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Hier finden Sie detailierte Erläuterungen zu allen Begrifflichkeiten auf der Website des Klinikums, die einer genaueren Erklärung bedürfen. Bei Fragen, die hier nicht beantwortet werden, wenden Sie sich bitte an die entsprechende Abteilung des Klinikums!

Der Darm schließt sich an den Magen an und gliedert sich in folgende Abschnitte: den ca. 6m langen Dünndarm mit Zwölffingerdarm (Duodenum), Krummdarm (Jejunum) und Leerdarm (Ileum), dann den ca. 1,5m langen Dickdarm mit Blinddarm (Coecum) und Wurmfortsatz (Appendix), dem aufsteigenden Dickdarm (Colon ascendens), dem quer liegenden Dickdarm (Colon transversum), dem absteigenden Dickdarm (Colon descendens), dem schlingenförmigen Darm (Colon sigmoideum) und endet im Mastdarm (Rektum).

Der Darm dient hauptsächlich der Verdauung, d.h. der Aufnahme von Nährstoffen und Flüssigkeit in den Körper. Im Dünndarm werden die meisten Nährstoffe aufgenommen, hierbei helfen u.a. die Gallenflüssigkeit und die Enzyme aus dem Bauchspeicheldrüsensekret. Im Dickdarm wird dem Nahrungsbrei Wasser entzogen, alle nicht verdaulichen Inhaltsstoffe bilden den Stuhl.  Dieser wird im Mastdarm gespeichert und in ganz individuellen Abständen entleert. Die Stuhlentleerung ist ein sehr komplexer Prozess, der über unterschiedliche Muskel- und Nervengeflechte gesteuert wird.

Es gibt viele Erkrankungen in diesem System, die sich grob in gutartige und bösartige Erkrankungen unterteilen lassen.

Eine sehr häufige gutartige Erkrankung ist die Verstopfung (Obstipation), d.h. der Stuhltransport durch den Darm ist verlängert. Die „normale“ Stuhlfrequenz kann individuell sehr unterschiedlich sein, Stuhlentleerungen zwischen 3- und 20-mal pro Woche sind nicht krankhaft. Eine erschwerte Stuhlentleerung kann durch falsche Ernährung (Ballaststoffmangel, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme), Bewegungsmangel oder Medikamente hervorgerufen werden. Bei Medikamenten können einige Schmerzmittel oder der zu häufige Gebrauch von Abführmitteln zu einer Verstopfung führen. Außerdem gibt es Störungen in der Nervenversorgung des Darms, die die Beweglichkeit des Darms einschränkt.

Weitere gutartige Erkrankungen des Darmes sind entzündliche Erkrankungen, hierzu zählen der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa.

Der Morbus Crohn ist eine in Schüben verlaufende Entzündung, die in Abschnitten den gesamten Darm befallen kann, sie beginnt jedoch häufig im letzten Dünndarmabschnitt (Ileitis terminalis). Häufige Symptome sind Bauchkrämpfe mit blutigen Durchfällen, im akuten Schub können Fieber und Bauchschmerzen dazukommen. Die Erkrankung kann letztlich zu Vernarbungen und damit zu Einengungen des Darmes bis zum Darmverschluss oder Fistelbildung (Verbindung zwischen verschiedenen Organen) führen. Zusätzlich treten gehäuft Abszesse und Fisteln im Enddarmbereich auf. Beim Auftreten von solchen Komplikationen kann es erforderlich sein,  operativ einzugreifen. Ansonsten wird die Behandlung nach Möglichkeit konservativ medikamentös durchgeführt. Wird doch eine Operationen notwendig, so wird der betroffene Darmabschnitt möglichst sparsam entfernt und die Darmenden wieder miteinander verbunden.

Die Colitis ulcerosa ist eine Entzündung der Dickdarmschleimhaut, die im Enddarm beginnt und den gesamten Dickdarm befallen kann. Auch hierbei sind die häufigsten Symptome blutige Durchfälle mit Bauchkrämpfen, zusätzlich Fieber und Bauchschmerzen. Bei lang dauernden Verläufen kann es zu Blutarmut und Gewichtsverlusten kommen. Zusätzlich steigt die Gefahr, an Dickdarmkrebs zu erkranken. Die Behandlung der Erkrankung ist auch hierbei zunächst medikamentös. Reicht dies nicht aus, kann es erforderlich sein, den gesamten Dickdarm operativ zu entfernen. Hierbei wird aus dem Dünndarm ein Enddarmersatz geschaffen, der die Stuhlfrequenz deutlich senken kann. Nach einer solchen „radikalen“ Operation ist der Patient von dieser Krankheit geheilt.

Eine weitere häufige Erkrankung, besonders mit zunehmendem Alter, ist die Divertikulitis. Divertikel sind kleine Ausstülpungen der Darmschleimhaut, in denen sich Stuhl sammeln kann und dann durch eine Entzündung der Wand zu einer Divertikulitis führen können. Divertikel treten vermehrt im s-förmigen Dickdarm (Colon sigmoideum) auf. Ballaststoffarme Ernährung fördert die Entstehung. Eine akute Entzündung wird zunächst mit Antibiotika und Ernährung über Infusionen behandelt. Kommt es wiederholt zu Entzündungen des Darmes, kann es zu einer narbigen Einengung bis zum Darmverschluss oder zu einem Darmdurchbruch mit Bauchfellentzündung kommen. Diese Komplikationen sollten möglichst vermieden werden, deshalb wird bei wiederholten Entzündungsschüben zur operativen Entfernung des betroffenen Dickdarmabschnitts geraten. Diese Operation kann, wenn sie nicht als Notfalleingriff bei einer Komplikation durchgeführt werden muss, meistens als  so genannte „Spiegelungsoperation“ minimal-invasiv videoassistiert über mehrere kleine Hautschnitte erfolgen. Bei der geplanten Operation kann auch in fast allen Fällen der vorübergehende künstliche Darmausgang vermieden werden, der im Notfall häufiger erforderlich ist.

Die häufigste Ursache einer akuten Baucherkrankung ist die „Blinddarmentzündung“, die Appendizitis. Hierbei ist der Wurmfortsatz des Blinddarmes entzündet, häufig durch Kotsteine oder Keime verursacht. Die Appendizitis kann rasch zu akuten Beschwerden mit Fieber und Bauchschmerzen führen, bis hin zum Darmdurchbruch mit Bauchfellentzündung  oder Abszessbildung. Die Diagnose wird anhand der klinischen Symptome gestellt, verlässliche andere Parameter (Labor, weitere Untersuchungen) zur Abklärung gibt es nicht. Um die Komplikationen möglichst zu vermeiden, wird die Entscheidung zur Operation häufig rasch getroffen. Der Wurmfortsatz kann meist im Rahmen einer Bauchspiegelung entfernt werden.

Auch eine akute Erkrankung ist der Darmverschluss, der Ileus, d.h. der Transport des Darminhalts ist gestört. Dies kann durch mechanische Ursachen (z.B. Narbenstränge, Tumore, eingeklemmte Brüche, Fremdkörper) oder durch eine Darmlähmung hervorgerufen werden. Mechanische Hindernisse müssen häufig operativ behoben werden, so z.B. durch Lösen von Verwachsungen nach Voroperationen, Entfernen von Tumoren oder Fremdkörpern oder durch den Verschluss von Bruchlücken. Eine Darmlähmung (=paralytischer Ileus)  kann z.B. auftreten durch direkt vorausgegangene Operationen, starke Schmerzen im Bauchraum bei Nierenkoliken oder z.B. im Rahmen einer Bauchspeicheldrüsen¬entzündung (Pankreatitis),  durch Medikamentenüberdosierung (besonders Opiate), Verschiebung von Elektrolyten z.B. bei Nierenfunktionsstörungen oder Verschluss der Darmgefäße bei einem Mesenterialinfarkt. Darmlähmungen werden, bis auf den Mesenterialinfarkt, medikamentös behandelt. Ein Verschluss der Darmgefäße ist ein Notfall, bei dem versucht werden muss, das verschlossene Gefäß wieder durchgängig zu machen. Manchmal ist jedoch der Darm durch fehlende Sauerstoffzufuhr bereits derart geschädigt, dass man diese Darmabschnitte entfernen muss.

Erkrankungen des Enddarms umfassen u.a. Haemorrhoiden, Analfisteln, Sinus pilonidalis (Steißbeinfistel) und die Stuhlinkontinenz. Die Stuhlinkontinenz ist ein Thema, das viele betrifft, aber über das nicht gerne gesprochen wird. Kann der Stuhl nicht mehr ausreichend kontrolliert werden, kann dies zu einer erheblichen Einschränkung des sozialen Lebens bis zum völligen Rückzug des Patienten führen. Die Inkontinenz kann sehr unterschiedliche Ursachen haben, häufig betroffen sind Frauen nach mehreren Geburten, bei denen es in zunehmendem Alter zu einer Erschlaffung des Beckenbodens mit Absenken von Blase, Gebärmutter und Enddarm kommt und dadurch der Schließmuskelapparat nicht mehr richtig arbeiten kann. Weitere Ursachen können Verletzungen des Beckenbodens oder Nervenerkrankungen sein. Eine gründliche Untersuchung mit Darmspiegelung, Messung der Funktion des Schließmuskels und evt. Röntgenuntersuchungen geben Aufschluss über die Ursachen. Die Behandlung ist häufig zunächst konservativ mit gezieltem Muskeltraining, medikamentöser Unterstützung und stuhlregulierenden Maßnahmen. Wenn dies keinen Erfolg hat, kann eine Operation erforderlich sein, wie z.B. die Entfernung erkrankter Muskelanteile, Aufbau von Muskulatur oder Implantation von Verschlusssystemen.

