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Laserbehandlung bekämpft Metastasen

Neues Therapieverfahren für das Lungenzentrum: Lungenchirurg Dr. med. Friedhelm Lazar (rechts) setzt ein neues Laser-Skalpell bei Lungenmetastasen ein. Bei der Übergabe des Gerätes waren (von links) Lothar Limmer von der Firma Limmer-Laser, Pneumologie Dr. med. Wolfgang Schneider, Strahlentherapeut Dr. med. Ralph Mücke und Onkologie-Chefarzt Dr. med. Frank Hartmann anwesend.

Kreis Lippe. Neue Hoffnung für Patienten mit Lungenkrebs: Mit einem speziellen Laserverfahren können bösartige Metastasen im Lungenzentrum des Klinikums Lippe schneller und schonender als bisher entfernt werden.

Es gibt viele Krebsarten, die Tochtergeschülste in der Lunge bilden. Eine neuartige Operationstechnik ermöglicht es den Lungenchirurgen, diese Tumore sicher zu entfernen, ohne das der Patient gleich einen ganzen Lungenflügel verliert. "Es lohnt scih, um jeden Millimeter funktionierender Lunge zu kämpfen, damit dem Patient Lebensqualität erhalten bleibt", sagt Lungenchirurg Dr. med. Friedhelm Lazar.

Schonendes Operationsverfahren

In der Vergangenheit entfernten Chirurgen das mit Metastasen durchsetzte Lungengewebe radikal - dabei mussten auch immer gesunde Bereiche geopfert werden. "Wenn der Verlust von gesundem Lungengewebe zu groß war, mussten wir auf eine Operation verzichten", so Dr. med. Lazar. Bei vielen Patienten war dies der Fall. Ein speziell für die Lungenchirurgie entwickelter Laser eröffnet den lippischen Operateuren völlig neue Möglichkeiten. Ein vergleichbares Spezialgerät der Firma Limmer ist in der Bundesrepublik nur noch im Berliner Lungenzentrum im Einsatz.

Als Werkzeug des Lungenchirurgen gewinnt der Laser immer mehr an Bedeutung. Wesentlich schonender als ein herkömmliches Elektroskalpell brennt der Laserstrahl die Krebsherde millimetergenau aus dem Gewebe. Metastasen werden sanft aus dem umgebenden Lungengewebe geschnitten, welches durch die besondere Wellenlänge des Laserstrahls gleichzeitig verschweißt wird. "Dadurch kommt es kaum zu Blutungen und Kollateralschäden", erklärt Dr. med. Lazar.

Patienten erholen sich schneller

"Die Patienten erleiden nur einen minimalen Lungenfunktionsverlust und erholen sich nach solch einer Operation wesentlich schneller", so Dr. med. Lazar. Dank der modernen Operationsmethode haben die tumorfreien Lebensjahre auch mehr Lebensqualität. Der Lasereinsatz erlaubt es den Ärzten, ihren Patienten auch die Option auf einen Zweit- oder Dritteingriff offen halten zu können. Bei den herkömmlichen Operationstechniken sind weitere Eingriffe durch Vernarbung und Funktionsverlust häufig deutlich erschwert bis unmöglich.

Nicht alle Betroffenen können mit der Laserchirurgie therapiet werden. Nach der Diagnosestellung und einer sehr gründlichen Untersuchung zum Ausschluss weiterer Metastasen wird gemeinsam mit den Spezialisten des Lungenzentrums - Pneumologen, Onkologen, Strahlentherapeuten und Lungenchirurgen - geklärt, welche Behandlungsmethode für den Patienten die besten Chancen bietet. Lazar: "Aussicht auf Erfolg hat die Lasertherapie, wenn lediglich die Lunge mit Metastasen befallen ist und der ursprüngliche Tumor vollständig entfernt werden konnte."

Nicht selten treten Lungenmetastasen auch noch viele Jahre nach dem Ersteingriff auf. Je länger das Zeitintervall ist, desto günstiger ist die Prognose für die Patienten. Deswegen kommt der frühzeitigen Diagnosestellung von Lungenmetastasen eine erhebliche Bedeutung zu - dann haben Betroffene eine Chance, trotz der Tumorerkrankung noch sehr alt zu werden.