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Name der Seite: Therapie
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Autor: Klinikum Lippe
Stand: 18.08.2019


Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin

Therapie

Herzinsuffizienz

Fachgesellschaften empfehlen die Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz (Herzschwäche) in sogenannten Herzinsuffizienz-Netzwerken oder Herzinsuffizienz-Einheiten. Unsere Klinik für Kardiologie arbeitet eng zusammen mit niedergelassenen Kardiologen und Spezialisten anderer Fachkliniken. Die Zertifizierung als HFU-Schwerpunktklinik (Herzinsuffizienz-Einheit) bescheinigt uns sowohl die personelle Kompetenz als auch die appartetechnische Ausstattung. In einem Shared-Care-Konzept mit dem Herzzentrum Bad Rothenfelde haben wir die ambulante Betreuung von Kunstherzpatienten in Detmold etabliert. Patienten mit herzunterstützenden Systemen (VAD) werden persönlich durch speziell ausgebildetes Pflegepersonal (Heart-Failure-Nurses) und mittels eines Tele-Nursing-Programms nach dem Würzburger Modell betreut. Eine Kooperationsvereinbarung mit dem Herzzentrum Bad Oyenhausen sichert die Vorbereitung und Durchführung von Herztransplantationen.

Herzrhythmusstörungen

Die Art von Herzrhytmusstörungen, der Grad ihre Bedrohlichkeit und die Behandlungsform wird in der Elektrophysiologie ermittelt. In der Elektrophysiologie, die mit einem modernen Messplatz inklusive elektroanatomischem Mapping-System ausgestattet ist, werden Patienten mit sämtlichen Formen von Herzrhythmusstörungen behandelt. Nach der Diagnosestellung macht der untersuchende Arzt weitere Vorschläge zur Therapie und kann gegebenenfalls eine Verödung des erkrankten Bereiches durch Katheter-Ablation durchführen. Die Klinik hat viel Erfahrung beim Einsatz von Herzschrittmachern und bei der Implantation von Defibrillatoren (ICD) und Resynchonisationssystemen (CRT-D) zur Therapie lebensbedrohlicher Herzrhythmusstörungen. Alle gängigen Implantate (auch ältere Systeme) können mit den entsprechenden Abfragegeräten kontrolliert und programmiert werden.

Herzinfakt

Bei einem Herzinfakt kommte es für die Betroffenen auf jede Minute an. Je schneller der Patient im Krankenhaus kompetent behandelt werden kann, desto besser sind seine Heilungs- und Überlebenschancen. Aus diesem Grund wurde für den Kreis Lippe eine Netzwerkstruktur zur Notfallversorgung von Patienten mit Akutem Koronarsyndrom (ACS) geschaffen. Dieses innovative Patientenversorgungssystem hat die Notfallversorgung optimiert. Bereits im Rettungswagen leiten die Notärzte entsprechende Maßnahmen (z. B. Reperfusionsbehandlung mit einer präklinischen Thrombolyse) ein und informieren die Kollegen im Klinikum. Die Notärzte übergeben die Patienten entweder in die Chest Pain Unit (Brustschmerzeinheit) oder direkt auf die Internistische Intensivstation.
Für Notfallpatienten mit Akutem Koronarsyndrom besteht eine 24-Stunden-Bereitschaft, um sofort im Herzkatheterlabor eine Untersuchung (Koronarangiographie) einzuleiten.
Herzkatheteruntersuchungen erlauben den Ärzten einen Blick in die Herzkranzgefäße. Damit werden beispielsweise gefährliche Engstellen, die einen Herzinfakt verursachen können, aufgespürt. Die Kardiologen können Ablagerungen in den Blutgefäßen, die das Herz versorgen, direkt entfernen oder eine Ballon-Dilatation (Methode, bei der das Gefäß aufgedehnt wird) durchführen. Vielfach wird eine Gefäßprothese (Stent) eingesetzt, um das Gefäß dauerhaft offen zu halten. Im Anschluss werden die Patienten auf der Internistischen Intensivstation mit Hilfe eines modernen Monitorsystems überwacht und durch ein ärztliches und pflegerisches Team im 24-Stunden-Schichtdienst betreut.

Intensivstation

Seit Herbst 2008 ist die Intensivstation der Inneren Kliniken (zwölf Betten) gemeinsam mit der Anästhesiologischen Intensivstation (zehn Betten) in einem neu errichteten Bauteil untergebracht. Sie verfügt sowohl über modernste Beatmungsgeräte zur invasvien Akut- und Langzeitbeatmung als auch zur nicht-invasiven Maskenbeatmung. Luftröhrenschnitte zur Langzeitbeatmung werden bettseitig auf der Intensivstation durchgeführt (so genannte Blue-Rhino-Technik). Zur Nierenersatzbehandlung (Dialyse) stehen Geräte zur kontinuierlichen und intermittierenden Behandlung einschließlich der Citrat-Antikoagulation zur Verfügung.
Mit Hilfe einer Intraaortalen Ballonpumpe (IABP) kann beim Patienten die Pumpleistung des Herzens unterstützt werden, da sie die Durchblutung des Herzmuskels und aller anderer Organe verbessert. Zur Versorgung von Patienten im kardiogenen Schock steht eine Herz-Lungen-Maschine (Lifebridge) zur Verfügung, die den betroffenen Patienten schnell stabilisieren kann. Damit kann die kritische Zeit bis zur weitergehenden Therapie überbrückt werden. Die Überwachung des Kreislaufsystems erfolgt mittels Picco-System oder durch Pulmonalarterienkatheter. Zur Wiederbelebung wird die milde Hypothermie-Behandlung (gezielte Unterkühlung) routinemäßig angewendet.
Angegliedert an die Intensivstation ist eine Intermediate-Care-Station mit fünf Betten für internistische Patienten, die von den Ärzten und Pflegepersonal der Intensivstation mitversorgt werden. Dort werden Patienten betreut, die nicht mehr die intensive Pflege einer Intensivstation benötigen, aber aufwendiger überwacht werden müssen als es die Pflege auf Station gewährleisten kann. Mit der Intermediate-Care-Station ist die Lücke zwischen Intensiv- und Normalstation geschlossen worden.

Regionale EMAH-Klinik

Die Zahl Erwachsener mit einem angeborenen Herzfehler (EMAH) liegt in Deutschland bei schätzungsweise 120.000 Menschen und steigt um rund 5.000 Patienten pro Jahr. Die meisten Patienten mit einem angeborenen Herzfehler sind operiert oder mit dem Herzkatheter behandelt worden. Der Vorhofseptumdefekt (ASD) ist der im Erwachsenenalter am häufigsten diagnostizierte angeborene Herzfehler. Diese Patienten brauchen eine besondere kompetente Betreuung. Die fachärztliche Versorgung erfolgt im Klinikum Lippe als regioanle EMAH Klinik durch speziell ausgebildete Erwachsenenkardiologen.