Haemorrhoiden sind Gefäßpolster im Enddarmbereich, die zum dichten Verschluss des Enddarms beitragen. Eine Größenzunahme dieser Gefäßpolster kann zum Haemorrhoidalleiden führen. Zunächst kommt es zu einer nur spürbaren Vorwölbung (Stadium 1), dann zu einer beim Stuhlgang sichtbaren Vorwölbung, die spontan verschwindet (Stadium 2), später zu einer nur durch aktives zurückdrücken verschiebbaren Vorwölbung (Stadium 3) und zuletzt zu einer anhaltenden, nicht zurückschiebbaren Vorwölbung (Stadium 4). Gefördert wird das Haemorrhoidalleiden durch häufige Verstopfung, Pressen beim Stuhlgang, Übergewicht und sitzende Tätigkeit. Auch in der Schwangerschaft treten vermehrt Haemorrhoiden auf. Symptome können in Form von hellroten Blutauflagerungen auf dem Stuhl auftreten, zusätzlich Brennen, Nässen oder Ekzeme. Im Stadium 1 kann konservativ behandelt werden mit Salben, Zäpfchen und stuhlregulierenden Maßnahmen. Hämorrhoiden im Stadium 2 können meist verödet werden, im Stadium 3 und 4 kann nur durch eine Operation eine Besserung erzielt werden.

Bösartige Erkrankungen des Darmes: In Deutschland zählt Darmkrebs zu den zweithäufigsten Krebserkrankungen und im Gegensatz zu anderen Krebserkrankungen nimmt die Häufigkeit in den letzten Jahren zu. 90% der Patienten sind 50 Jahre oder älter, das Durchschnittsalter liegt bei 70 Jahren. Da Symptome der Erkrankung häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium auftreten, sind Vorsorgeuntersuchungen umso wichtiger. Ab dem 50.Lebensjahr sollte einmal im Jahr der Stuhl auf Blutbeimengungen (Test auf okkultes Blut)  untersucht werden und ab dem 55.Lebensjahr regelmäßig (etwa alle 5 Jahre) eine Dickdarmspiegelung durchgeführt werden. Darmkrebs entsteht am häufigsten aus zunächst gutartigen Geschwülsten der Schleimhaut, so genannten Polypen. Die Entartung wird durch viele Faktoren beeinflusst, so z.B. erbliche Disposition, Ernährung, Alkohol oder lang andauernde entzündliche Darmerkrankungen. Diese Polyp-Krebs-Entwicklung dauert mehrere Jahre, sodass regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen frühzeitig einen Krebs erkennen können und die Chance auf eine vollständige Heilung zu erhöhen.
Symptome treten häufig erst spät auf und können uncharakteristisch sein. So z.B. Änderung der Stuhlgewohnheiten, Verstopfung, wechselnd mit Durchfällen, Blähungen, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit. Blut- und Schleimauflagerung auf dem Stuhl ist in jedem Fall ein Symptom, das abgeklärt werden soll. Blutauflagerungen kommen zwar sehr häufig von Haemorrhoiden, doch kann sich auch eine Geschwulst dahinter verbergen. Jede Blutung aus dem Darm sollte mittels Spiegelung abgeklärt werden! Spätsymptome sind Schmerzen und ein Darmverschluss.

Die wichtigste Untersuchung ist die Darmspiegelung, weil nur dabei die Darmschleimhaut komplett beurteilt werden kann und bei Veränderungen direkt Proben entnommen oder kleinere Polypen entfernt werden können. Röntgenuntersuchungen des Darmes sind auch möglich, haben keine so gute Aussagekraft.

Bei dem Verdacht auf eine Krebserkrankung werden weitere Untersuchungen (Ultraschalluntersuchung der Leber, Röntgen der Lunge, Blutuntersuchungen, evtl. eine Computertomographie) durchgeführt. Bei tief sitzenden Veränderungen im Mastdarmbereich wird zusätzlich eine Enddarmspiegelung zur genauen Höhenbestimmung und ein Ultraschall der Geschwulst durch den Enddarm durchgeführt, um die Tiefenausdehnung in der Darmwand beurteilen zu können.

Je nach Befund wird für jeden Patienten eine Therapiekonzept erarbeitet. Bei den höher sitzenden Dickdarmtumoren steht die Operation mit Entfernung des betroffenen Darmabschnitts mit ausreichendem Sicherheitsabstand und Entfernung der dazugehörigen Lymphknoten im Vordergrund. In den allermeisten Fällen kann dies mit direkter Wiederverbindung der Darmenden erfolgen, ohne dass ein künstlicher Darmausgang notwendig ist. Je nach Ausdehnung des Tumors und Befall der Lymphknoten (was durch die mikroskopische Untersuchung des entfernten Darmabschnitts bestimmt wird), wird dem Patienten im  Anschluss an die Operation eine Nachbehandlung empfohlen (Chemotherapie, Bestrahlung oder eine Kombination von beiden).

Bei den tief sitzenden Tumoren im Mastdarmbereich wird, je nach Ausdehnung, vor der Operation eventuell eine kombinierte Bestrahlungs- und Chemotherapie empfohlen, um die Geschwulst schon vor der Operation zu verkleinern und die Heilungschancen zu verbessern. Bei der anschließenden Operation ist der Abstand des Tumors zum Schließmuskel entscheidend darüber, ob der Schließmuskel erhalten werden kann oder ob er entfernt werden muss und so ein dauerhafter künstlicher Darmausgang notwendig ist. Auch wenn der Schließmuskel erhalten werden kann, ist häufig ein vorübergehender künstlicher Darmausgang notwendig. Dieser kann nach vollständigem Abheilen der neuen Darmverbindung meist nach ca. 2-3 Monaten in einem kleinen Eingriff wieder zurückverlegt werden.
Ist die Operation und eventuell durchgeführte Chemotherapie überstanden, sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig, um ein mögliches Wiederauftreten von Tumoren an gleicher Stelle oder in anderen Organen (Metastasen) frühzeitig erkennen zu können und diese dann entsprechend behandeln zu können.

Unsere Klinik ist als zertifiziertes Darmzentrum besonders auf die Diagnostik und Therapie aller Formen der Darmerkrankungen, aber natürlich besonders der bösartigen Geschwulste, spezialisiert. An diesem Darmzentrum sind alle Fachrichtungen beteiligt, die in irgendeiner Form mit diesen Erkrankungen in Diagnostik oder Therapie zu tun haben (Internisten, Onkologen, Gastroenterologen, Radiologen, Chirurgen, Pathologen, Strahlentherapeuten, Psychoonkologen etc.). Außerdem besteht eine enge Zusammenarbeit mit spezialisierten niedergelassenen Kollegen, sodass dem Patienten eine kontinuierliche kompetente Betreuung gewährleistet wird, von der Diagnostik über die Behandlung bis hin zu ambulanten Nachsorge. Wöchentlich treffen sich die beteiligten Ärzte in einer so genannten Tumorkonferenz und besprechen jeden einzelnen Patienten, um ihm ein optimales individualisiertes Behandlungskonzept anzubieten. Alle Teilnehmer dieses Darmzentrums werden selbstverständlich durch regelmäßige Schulungen auf dem neuesten Stand der Wissenschaft gehalten.

Ein Bruch oder Hernie ist eine Vorwölbung des Bauchfells durch eine Schwachstelle in der Bauchmuskulatur. Das vorgefallene Bauchfell bildet den so genannten Bruchsack, in dem sich Teile von Bauchorganen, meist Darm oder Fettgewebe, befinden können.

Wie entstehen Hernien?

Ursächlich für die Entstehung von Hernien ist meist ein Missverhältnis zwischen der Festigkeit von Bauchmuskulatur und Bindegewebe und dem intraabdominellen Druck. Einige Hernien, z.B. Leistenbrüche, können jedoch auch angeboren sein.

Risikofaktoren für die Hernienbildung sind z.B. Übergewicht, chronischer Husten, Verstopfung oder Prostataprobleme bei Männern. Zu einer spontanen Rückbildung der Hernie kommt es nicht. Werden Hernien nicht operativ versorgt, kommt es im Verlauf zu einer Größenzunahme des Bruches, die Gefahr der Einklemmung steigt.
Bei Einklemmung des Bruchinhaltes kann es zur Durchblutungsstörung des eingeklemmten Darmes kommen, der im schlimmsten Fall absterben kann und in einer größeren, dann notfallmäßigen Operation entfernt werden muss.
Besser ist es, die Operation geplant durchzuführen, solange die Beschwerden gering sind und bevor eine Einklemmung eintritt.


Welche Hernien gibt es?

Häufig sind:

  • Kindlicher Leistenbruch
  • Leistenbruch / Leistenhernie des Erwachsenen
  • Nabelbruch / Nabelhernie
  • Narbenbruch / Narbenhernie
  • Schenkelhernie
  • Epigastrische Hernie

Kindlicher Leistenbruch/offener Processus vaginalis

Hier handelt es sich um eine nicht vollständig abgeschlossene Entwicklung des Leistenkanals in der Embryonalentwicklung, meist durch eine Bindegewebsschwäche bedingt. Sie tritt häufiger bei Frühgeborenen auf.
Wie beim Erwachsenen kann es zur Einklemmung von Bruchsackinhalten kommen, eine Operation ist dann unumgänglich. Bei Säuglingen, die zum normalen Termin geboren wurden, kann es auch innerhalb des ersten Lebensjahres zu einem spontanen Verschluss dieses offenen Leistenkanals kommen. In dieser Zeit besteht aber immer die Gefahr der Einklemmung. Sollte also einmal eine Einklemmung aufgetreten sein, die gerade noch wieder zurückgedrängt werden konnte, so sollte eine Operation die Gefahr einer neuen Einklemmung verhindern.

Leistenhernie (Inguinalhernie)

Der Leistenbruch ist eine krankhafte Vorwölbung von Organen der Bauchhöhle (vor allem inneres Körperfett, aber auch Darm) durch eine Schwachstelle im Bereich des Leistenkanals oberhalb des Leistenbandes, durch die beim Mann die Samenstranggebilde bzw. das runde Mutterband bei der Frau durch die Bauchdecke treten.

Ein Leistenbruch fällt meist durch eine neu aufgetretene Vorwölbung in der Leiste oder häufig auch durch ziehende Schmerzen bei körperlicher Belastung oder längerem Stehen auf. Die Diagnose kann meist sicher anhand des Tastbefundes bei der körperlichen Untersuchung durch den Arzt festgestellt werden.

