Prostatakarzinom
Keine andere Krebsdiagnose trifft den Mann häufiger als das Prostatakarzinom! Inzwischen werden in Deutschland jährlich etwa 35 000 neue Prostatakarzinome diagnostiziert. So beängstigend die Diagnose auch sein mag, die Chancen auf eine Heilung sind sogar sehr groß, wenn das Karzinom noch auf die Prostata begrenzt ist (derzeit bei über 90 Prozent der Betroffenen)! Es lohnt sich also, am Früherkennungs-programm teilzunehmen. Modernste Diagnostik mit dreidimensionaler Ultraschall-darstellung der Prostata sowie eine schmerzlose Gewebeprobeentnahme stehen zu Ihrer Verfügung.
Ist die Diagnose durch eine feingewebliche Untersuchung eindeutig gesichert, so stellt sich die Frage: Welche Behandlung ist für Sie am besten geeignet? Nur erfahrene Spezialisten können Sie individuell beraten, ob Operation, Bestrahlung, Seed-Implantation, medikamentöse Therapie oder lediglich ein beobachtendes, abwartendes Verhalten für Sie die günstigste Art der Behandlung darstellen und welche Vor- und Nachteile mit den einzelnen Behandlungsarten verbunden sein können. Von besonderer Bedeutung sind dabei Lebensalter, PSA-Wert*, Gleason-Score*, das Tumorstadium und nicht zuletzt auch die Wünsche des betroffenen Patienten.
Bei der radikalen Prostatektomie wird die erkrankte Prostata vollständig entfernt. Mit äußerster Präzision – unter Verwendung einer Lupenbrille – werden dabei die Schließ-muskulatur (Kontinenz) wie auch in geeigneten Fällen wichtige Nervenbahnen (Potenz) geschont, so dass die Ergebnisse unseres Teams hinsichtlich der Kontinenz- und Potenzerhaltung eine besondere Expertise auch im internationalen Vergleich ausweisen. Die hohe Präzision, mit der diese anspruchsvollen Eingriffe (ca. 150 Operationen pro Jahr) nur von den erfahrensten Operateuren ausgeführt werden, hat ermöglicht, dass der operative Blutverlust äußerst gering und Blutübertragungen deshalb selten erforderlich sind.
Als Alternativen zur radikalen Prostatektomie stehen die äußere Bestrahlung des Tumors mit einem Elektronenbeschleuniger sowie die Seed-Implantation zur inneren Bestrahlung zur Verfügung. Die optimale Betreuung unserer Patienten ist auch dadurch besonders gewährleistet, weil sich sowohl die Urologische Klinik in Detmold als auch die Strahlenklinik am Standort Lemgo und mehrere weitere Institute und Kliniken zum Prostatazentrum-Lippe zusammen geschlossen haben. Weitere Informationen hierzu unter: Prostatazentrum-Lippe
*PSA: Prostata-Spezifisches-Antigen
*Gleason-Score: Feingeweblich ermittelter Grad der Aggressivität eines Tumors