Klinik für Notfallmedizin

Was geschieht zuerst, wenn ein Patient in die Notaufnahme kommt?

Wenn Sie selbst in die Notaufnahme kommen, sind das zwei Dinge: Zuerst geben Sie Ihre Krankenkassenkarte ab, damit Sie im Computersystem erfasst werden können, und Sie stellen sich mit Ihren Leiden an der Anmeldung vor. Kurz nach der administrativen Aufnahme erfolgt eine pflegerische Ersteinschätzung. Das heißt: Es kommt sehr zeitnah eine Pflegekraft, die schon einmal Blutdruck und Temperatur misst, eventuell Blut abnimmt oder ein EKG schreibt, je nach dem, mit welchen Beschwerden Sie zu uns und fragt schon mal, worum es geht. Dann haben wir schon mal eine Ahnung, wie dringlich der Notfall ist.

Und dann beginnt manchmal eine lange Wartezeit. Woran liegt das?

In der Notaufnahme geht es nicht darum, wer zuerst da ist, sondern nach Dringlichkeit. Wer die schlimmsten Beschwerden hat, kommt zuerst dran. Das wird jeder verstehen. Die Ressourcen in einer Notaufnahme sind beschränkt. Wenn in einer Stunde zehn Rettungswagen ankommen, ist das eine Ausnahme, die bewältigt werden muss. Das ist natürlich nicht immer so. Aber es kommt vor.

Wie geht es nach der Wartezeit weiter?

Der Arzt führt mit Ihnen ein Anamnesegespräch und untersucht Sie. Gegebenenfalls legt er Untersuchungen fest, die noch gemacht werden müssen, sei es ein Ultraschall, eine Blutabnahme oder die Vorstellung bei einem Facharzt des Klinikums. Natürlich kann es auch sein, dass jemand sofort operiert werden muss; das kann auch das Ergebnis der ersten Untersuchung sein. Meistens schaffen wir das in zwei bis drei Stunden. Das gelingt uns in 90 Prozent der Fälle. In den anderen zehn Prozent dauert es ein bisschen länger.

Und dann wäre man am liebsten gleich gesund, wenn man aus der Notaufnahme kommt. Ist das realistisch?

Unser Anspruch ist, dass es den Patienten ein bisschen besser geht, wenn sie die Notaufnahme verlassen. Aber hier gibt es eben nur eine erste medizinische Einschätzung und Behandlung. Etwa die Hälfte der Patienten wird bei uns zur Weiterbehandlung stationär aufgenommen. Die andere Hälfte kann zwar wieder nach Hause, muss aber ihre Beschwerden weiter von einem niedergelassenen Facharzt behandeln lassen.

Dürfen Angehörige eigentlich mit in die Notaufnahme?

Das kommt drauf an. Wir haben die Kinderambulanz, die Unfallambulanz und die internistische Ambulanz. Bei Unfall- und Kinderambulanz können Angehörige mit rein, weil dort immer nur einen Patienten pro Kabine zugelassen wird. Da ist das gut machbar. In der internistischen Ambulanz sieht das anders aus: Die Menschen hier können potenziell so schwer krank sein, dass wir uns nicht erlauben können, sie im Wartezimmer sitzen zu lassen. Das bedeutet: Alle werden sofort in einer Kabine aufgenommen, was aber auch heißt, dass die Zimmer manchmal doppelt und dreifach belegt sind, wenn sehr viel los ist. Dann dürfen Angehörigen nicht mit rein, denn natürlich wiegt das Recht auf Privatsphäre für die anderen Patienten schwerer als das Recht des einzelnen Patienten, einen Angehörigen dabei zu haben.

Mit welchen Symptomen sollte man überhaupt in die Notaufnahme kommen? Wann ist der Besuch beim Hausarzt besser?

In die Notaufnahme gehören Beschwerden, die eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben bedeuten. An dieser Stelle hier geben wir nur ein paar Beispiele: Wenn jemand glaubt, er hat einen Schlaganfall, ist das ein Notfall, mit dem man sofort ins Krankenhaus kommen sollte, ebenso natürlich mit Herzinfarktsymptomen wie kalter Schweiß und Brustschmerzen. Auch jemand, der aus dem Nichts heraus kollabiert, gehört natürlich in die Notaufnahme. Aber: Wenn einer schon seit Wochen immer Schwindel hat, wenn er sich zu schnell aufrichtet, sollte er zum niedergelassenen Arzt gehen. Tagsüber besteht die Verpflichtung der Vertragsärzte, die Versorgung der Kassenpatienten zu übernehmen. Wochentags zwischen 8 und 18 Uhr, außer Mittwoch- und Freitagnachmittag geht man mit seinen Beschwerden zu einem niedergelassenen Facharzt. Außerhalb dieser Zeiten gibt es den hausärztlichen Notdienst. Diese Möglichkeiten sollten zuerst in Anspruch genommen werden. Am Ende entscheidet natürlich der Patient, wo er hingeht. Aber wenn man bedenkt, dass die Notaufnahmen stark an ihrer Belastungsgrenze sind, sollte sich jeder Patient überlegen, ob es ein Fall für den Hausarzt oder die Notaufnahme ist.

Wenn man nun vom Hausarzt in die Klinik eingewiesen wird, was muss man beachten?

Wichtig für Patienten, die eingewiesen werden, ist, dass sie ihren aktuellen Medikamentenverordnungsbogen dabei haben und eine Liste der aktuellen Diagnose. Das erleichtert uns die Arbeit. Auch alles andere, was für uns von Relevanz sein könnte, sollte der Patient mitbringen, zum Beispiel einen Allergieausweis oder die Gerätepässe für Herzschrittmacher oder einen Defibrillator. Wer aus eigenem Antrieb kommt und keinen aktuellen Medikamentenversorgungsbogen dabei hat, kann auch einfach alle Medikamente, die er nimmt, einpacken. Das hilft uns auch schon.

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