Nabelhernie

Beim Nabelbruch gelangen Teile des Bauchfells durch den offen gebliebenen Gewebering am Bauchnabel (ehemalige Durchtrittsstelle der Nabelschnur) und bilden den Bruchsack, in den sich dann Fett- oder Darmanteile verschieben können. Bei Erwachsenen tritt der Bruch beim Pressen, z.B. während des Stuhlgangs oder beim Husten auf. Bei Frauen kommt es häufig in der Schwangerschaft zur Ausbildung von Nabelhernien, weil sich durch den hohen Bauchinnendruck dieser Gewebering erweitert.
Komplikationen können auftreten, wenn der Bruchsackinhalt eingeklemmt wird, d.h. nicht mehr von allein in die Bauchhöhle zurück gleiten kann. Durch die Einklemmung schwillt der Bruchsackinhalt an, bis der Druck derart hoch ist, dass auch die arterielle Durchblutung gestört ist und das Gewebe abstirbt. Dann besteht die Indikation zu einer notfallmäßigen Operation.

Narbenhernie

Beim Narbenbruch kommt es im Bereich einer Operationsnarbe zu einem „Aufreißen“ der Narbe und zur Vorwölbung von Organen der Bauchhöhle.
Ursache ist eine Bindegewebsschwäche des Narbengewebes, die wiederum häufig die Folge von Entzündungen einer ehemaligen Operationswunde ist.
Narbenbrüche werden aber auch durch einen erhöhten Bauchinnendruck (Übergewicht, Lungenerkrankungen) begünstigt.

Schenkelhernie

Schenkelhernien kommen häufiger bei älteren Frauen vor. Sie machen 95 % der Hernien bei Frauen aus. Die Schenkelhernie tritt im Gegensatz zur Leistenhernie unterhalb des Leistenbandes entlang der Gefäße in Richtung Oberschenkel aus. Die Schenkelhernien sind schmerzhafter als die Leistenhernien und klemmen häufiger ein. Bei jeder unterhalb des Leistenbandes tastbaren Schwellung sollte eine Schenkelhernie ausgeschlossen werden. Als Differentialdiagnose kommen geschwollene Lymphknoten in Frage.


Wann wird operiert?

Bei kindlichen Leistenhernien kann es innerhalb des ersten Lebensjahres zu einem spontanen Verschluss kommen, so dass eine operative Therapie erst nach Vollendung des ersten Lebensjahres erfolgen sollte. Jedoch besteht auch im ersten Lebensjahr die Gefahr der Einklemmung von Bruchsackinhalten. Bei ehemaligen Frühgeborenen ist erfahrungsgemäß nicht mit einem spontanen Verschluss zu rechnen, sodass in diesen Fällen die Operation nach dem ersten Auftreten des Bruchs indiziert ist.

Eine solche Einklemmung stellt bei jeder Form der Bauchwandhernie eine dringende Operationsindikation dar, da es durch Abschnüren von Blutgefäßen zu einer Minderdurchblutung bis hin zum Abstreben der inkarzerierten Strukturen kommen kann.
Um eine solche Notoperation zu vermeiden ist eine operative Versorgung aller beschriebenen Bauchwandhernien so früh wie möglich zu empfehlen. Je länger eine Operation herausgeschoben wird, desto größer wird der Bruch. Damit erhöhen sich OP-Risiken und auch das Risiko einer Rezidivhernie. Zu einer spontanen Rückbildung des Bruches kommt es nie.


Operative Therapie

Ziel der operativen Therapie ist der Verschluss der Bruchlücke und eine Verstärkung der Bauchwand zur Prävention eines erneuten Bruches. Dafür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung. Ein Grundprinzip ist heute, dass der Verschluss der Hernie möglichst spannungsfrei erfolgen sollte um ein dauerhaft gutes Ergebnis zu erzielen.

Narben- und Nabelhernien

Diese Operationen werden meist in konventioneller Technik mit einem Bauchschnitt durchgeführt, bei dem auch gleichzeitig die alte Narbe ausgeschnitten werden kann, um ein besseres kosmetisches Ergebnis zu erzielen.
Die Bruchlücke wird freipräpariert und, bei kleinen Bruchlücken, durch Nähte verschlossen. Ist das körpereigene Gewebe nicht fest genug bzw. die Bruchlücke zu groß (>3cm), sollte ein Kunststoffnetz zur Verstärkung der Bauchdecke eingesetzt werden, das dabei sowohl auf („onlay“) als auch unter („sublay“) der so genannten Bauchwandfaszie fixiert werden kann. Bevorzugt wird die Lage des Netzes unter der Faszie, da die Festigkeit so meist sicherer hergestellt werden kann.

Bei großen oder mehrfachen Hernien kann die Netzimplantation mittels Bauchspiegelung mit einem sog. IPOM (IntraPeritoneal Onlay Mesh) erfolgen, bei der ein Kunststoffnetz von innen, d.h. zwischen Darm und Bauchfell, an der Bauchdecke fixiert wird. Bei dieser Methode sind nur kleinste Hautschnitte erforderlich.

Leistenbruch

Prinzipiell gibt es zwei unterschiedliche Methoden: die offene Bruchversorgung mit oder ohne Netzeinlage und die minimal invasive Technik (Schlüssellochoperation), bei der immer die Implantation eines Kunststoffnetzes erforderlich ist.

Die am häufigsten verwendete Methode ist die konventionelle Leistenhernienoperation nach Shouldice. Hierbei wird der Bruch über einen offenen Zugang (Schnittlänge ca. 7cm) dargestellt und die Bruchlücke durch mehrere Nahtreihen verschlossen. Bei jungen Menschen mit einseitiger Leistenhernie und ausreichend kräftigem Bindegewebe ist dies meist die Methode der Wahl.
Postoperativ ist allerdings eine körperliche Schonung für 4-6 Wochen erforderlich.
Eine Operation in lokaler Betäubung ist u. U. möglich.

Leistenhernienoperation nach Liechtenstein

Im Unterschied zur Shouldice-Operation wird hierbei das körpereigene Gewebe durch die Einlage eines Kunststoffnetzes zwischen zwei Muskelschichten der Bauchdecke verstärkt. Dies kann insbesondere bei älteren Patienten mit schwachem Gewebe sinnvoll sein. Postoperativ ist ebenfalls eine körperliche Schonung für 4-6 Wochen erforderlich. Auch diese Operation kann in lokaler Betäubung erfolgen.

Minimal invasive Methode – TEPP

TEPP steht für „Total Extraperitoneale Polypropylenepatch Plastik“. Bei dieser Operationsmethode wird mit eine Art Bauchspiegelung der Raum zwischen Bauchfell und Bauchmuskulatur mit Gas aufgefüllt, der Bruchsack von innen her freipräpariert und die Bruchlücke durch Einlage eines Kunststoffnetzes verschlossen. Wir empfehlen diese Methode bei Patienten mit beidseitigen Leistenbrüchen oder bei Rezidivhernien. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass die Patienten nach der Operation sehr schnell wieder körperlich belastbar sind. Eine körperliche Schonung, wie bei der Leistenhernienoperation nach Shouldice oder Liechtenstein, ist nicht erforderlich. Diese Operationsmethode ist nur in Vollnarkose möglich.

Als Netzmaterial wird meist Polypropylene oder Polyester eingesetzt. Mit diesen Materialien hat man schon mehrere Jahrzehnte gute Erfahrungen gemacht. Sie lösen sich nicht im Körper auf und verstärken die Bauchdecke somit dauerhaft. Abstoßungsreaktionen gibt es eigentlich nicht, die Netze können jedoch im Rahmen der Narbenbildung etwas schrumpfen oder zu einer zu starken Vernarbung führen, die ein gewisses „Fremdkörpergefühl“ hervorrufen kann. Bei den größeren Brüchen gibt es jedoch keine Alternative zur Nutzung von Netzen. In ausgesuchten Fällen werden auch gelegentlich sich auflösende Netze benutzt.

Welche Risiken gibt es?

Bei allen genannten Methoden besteht ein gewisses Rezidivrisiko, also das Risiko, dass erneut ein Bruch auftritt. Dieses Risiko ist bei der endoskopischen Methode etwas geringer.

Bei allen Leistenbruchoperationen muss bei männlichen Patienten auf die sorgfältige Schonung des Samenstrangs und der hodenversorgenden Gefäße geachtet werden, insbesondere bei der Methode nach Shouldice. Bei Minderperfusion des Hodens kann es zur Schrumpfung kommen und im schlimmsten Fall die Entfernung des betroffenen Hodens notwendig machen. Aus diesem Grunde verbietet sich die simultane beidseitige offene Leistenbruchoperation nach Shouldice, bei denen also nur die Methode nach Lichtenstein und die TEPP infrage kommen.

Der Magen ist ein Verdauungsorgan und dient der Durchmischung von Nahrung mit Magensaft.


Gutartige Erkrankungen

Magengeschwür (Ulkus)

Ursachen
Helicobacter pylori Infektionen, Medikamenteneinnahme (Schmerzmittel, z.B. Aspirin, Diclofenac), Hyperazidität (Übersäuerung), postoperativ im Anastomosenbereich, Stress, aggressive Faktoren wie Nikotin und Alkohol.

Symptome
Schmerzen nach der Nahrungsaufnahme, teilweise auch unabhängig von der Nahrungsaufnahme.

Symptome bei Ulkuskomplikationen
Bei Blutungen kommt es zu Teerstuhl (schwarz verfärbter Stuhl), es können Kreislaufstörungen bis zum Schock und Erbrechen von Blut auftreten. Bei der Perforation (Magendurchbruch) kommt es zu akuten Schmerzen des gesamten Bauchraumes. Bei einer Stenose (Engstelle des Magens als Ulkusfolge) kann es zu Problemen bei der Nahrungsaufnahme und zu wiederholtem Erbrechen kommen.

