Historisches
Am Anfang war das "Marienheim"
Über 75 Jahre Kinder- und Jugendmedizin in Detmold
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Kindermedizin hat in Detmold Tradition:
Am 2. Dezember 1928 eröffneten die Diakonissen ein Säuglings- und Findelheim - Vorläufer der heutigen Kinder- und Jugendmedizinischen Klinik.
Mittlerweile sind über 75 Jahre vergangen - Grund genug für eine Rückschau:
1903 wird in Berlin die erste Kinderklinik gegründet.
25 Jahre später hat auch Detmold sein Kinderkrankenhaus.
Nach der Oberin des Diakonissenhauses erhält es den Namen „Marienheim“. Ungewöhnlich für die damalige Zeit: Eine Chefärztin, Frau Dr. med. Runge, führt das Haus zunächst von 1928 bis 1930.
Als ihr Nachfolger, Kinderarzt Dr. med. Karl Otto Pohl, seine Arbeit aufnimmt, stehen fast 100 Betten für Säuglinge und Kleinkinder zur Verfügung.
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Hygienische Arbeitsweisen werden unter Pohls Regie optimiert. Antibiotika beispielsweise stehen noch nicht zur Verfügung.
In den 30er Jahren ist die Säuglings- und Kleinkinderheilkunde ganz auf die intensive Beobachtung durch die Schwestern angewiesen. Sie arbeiten täglich 10 bis 12 Stunden und haben jeweils vier bis sechs Kinder zu betreuen.
Behandelt werden Mitte der 30er Jahre vor allem Ernährungsstörungen, Rachitis und Atemwegserkrankungen.
Ende der 40er Jahre wird erstmals Penicillin verabreicht.
Chefarzt Dr. Pohl schreibt 1993 seine Erinnerungen nieder: „Das Erlebnis dieser Therapie mit dem ersten Antibiotikum möchte ich jedem Arzt noch heute wünschen. Es geschahen Wunder unter unseren Augen….“.
1963 wird das „Marienheim“ zum offiziellen Kinderkrankenhaus des Evangelischen Diakonissenhauses. Im gleichen Jahr löst Doz.Dr.med.habil. Hans Mannkopf Chefarzt Pohl nach 33-jähriger Amtszeit ab. Die spätere Auflösung der Kinderstation in Lemgo führt zu einer weiteren Konzentration der Behandlung im Detmolder Kinderkrankenhaus.
1971 wurden zeitweise mehr als 200 Kinder täglich gepflegt.
1974 übernimmt der Kreis Lippe die Trägerschaft. Die Kosten übersteigen die Möglichkeiten der Diakonissen.
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1986 gibt Doz.Dr.med.habil. Hans Mannkopf den Stab an den heutigen Chefarzt Dr. med. Klaus Wesseler weiter. Zwei Jahre später erfolgt der Umbau der ehemaligen Frühgeborenenstation in eine interdisziplinäre Intensivstation. Große Resonanz in der Bevölkerung findet Dr. Wesseler mit seinem Projekt „MuKi 2000“. Die Spendenfreudigkeit für die Errichtung dieser Mutter-Kind-Station setzt Maßstäbe.
Lippische Landeszeitung ©
Was hat sich mit den Jahren in der Kindermedizin geändert?
Die Kindersterblichkeit liegt mittlerweile bei 5,5 Promille – 1916 wurde sie mit 8 Prozent beziffert. Weitere Verbesserungen sprechen für sich: Noch 1974 hatten 1000-Gramm-Frühchen wenig Überlebenschancen – heute liegen sie bei 100 Prozent. Mittlerweile können Frühgeborene, die in der 24. Woche zur Welt kommen und nur 450 bis 500 Gramm leicht sind, gerettet werden. 1970 war die Diagnose Leukämie ein sicheres Todesurteil. In 2003 werden Dreiviertel der kindlichen Leukämie-Patienten geheilt.
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