Klinikum Lippe bietet ab sofort Lungenkrebsscreening an

Lungenkrebszentrum Lippe-Weserbergland verkündet Neuigkeit beim Lungenkrebsforum

21.09.2026. Das Klinikum Lippe erweitert sein Angebot um die Früherkennung von Lungenkrebs: Ab sofort kann am Klinikum das Lungenkrebsscreening mittels Niedrigdosis-Computertomographie (LDCT) durchgeführt werden. Die erforderliche Genehmigung wurde sowohl für die Erst- als auch für die Zweitbefundung erteilt. Damit erfüllt das Klinikum Lippe die hohen fachlichen und qualitätssichernden Anforderungen an die radiologische Befundung im Rahmen der neuen, bundesweit implementierten Lungenkrebsfrüherkennung.

v.l.: Dr. Hagen Vorwerk, Dr. Anna Höink und Priv.-Doz. Dr. Jan Groetzner freuen sich über den Start des Lungenkrebsscreenings am Lungenkrebszentrum Lippe-Weserbergland
© Klinikum Lippe

Die Nachricht konnte das Team des Lungenkrebszentrums Lippe-Weserbergland pünktlich zum Lungenkrebsforum 2026 verkünden. Unter dem Titel „Was gibt es Neues? Der frühe Vogel… (erkennen, sichern, behandeln)“ hatte das Zentrum gemeinsam mit dem Lungenkrebszentrum Münster/Münsterland sowie der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe am 18. September nach Detmold eingeladen. Die Veranstaltung stieß auf sehr großes Interesse und die frohe Botschaft der Genehmigung konnte direkt an niedergelassene Ärztinnen und Ärzte weitergegeben werden.

Dr. Anna Höink, Geschäftsführende Oberärztin am Universitätsinstitut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, erklärt: „Das Lungenkrebsscreening richtet sich an Menschen mit einem erhöhten Erkrankungsrisiko aufgrund langjährigen starken Zigarettenkonsums. Seit April 2026 haben gesetzlich Versicherte zwischen 50 und 75 Jahren unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf die Früherkennungsuntersuchung.“ Voraussetzung sind unter anderem ein Zigarettenkonsum über mindestens 25 Jahre und mehr als 15 sogenannte Packungsjahre. Ein Packungsjahr entspricht beispielsweise dem Konsum von 20 Zigaretten täglich über einen Zeitraum von einem Jahr.

Dr. Höink ergänzt: „Herzstück des Screenings ist die Niedrigdosis-CT, mittels derer die Lunge mit einer gegenüber einer regulären CT-Untersuchung reduzierten Strahlendosis untersucht wird. Die Gabe von Kontrastmittel ist dabei nicht erforderlich. Ziel ist es, Lungenkrebs möglichst frühzeitig zu entdecken – in einem Stadium, in dem die Betroffenen häufig noch keine Beschwerden haben, eine Behandlung frühzeitig eingeleitet werden kann und die Heilungschancen damit noch sehr gut sind. Die Bildqualität der Niedrigdosis-CT ist trotz der reduzierten Strahlendosis für die Lungenkrebsfrüherkennung ausreichend.“

Ob die Voraussetzungen für eine Teilnahme am Lungenkrebsscreening erfüllt sind, wird zunächst in einer hausärztlichen, internistischen oder arbeitsmedizinischen Praxis geprüft. Dort werden die Teilnehmenden auch über Nutzen und mögliche Nachteile der Früherkennung informiert. Anschließend erfolgt bei entsprechender Anspruchsberechtigung die Überweisung zur radiologischen Untersuchung.

Für die Befundung gelten besondere Qualitätsanforderungen. Die Aufnahmen werden von einer hierfür gesondert qualifizierten und zugelassenen Radiologin oder einem Radiologen sowie von einer speziell für das Screening entwickelten, KI-basierten Software beurteilt. Ist der Befund unauffällig, kann die nächste reguläre Früherkennungsuntersuchung nach zwölf Monaten erfolgen. Bei kontroll- oder abklärungsbedürftigen Veränderungen wird eine unabhängige Zweitbefundung veranlasst. Erst- und Zweitbefundende kommen anschließend zu einer gemeinsamen Beurteilung und legen das weitere Vorgehen fest. Dass das Klinikum Lippe die Genehmigungen sowohl für die Erst- als auch für die Zweitbefundung erhalten hat, ermöglicht es, beide qualitätsgesicherten Befundungsschritte am Klinikum abzubilden.

„Gerade beim Lungenkrebs spielt der Zeitpunkt der Diagnose eine entscheidende Rolle. Mit dem Lungenkrebsscreening haben wir erstmals die Möglichkeit, gezielt Menschen mit einem hohen Erkrankungsrisiko zu untersuchen, bevor Symptome auftreten. Dass wir am Klinikum Lippe sowohl für die Erst- als auch für die Zweitbefundung zugelassen sind, ist deshalb ein wichtiger Schritt für die Früherkennung in unserer Region“, sagt Priv.-Doz. Dr. Jan Groetzner, Chefarzt der Klinik für Thoraxchirurgie und Leiter des Lungenkrebszentrums Lippe am Klinikum Lippe.

Wie wichtig das frühzeitige Erkennen von Lungenkrebs ist, zog sich auch als roter Faden durch das diesjährige Lungenkrebsforum. Die sehr gut besuchte Fortbildungsveranstaltung nahm die gesamte Versorgungskette in den Blick, von der Früherkennung über die diagnostische Abklärung eines kleinen Lungenrundherdes bis hin zu operativen, medikamentösen und strahlentherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten.

Den Auftakt bildeten erste Erfahrungen und Daten zur Lungenkrebsfrüherkennung. Weitere Vorträge beschäftigten sich mit der Frage, wie mit kleinen Rundherden umzugehen ist und wie auffällige Befunde operativ gesichert und zugleich entfernt werden können. Aktuelle Trends in der neoadjuvanten Therapie sowie strahlentherapeutische Optionen in frühen Erkrankungsstadien ergänzten das Programm. Anhand konkreter Fallberichte aus Pneumologie, Onkologie und Thoraxchirurgie wurde anschließend die interdisziplinäre Versorgung von Patientinnen und Patienten diskutiert. Expertinnen und Experten aus dem Universitätsklinikum OWL Campus Klinikum Lippe, dem Clemenshospital Münster, dem Krankenhaus Bethanien Moers und dem MVZ Onkologie Medicum Detmold brachten dabei ihre unterschiedlichen fachlichen Perspektiven ein.

Das große Interesse am Lungenkrebsforum zeigte zugleich, wie dynamisch sich Diagnostik und Therapie des Lungenkrebses derzeit weiterentwickeln. Mit dem neuen Screeningangebot ergänzt das Klinikum Lippe diese Versorgung nun um einen wichtigen Baustein am Anfang der Behandlungskette: die gezielte Früherkennung bei Menschen mit einem besonders hohen Erkrankungsrisiko.

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