Diagnostik
Gastroskopie (Magenspiegelung) mit Histologie und Bakteriologie (zur Abklärung einer Infektion mit Helicobacter pylori), Röntgen (Magen-Darm-Passage), klinischer Befund.

Therapie
Primär konservative, medikamentöse Therapie wenn zuvor die Untersuchungen einen bösartigen Tumor ausgeschlossen haben, diätetische Maßnahmen. Beseitigung von aggressiven Faktoren ( z.B. bestimmte Schmerzmittel, Nikotin und Alkohol).

Eine operative Therapie wird durchgeführt wenn es Ulkuskomplikationen kommt. Hierzu zählt man endoskopisch nicht stillbare Blutungen, Perforation (Durchbruch) der Magenwand, Stenose oder eine nicht erfolgreiche medikamentöse Therapie mit nicht abgeheiltem Ulkus in den Kontrolluntersuchungen.

Bei der geplanten operativen Therapie unterscheidet man resizierende von nicht-resizierenden Verfahren. Bei den resezierenden Verfahren wird eine (Teil-) Entfernung des Magens durchgeführt. Zur Wiederherstellung der Nahrungspassage wird eine Verbindung zwischen Restmagen bzw. Speiseröhre und Dünndarm hergestellt. Bei den heute nur noch selten durchgeführten nicht-resizierenden Verfahren werden gezielt Nerven durchtrennt die für den Säurehaushalt des Magens verantwortlich sind.

Bei Ulkusblutungen erfolgt zunächst ein endoskopischer Therapieversuch zur Blutstillung. Nur wenn dieser nicht erfolgreich ist kommt eine operative Therapie mit Umstechung der Blutungsquelle in Frage. abhängig von dem intraoperativen Befund kann auch einmal eine Teilentfernung des Magens notwendig werden.

Liegt eine Ulkusperforation vor, so ist die operative Therapie das Mittel der Wahl.
Intraoperativ erfolgt eine Übernähung im Bereich der Ulkusperforation. Eine Magenteilentfernung ist in diesen Fällen nur selten erforderlich.


Bösartige Erkrankungen

Magenkarzinom

Häufigkeit
10 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner

Ursachen
Begünstigende Faktoren sind die chronische Gastritis (Magenschleimhautentzündung), genetische Faktoren, Polypen, Morbus Menetrier und Patienten bei denen bereits eine Magenoperation durchgeführt wurde. Weitere Risikofaktoren sind Alkohol, Nikotin und der Konsum nitrithaltiger Speisen.

Symptome
Appetitlosigkeit, Völlegefühle, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Anämie, Teerstuhl, Schmerzen.

Diagnostik
Anamnese und körperliche Untersuchung, Magenspiegelung (Gastroskopie) mit Gewebeprobeentnahme, Ultraschall (Sonographie), Endosonographie, Röntgen-Thorax, Computertomographie, Labor, Laparoskopie (Bauchspiegelung).

Therapie
Die Operation ist die Therapie der Wahl. Je nach Lokalisation, histologischer (feingeweblicher) Einteilung und Tumorstadium erfolgt eine Teilentfernung oder die komplette Entfernung des Magens inklusive der Entfernung der angrenzenden Lymphknotenstationen. Das Ziel der Operation ist eine radikale Entfernung des Magenkarzinoms und damit die Chance auf Heilung. Zur Wiederherstellung der Nahrungspassage wird je nach Operationsverfahren die Speiseröhre oder der Restmagen mit dem Dünndarm verbunden.
Abhängig vom Tumorstadium kann zusätzlich zur Operation eine Chemotherapie durchgeführt.
Bei sehr fortgeschrittenen Tumoren oder wenn eine Operation z.B. aufgrund des Allgemeinzustandes des Patienten nicht durchführbar ist, kann die Chemotherapie zur Eindämmung der Erkrankung eingesetzt werden (palliative Chemotherapie).

Mögliche Komplikationen bei der operativen Therapie

Intraoperativ
Organ- und Gefäßverletzungen, Blutungen, Notwendigkeit einer Bluttransfusion.

Postoperativ
Blutungen, Wundinfektionen und Wundheilungsstörungen, Abszess, Hämatom, Bauchfellentzündung, Änderung der Ernährungsgewohnheiten, Pneumonie,  Notwendigkeit einer erneuten Operation.

Nachsorge
Postoperativ erfolgt ggf. zunächst die Behandlung auf der Intensivstation.
Es wird eine engmaschige Kontrolle der Laborwerte durchgeführt. Die Wunden und Drainagen werden täglich kontrolliert. Je nach Operation und Verlauf erfolgen weitere Untersuchungen. Außerdem erfolgt eine ausreichende Schmerzmedikation. Der Patient und auf Wunsch auch seine Familie, erhalten vor Entlassung eine Diätberatung.

Die Milz ist ein Oberbauchorgan, das zum System zur körpereigenen Abwehr gehört und somit an der Prägung der Abwehrzellen beteiligt ist. Zusätzlich eliminiert sie die veralteten und nicht mehr funktionsfähigen Blutzellen. Die Milz befindet sich im linken hinteren Oberbauch. Benachbart sind das Zwerchfell, die Bauchspeicheldrüse, der Magen sowie der Dickdarm. Die durchschnittliche Organgröße bei erwachsenen Menschen beträgt etwa 11x 7 x 4 Zentimeter.


Erkrankungen (benigne, maligne)

Akute und chronische Krankheitszustände können eine Milzoperation notwendig machen. Eine Notfallsituation stellt die Milzverletzung (Milzruptur) dar, die oft nach Stürzen (insbesondere auf die linke Flanke) oder nach Autounfällen auftritt und durch Blutung möglicherweise lebensgefährlich sein kann. Eine solche Milzruptur kann einzeitig sein, d.h. dass sie direkt durch die Gewalteinwirkung reißt und blutet. Sie kann sich aber auch, nach einer initialen, teilweise bis zu zwei Wochen dauernden Phase mit geringen Beschwerden, spät durch einen Kapselriss mit Blutung in die Bauchhöhle bemerkbar machen (sog. zweizeitige Milzruptur).

Des Weiteren kann eine geplante (elektive) Operation angezeigt sein bei Milzvergrößerung (Splenomegalie) unterschiedlicher Entstehungsweise, Milzzysten sowie bei bestimmten Erkrankungen von Blut und Knochenmark (z.B. Kugelzellanämie). Tumoren der Milz oder des Lymphsystems müssen möglicherweise auch in einer geplanten Operation entfernt werden. Auch eine zu starke Aktivität der Milz, in der Regel mit Vergrößerung des Organs, kann einen operationswürdigen Zustand darstellen. Hierbei findet ein zu starker Abbau auch von intakten Blutzellen statt (z.B. beim Morbus Werlhof).


Wann und wie wird operiert?

Milzoperation bei Milzverletzung oder Milzruptur

Bei Verdacht auf eine schwere Milzverletzung (Milzruptur) muss in der Regel umgehend eine Operation erfolgen, da sonst ausgedehnte Blutverluste durch Blutung in die Bauchhöhle eintreten. Bei lediglich kleinen Verletzungen kann unter Umständen auch erst einmal unter engmaschigen Kontrollen (Ultraschall, Blutwerte) abgewartet werden. Die Operationen können zum Teil minimal-invasiv mittels einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt werden. Je nach Schwere der Verletzung kann eine alleinige Blutstillung oder auch eine Teilentfernung der Milz ausreichend sein. Die Blutgefäße bleiben erhalten und die Milz wird an der offenen Stelle vernäht, mit speziellen Gewebeklebern verschlossen oder durch Hitze verschorft (Koagulation). Manchmal wird auch ein Netz um die Milz gelegt, um mittels Kompression die Blutung zu stillen. Bei ausgedehnteren Verletzungen erfolgt in der Regel ein Bauchschnitt, bei nicht zu stillender Blutung kann dann die Entfernung der Milz (Splenektomie) notwendig sein.
Meist werden am Ende der Operation Drainagesysteme zur Aufnahme von Flüssigkeit und Blut in den Bauchraum eingelegt, die nach einigen Tagen wieder gezogen werden können.

Geplante (elektive) Milzoperation

Hierbei ist je nach Erkrankung, eine Teil- oder komplette Entfernung der Milz notwendig. Vor der Operation sollten die erforderlichen Schutzimpfungen zur Vermeidung gefährlicher Infektionen durch die aus der Milzentfernung resultierende Verminderung der Infektabwehr durchgeführt werden.

Risiken/Komplikationsmöglichkeiten

Neben allgemeinen OP-Risiken kann es bei Operationen, insbesondere Teilentfernungen der Milz, zu Nachblutungen kommen, die auch einer erneuten Operation bedürfen können. Umgebende Organe können durch den Eingriff geschädigt werden (Magen, Dickdarm, Bauchspeicheldrüse), im Extremfall kann es zu einer Bauchfellentzündung, welche lebensbedrohlich werden kann, kommen. Infektionen bis hin zur Sepsis (durch das Blut im ganzen Körper verstreute Entzündung) können nach einer Milzentfernung entstehen.
Die Anzahl der Thrombozyten (Blutplättchen) steigt nach Entfernung der Milz im Allgemeinen erheblich an, so dass das Risiko für Thrombosen (Blutgerinnsel) ansteigt, weswegen Acetylsalicylsäure oder ähnliche Medikamente prophylaktisch postoperativ gegeben werden sollten.

Nachsorge

Damit das Infektionsrisiko eingedämmt wird, können prophylaktisch Antibiotika genommen werden oder einige Wochen vorher Impfungen durchgeführt werden. Bestehen Auffälligkeiten, die auf Komplikationen hindeuten, besonders auch Fieber, so sollte der Arzt umgehend kontaktiert werden.

Die Nebennieren produzieren im menschlichen Körper eine Vielzahl verschiedener Hormone, die eine maßgebliche Rolle in der Regulation des Wasser- und Energiehaushalts, sowie des Kreislaufs spielen. Funktionell und anatomisch wird die Nebennierenrinde vom Nebennierenmark unterschieden. Die Abgabe der Hormone an den Blutkreislauf wird durch die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gesteuert.
Die beiden Nebennieren befinden sich oberhalb der Nieren.


