NeuroUrologie

NeuroUrologie ist ein relativ junges und dynamisches Spezialgebiet der Urologie mit raschem Erkenntniszuwachs und enormem Behandlungserfolgen. Die Neurologie beschäftigt sich mit Erkrankungen der unteren Harntrakts und Geschlechtsorgane nach Schädigung der sie versorgenden Nerven.
Ursprünglich entwickelte sich Spezialgebiet im Bereich der Versorgung und Rehabilitation querschnittverletzter Patienten und hat somit Modellcharakter.

Die NeuroUrologie behandelt Funktionsstörungen von Harnblase, Schließmuskel, Sexualität und Beckenboden.

Aufgrund der individualisierten Therapie sind nach entsprechender Abklärung spezialisierte Untersuchungen notwendig.

Gespräch

Aufgrund von langen bestehenden Beschwerden(Symptomen) bedarf es oftmals eines längeren ausführlichen Gespräches zum gegenseitigen Kennenlernen und Aufbau einer Vertrauensbasis. Dieses Gespräch ist die Grundlage für entsprechende weitere Diagnostik und resultierende Therapie.

Miktionstagebuch

Mit dem Miktionstagebuch werden über einen Zeitraum von 3 Tagen neben der Trinkmenge, die Urinmenge, das Miktionsverhalten sowie der Gebrauch von Vorlagen aber auch mögliche Schmerzen in der dem Patienten gewohnter Umgebung dokumentiert werden. Diese Befunderhebung bildet auch die Grundlage der späteren erfolgreichen Therapieevaluation.

Urinuntersuchung

Die Urinuntersuchung ist eine einfache Möglichkeit, Erkrankungen wie eine Harnblasenentzündung auszuschließen, aber auch möglicherweise Erkrankungen wie eine Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) oder auch einen Blasentumor zu erkennen.

Klinische/körperliche Untersuchung

Die klinische Untersuchungen dienen der Befunderhebung und zum Erkennen krankhafter Veränderungen. Dazu gehören Untersuchungen von Unterbauch, Genitalbereich, Enddarm (Prostata beim Mann) und bei der Frau die vaginale Inspektion (Descensus, Beckenbodenprolaps (POP)).

Harnstrahlenmessung (UroFlow)

Auf einer speziellen Toilette kann der Harnstrahl mit einem besonderen Gerät gemessen werden. Anschließend wird entweder über Ultraschall oder mit einem Katheter der verbliebene Restharn (RH) in der Harnblase bestimmt. Die Harnstrahlenmessung und die RH-Bestimmung sind wichtige Befunde zu Beurteilung der Miktion.

Ultraschalluntersuchung (Sono)

Die Sonographie ermöglicht die Beurteilung von Nieren, Harnblase, Prostata, Harnröhre, Penis, Hoden/Nebenhoden und des verbliebenen Harn in der Harnblase.

Harnröhren- und Blasenspiegelung

Nach Applikation eines lokalen Betäubungs- und Gleitmittels kann durch die Harnröhre mittels eines optischen Gerätes die Harnröhre und die Harnblase untersucht werden. Auf diesem Weg können Narben, Tumoren und andere Veränderungen, aber auch Steine in der Harnblase diagnostiziert werden. Gleichzeitig wird beim Mann die prostatischen Harnröhre beurteilt (Prostatavergrößerung). Ein wichtiger Aspekt im Rahmen dieser Untersuchung ist der Harnblasenverschlussmuskel (Sphinkter). Die Untersuchung kann vom Patienten, wenn gewünscht, auf dem Bildschirm mitverfolgt werden. Durch die lokale Betäubung verursacht die Untersuchung nicht mehr Beschwerden als die Einlage eines Katheters.

Urodynamische Untersuchung

Mit der Urodynamik wird in zeitgeraffter Form die Harnblasenfüllung und die sich anschließende Harnblasenentleerung mit entsprechenden Messkathetern (über die Harnröhre in Blase und über den Enddarm) registriert und aufgezeichnet. Diese Untersuchung gibt Aufschluss über die Funktion des unteren Harntrakts. Bei entsprechender Fragestellung wird die Untersuchung mit Kontrastmittel durchgeführt. So können mittels Röntgenuntersuchung gleichzeitig die Blase und gegebenenfalls entsprechende Veränderungen sichtbar gemacht werden (Reflux, Harnblasenabsenkung, Detrusor-Sphinkter-Dyssynergie (DSD) und anderes).

Behandlung/Therapie

Medikamente
Beckenbodentherapie
Neuromodulation Interstim® Medtronic™ (PNE, SNM) Stimwave™ (SNM, CTNM)
Botulinumtoxin A (Botox®)


Operative Versorgung
Belastungsharninkontinenz:

Band-Operation für Frau und Mann
Künstlicher Verschlussmuskel (AMS800™ BostonScientific™, Victo™/Vico+™ Promedon™)
Rekonstruktion des Beckenbodens bei Beckenbodenprolaps (POP)
Anatomische Rekonstruktion
Sakrale Kolposuspension Mininetze
Prostataoperationen:
Gutartige Prostatavergrößerung: Minimalinvasive Verfahren (Rezum™ Boston Scientific, UroLift™ Teleflex) Transurethrale Prostata Resektion (TURP), roboterassistierte Ademonektomie und alle klassischen offenen Verfahren (Freyer/Milin)
Bösartige Prostatavergrößerung (Prostatakrebs):offene und roboterassistierte radikale Prostatektomie
Harnblasenoperationen:
Bei unklaren Veränderungen in der Harnblase kann durch einen entsprechendes Instrument, das über die Harnröhre eingeführt wird, diese Veränderung mit Hochfrequenzstrom herausgeschnitten werden (transurethrale Resektion der Harnblase (TURB, Bipolare Technik-photodynamische Diagnostik). Nach entsprechender mikroskopische Beurteilung wird das weitere Procedere besprochen.
Harnblasensteinentfernung:
Sollte der Blasenauslass verengt sein und sich Restharn bilden, können Blasensteine entstehen. Diese Steine müssen entweder über die Harnröhre oder über einen kleinen Bauchschnitt (Sectio Alta) entfernt werden. Zusätzlich bedarf es der Korrektur des Blasenauslasses (Blasenhalsinzision, TURP oder eines anderem Eingriffs durch die Harnröhre).
Blasenaugmentation:
Ist die Harnblase zu klein. kann sie gegebenenfalls durch Darm vergrößert werden (Augmentation). Dieser Eingriff ist nur noch selten notwendig, da oftmals ein ähnlicher Effekt mit Botulinumtoxin A (Botox™)erreicht werden kann.
Harnblasenentfernung mit innerer und äußerer Harnableitung:
Als Ultima Ratio Kann es sein, dass die Harnblasenentfernung empfohlen wird. Sollte dieses notwendig sein, kann eine Ileum-Neo-Blase (Konstrukt aus Dünndarm) geformt werden, die an den Verschlussmuskel angesetzt wird und so die Speicherung und Entleerung dieser Neo-Blase auf natürlichem Wege angestrebt werden. Sollte das Verfahren der Bildung einer  Neo- Blase nicht möglich sein, kann versucht werden, eine Harnableitung über die Bauchwand zu erzielen (Harnleiter werden in ein Stück Dünndarm eingesetzt, das dann an der Bauchwand ausgeleitet wird (Ileum-Conduit)). Der Urin wird in einem aufgeklebten Beutelsystem aufgefangen.

Diese Seite wurde aktualisiert am: 02.07.2019

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