Für seine Forschung zur Bedeutung von Selen in der Medizin wurde jetzt Dr. med. Ralph Mücke, Leitender Arzt der Klinik für Strahlentherapie am Klinikum Lippe Lemgo, ausgezeichnet. Den mit 2.500 Euro ausgestatteten "Selenpreis" der biosyn Arzneimittel GmbH nahm er während der "4. Warnemünder Tage für Komplementärmedizin" entgegen.
Dr. Mücke setzte sich mit den Folgen einer Unterversorgung des Körpers mit Selen auseinander. Er ging der Frage nach, inwieweit sich durch die Einnahme von Selenarzneimitteln in der Strahlentherapie das Auftreten von Nebenwirkungen reduzieren sowie die Lebensdauer der Patienten verlängern kann.
Mit dem Sonderpreis wurde die herausragenden Studienergebnisse des 51-Jährigen Mediziners gewürdigt. Er hat über sechs Jahre lang bei Patientinnen mit Gebärmutterkrebs untersucht, in welchem Umfang die Einnahme von Natriumselenit vor und während der Strahlentherapie das Auftreten der behandlungstypischen Diarrhoe beeinflusst. Sein Ergebnis: Häufigkeit und Schwere der Durchfälle sind umso geringer, je höher der Selenspiegel im Blut der Patientin ist.
Außerdem stellte der Wissenschaftler in seiner Langzeitbeobachtung fest, dass offensichtlich auch ein Zusammenhang zwischen Selen und Überlebenszeit besteht. Von den Patientinnen, die der Selengruppe angehörten, lebten nach zehn Jahren noch 58,8 Prozent, gegenüber 44,8 Prozent in der Kontrollgruppe. Damit wurde erneut belegt, dass die zusätzliche Selengabe die Standardtherapie nicht negativ beeinträchtigt.