Erkrankungen (benigne, maligne)

  • hormonproduzierende gutartige Nebennierentumore (Nebennierenadenome, Phäochromozytome)
  • hormoninaktive (ausgeprägte) Nebennierenvergrößerungen
  • bösartige Nebennierentumore (Nebennierenkarzinome)

Wann wird operiert?

Operationen an den Nebennieren sind dann indiziert, wenn ein hormonproduzierender (in der Regel gutartiger) Tumor zu einer Stoffwechselstörung mit erhöhter Hormonproduktion von Cortison (Cushing-Syndrom) oder Aldosteron führt oder wenn der Verdacht auf ein bösartiges Wachstum im Bereich der Nebennieren besteht.


Wie wird operiert?

Eingriffe an den Nebennieren werden grundsätzlich in Vollnarkose durchgeführt.
Zum Teil können Operationen der Nebennieren durch minimal-invasive Operationsverfahren durchgeführt werden, deren Vorteile vor allem in den wesentlich kleineren Operationswunden liegen mit schnellerer Wundheilung und postoperativer Erholung. Die minimal-invasive Entfernung einer Nebenniere kann sowohl durch die Bauchhöhle (laparoskopisch) als auch vom Rücken aus (retroperitoneoskopisch) erfolgen.
Die Entscheidung, ob eine Nebennierenoperation konventionell oder minimal-invasiv durchgeführt wird, hängt von der Lage, der Größe und der Art des Nebennierentumors ab und wird individuell mit dem betreffenden Patienten geplant. Ob die Operation einseitig, beidseitig, ob sie die vollständige oder teilweise Entfernung einer Nebenniere beinhaltet, wird ebenso, abhängig vom Krankheitsbild, während des präoperativen Aufklärungsgesprächs mit dem Patienten erörtert.

Risiken/ Komplikationsmöglichkeiten

Die Nebennieren liegen im Bereich der hinteren Bauchwand auf den oberen Polen der Nieren und sind aufgrund ihrer anatomischen Lage im Retroperitoneum schwer zugängliche Organe. Die rechte Nebenniere befindet sich in enger nachbarschaftlicher Beziehung zur großen unteren Hohlvene, zum Zwölffingerdarm, zur Leber und zum Dickdarm. Die linke Nebenniere befindet sich neben der Milz, der Bauchspeicheldrüse und dem Dickdarm. Aufgrund der räumlichen Nähe zu den genannten Organen kann es in sehr seltenen Fällen, vor allem bei ausgedehnten bösartigen Nebennierentumoren zu einer Verletzung dieser Organe kommen. Bei hormonproduzierenden Nebennierentumoren ist vor, während und nach der Operation ggfs. eine medikamentöse Begleitbehandlung notwendig, um die Risiken einer starken Hormonausschüttung, welche Blutdrucksteigerungen und Herzrhythmusstörungen verursachen können, zu minimieren.

Nachsorge

In den ersten Stunden nach der Operation erfolgt eine intensive Überwachung der Kreislauf- und Laborparameter im Aufwachraum oder auf der Intensivstation. Die Entlassung aus der Klinik erfolgt nach etwa 6 – 8 Tagen, die Hautfäden werden nach 8 Tagen entfernt. Die weitere Betreuung und Nachsorge wird in enger Zusammenarbeit mit dem Hausarzt oder Internisten bzw. Endokrinologen durchgeführt.

Die Nebenschilddrüsen sind meistens vier linsengroße Organe an der hinteren Seite der Schilddrüse. Ca. 5% der Menschen haben fünf oder sechs Nebenschilddrüsen. In den Nebenschilddrüsen wird das Parathormon gebildet, das zusammen mit dem Calcitonin, gebildet in der Schilddrüse, und dem Vitamin D den Kalzium-Phosphat-Stoffwechsel regelt. Das Parathormon sorgt für eine Zunahme des Kalziumspiegels im Blut, indem es die Freisetzung von Kalzium aus den Knochen steigert, die Ausscheidung von Kalzium über die Nieren vermindert und die Aufnahme von Kalzium im Darm erhöht.


Überfunktion

Primärer Hyperparathyreoidismus

In den Nebenschilddrüsen wird vermehrt Parathormon gebildet. Die Ursache dafür liegt in den Nebenschilddrüsen selbst. In ca. 80% der Fälle ist nur eine Nebenschilddrüse vergrößert und produziert mehr Parathormon. Um diese zu lokalisieren kann eine Ultraschall- oder computertomografische Untersuchung des Halses durchgeführt werden. Es können auch alle Nebenschilddrüsen vergrößert sein (sog. Hyperplasie).

Symptome
Der primäre Hyperparathyreoidismus kann zu unterschiedlichen Symptomen führen:

  • Nieren: Nierensteine und vermehrter Harndrang
  • Knochen: Ausdünnung der Knochensubstanz mit Knochenschmerzen oder Knochenbrüchen
  • Magen-Darm-Trakt: Appetitlosigkeit, Übelkeit, Verstopfung, Blähungen und Magengeschwüre
  • Neurologisch: rasche Ermüdbarkeit und Muskelschwäche

Diagnostik
Laborchemisch ist das Kalzium im Blutserum und im Urin erhöht, das Phosphat ist im Blutserum erniedrigt und im Urin erhöht und der Parathormonspiegel ist erhöht.

Therapie
Die Operation ist die Therapie der Wahl.

Sekundärer Hyperparathyreoidismus

Wenn eine andere Erkankung zum Absinken des Kalziums im Blut führt, reagieren die Nebenschilddrüsen mit vermehrter Produktion von Parathormon. Dies kommt bei verminderter Nierenfunktion (Dialyse) oder auch verminderter Aufnahme von Kalzium im Darm oder bei Leberfunktionsstörungen vor.

Die Grunderkrankung muss therapiert werden. Zusätzlich kann Vitamin D und Kalzium zugeführt werden. Falls diese Therapie nicht zum Erfolg führt, muss eine operative Therapie erfolgen i.S. einer Entfernung aller Nebenschilddrüsen und teilweisen Replantation.


Unterfunktion

Eine Unterfunktion der Nebenschilddrüsen verursacht einen Mangel an Parathormon mit daraus resultierendem verminderten Kalziumspiegel im Blut. Die häufigste Ursache ist der Zustand nach einer Halsoperation (z.B. Schilddrüsenoperation), bei der die Nebenschilddrüsen mit entfernt oder in der Durchblutung gestört worden sind.

Symptome
Es kann zu Kribbelgefühl um den Mund herum und zu Krämpfen in den Fingern kommen.

Diagnostik
Im Blut ist das Kalzium und das Magnesium erniedrigt und das Phosphat erhöht. Das Parathormon ist im Blut erniedrigt. Im Urin wird mehr Kalzium und Phosphat ausgeschieden.

Therapie
Es erfolgt die Zufuhr von Kalzium und Vitamin D.


Operative Therapie

Die Operation erfolgt über einen querverlaufenden Schnitt am Hals wie bei einer Schilddrüsenoperation. Alle Nebenschilddrüsen werden dargestellt, die vergrößerte Nebenschilddrüse entfernt und noch während der Operation von einem Pathologen untersucht (sog. Schnellschnittuntersuchung). Wenn alle Nebenschilddrüsen vergrößert sind oder der Befund unklar ist, werden alle Nebenschilddrüsen entfernt. Eine halbe Nebenschilddrüse wird in einen Muskel, z.B. am Hals oder Unterarm, wieder eingepflanzt und nimmt dort ihre Funktion wieder auf. Die anderen Nebenschilddrüsen werden tiefgekühlt und aufbewahrt.

Nach der Operation

In den ersten Tagen nach der Operation ist das Absinken des Kalziumspiegels im Blut normal. Falls es zu einem Kribbelgefühl um den Mund oder in den Fingern oder auch zu Krämpfen in den Fingern kommt, ist das Zeichen eines zu niedrigen Kalziumspiegels und es muss Kalzium eingenommen oder gespritzt werden. Die eingepflanzte Nebenschilddrüse braucht eine gewisse Zeit, ca. 2 Wochen, um ihre Funktion wieder aufzunehmen. Falls die Funktion des restlichen Nebenschilddrüsengewebes nicht ausreicht und so eine Unterfunktion auftritt, können die konservierten Nebenschilddrüsen wieder aufgetaut und reimplantiert werden.

Die Proktologie ist die Lehre von den Erkrankungen am Enddarm. Den letzten Abschnitt des Magen-Darm-Traktes nennt man Enddarm oder Mastdarm. Dieser geht in den After über, der von den beiden ringförmigen inneren und äußeren Schließmuskeln gebildet wird. Zwischen beiden Muskeln befinden sich die Analdrüsen von denen Entzündungen ausgehen können. Enddarm und After sind durch eine Linie getrennt. Diese Linie ist die Grenze zwischen dem hochsensiblen und schmerzempfindlichen Analkanal und dem oberhalb gelegenen schmerzunempfindlichen Enddarm. Oberhalb dieser Linie befinden sich auch die Hämorrhoidalpolster.

Der Enddarm und der Analkanal sind für die Speicherung und die Entleerung von Stuhl erforderlich und sind verantwortlich u.a. für die Kontinenz, d.h. die Fähigkeit die Stuhlentleerung willkürlich zur steuern und jederzeit Winde und Stuhlgang willentlich zurückhalten zu können.


