Therapie
Prostatakrebs
Modernste Diagnostik mit 3D-Ultraschall sowie Gewebeprobenentnahmen in Lokaloder Allgemeinanästhesie stehen zur Verfügung, um Prostatakrebs zu diagnostizieren. Häufigste Behandlungsart, insbesondere bei jüngeren Patienten, ist die radikale Prostatektomie (Entfernung). Die Ergebnisse sind sowohl im bundesweiten als auch im internationalen Vergleich exzellent. Als Alternative zur Prostata-Entfernung besteht die Möglichkeit, den Tumor von außen oder innen (Seed-Implantation) zu bestrahlen. Aus der intensiven patientenzentrierten Zusammenarbeit mit Strahlenheilkunde und Pathologie ist das Prostatazentrum Lippe hervorgegangen, das auf dem Weg zur Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft ist. Für die Palliativtherapie bietet die Klinik Chemotherapien auch in Zusammenarbeit mit führenden Studienzentren an, allerdings immer unter der Maxime „Erhalt der Lebensqualität“.
Blasenkrebs
Der überwiegende Anteil der Blasentumoren ist nur auf die Schleimhaut, die Innenauskleidung der Blase, begrenzt. Deshalb kann der überwiegende Anteil von oberflächlichen Tumoren endoskopisch entfernt werden, auch im Wiederholungsfall. Bei tiefen, in die Blasenwand eindringenden Tumoren, muss die Harnblase vollständig entfernt und durch Bildung einer neuen Blase aus Dünn- oder Dickdarm ersetzt werden.
Die photodynamische Diagnostik, bipolare Resektionen und Vaporisation unter Antikoagulation werden angeboten.
Nierenkrebs
Wann immer es die Größe und die Lage des Tumors es zulassen, werden die Nieren
organerhaltend operiert. Bei größeren Tumoren muss allerdings radikaler operiert werden. Falls notwendig erfolgt eine medikamentöse Tumortherapie vor oder nach der Operation.
Gutartige Prostatavergrößerung
Von der gutartigen Vergrößerung der Prostata-Innendrüse (Benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH) sind 60 Prozent der Männer höheren Alters betroffen. In vielen Fällen können die Patienten besonders gewebeschonend operiert werden. Die Klinik bietet neben den klassischen offenen Verfahren alle minimalinvasiven Operationsmethoden: bipolare Resektion mit dem plasmakinetischen System, Vaporisation, Laserkoagulation und als nichtoperative Alternative Prostatastents in Lokalanästhesie.
Harninkontinenz
Nach sorgfältiger Analyse der Inkontinenzursache und Besprechung in der interdisziplinären Beckenbodenkonferenz stehen konservative wie auch operative Verfahren für Frauen und Männer gleichermaßen zur Auswahl. Die Behebung einer Belastungsinkontinenz, einer Dranginkontinenz, die Behandlung der Beckenbodensenkung (Genitalprolaps) der Frau sowie die Therapie der postoperativen Harninkontinenz des Mannes aller Grade mit Hilfe von Beckenboden
unterstützenden Bändern und Netzen bis hin zum künstlichen Schließmuskel werden angeboten. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Salvage Inkontinenz Therapie mehrfach voroperierter oder „aufgegebener“ Fälle durch Urethrolysen mit Schwenklappenplastiken dar.
Harnsteinleiden
Für die Behandlung von Nierensteinen stehen je nach Größe der Steine, die „berührungsfreie“ ultraschallgesteuerte, gewebeschonende Steinzertrümmerung oder eine Steinentfernung durch einen Punktionskanal (Mini Perk.) zur Verfügung. Harnleitersteine werden fast ausschließlich endoskopisch mit semirigiden und flexiblen Instrumenten entfernt.
Kinderurologie
Kleine Patienten brauchen eigene Experten. Die häufigsten Eingriffe wie Beseitigung der Vorhautenge, Leistenhoden oder Leistenbruch sowie Harnröhrenengen lassen sich in der Regel ambulant durchführen. Diese Operationen werden von den erfahrenen Experten in mikrochirurgischer Technik mit der Lupenbrille durchgeführt. Plastisch rekonstruktive Verfahren der Harnröhre, der Harnblase, der Harnleiter und der Nieren inklusive der kindlichen Tumore werden unter gleichzeitiger Mitbetreuung durch die Ärzte der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin stationär vorgenommen.

