Hygiene

Hygiene

Viele Patienten haben Angst, im Krankenhaus gefährliche Erreger und Infektionen zu erwerben. Deshalb entwickelt die Krankenhaushygiene für das Mitarbeiterteam des Klinikums Lippe Strategien, um Sie als Patienten optimal zu behandeln, ohne Sie vermeidbaren Risiken einer Krankenhausinfektion auszusetzen. „Keine Keime“ ist dabei ein unerreichbares Ziel, da wir als Menschen von einer Vielzahl von guten und manchmal auch schlechten Keimen besiedelt sind und somit auch unsere Umwelt niemals keimfrei ist. Dennoch dürfen Keime im Krankenhaus nicht von einem Patienten zum anderen übertragen werden; ein bereits Erkrankter soll nicht noch zusätzlich eine Infektion erwerben. Darin liegt eine große Herausforderung. Die moderne Medizin ist auf eine Vielzahl von künstlichen Zugängen und nebenwirkungsreichen Therapien angewiesen, die die Barrieren des Körpers gegen Keime zum Teil außer Kraft setzen. Wir geben täglich unser Bestes, um sie optimal zu schützen. Und das mit Erfolg: Die Infektionsraten im Klinikum Lippe liegen weit unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. Unsere Strategie stützt sich auf drei Säulen: Das Hygieneteam, Kommunikation und Überwachung und Reaktion.

1. Das Hygieneteam

Innerhalb des Instituts für Mikrobiologie, Hygiene und Laboratoriumsmedizin existiert die Abteilung für Hygiene, die aus einen Facharzt für Hygiene und Umweltmedizin und sechs Hygienefachkräften besteht. Das Hygieneteam erarbeitet Hygienerichtlinien, schult die Mitarbeiter und überwacht die Einhaltung hygienischer Vorgaben. Die Prozesse und Strukturen in der Abteilung für Hygiene unterliegen einem Qualitätsmanagement nach DIN ISO 9001.

2. Kommunikation

In der Ärzteschaft sind „hygienebeauftragte Ärzte“ ernannt, die eine Zusatzqualifikation auf dem Gebiet der Hygiene erworben haben und die Kommunikation zum Hygieneteam pflegen bzw. hygienerelevante Informationen an die Mitarbeiter weitergeben. Sie teilen sich diese Aufgabe mit den „Hygienebeauftragten in der Pflege“.

Das Hygieneteam ist regelmäßig auf den Stationen präsent: Alle Stationen und Abteilungen werden turnusmäßig und bei besonderen Anlässen begangen, um Arbeitsabläufe unter hygienischen Gesichtspunkten zu optimieren. In über 50 Schulungen pro Jahr im großen oder keinen Rahmen wird auf die Fragen und Probleme der Mitarbeiter eingegangen. Darüber hinaus muss jeder Mitarbeiter des Klinikums jährlich an einer von 15 Pflichtveranstaltungen zum Thema Hygiene teilnehmen. Auch für neue Mitarbeiter ist die Einweisung in die Hygiene Pflicht.

3. Überwachung und Reaktion

Alle stationär aufzunehmenden Patienten werden nach ihrem Risiko bezüglich multiresistenter Keime befragt und gegebenfalls darauf getestet. Bei planbaren Eingriffen findet dieses sogar schon vor der Aufnahme statt, so dass sie gegebenfalls den Keim schon zu Hause behandeln können. Aufgrund des adäquaten Umgangs mit multiresistenten Erregern (MRE) wurde dem Klinikum das „MRE-Siegel“ von den Aufsichtsbehörden verliehen. Dieses beinhaltet, dass die Hygienefachkräfte die Präsenz bestimmter Erreger ständig überwachen, um Hygienemaßnahmen umgehend einzuleiten und mögliche Erkrankungshäufungen frühstmöglich zu erkennen. Darüber hinaus nimmt das Klinikum am Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System (KISS) teil und prüft die eigene Operationsqualität durch Erfassung von Krankenhausinfektionen und Vergleich mit anderen Kliniken. Auch die Reinheit des Instrumentariums wie z.B. Endoskopen wird vom Hygieneteam überprüft und sichergestellt.

Das Krankenhaus-Infektions-Surveillance System (KISS) stellt ein deutschlandweit einheitliches System dar, nach dem postoperative Infektionen erfasst werden. Das Klinikum Lippe erfasst nach diesem Standard Infektionen in Folge von gefäßchirurgischen Eingriffen, Brustentfernungen und Hüft- und Knieprothesenimplantationen. Die Infektionsraten liegen deutlich unter dem bundesdeutschen Durchschnitt. 

 

Hygiene in Zahlen

Berichtszeitraum 2017

 

Wundinfektionsraten im Zeitraum 2012 bis 2016*

Diese Seite wurde aktualisiert am: 16.08.2018