Diagnostik

Zahlreiche Krankheitsbilder am Darmausgang und Enddarm können gleiche oder ähnliche Beschwerden verursachen.
Neben einem ausführlichen Gespräch mit dem Patienten sind nur wenige schmerzarme Untersuchungen erforderlich, die oft sofort ohne große Vorbereitung durchgeführt werden können. Zunächst wird die Analregion genau auf sichtbare Veränderungen untersucht (Inspektion), dann ist ein Austasten des Afters und Enddarmes (Palpation) durch den Arzt erforderlich. Mit diesen 3 Maßnahmen können bereits eine Vielzahl von Krankheiten erkannt werden. Nach dieser Basisdiagnostik müssen, je nach Befund, zusätzliche Spezialuntersuchungen erfolgen wie Schließmuskeldruckmessung (Sphinkter- oder Analmanometrie), Ultraschalluntersuchung (endorektale Sonografie), Enddarmspiegelung (Prokto- und Rektoskopie), Darmspiegelung des unteren Dickdarmes (Sigmoidoskopie) oder des kompletten Dickdarmes (Koloskopie), Stuhlhaltetest (Kontinenztest), Stuhlentleeruntersuchung (Defäkografie) und/oder eine Stuhlpassagezeitmessung (Kolontransitzeitbestimmung).


Das Hämorrhoidalleiden

Was im Volksmund als „Hämorrhoiden“ bezeichnet wird, nennt der Mediziner Hämorrhoidalleiden. Dieser kleine Unterschied ist wichtig, da Hämorrhoiden bei jedem vorhanden sind um den Afterfeinabschluss zu gewährleisten. Hämorrhoiden sind Blutgefäße, die den Analkanal wie Polster von innen auskleiden. Bei Patienten, die unter ihren Hämorrhoiden leiden, haben sich die Hämorrhoiden so vergrößert, dass sie in den Analkanal hinunterreichen und sogar vor die Afteröffnung treten können. Dies passiert in den Anfangsstadien meist nur beim Pressen, später auch spontan und dauerhaft. Durch das Tiefertreten kann der Feinabschluss des Afters nicht mehr gewährleistet werden, was Nässen gefolgt von Juckreiz zur Folge hat. Beim Stuhlgang kann es zu Einrissen der vergrößerten Hämorrhoidalgefäße kommen, welche sich in den typischen Blutungen äußern. Schmerzen treten normalerweise beim Hämorrhoidalleiden nur dann auf, wenn die Hämorrhoiden vorgefallen und eingeklemmt sind und sich Blutgerinnsel in ihnen gebildet haben (thrombosierte Hämorrhoiden).

Die Untersuchung von Hämorrhoiden ist stadienorientiert (Stadium I-IV) meist schmerzlos, wenn auch unangenehm. Die frühen Stadien werden schmerzfrei durch Verödung oder Abbinden ambulant behandelt. Für die fortgeschrittenen Stadien gibt es je nach Erfordernis verschiedene moderne Operationstechniken. Hämorrhoidalknoten können klassisch weg geschnitten werden mit oder ohne Deckung des entstandenen Schleimhautdefektes. Die Hämorrhoiden können aber auch „geliftet“ werden. Mit einem speziellen Klammernahtgerät (Stapler) wird eine kleiner Streifen Enddarmschleimhaut im schmerzfreien Areal oberhalb der tiefer getretenen Hämorrhoiden entfernt und so gerafft. Somit wird das Hämorrhoidalpolster wieder an seinem Ursprungsort „befestigt“ (OP nach LONGO). Weiterhin kann man gezielt die die Hämorrhoiden speisenden Gefäße ultraschallgestützt unterbinden (H.A.L.-OP). Verstümmelnde Operationen am After mit Verlust der Feinkontinenz werden heutzutage nicht mehr durchgeführt. Entscheidend für den dauerhaften Erfolg sind die Nachbehandlung und das Verhalten des Patienten hinsichtlich der Ernährung und des Vermeidens von Pressen beim Stuhlgang.


Gutartige Neubildungen im Enddarm

Weitere Erkrankungen können am Enddarm und After auftreten. Linsen- bis kastaniengroße Knoten werden als Polypen bezeichnet. Polypen sollten entfernt werden, da sich aus ihnen Darmkrebs bilden kann. Diese Polypen können im Rahmen einer Enddarm- oder Dickdarmspiegelung entfernt werden. Größere Polypen müssen manchmal auch operiert werden, was bis zu einer bestimmten Höhe durch den After geschehen kann. Alternativ muss „durch den Bauch“ operiert werden,  mittels Schlüssellochoperation oder als klassische „Schnittoperation“. Auf jeden Fall muss bei Diagnose eines Polypen im Enddarm der gesamte Dickdarm mit einer Spiegelung untersucht werden um eventuelle weitere Polypen zu entdecken.


Entzündungen am After und Enddarm

Diese Erkrankungen können schmerzhaft, stark juckend und störend sein. Dabei sind die Hautveränderungen um den After oft Ausdruck einer Schließmuskelschwäche oder eines Hämorrhoidenleidens sein. Es muss immer die Ursache erkannt und behandelt werden, um die Folgen zu beherrschen. Verschiedene Medikamente wie Salben, Zäpfchen und Einläufe können zusätzlich oder allein zum Einsatz kommen und die Heilung einleiten oder unterstützen.

Abszesse sind Eiteransammlungen im Bereich des Afters. Im Vordergrund stehen die Schmerzen. Wenn der Abszess aufbricht, sind die Schmerzen schlagartig beseitigt. So lange muss sich kein Patient quälen. Der Chirurg schneidet in Narkose oder örtlicher Betäubung den Abszess ein, sodass der Eiter abfließen kann, was meist schon ausreicht und eine spontane Heilung ermöglicht. Kommt es nicht zur Ausheilung liegt meist eine Fistel vor, die den Heilungsprozess verhindert. Fisteln sind unnatürliche Gänge im Körper, die am Enddarm oft von entzündeten Analdrüsen ausgehen und Abszesse und Entzündungsprozesse, Schmerzen, Nässen, Ekzeme und unangenehme Gerüche verursachen können. Diese  Fisteln müssen oft, wenn sie z.B. durch eine Ultraschalluntersuchung diagnostiziert wurden, durch eine zweite Operation entfernt werden. Manchmal sind mehrere „Fisteloperationen“ erforderlich und die Behandlung somit langwierig, manchmal verschließen sich die Fisteln aber auch spontan.


Afterrisse

Stechende Schmerzen während und nach dem Stuhlgang können durch „Analfissuren“ verursacht werden. Das sind Längseinrisse der Afterhaut, die meist im zum Steißbein gerichtetem Anteil des Afters liegen. Oft ist harter Stuhlgang verbunden mit Pressen die Ursache. Der Patient hat Blutauflagerungen auf dem Stuhl und „bleistiftartige“ Stühle. Aufgrund der Schmerzen verkrampft sich der Schließmuskel und die frische, akute Fissur ist in der Abheilung gestört, sodass sich diese in eine chronische Fissur umwandeln kann. Die akute Fissur wird mit Salben und/oder Zäpfchen behandelt. Bleibt der Therapieerfolg aus, sollte die Fissur ausgeschnitten werden. Später sollte dann der Schließmuskeldruck im Normbereich gehalten werden, was man z.B. durch Analdehner in der Patienten¬selbstanwendung erreichen kann. Aber auch operative Schließmuskeleinkerbungen und „Botoxinjektionen“ in den Schließmuskel und andere Medikamente kommen zum Einsatz.


Hautveränderungen am After

Hautveränderungen am After können sich z.B. in Hautfalten (Marisken) äußern, die bei großen Befunden bei der Hygiene stören und operativ entfernt werden können.

Feigwarzen (Condylome) werden durch Viren hervorgerufen, beim Geschlechtsverkehr übertragen und müssen durch bestimmte Medikamente oder operativ beseitigt werden.


Bösartige Erkrankungen am Darmausgang

Krebs im Enddarm und After können heutzutage, wenn früh erkannt, erfolgreich behandelt werden. Dabei kommen die sowohl eine Operation, als auch Bestrahlung und/oder Chemotherapie in Betracht. Auch eine Kombinationen der Verfahren ist möglich. Nach eingehenden Untersuchungen wie z.B. Ultraschalluntersuchung und Enddarmspiegelung mit Gewebeprobenentnahme wird für jeden Patienten das optimale Behandlungskonzept erarbeitet.


Funktionsbeschwerden am Darmausgang

Oft beschränken sich die Beschwerden nicht nur auf den After sondern es bestehen im weiteren Sinne Beckenbodenprobleme. Dabei sind der Enddarm, der After und der Beckenboden eine komplexe Funktionseinheit, so dass hier die Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten müssen. Beschwerden am Beckenboden werden durch Urologen, Frauenärzten und Chirurgen ergänzend zusammen behandelt. Dabei fallen in das Gebiet der Proktologie die Stuhlverstopfung (Obstipation), die Stuhlentleerungsstörung, die Stuhlhalteschwäche (Inkontinenz) und u.a. das Tiefertreten und der Vorfall des Afters und des Mastdarmes. Patienten, die an einer Stuhlhalteschwäche (Inkontinenz) leiden, sind in höhergradigem Ausmaß vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt. Ursachen für eine Schließmuskelschwäche können Jahre und Jahrzehnte zurückliegen, wie Dammrisse bei Geburten oder zurückliegende Hämorrhoidenoperationen. Aber auch die einfache Alterserschlaffung des Schließmuskels ist eine Ursache. Man unterscheidet den unwillkürlichen Verlust von Winden, flüssigem und festem Stuhl. Die Behandlungsstrategien sind äußerst vielfältig. Um für jeden Patienten die beste Therapie zu finden, ist das Führen eines Stuhltagebuches erforderlich. Die Therapiekonzepte reichen von der Verordnung von Beckenboden- und Schließmuskeltraining (Biofeedbacktraining) bis zur operativen Lösungen. Der Schließmuskel kann operativ rekonstruiert, „gestrafft“ und durch körpereigene Muskeltransplantate oder durch künstliche Schließmuskelsysteme ersetzt werden. Weiterhin kann man zur Verbesserung der Organfunktion des Schließmuskels ähnlich dem Herzschrittmacher einen Schließmuskel- oder Rückenmarkschrittmacher (sakrale Nervenstimulation) implantieren. So können die Patienten wieder am gesellschaftlichem Leben teilnehmen.


