenoperation in Detmold durchgeführt
Erste endoskopische Bandscheibenoperation in Detmold erfolgreich durchgeführt
Schonendes Operationsverfahren erweitert das Behandlungsspektrum der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie
Premiere am Klinikum Lippe: In der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Standort Detmold wurde erstmals eine Bandscheibenoperation mit einem vollständig endoskopischen Verfahren durchgeführt. Oberarzt Dr. Tobias Penner setzte die minimalinvasive Operationstechnik erfolgreich bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule ein. Damit erweitert die Klinik unter der Leitung von Klinikdirektor Prof. Dr. Cyrus Klostermann ihr operatives Behandlungsspektrum im Bereich der Wirbelsäulenchirurgie.

Foto: Patientin Hewidar Asem (Mitte) aus Kirchlengern ist zwei Tage nach der Operation zufrieden mit dem Ergebnis. Klinikdirektor Prof. Dr. Cyrus Klostermann (links) und Oberarzt Dr. Tobias Penner (rechts) haben die endoskopische Bandscheibenoperation durchgeführt. (© Klinikum Lippe)
Bandscheibenvorfälle gehören zu den häufigen Ursachen für Rückenschmerzen, die bis in die Beine oder Arme ausstrahlen können. Sie entstehen, wenn Gewebe aus dem Inneren einer Bandscheibe nach außen tritt und auf umliegende Nerven drückt. Neben Schmerzen können dadurch auch Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche auftreten. Wenn konservative Behandlungsmethoden wie Physiotherapie oder eine medikamentöse Schmerztherapie nicht ausreichend helfen oder neurologische Ausfälle auftreten, kann eine Operation notwendig werden.
Bei der endoskopischen Bandscheibenoperation wird über einen kleinen Hautschnitt eine dünne Optik mit Kamera und speziellen Operationsinstrumenten eingeführt. Die Kamera überträgt Bilder aus dem Operationsgebiet auf einen Monitor. So kann der Operateur die betroffene Bandscheibe und die umliegenden Nervenstrukturen präzise darstellen und das Gewebe entfernen, das auf den Nerv drückt.
Der wesentliche Vorteil: Anders als bei herkömmlichen offenen Operationsverfahren ist nur ein sehr kleiner Zugang erforderlich. Die umliegende Muskulatur und andere Gewebestrukturen können durch die minimalinvasive Methode weitgehend geschont werden. Für Patientinnen und Patienten kann dies weniger postoperative Schmerzen, eine schnellere Mobilisation und eine kürzere Erholungszeit bedeuten.
„Mit der endoskopischen Bandscheibenchirurgie steht uns ein weiteres modernes und besonders gewebeschonendes Operationsverfahren zur Verfügung. Durch die hochauflösende Kameratechnik können wir sehr präzise arbeiten und gleichzeitig die Belastung für unsere Patientinnen und Patienten möglichst geringhalten“, erklärt Oberarzt Dr. Tobias Penner, der den ersten Eingriff am Klinikum Lippe durchgeführt hat.
Auch Klinikdirektor Prof. Dr. Cyrus Klostermann sieht in der Einführung des Verfahrens einen wichtigen Schritt für die Weiterentwicklung der Wirbelsäulenchirurgie am Klinikum Lippe: „Unser Ziel ist es, unseren Patientinnen und Patienten moderne, sichere und individuell abgestimmte Behandlungsmöglichkeiten anzubieten. Die endoskopische Bandscheibenchirurgie ergänzt unser bestehendes operatives Spektrum und ermöglicht es uns, geeignete Bandscheibenvorfälle mit einem besonders schonenden Verfahren zu behandeln.“
Ob eine endoskopische Operation infrage kommt, hängt unter anderem von der Lage und Ausprägung des Bandscheibenvorfalls sowie den individuellen Beschwerden ab. Den Experten ist wichtig: Nicht jeder Bandscheibenvorfall muss operiert werden. Die Entscheidung für einen Eingriff erfolgt nach einer sorgfältigen Diagnostik und unter Berücksichtigung der verschiedenen konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten.
Mit der Einführung der endoskopischen Bandscheibenchirurgie baut die Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am Klinikum Lippe in Detmold ihr Angebot moderner, minimalinvasiver Operationsverfahren weiter aus.