Komplikationen nach Operationen am Enddarm

Die meisten Operationswundenwunden am Enddarm werden  „offen“ zur Ausheilung gebracht. Hier ist die Nachbehandlung (siehe nächste Abschnitt) entscheidend. Obwohl die Wunde nach der Operation täglich mit Stuhlgang und somit mit Bakterien in Kontakt kommt, erfolgt normalerweise eine komplikationslose Wundheilung, indem sich die Wunde langsam von innen nach außen schließt. Wenn Komplikationen auftreten, entstehen diese meist dadurch, dass die Wunde außen verklebt oder sich schließt, während innen noch offene Wundbereiche vorhanden sind. Dadurch staut sich innen Wundsekret, was zu Beschwerden, Heilungsbehinderungen oder anderen Komplikationen führen kann.
Geringere Blutmengen auf dem Stuhl, in der Wundvorlage oder auf dem Toilettenpapier sind bei offenen Wunden normal. Stärkere Nachblutungen sind selten und müssen unverzüglich ärztlich untersucht werden.
Wenn die Schmerzen nach der Operation nicht besser werden oder wieder zunehmen, kann dies ein Zeichen für beginnende Komplikationen sein. Manchmal sind Schwellungen oder Knoten dafür verantwortlich, die durch Gewebswasser entstehen, das sich im Wundbereich und Umgebung sammelt. Dies ist harmlos, kann aber Ursache von Beschwerden sein. Selten entstehen Schwellungen durch Thrombosen im Wundrandbereich oder durch Eiterstau
Auch anhaltende Schwierigkeiten beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang im Sinne von anhaltender Inkontinenz oder Stuhlverhalt sind nicht normal und müssen behandelt werden.


Nachbehandlung

Die Nachbehandlung und das richtige Verhalten des Patienten nach Enddarmoperationen entscheidend und trägt wesentlich zum Heilerfolg bei. Der Patient selbst ist durch sein diszipliniertes Verhalten und die konsequente Durchführung der ärztlich angeordneten Maßnahmen ein essentieller Faktor für den weiteren Verlauf.
Schon am Tag nach der Operation wird die Wunde mindestens 2 mal am Tag ausgeduscht oder ausgebadet (Sitzbäder). Das Ausduschen oder Baden dient dazu, Wundsekret, Blut- und auch Stuhlreste wegzuspülen und somit die Wunde zu reinigen. Nach dem Ausduschen / Bad sollte die Wunde mit Verbands- oder Mullläppchen abdeckt werden. Bei tieferen Wunden kann es in der Anfangszeit notwendig sein, in die Wunde eine Wundeinlage mit desinfizierenden Medikamenten einzubringen. Hier muss dem Patienten jemand behilflich sein: Im Krankenhaus die Schwester / der Pfleger / der Arzt, ambulant Ihr Hausarzt oder Angehörige, nachdem den Angehörigen in der Verbandstechnik angeleitet wurden.

Die Schilddrüse liegt vorne am Hals unterhalb des Kehlkopfes und direkt auf der Luftröhre. Sie ist aus zwei Lappen aufgebaut, die in der Mitte miteinander durch den so genannten Isthmus verbunden sind. Das Volumen der gesunden Schilddrüse beträgt bei Männern <25 ml und bei Frauen <18 ml. Unmittelbar an der Hinterseite der Schilddrüse verläuft der Stimmbandnerv, der vom Brustkorb aus nach oben in den Kehlkopf zieht (Nervus laryngeus recurrens). In der gleichen anatomischen Region sind auch die Nebenschilddrüsen zu finden. Die Funktion der Schilddrüse ist die Produktion, Speicherung und Ausschüttung der Schilddrüsenhormone T3 und T4, zu deren Bildung die Aufnahme von Jod in die Schilddrüse notwendig ist. Nach Ausschüttung der Hormone ins Blut werden sie an Transporteiweiße gebunden und erst später im Körper freigesetzt (fT3, fT4). Die Hormone steigern den Gesamtstoffwechsel, der Energieumsatz wird erhöht, es werden mehr Kohlenhydrate freigesetzt und Fettgewebe mobilisiert. Auch wird das Gewebe für Stresshormone empfindlicher. Die Regulierung der Hormonproduktion erfolgt über einen Regelkreislauf: Die C-Zellen der Schilddrüse produzieren Calcitonin, das den Kalzium-Spiegel im Blut senkt. (siehe Kap. Nebenschilddrüse).


Symptome

Durch die Vergrößerung der Schilddrüse kann ein Druck- oder Engegefühl entstehen. Weiter können auch Atembeschwerden oder Schluckstörungen auftreten. Die Einteilung erfolgt nach Größe in folgende(n) Stadien:

  • Stadium 0: keine tastbare Vergrößerung
  • Stadium 1: tastbar vergrößerte Schilddrüse
  • Stadium 2: sichtbar vergrößerte Schilddrüse
  • Stadium 3: sehr große Schilddrüse mit mechanischen Beschwerden

Bei Überfunktion kann es zu Herzrasen, Wärmeempfindlichkeit, vermehrtem Schwitzen, Unruhe, Nervosität, Gewichtsverlust, vermehrtem Appetit und Schlafstörungen kommen.

Bei Unterfunktion kann eine Kälteintoleranz bestehen, Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Gewichtszunahme (Wassereinlagerung) und Hautveränderungen können auftreten.


Diagnostik

Zur Diagnostik werden Laboruntersuchungen, Ultraschalluntersuchung und die Szintigraphie durchgeführt.

  • Labor: durch die Bestimmung der freien Schilddrüsenhormone (fT3, fT4) zusammen mit der Bestimmung von TSH im Blut kann zwischen Unter-, Über- und Normalfunktion unterschieden werden.
  • Ultraschalluntersuchung: es werden die Lage, Form und Größe untersucht. Weiter wird auf die Beschaffenheit und Struktur geachtet, z.B. ob Knoten oder Zysten vorliegen.
  • Szintigraphie: die Untersuchung wird mit radioaktivem Technetium-Pertechnetat durchgeführt. Es wird wie Iod in der Schilddrüse aufgenommen und zeigt durch die Anreicherung die Funktionsverteilung im Schilddrüsengewebe an. Somit kann zwischen warmen Knoten, die eine vermehrte Speicherung zeigen, heißen Knoten mit starker Speicherung und kalten Knoten ohne Speicherung unterschieden werden.
    Bei kalten Knoten wird dann zusammen mit der Ultraschalluntersuchung zwischen Zysten und soliden Knoten unterschieden. Warme Knoten sind meist Adenome, die immer gutartig sind und nur einer Behandlung bedürfen, wenn sie eine Überfunktion hervorrufen. Solide kalte Knoten sind funktionslos und müssen unter gewissen Umständen als potentiell bösartig behandelt werden. Sie stellen die häufigste Operationsindikation dar.

Vor einer geplanten Operation wird zusätzlich der Kalziumspiegel im Blut bestimmt und eine Funktionsüberprüfung der Stimmbänder beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt durchgeführt, um einen Vergleich mit dem Zustand nach der Operation zu ermöglichen.


Erkrankungen

Kropf (=Struma)

Eine Struma ist die Vergrößerung der Schilddrüse über die normale Größe hinaus.
Die häufigste Ursache für eine Struma ist der Jodmangel in der Ernährung. Selten gibt es auch Jodverwertungsstörungen. In der Pubertät, in der Schwangerschaft und Stillzeit werden vermehrt Schilddrüsenhormone produziert und das Risiko, dass eine Vergrößerung entsteht, ist erhöht.

Therapie
Eine gleichmäßige Vergrößerung kann bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit der Einnahme von Jod behandelt werden. Eine Operation ist sinnvoll ab einer Größe von Stadium III und bei verändertem Gewebe in der Schilddrüse, das sich nicht mehr vom Regelkreis beeinflussen lässt.

Überfunktion (=Hyperthyreose)

Bei der Überfunktion besteht ein Überangebot von Schilddrüsenhormonen im Körper.

Ursachen können sein:

  • Überproduktion von Hormonen in der Schilddrüse, die nicht mehr reguliert werden kann (Regelmechanismus defekt)
  • Morbus Basedow (Autoimmunerkrankung)
  • Übermäßige Hormonzufuhr von außen
  • Formen von Entzündungen der Schilddrüse während der Schwangerschaft
  • Hormonproduktion in anderen Organen, z.B. bei Krebszellen des Hodens als Nebenwirkung bei Iod-Gaben oder Medikamenten

Diagnostik
im Labor ist das TSH erniedrigt (siehe Regelmechanismen) und das fT3 und fT4 erhöht. Beim Morbus Basedow finden sich Auto-Antikörper.

Therapie

  • Medikamentös kann eine Behandlung mit hemmenden Medikamenten (=Thyreostatika) erfolgen.
  • Eine Radio-Jod-Therapie (innere Bestrahlung mit radioaktivem Jod) kann z.B. bei älteren Patienten oder bei bereits an der Schilddrüse operierten Patienten durchgeführt werden.
  • Die Operation ist notwendig bei Vergrößerung, mehreren (kalten) Knoten im Schilddrüsengewebe oder bei Versagen der o.g. Therapie. Vor der Operation muss eine medikamentöse Vorbehandlung erfolgen, um die Überfunktion zu stoppen.

Entzündungen der Schilddrüse (=Thyreoiditis)

Entzündungen der Schilddrüse können aufgrund einer Autoimmunerkrankung (Abwehr gegen den eigenen Körper), z.B. die Hashimoto-Thyreoiditis, sein. Außerdem können selten Bakterien oder Viren eine Entzündung des Schilddrüsengewebes auslösen. Auch kann eine Entzündung der Schilddrüse durch Strahlen verursacht werden.

Symptome
Bei einer akuten Entzündung treten Schmerzen im Bereich der Schilddrüse auf. Weiter kann es zu Fieber, Heiserkeit und zur Schwellung von Lymphknoten am Hals kommen.

Therapie
Allgemein werden entzündungshemmende Medikamente gegeben und durch Hormonsubstitution die Schilddrüsenproduktion vermindert. Bei einer bakteriellen Infektion erfolgt eine Antibiose. Eine Operation wird notwendig bei Eiterherden oder wenn bei Hashimoto-Thyreoiditis der Verdacht auf eine zusätzliche bösartige Erkrankung besteht.

Bösartige Erkrankungen der Schilddrüse

Differenzierte Karzinome
Bei den bösartigen Erkrankungen sind die differenzierten Karzinome die häufigsten. Man unterscheidet nach dem feingeweblichen Aufbau zwischen papillären Schilddrüsenkarzinomen und follikulären Schilddrüsenkarzinomen. Das papilläre Karzinom bildet eher Metastasen über die Lymphwege und das follikuläre Karzinom eher über die Blutbahn. Die Therapie ist die vollständige Entfernung der Schilddrüse und u.U. die Entfernung der benachbarten Lymphknoten am Hals. Je nach Größe des Tumors kann sich eine Radio-Jod-Therapie anschließen. Danach sollten regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Eine Ausnahme ist das gut abgegrenzte Mikrokarzinom mit einer Größe unter 1,0 cm, das u.U. nach Entfernung des Karzinoms im Gesunden nicht weiter therapiert werden muss. Insgesamt betrachtet, lassen sich diese Karzinome relativ gut therapieren.

Undifferenzierte Karzinome (=anaplastisch)
Die undifferenzierten Karzinome nehmen nicht am Jodumsatz teil, wodurch eine Radioiodtherapie ausscheidet. Die Therapie ist die Entfernung des gesamten Tumors und der ganzen Schilddrüse. Die Prognose ist deutlich schlechter als bei den differenzierten Karzinomen. Postoperativ kann eine externe Bestrahlung angeschlossen werden.

C-Zell-Karzinom (=medullär)
Dieses Karzinom geht von den C-Zellen aus. Bei dieser Erkrankung kann eine familiäre Häufung auftreten. Die Therapie ist die Entfernung der gesamten Schilddrüse und der Lymphknoten am Hals.


Wann muss operiert werden?

Es sollte immer operiert werden, wenn

  • eine sehr starke Vergrößerung der Schilddrüse besteht (Stadium III).
  • eine schwere mechanische Beeinträchtigung besteht
  • die Schilddrüse in den Brustkorb reicht
  • der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung besteht
  • eine eitrige Entzündung der Schilddrüse vorliegt

Es kann je nach Befund operiert werden, wenn

  • eine mittlere Vergrößerung der Schilddrüse besteht (Stadium II)
  • eine Überfunktion mit Vergrößerung der Schilddrüse besteht
  • nach Schilddrüsenoperation das Gewebe wieder vergrößert ist (Rezidiv)
  • in seltenen Fällen eine Schilddrüsenentzündung nicht medikamentös zu behandeln ist.

Wie wird operiert?

In den meisten Fällen erfolgt die Operation über einen quer verlaufenden Schnitt am Hals. Die Schilddrüse wird freigelegt und die krankhaften Anteile oder ggf. das gesamte Schilddrüsengewebe entfernt. Bei der Operation werden die Nebenschilddrüsen und die Stimmbandnerven dargestellt und sorgfältig geschont. Das Neuromonitoring, ein elektronisches Stimulationsgerät, hilft den Stimmbandnerv zu identifizieren, zu schonen und seine Integrität am Ende der Operation zu prüfen. Häufig werden bei der Operation Drainagen eingelegt, damit das Wundsekret ablaufen kann. Die Haut wird meist mit auflösbarem Nahtmaterial in der Haut genäht, so dass eine möglichst schmale Narbe entsteht. Wenn sich während der Operation der Verdacht ergibt, es könne sich eventuell um einen bösartigen Tumor handeln, kann eine direkte feingewebliche Untersuchung des entnommen Gewebes durch den Pathologen erfolgen, sodass die Operationstaktik u.U. dem bösartigen Befund angepasst werden kann (Entfernung von Lymphknoten). Dieses Vorgehen wird selbstverständlich vor der Operation mit dem Patienten besprochen.

Nach der Operation

Während der Operation kann die sehr sensible Durchblutung der Nebenschilddrüsen gestört werden, sodass diese in den ersten postoperativen Tagen nicht ausreichend arbeiten, was zu einem niedrigen Kalziumspiegel im Blut führt. Deswegen wird in den Tagen nach der Operation der Serumkalziumspiegel im Blut untersucht und das Kalzium z.B. mit Kalziumtabletten oder Kalzium über die Vene ersetzt. Der Kalziumspiegel normalisiert sich dann meistens im weiteren Verlauf.
Falls es zu einer Heiserkeit kommt, werden die Stimmbänder auf Ihre Funktionsfähigkeit überprüft. Bei einer Stimmbandlähmung kann eine logopädische Behandlung erfolgen, um die Stimme zu verbessern. Nach ca. 6 Wochen sollte eine Kontrolle erfolgen, weil meist die Funktionsstörung nur vorübergehend ist.
Wenn die gesamte Schilddrüse entfernt wurde oder zumindest der größte Teil (sog. subtotale Resektion), so muss lebenslang das fehlende Schilddrüsenhormon als Tablette zugeführt werden. Gerade wenn noch ein kleiner Rest Gewebe verblieben ist, der aber nicht ausreicht, den Körper mit Hormon zu versorgen, entwickelt sich ohne diese Prophylaxe ein Rezidiv. Die Dosierung der Hormone wird individuell eingestellt.

Die Speiseröhre ist ein ca. 23-28 cm langer, muskulöser Schlauch und dient der Nahrungspassage zwischen Mund und Magen. Der Übergang in den Magen ist begrenzt durch eine Muskelverstärkung, die eine kontrollierte Entleerung in den Magen ermöglicht sowie einen Rückfluss des sauren Mageninhalts in die Speiseröhre verhindert.


Gutartige Erkrankungen

Divertikel sind Ausbuchtungen von Teilen oder von der gesamten Speiseröhrenwand.

Ursachen
Divertikel können an Schwachstellen der Ösophaguswand (Pulsionsdivertikel) oder aufgrund von Zug von außen bzw. als angeborene Fehlentwicklung (Traktionsdivertikel) entstehen.

Symptome
Kloßgefühl im Hals, Mundgeruch, Hervorwürgen von unverdauten Speiseresten bei Pulsionsdivertikeln im Halsbereich (Zenker Divertikel). Entzündliche Veränderungen, Perforation und Fistelbildung bei Traktionsdivertikeln.

Diagnostik
Radiologisch mit einem Ösophagusbreischluck, Endoskopie im Ausnahmefall.

Therapie
Bei Pulsionsdivertikeln im Halsbereich erfolgt immer eine operative Therapie mit Entfernung des Divertikels. Bei eindeutig auf das Divertikel zurückzuführenden Beschwerden werden auch die Traktionsdivertikel operativ behandelt.

Refluxkrankheit

Ursachen
Krankhafter Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre.

Symptome
Retrosternales Brennen, saures Aufstoßen.

Diagnostik
Endoskopie mit Gewebeprobeentnahme, 24-h-pH-Metrie.

Therapie
Die konservative Therapie umfasst eine evtl. Gewichtsreduktion des Patienten, Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, diätetische Maßnahmen und die medikamentöse Therapie.
Sollten unter diesen Maßnahmen die Beschwerden bestehen bleiben oder ist es bereits zu Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut gekommen, so ist eine operative Therapie indiziert. Hierbei gilt die Fundoplicatio als Standardverfahren. Diese Operation wird in minimalinvasiver Technik durchgeführt.


Bösartige Erkrankungen

Bösartige Speiseröhrentumoren

Häufigkeit
4-6 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner

Ursachen
Die Ursachen sind zum größten Teil unklar, es gibt jedoch statistisch gesicherte Beziehungen zu Alkohol- und Nikotinkonsum, Verätzungen der Speiseröhre, langjährige Refluxkrankheit.

Symptome
Retrosternale Schmerzen, Schluckstörungen, Gewichtsverlust.

Diagnostik
Röntgenuntersuchung der Speiseröhre, Endoskopie mit Gewebeprobeentnahme, Computertomographie. Ggf. sind weitere Untersuchungen wie die Bronchoskopie erforderlich.

Therapie
Zur Therapie stehen Strahlen- und Chemotherapie und operative Verfahren zur Verfügung. Bei der Behandlungsstrategie müssen das Tumorstadium, die Lokalisation des Tumors, Begleiterkrankungen und der Allgemeinzustand des Patienten berücksichtigt werden.

Operative Therapie
Bei der operativen Therapie wird eine (Teil-) Entfernung der Speiseröhre durchgeführt. Um die Nahrungspassage wiederherzustellen wird dann der Magen oder ein Teil des Darms zu einer „Ersatzspeiseröhre“ umgewandelt. Für diesen Eingriff werden sowohl die Brusthöhle als auch der Bauchraum eröffnet.

Strahlen-/Chemotherapie
Diese Behandlungsmöglichkeiten werden je nach Tumorstadium als alleinige Behandlung oder in Kombination mit der operativen Therapie durchgeführt.

Lokale invasive Therapie
Wenn eine operative Therapie nicht möglich ist können Lasertherapie und Stentimplantation als lokale Therapiemöglichkeiten durchgeführt werden, um die Nahrungspassage weiterhin zu gewährleisten.

Mögliche Komplikationen bei der operativen Therapie

Intraoperativ
Organ- und Gefäßverletzungen, Blutungen, Notwendigkeit einer Bluttransfusion, Nervenverletzungen.

Postoperativ
Blutungen, Wundinfektionen und Wundheilungsstörungen, Abszess, Hämatom Bauchfellentzündung, Mittelfellentzündung, Pneumonie,  Notwendigkeit einer erneuten Operation.

Nachsorge
Postoperativ erfolgt ggf. zunächst die Behandlung auf der Intensivstation.
Es wird eine engmaschige Kontrolle der Laborwerte durchgeführt. Die Wunden und Drainagen werden täglich kontrolliert. Je nach Operation und Verlauf erfolgen weitere Untersuchungen. Außerdem erfolgt eine ausreichende Schmerzmedikation.
Der Patient und auf Wunsch auch seine Familie erhalten vor Entlassung eine Diätberatung.

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